In Tod der Autorin erzählt Nnedi Okorafor die Geschichte einer Schriftstellerin, die plötzlich großen Erfolg hat, während sie gleichzeitig mit Familie, Erwartungen, ihrer eigenen Unsicherheit und ihrer körperlichen Realität kämpfen muss. Parallel dazu entfaltet sich eine Science-Fiction-Geschichte über Roboter, künstliche Intelligenz und das Bewahren von Geschichten in einer Welt ohne Menschen. Beide Ebenen sind miteinander verbunden und spiegeln sich auf überraschende Weise, sodass man sich immer wieder fragt, wo genau die Grenzen zwischen Erzählung und Wirklichkeit verlaufen.
Dieses Buch hat mich emotional viel stärker getroffen, als ich erwartet hatte. Besonders Zelu ist mir sehr ans Herz gewachsen, weil sie so wütend, verletzlich, stolz und mutig zugleich ist. Ich hatte oft das Gefühl, dass sie in ihrer Familie und auch in der Öffentlichkeit ständig missverstanden wird und sich immer wieder rechtfertigen muss, obwohl es doch eigentlich ihr Leben ist. Das hat mich teilweise richtig wütend gemacht, aber auch sehr traurig.
Die Science-Fiction-Ebene war für mich anfangs eher ungewohnt, weil ich sonst nicht viel in diesem Genre lese. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass diese zweite Geschichte unglaublich wichtig für das Gesamtbild ist. Es geht nicht nur um Roboter, sondern um Identität, Verbindung, Loyalität und darum, wie sehr Geschichten beeinflussen, wer wir sind. Gerade die Beziehung zwischen den Figuren dort hat mich am Ende mehr berührt, als ich gedacht hätte.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist, dass das Buch keine einfachen Antworten gibt. Es zwingt einen dazu, mitzudenken, Dinge auszuhalten und auch Verwirrung zuzulassen. Am Ende musste ich erst einmal alles sacken lassen, bevor sich für mich langsam ein rundes Bild ergeben hat. Genau das mag ich an Büchern: wenn sie einen nicht loslassen, sondern im Kopf weiterarbeiten und genau deswegen bekommt es auch die Höchstwertung - ein echtes Highlight ❤️





























