Wer fürchtet den Tod

von Nnedi Okorafor 
3,6 Sterne bei13 Bewertungen
Wer fürchtet den Tod
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (9):
Kugenis avatar

Wie der erste Roman wieder ein Fantasy-Highlight der besonderen Art.

Kritisch (2):
Sananeeees avatar

EIne sehr düstere und dunkle Geschichte, echt nicht so meins :/

Alle 13 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Wer fürchtet den Tod"

Der Debüt-Roman von Nnedi Okorafor, der Autorin des Überraschungserfolgs „Lagune“, verbindet Fantasy mit afrikanischer Kultur und schafft so ein Endzeit-Abenteuer der Spitzenklasse.

In einer nicht näher definierten post-apokalyptischen Zukunft werden die dunkelhäutigen Okeke von den hellhäutigen Nuru unterdrückt. Um sich an der Vergewaltigung ihrer Mutter zu rächen und ihr Volk zu befreien macht sich das Mädchen Onyesonwu (dt.: Wer fürchtet den Tod) auf eine lange Reise voller Magie und Gefahren. Ihr Ziel: Den mächtigen Zauberer Daib zu töten - ihren Vater und Vergewaltiger ihrer Mutter.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959811866
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:Cross Cult
Erscheinungsdatum:03.04.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 14.12.2017 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Schlehenfees avatar
    Schlehenfeevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Fantasy aus Afrika - sehr interessante Parallelen zur Realität! Für mich war der Showdown am Ende nur zu kurz.
    Ungewöhnliche Fantasy-Story


    In einem postapokalyptischen Afrika leben die dunkelhäutigen Okeke und die hellhäutigen Nuru. Die Nuru unterdrücken und versklaven die Okeke und wollen durch gezielte Vergewaltigungen Mischlingskinder erzeugen, die als „Ewu“ für bösartig gehalten werden. Ein solches Ewu-Kind ist auch Onyesonwu. Sie hat magische Fähigkeiten (z.B. Gestaltwandler) und geht bei Zauberer Aro in die Lehre. Bald hat sie nur noch das Ziel, ihren biologischen Vater zu finden und ihn zu vernichten. Doch auch er ist ein Zauberer.

    „Wer fürchtet den Tod“ von Nnedi Okorafor ist in vieler Hinsicht ein ungewöhnliches Buch. Es war für mich das erste Fantasy-Buch aus der Feder einer Autorin mit afrikanischen Wurzeln. Außerdem lässt es sich nicht so leicht in ein Genre pressen, denn hier werden Fantasy, ein wenig Dystopie und ein wenig magischer Realismus gemischt. Auch wenn es in der Zukunft spielt, sind klare Parallelen zur heutigen Situation in Afrika erkennbar. Letzteres gefiel mir sehr gut.

    Vor allem gefiel mir, wie die Autorin das Thema der weiblichen Geschlechtsverstümmelung in den Roman eingebracht hat. Außerdem werden Geschlechterrollen thematisiert und Kindersoldaten tangiert.

    Ein wenig zu kurz geriet mir am Ende der Showdown zwischen Onyesonwu und ihrem Vater. Es wird sehr lange darauf hingearbeitet, denn sie zieht monatelang umher (es zog sich auch für mich etwas) und dann ist alles innerhalb einiger Passagen abgehandelt. Das Ende ist zweideutig geschrieben, das fand ich wiederum sehr anregend. Ein wenig mehr Magie hätte es schon geben können. So beschränkt sich das Ganze auf etwas niedere Zauberei (Juju genannt) und das Können von richtigen Zauberern wie Onyesonwu und Aro. Dem entgegengesetzt ist die normale Bevölkerung, die Magie meist abergläubisch betrachtet. Durch die Mischlingskinder (Ewu) ist Kritik am Aberglauben der Bevölkerung ein wichtiger Aspekt des Buchs.

    Wer mal einen etwas anderen Fantasyroman lesen möchte oder wer afrikanische Literatur schätzt, dem kann ich „Wer fürchtet den Tod“ ans Herz legen. Wenn ihr beim Thema physische und sexuelle Gewalt zurückscheut, dann lasst lieber die Finger davon.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Monaten
    Hat mir super gefallen

    Was für ein Buch. Im Rahmen des offenen Lesezirkels des SF-Netzwerks gelesen und für mich für gut befunden. Wenn man es herunter bricht, entspricht das Buch den klassischen Fantasy-Tropes: junge Heldin, außergewöhnliche Kräfte, übermächtiger Gegner, Welt retten usw. Ich denke, das ist auch das einzige, was ich wirklich bemängeln würde. Andererseits ist es schwierig, im Genre was wirklich neues zu erschaffen, das es nicht schon gibt. Und viele andere Romane sind – wenn man sie abspeckt – auch nur ein Abklatsch von bereits dagewesenem. Trotzdem möchte ich dieses Buch loben. Okorafor nimmt den Leser mit in ein futuristisches Afrika, in dem trotz allem Tradition, Brauchtum und Aberglaube eine große Rolle spielen. Warum sollte es da auch anders sein, als in anderen von Autoren geschaffenen Welten. Erschreckend sind dabei besonders die Gräueltaten, die die Nuru den Okeke antun. Onyesonwus ist das Ergebnis einer brutalen Massenvergewaltigung von Okeke-Frauen, darunter Onyesonwus Mutter Najeeba, durch Nuru-Männer. Die dort beschriebenen Szenen sind alles andere als leicht verdaulich und wenn man da empfindlich ist (so wie ich), dann sollte man sie entweder vermeiden oder nur oberflächlich überfliegen. Ja, das darf man als Triggerwarnung verstehen. Onyesonwus Mutter allerdings ist ein Beispiel dafür, wie stark Frauen sind. Immer! Ich habe das extrem bewundert. Nicht nur, dass sie die Vergewaltigung überlebt und daraus schwanger hervorgeht, nein, zu aller himmelschreienden Ungerechtigkeit gilt sie nun als Aussätzige und muss ihr Dorf und ihren Mann, den sie sehr geliebt hat, verlassen, weil sie als Schande gilt. (Ehrlich, ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen könnte bei dieser Thematik.) Weit von der Realität ist dies ja nicht entfernt. Trotzdem gibt Onyesonwus Mutter nicht auf und bringt eine Tochter zur Welt, die sturer, wütender und beeindruckender nicht sein kann.
    Einige Mitleser im Lesezirkel bemängelten, dass Onyesonwus Wut auf Dauer nervt und ich gestehe, dass dies auch für mich sehr anstrengend war, denn Onyesonwu ist ständig wütend. Andererseits ist es für mich nachvollziehbar, woher ihre Wut rührt. Sie gehört nirgendwo dazu. Sie ist weder Okeke noch Nuru und ihr Aussehen zeichnet sie als Ewu ab, misstrauisch beäugt von allen Seiten. Dazu kommt, dass die Okeke glauben, dass Ewu, die das Erzeugnis eines Gewaltaktes sind, selbst nur Gewalt kennen. Am liebsten hätte ich Onye in den Arm genommen und ihr gesagt, dass alles gut wird. Und wahrscheinlich hätte sie mich dafür verprügelt, denn Mitleid will Onye genausowenig haben. Wir folgen ihrem Leben. Ihren Erzählungen. Ihren Geschichten der Kindheit. Damit sie dazu gehört, nimmt sie am 11. Ritual teil: einer Beschneidung. Ja, auch das thematisiert Okorafor in dem Buch. Weibliche Beschneidung. Durch das Ritual entsteht eine Verbindung zwischen Onye und den drei anderen Mädchen, die daran teilgenommen haben: Binta, Diti und Luyu. Die vier verbindet ab da eine ungewöhnliche Freundschaft und schnell erfährt man als Leser auch noch andere Dinge, die in allen Gesellschaften eine dunkle Rolle spielen. Sexueller Missbrauch durch einen männlichen Verwandten, in diesem Falle Bintas Vater. Bintas Schicksal hat mich zutiefst berührt. Sie wächst vor den Augen des Lesers und ich habe so manches Mal ihren Mut und ihre Kraft bewundert.
    Onyesonwu merkt sehr bald, dass sie etwas Besonderes ist. Sie möchte bei dem ansässigen Zauberer Aro in de Lehre gehen doch er weist sie immer wieder ab, weil sie ein Mädchen ist. Sie verliebt sich in den Ewu-Jungen Mwita und die beiden verbindet sehr bald ein enges Band.
    Der Zauberer Daib, der Vergewaltiger ihrer Mutter und somit Onyesonwus biologischer Vater, beobachtet Onyesonwu immer wieder und versucht sie auch im Traum durch Magie umzubringen. Zusammen mit Mwita und ihren Freundinnen bricht Onye auf, sich ihm zu stellen und ihre Reise ist voller Gefahren und Fantastik. Die Vorstellungskraft von Nnedi Okorafor hat mich einfach extrem beeindruckt. Zu keiner Zeit fand ich das Buch langweilig oder zäh, ganz im Gegenteil, diese Welt war für mich einfach nur faszinierend und exotisch. Und auch wenn man früh erfährt, wie die Geschichte irgendwie enden wird, hat es Okorafor trotzdem geschafft, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten.
    FazitMein persönliches Lesehighlight bis jetzt und ich bin sehr gespannt, „Das Buch des Phoenix“ zu lesen, was ebenfalls in dieser Welt angesiedelt sein wird.

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    abetterways avatar
    abetterwayvor 10 Monaten
    Wer fürchtet den Tod

    Inhalt:
    "In einer nicht näher definierten post-apokalyptischen Zukunft werden die dunkelhäutigen Okeke von den hellhäutigen Nuru unterdrückt. Um sich an der Vergewaltigung ihrer Mutter zu rächen und ihr Volk zu befreien macht sich das Mädchen Onyesonwu (dt.: Wer fürchtet den Tod) auf eine lange Reise voller Magie und Gefahren. Ihr Ziel: Den mächtigen Zauberer Daib zu töten - ihren Vater und Vergewaltiger ihrer Mutter."

    Meinung.
    Leider konnte ichd as buch nur quer lesen, da es mir von Anfang an nicht gefallen. Die Charaktere sind für mich nicht stimmig. es ist irgendwie zu dunkel, zu düster, zu erschreckend gewesen. Leider!

    Fazit:
    Leider konnte ich mit der Geschichte nichts anfangen.

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    Vivi300s avatar
    Vivi300vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sehr ungewöhnliches Buch, dass auf jeden Fall lesenswert ist.
    Ein sehr ungewöhnlicher Roman.


    Onyesonwu - Wer fürchtet den Tod?

    Inhalt:
    In einer nicht näher definierten post-apokalyptischen Zukunft werden die dunkelhäutigen Okeke von den hellhäutigen Nuru unterdrückt. Um sich an der Vergewaltigung ihrer Mutter zu rächen und ihr Volk zu befreien macht sich das Mädchen Onyesonwu (dt.: Wer fürchtet den Tod) auf eine lange Reise voller Magie und Gefahren. Ihr Ziel: Den mächtigen Zauberer Daib zu töten - ihren Vater und Vergewaltiger ihrer Mutter.

    Mein Fazit:
    Dieses Buch bereitet gesellschaftsrelevante Themen in einem beeindruckenden und zu Teilen eigenartigen Setting auf. Rassismus, Hass, strikte Hierarchie und die Rolle der Frau darin und noch viele andere spannende Dinge werden hier porträtiert.

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, aber was mir am allerbesten gefallen hat, andere Leser aber eventuell von dem Buch abschrecken lassen könnte, ist die wundersame Verarbeitung fantastischer Elemente. Es ist halt alles eher dezent gehalten. 
    Mich konnte das Buch von Anfang an mitreißen. 

    Auch Onyesonwu, die Protagonistin, ist wohl beinahe so wundersam, wie das Buch. Ich fand sie sehr sympathisch und habe mit ihr mitgefiebert. Ihr Eifer und ihre Liebe zu ihrer Mutter haben mich sehr beeindruckt. 

    Insgesamt finde ich das Buch wirklich sehr gelungen, man muss sich aber wirklich auf die Geschichte einlassen. Negativaspekte, die in anderen Rezensionen angesprochen werden, kann ich zum Teil doch nachvollziehen (Die Fantasy-Elemente seien viel zu schwach ausgeprägt gewesen; Onyesonwus Antrieb sei nicht immer nachvollziehbar gewesen etc.).
    Dennoch kann ich es wärmstens empfehlen ;)

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    Aydas avatar
    Aydavor einem Jahr
    Wer fürchtet den Tod

    Bewertet mit 4,5 Sternen
    Inhalt:
    In einer nicht näher definierten post-apokalyptischen Zukunft werden die dunkelhäutigen Okeke von den hellhäutigen Nuru unterdrückt. Um sich an der Vergewaltigung ihrer Mutter zu rächen und ihr Volk zu befreien macht sich das Mädchen Onyesonwu (dt.: Wer fürchtet den Tod) auf eine lange Reise voller Magie und Gefahren. Ihr Ziel: Den mächtigen Zauberer Daib zu töten - ihren Vater und Vergewaltiger ihrer Mutter.

    Meine Meinung:
    Auf die Autorin bin ich durch das Buch "Lagune" aufmerksam geworden,das in Buchforen gezeigt wurde. Daher war ich sehr interessiert an "Wer fürchtet den Tod". Die Autorin beschreibt hier eine Welt und Gesellschaft, in der Gewalt und Machtkämpfe an der Tagesordnung sind,es geht vor allem ums nackte Überleben. Themen wir Rassismus,Hass,Abwertung, die Rolle der Frau in afrikanischen Ländern,um Hoffnung, Liebe und Tod. Der Schreibstil ist sehr flüssig und schön zu lesen. Manchmal fand ich es zu detailliert und es zog sich etwas in die Länge. Insgesamt ein sehr besonderes Buch, in das die Autorin  viel Wissen und aktuelle Themen aus Krisenregionen mit einbringt. Es gibt auch brutale Szenen,die einen nicht unberührt lassen,zumal es Bezug zur Realität gibt und diesen Gedanken hatte ich immer im Hinterkopf.
    Die Hauptprotagonistin Onyesonwu war mir sehr sympahtisch,vor allem die Liebe zu ihrer Mutter hat mich sehr gerührt. Ich fand das Buch sehr besonders und finde es wichtig,dass AutorInnen über diese Zustände sensibilisieren und Themen angesprochen werden,die man lieber verdrängen möchte.
    Auch wenn der Fantasy bzw. Dystopieaspekt nur wenig aufkommt,es in der Mitte ein wenig Längen gab, habe ich "Wer fürchtet den Tod" gerne gelesen und würde mich freuen, mehr von der Autorin lesen zu dürfen. Von mir gibt es 4,5 Sterne und ich danke dem Crosscultverlag, vor allem auch die wundervolle Gestaltung des Covers :) Lagune und Das Buch des Phönix stehen schon auf meiner Wunschliste.



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    Kugenis avatar
    Kugenivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wie der erste Roman wieder ein Fantasy-Highlight der besonderen Art.
    Ungewöhnlich, stimmungsvoll und eindringlich

    „Wer fürchtet den Tod“ ist bereits der zweite Roman der nigerianisch-amerikanischen Autorin Nnedi Okorafor der auf Deutsch erscheint. Mit dem Buch hat die Autorin den World Fantasy Award sowie den Nebula Award gewonnen. Außerdem hat sich HBO die Serienfilmrechte an dem Buch gesichert, an diesem Projekt soll sogar George R R Martin mitarbeiten.

     

    INHALT

    In einem postapokalyptischen Afrika macht sich das Mischlingsmädchen Onyesonwu auf, um ihr Volk die Okeke von der Unterdrückung der Nuru zu befreien. Für die Versklavung ist der Mann verantwortlich der vor Jahren auch ihre Mutter vergewaltigte und somit ihr Erzeuger ist. Im Laufe der Reise wird immer klarer, dass Onyesonwu alles andere als ein gewöhnliches Mädchen ist.

     

    LESEEINDRUCK

    Wie bereits die erste deutsche Veröffentlichung der Autorin wirkt auch diese Geschichte von der Erzählweise und Atmosphäre her sehr magisch und märchenhaft, dass obwohl das Thema der Handlung alles andere als märchenhaft ist. Die Autorin prangert brandaktuelle Themen an, nämlich Missstände wie Rassismus und die Unterdrückung und Misshandlung der Frau. Verwoben in die Geschichte sind Elemente der afrikanische Kultur, Magie, sowie Fantasy. Die Grenzen zwischen Realität und Magie sind hierbei schwimmend, fast gewinnt man den Eindruck sich in einem heutigen, „realen“ Afrika zu befinden.

    Allein dadurch dass man sich in Afrika in einer Geschichte zwischen afrikanischen Stämmen befindet wirkt der Roman anders und fremdartig gegenüber anderen Büchern dieses Genres. Man hat fast das Gefühl eine afrikanische Sage zu lesen. Auch dadurch dass nie ganz eindeutig ist ob man sich nun in einer Fantasiewelt oder der Realität befindet wirkt die Geschichte anders. Die magischen Elemente sind so in die Handlung verwoben das sie ganz natürlich wirken.

    Onyesonwu als Hauptfigur hat mir sehr gefallen, obwohl sie als Charakter etwas sperrig ist. Sie ist schnell aufbrausend und lässt sich durch ihr hitziges Temperament immer wieder zu Handlungen hinreißen die sie in Schwierigkeiten bringen. Ihre Handlungen wirken jedoch immer authentisch da sie gut zu ihrem Wesen passen. Ansonsten hat sie das Herz am rechten Fleck. Ihre Ansichten sind in einer streng traditionsbewussten Gesellschaft sehr modern und emanzipiert. Sie lässt sich nicht davon abhalten etwas zu tun das sie für richtig empfindet nur weil sie es nicht sollte da sie eine Frau ist.

    Was ich bereits aus „Lagune“ kenne und hier wiederfinde ist, dass sich die Autorin nicht davor scheut Gewalt sehr schonungslos darzustellen. Dies ist jedoch nie sensationslüstern sondern immer zum Thema und der Handlung passend. Die Geschichte wird glaubhafter und erschüttert.

     

    FAZIT

    Mir hat dieser Roman wieder sehr gut gefallen. Ich mag die Art des märchenhaften Erzählen mit der gleichzeitigen Behandlung ernster, zeitgenössischer Themen. Dadurch bewegt und erschüttert die Geschichte und bleibt nachhaltig im Gedächtnis. Unter den aktuellen Fantasyautoren ist Nnedi Okorafor wirklich etwas ganz besonderes und vermag es wie keine andere ihren ganz eigenen, persönlichen Erzählstil zu erschaffen. Für mich ein absolutes Highlight!

    Wer „Lagune“ kennt und wem Okorafors spezielle, „andere“ Art von Fantasyliteratur gefällt dem wird auch dieser Roman wieder gefallen. Wer jedoch die typische, westliche Art der High Fantasy a la  „Game of Thrones“ erwartet wird enttäuscht werden.

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    raveneyes avatar
    raveneyevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schwer zu fassende Charaktere
    So voller Wut

    Im postapokalyptischen Afrika wird das Mädchen Onyesonwu geboren. Doch sie hat es nicht leicht, den sie ist Ewu - ein Kind das durch einen Akt der Gewalt gezeugt wurde und nun als Böse angesehen wird.

    Schlichtes Cover, das trotzdem Ausdrucksstark daherkommt.

    In einer Welt in der die hellhäutigen Nuru über die Dunkelhäutigen Okeke herrschen, sie unterdrücken und auch töten wird die Ich-Erzählerin Onyesonwu geboren. Mit dem Sichtbaren Makel ihrer sandfarbenen Haut gezeichnet wird sie von vielen gemieden und mit abscheu betrachtet, doch in Onyesonwu reift auch Zauberkraft heran.
    Onyesonwu versucht ihren Platz in dieser Welt voller Vorurteile und Aberglaube zu finden, in der sie für etwas gemieden wird, für das sie reingarnichts kann. Aber es ist gar bekannt, das gerne denen die Schuld gegeben wird, wie sich nicht wehren können. Sie sind einfach am leichtesten zu erreichen und bekommen deswegen die Wut zu spüren.
    Und Wut ist ein großes Thema in diesem Buch. Viele der Charaktere strahlen die ganze Zeit nichts als Wut aus. Sei es Onyesonwu, Mwita, Aro oder auch eine Gruppe Dorfbewohner. Mal triff die Wut offen zu Tage, mal brodelt sie nur unter der Oberfläche, ist aber deutlich zu spüren. Und Wut ist es auch, die viele der Handlungen der Charaktere antreibt, die ich manchmal nicht nachvollziehen konnte und für mich unlogisch erschienen. In ihrer Wut waren sie teils wie geblendet und für nichts anderes zugänglich.

    Die Autorin hat hier eine dystopische Welt erschaffen in der sich Realität mit fantastischen Elementen verbindet und dies in einer unaufgeregten Art - es ist einfach so.
    Und obwohl diese Geschichte alles hat, was ich an einer Geschichte mag, bin ich doch bis zum Ende nicht recht mit ihr und den Charakteren warm geworden. Eben weil mir viele Handlungen nicht logisch erscheinen und diese beständige Wut mich teilweise schon genervt hat, sie war einfach immer da, man konnte ihr nicht entfliehen.

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    TamiraSs avatar
    TamiraSvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine ungewöhnliche Mischung aus Fantasy und Zukunftsvision
    Eine spannende Odyssee voller außergewöhnlicher Einfälle


    Die bereits mit dem World-Fantasy-Award ausgezeichnete Autorin Okorafor verwebte auch schon in ihrem ersten Roman, der uns hier vorliegt, eine düstere Version unserer Zukunft mit Fantasy-Aspekten - hier sogar noch etwas phantastischer, als in ihrem Roman Lagune.


    In dem Roman folgen wir der Icherzählerin Oneysonwu. Ihr Name bedeutet frei übersetzt: Wer fürchtet den Tod. Und die Protagonistin wird mit ihrem Charakter dieser rhetorischen Frage mehr als Gerecht.
    Geboren als Vergewaltigungskind einer dunkelhäutigen Okeke-Mutter und einem weißhäutigen Nuru-Vater ist sie eine gesellschaftliche Außenseiterin. In dem Dorf, in dem sie und ihre Mutter sich niederlassen, wird sie gemieden. Doch als ihre Mutter, obwohl durch die schreckliche Vergewaltigung - verständlicherweise - geschädigt, erneut heiratet, erfährt auch Onyesonwu durch ihren Stiefvater die Liebe eines Vaters. Als sie sich - entgegen den Willen ihrer Eltern - dem Ritual der Beschneidung unterzieht, findet sie sogar Freundinnen.
    Als ihr Vater jedoch stirbt, bricht das, was schon immer in Onyesonwu geschlummert hat und sich ab und an in kleineren Dingen gezeigt hat, heraus ...


    Wir belgeiten unsere Protagonistin in diesem Roman durch ein Meer aus Gewalt, Trauer und Krieg. An unzähligen Punkten ihrer Reise trifft die Gruppe auf grausame Menschen, die sich ihnen und auch gegenseitig die schlimmsten Dinge antun. Es finden Massenvergewaltigungen statt, Menschen werden gesteinigt und verstümmelt. Das sollte man wissen, bevor man mit der Lektüre startet, denn es handelt sich teilweise um starken Tobak, den die Autorin - verpackt in einer sehr direkten Sprache - dem Leser vorwirft. Für zart besaitete ist dieses Buch wahrlich nichts.


    Doch mit der Brutalität in der magischen Welt, die uns Okorafor aufzeigt, weist sie natürlich auf Dinge hin, die auch in unserer nicht richtig ablaufen. Die Frage stellt sich dadurch: Will ich das haben, wenn ich einen Fantasy-Roman lese? Das ist schwer zu beantworten. Einerseits war es mir teilweise etwas zu brutal. Die Beschneidung der Protagonistin, wenn auch von ihr selbst als gar nicht so schrecklich empfunden und auch nicht als etwas Furchtbares dargestellt, hat mich echt mitgenommen. Andererseits jedoch gibt es der Geschichte einen sehr realitätsnahen Touch, trotz der Magie, den Gestaltwandeln und den Visionen.
    Wären mir die Charaktere stärker ans Herz gewachsen, wären viele der Punkte mit Sicherheit "to much" gewesen.


    Kommen wir also zu meinem eigentlichen Kritikpunkt: Die Charaktere.
    Leider schafft es die Autorin nicht, dass mir Onyesonwu im Laufe der 500 Seiten wirklich ans Herz wächst. Sie ist ein herrischer und sehr empfindlicher Mensch. Sie reagiert häufig aus meinen Augen völlig überzogen und aggressiv. Mehrfach dachte ich: In der Realität könnte man so einen Menschen unmöglich ertragen. 
    Doch nicht nur die Protagonistin bleibt mir sehr unsympathisch, auch ihre Freunde bleiben, wenn nicht blass, dann zumindest dem Leser gleichgültig. 
    Ich erwarte auch bei phantastischen Romanen keine heroischen Prots, die unbesiegbar, höflich und charismatisch sind - doch einen mögenswerten Charakterzug sollten sie schon haben.


    Das klingt sehr hart, sieht man jedoch von den Personen, die mich einfach nicht packen konnten, einmal ab, wird man mit einer spannenden Geschichte belohnt, die nicht zuletzt wegen des außergewöhnlichen Settings und der spannenden Einfälle außergewöhnlich ist.


    So lässt sich zum Schluss nur sagen, dass ich hervorragend unterhalten wurde und ich die Autorin auf jeden Fall weiter im Auge behalten werde.




    P.S.: Netterweise wurde mir das Buch als Leseexemplar hier auf LB zur Verfügung gestellt, wobei ich mich bei dem Verlag noch einmal ganz herzlich bedanken möchte. :)

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    marpijes avatar
    marpijevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wenig Fantasy, viel Realität
    Ganz andere Fantasy


    Onyesonwu - wer fürchtet den Tod , ist ein Kind aus Vergewaltigung, in Afrika heißt das ganze Leben Außenseiter sein, ganze Leben mit die Vorurteilen kämpfen, ganze Leben von die anderen gespottet sein. Ihre Mutter hat die Weite von die Menschen gesucht, die erste Jahre sie  haben in die Wüste verbracht, später in einem Dorf gewohnt. Onyesonwu spürt schon als Kind dass sie anders ist, sie kann sich in Vogel verwandeln und sie fühlt sich ständig beobachtet durch zwei rote Augen, sie will eine Ausbildung beim Zauberer Aro machen und ihr Vater finden...


    Die Geschichte ist eigentlich eine Fantasy Geschichte , aber von Fantasy ist hier wenig, die Autorin beschäftigt sich mehr mit Rassismus, Glaube und Aberglaube und mit die Rolle von Frau in die afrikanischen Welt. Das ganze ist umgehült mit eine mysteriöse Atmosphäre aber die Realität und die Grausamkeit nehmen hier die Oberhand.
    In die Geschichte ist sehr viel Gewalt und Brutalität, was leider heutzutage in Afrika ist, ein Stamm hasst den anderen , die ewige Krieg dauert immer und die Leute leben in ständigen Angst.


    Der Schreibstil ist flüssig und sehr plastisch, die Szenen welche die Autorin beschreibt habe ich ganz genau vor meinen Augen.
    Bis zum hälfte war für mich die Spanungsbogen sehr groß, später hat ein bisschen nachgelassen, aber die letzte Seiten waren schon wieder sehr temporeich.


    Die Protagonistin ist sehr stark, mutig und sehr selbstbewusst, sie weiß was sie will und sie macht alles um der Ziel zu erreichen. Ihre Begleiter auf die Reise stehen zu ihr in der Kontrast, die haben ganz andere Charakteren, aber die alle wissen dass Onyesonwu etwas besonderes ist und sie fügen sich an.


    Das Buch hat eine sehr traurige , drückende Stimmung und obwohl das alles passiert in Zukunft ich weiß das die Autorin die Gegenwart beschrieben hat.


    Die Geschichte hat mir gut gefallen, aber für mich war zu viel Gewalt.

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    dicketillas avatar
    dicketillavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Zerissenheit eines Kontinents Afrika, in magischen Worten erzählt.
    Onyesonwus Schicksal


    "Für die Ahnen, die Geister und diesen Ort, der so oft "Afrika" genannt wird."
    Diese Worte schreibt Nnedi Okorafor in ihrer Danksagung.
    Ihre Geschichte ist voller afrikanischer Mythen, und mit viel Fantasy gespickt.
    Für mich keine einfache Geschichte, die mich öfter stocken liess, um deren Sinn zu begreifen. Ein Vergleich mit dem heutigen Sudan, ist sicher gewollt, was auch sicher den ganzen Kontinent einschliesst, mit seinen vielen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.
    Eine Änderung nur möglich ist, man deren Gedanken voller Hass, Gewalt in ihren Köpfen auslöscht. Eben ein neues Buch schreibt, in dem die Menschen im Frieden miteinander leben.

    Nnedi Okorafors Heldin Onyesonwu wurde durch Gewalt gezeugt, von einem Nuru Krieger.Ihr Name bedeutet "Wer fürchtet den Tod".
    Solche gezeugten Kinder nennt man Ewu, da sie durch ihr goldbraune Haut, wie ein Wüstengeist aussehen. Ihre Okeke Mutter muss um ihr Leben bangen, flieht mit ihr in die Wüste, bis sie mit ihr in die Stadt Jwahir geht, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen.
    Dort lernt sie Binta, Luyu und Diti während ihrer Beschneidung kennen, und sie werden zu engen Verbündeten.
    Durch den Jungen Mwita erkennt sie, dass sie eine Eshu ist. Sie kann ihre Gestalt verändern, Leben zurückgeben.
    Mwita ein Kind der Liebe, aber auch ein Ewu, lernt beim Zauberer Aro.
    Onyesonwu Hartnäckigkeit führt dazu, dass dieser sie die Großen Mystischen Punkte lehrt.
    Es wird von einer Prophezeihung erzählt. Ein Nuru wird das Buch neu schreiben. Das Leben für Nuru und Okeke zum Guten wenden.
    Doch diese Prophezeihung stimmt nicht, da sie falsch übermittelt wurde.
    Mit ihren Freunden begibt sich Onyesonwu auf eine gefahrvolle Reise, immer von Daib, ihrem Erzeuger, mit seinem rotem Auge, beobachtet.

    "Viele von uns tun das nicht. Alle, die fünfmal am Tag beten, das Große Buch lieben und fromme Menschen sind, wissen, dass das nicht Anis Wunsch sein kann." (S.495)
    Hier zeigt sich wieder einmal, dass falsche Auslegungen nur dem Bösen zu Nutze gemacht wird, was sich sicher in vielen Relegionen wiederspiegelt. Es wird gemordet, gebrandmarkt, vergewaltigt. Das Anderssein verdammt, zerstören, ausrotten will.
    Bei Nnedi Okorafor ist Zauberei im Spiel, die die Menschen blendet, zu Feinden macht.
    Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.
    Für mich ein sehr brisantes Buch, sicher nicht einfach, aber dennoch bemerkenswert.
    Eine Geschichte, wie von einer afrikanischen Geschichtenerzählerin berichtet, man sollte ihr zuhören.



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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Cross-Cult_Verlags avatar
    Die Postapokalypse in Afrika - eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction!

    Die nigerianisch-amerikanischen Autorin Nnedi Okorafor feierte mit ihrem Roman „Lagune“ einen Überraschungserfolg. Nun legt Cross Cult auf Deutsch mit ihrem Debütroman nach „Wer fürchtet den Tod“!

    Wir finden uns in einem postapokalyptischen Afrika wieder. Zwei feindlich gesinnte Völker stehen sich: die hellheutigen Nuru unterdrücken die dunkelhäutigen Okeke auf’s Bitterste. Zu diesen gehört das Mädchen Onyesonwu, deren Name übersetzt so viel bedeutet wie „Wer fürchtet den Tod“. Onyesnowu begibt sich auf einen gefährlichen Rachefeldzug. Sie will den Mann töten, der ihrer Mutter großes Leid angetan hat, der sie vergewaltigt hat …
    Nnedi Okorafor entführt ihre Leser in eine postapokalyptische Welt auf dem afrikanischen Kontinent, die voller Magie und Gefahren steckt. Eine gelungene Mischung aus Science Fiction und dystopischer Fantasy. 


    Zur Autorin:
    Die nigerianisch-amerikanische Schriftstellerin Nnedi Okorafor ist Professorin für Creative Writing an der University of Buffalo. Ihre Werke gehören zu den Genres Science-Fiction, Fantasy und Afrofuturismus. Bei Cross Cult ist ihr überraschender Erfolg „Lagune“.

    Und darum geht’s genau in „Wer fürchtet den Tod“:
    In einer nicht näher definierten post-apokalyptischen Zukunft werden die dunkelhäutigen Okeke von den hellhäutigen Nuru unterdrückt. Um sich an der Vergewaltigung ihrer Mutter zu rächen und ihr Volk zu befreien macht sich das Mädchen Onyesonwu auf eine lange Reise voller Magie und Gefahren. Ihr Ziel: Den mächtigen Zauberer Daib zu töten - ihren Vater und Vergewaltiger ihrer Mutter.

    Und so könnt ihr teilnehmen:

    Beantwortet uns bis einschließlich 23. Juli 2017 die folgende Frage und gewinnt eines von 10 Exemplaren*:

    Welche Eigenschaft muss eine Romanfigur für euch haben, um in einer postapokalyptischen Welt überleben zu können?

    * Bitte denkt dran, die Teilnahme an der Leserunde beinhaltet selbstverständlich einen Austausch innerhalb der Leseabschnitte sowie eine Rezension zum Buch. Wir freuen uns auf eine tolle Diskussion!
    abetterways avatar
    Letzter Beitrag von  abetterwayvor 10 Monaten
    Hier ist meine Rezi: https://www.lovelybooks.de/autor/Nnedi-Okorafor/Wer-f%C3%BCrchtet-den-Tod-1446016604-w/rezension/1507308070/ Leider konnte ich mit der Geschichte nichts anfangen. Ich hatte etwas anderes erwartet.
    Zur Leserunde

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