Noël Gerard

 3.3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Wasser und Feuer.

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Noël GerardWasser und Feuer
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Wasser und Feuer
Wasser und Feuer
 (3)
Erschienen am 23.11.2010

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Rezension zu "Wasser und Feuer" von Noël Gerard

Rezension zu "Wasser und Feuer" von Noël Gerard
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Noël Gerard hat als Schauplätze für sein Erstlingswerk Köln und Antwerpen im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts gewählt. Die Reformation wirft ihre Schatten voraus, auch in Köln wird der Ruf nach Gleichstellung von Arm und Reich laut. Während die Gaffeln und die weniger gut situierten Kölner die Senkung der Akzise fordern, halten die Ratsherren mit Sturheit dagegen. Der Beginn dieses Buch liegt allerdings 6 Jahre in der Zukunft, als der junge Leonhart an das Sterbebett seines Vaters, der nach Basel geflohen ist, eilt. Als ihn auch dort die Vergangenheit einholt, lässt er die Zeit in Köln im Rückblick Revue passieren. Abschnittsweise führt uns das Buch so nach Köln ins Jahr 1525 und nach Basel, Antwerpen und Köln der Jahre 1531 und 1532. Stück für Stück erfährt der Leser, was sich seinerzeit zugetragen hat.

Eine Vielzahl von Figuren betritt die Bühne, verweilt eine Zeit und verlässt sie wieder, um zu einem späteren Zeitpunkt einen erneuten Auftritt zu haben. Das Ganze eingepackt in eine sehr verwirrende Geschichte um Betrug, Diebstahl und Rache, ummantelt von diversen Randhandlungen wie eben die aufkommende Reformation. Für mich war das teilweise zu viel des Ganzen. Manche Nebenstory hätte nicht sein müssen.

Einerseits erhält man beim Lesen sehr ausführliche Erklärungen über den Handel zu damaligen Zeit, andererseits aber nur einen Bruchteil von Einblick in das Seelenleben der Protagonisten. Dies wird oft nur in Ansätzen sichtbar und ihr Handeln wirkt dadurch manchmal nicht sehr schlüssig. Ich hätte mir bei den Protagonisten mehr Tiefgang gewünscht. Einzig Leonhart hat im Laufe des Buches an Profil gewonnen, die anderen Protagonisten hatten keine Zeit, sich zu entwickeln. Vielleicht lag es aber auch in der Absicht des Autors, sie für den Leser undurchsichtig zu belassen. Einige hingegen waren einfach zu schnell wieder verschwunden, um wirklich Eindruck zu hinterlassen, selbst wenn Sie zum Schluss irgendwann noch einmal auftauchten. Bei mir hatte das zur Folge, dass mir keine der Figuren wirklich Nahe gekommen ist. Das Ende der Geschichte kommt im wahrsten Sinne des Wortes mit einem riesigen Knall, wenn auch die Auflösung einen schalen Beigeschmack hinterlässt und auf mich zu überzogen wirkt. Die Motive sind nachvollziehbar, passen aber nicht zum Bild des Protagonisten, der sie ausgelöst hat.

Zugute halten kann man dem Autor die gründliche Recherche und sein Talent, die historischen Städte Köln und Antwerpen wieder zum Leben zu erwecken, so detailliert sind sie geschildert. Es war fast so, als würde man selber durch die engen Straßen und Gassen streifen, den Schmutz riechen und die Lebendigkeit dieser Städte spüren. Diese lebhaften Schilderungen machen dann auch die etwas überfrachtete Story zu einem Teil wieder wett und haben mich beim Lesen bei der Stange gehalten.

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