Noah Hawley Der Vater des Attentäters

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Inhaltsangabe zu „Der Vater des Attentäters“ von Noah Hawley

Beweise die Unschuld deines Kindes! Es ist ein Tag wie jeder andere. Der Rheumatologe Paul Allen kommt von der Arbeit nach Hause. Plötzlich erscheint im Fernsehen die Meldung, dass der demokratische Präsidentschaftskandidat erschossen wurde. Das Bild des Tatverdächtigen zeigt Allens Sohn Daniel. Während Allen noch sprachlos auf den Fernseher starrt, klingelt schon das FBI an der Tür. Getrieben von seinem schlechten Gewissen, sich zu wenig um seinen Sohn gekümmert zu haben, will Allen versuchen, Daniels Unschuld zu beweisen. Er beginnt zu recherchieren und findet heraus, dass entscheidende Details des behaupteten Tathergangs nicht übereinstimmen. Als Daniel schließlich zum Tod verurteilt wird, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. „Ein ergreifender Roman“ Deutschlandradio Kultur "Ein unwiderstehlicher Einblick in die Seele eines Killers.” Wall Street Journal „Von emotionaler Schlagkraft“ The Independent

Die grossartige Beschreibung einer Ausnahmesituation.

— Alanda_Vera
Alanda_Vera

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  • Der Vater des Attentäters

    Der Vater des Attentäters
    vormi

    vormi

    23. April 2017 um 13:13

    In den USA wird ein Attentat auf den Präsidentschaftskandidaten der USA verübt – und der Verdächtige ist der eigene Sohn. Sprachlos verfolgt der Arzt Paul Allen die Meldung im Fernsehen. Und setzt nun alles daran, die Unschuld seines Sohns Daniel zu beweisen. Geplagt von Vorwürfen, die Erziehung vernachlässigt zu haben, deckt er unglaubliche Ungereimtheiten auf.Immer mehr deutet auf eine Verschwörung hin, bei der sein Sohn das Opfer sein soll. Als Daniel zum Tod verurteilt wird, setzt Allen alles auf eine Karte. Ein intelligenter psychologischer Roman über den Kampf eines Einzelnen gegen staatliche Macht, um Schuld und die Verfehlungen in der Vergangenheit.Inhaltsangabe von amazonEin absolut beeindruckendes Buch.Das ganz neue und frische Perspektiven zeigt, psychologisch faszinierend. Zerrissen zwischen den eigenen Schuldgefühlen, die sich fast ijmer bei jedem Elternteil finden lassen.Besonders natürlich bei einem Vater, der die Mutter für eine andere Frau verlassen hat und an der anderen Küste Amerikas lebt.Hätte er sich mehr kümmern müssen?Und der Kampf eines Vaters gegen die Bürokratie und die staatlichen Stellen, für die der Fall nur schnellst möglich abgehandelt qerden soll und von denen keiner so privat betroffen ist.Auch die Öffentlichkeit, die den Präsidentschaftskandidaten vergöttert hat und schnell einen Schuldigen ausmachen will und den natürlich auch bestraft sehen möchte.Noah Hawley ist hier etwas grossartiges und Besonderes gelungen, dem Leser die vielen verschiednen Facetten dieses Falles näherzubringen, und natürlich auch druch die direkte Betroffenheit des Vaters.Der natürlich auch mal daran denkt, ob es möglich sein kann, dass sein Sohn wirklich einen anderen Menschen ermordet haben könnte.Er hat die Figuren lebensecht erschaffen und lässt jeden völlig nachvollziehbar handeln.Meine Empfehlung - unbedingt lesen, es lohnt sich!

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  • Wie schmerzlich kann Wahrheit sein.....

    Der Vater des Attentäters
    Buecherseele79

    Buecherseele79

    21. October 2015 um 10:11

    Der erfolgreiche Arzt Paul Allen lebt mit seiner zweiten Frau und seinen beiden Zwillingssöhnen ein erfolgreiches und angenehmes Leben. Dies ändert sich schlagartig als ein Attentat auf den nächsten Präsidentschaftskandidaten verübt wird und der Secret Service vor seiner Türe steht- der Attentäter ist sein Sohn Daniel, sein Sohn aus erster Ehe. Paul sichtet alle Beweismaterialien die er in die Hände bekommt und will dieses "Unglück" einfach nicht glauben. Erschwert wird seine Suche nach der Wahrheit von seinem eigenen Sohn Daniel der ihm nicht sagen will warum er dies getan hat, geschweige ob er es wirklich war. Mit der Zeit verzweifelt Paul an diesem Attentat immer mehr denn sein Leben ist nicht mehr das was es war- die Menschen verurteilen nicht nur seinen Sohn sondern auch ihn und seine Familie, auf seiner Arbeit wird er gemieden und sein vertrautes Umfeld fällt immer mehr in sich zusammen. Als es zur Gerichtsverhandlung kommt erfährt Paul immer mehr über seinen Sohn der die Schule abgebrochen hatte um durch das Land zu fahren, um vom Leben selbst zu lernen, was er gearbeitet und wie er gelebt hat, welche Leute er auf seinen Touren kennengelernt hatte, sogar für den von ihm getöteten Kanidaten hatte er gearbeitet und doch ist irgendetwas geschehen dass Daniel zum Attentäter wurde. Paul fängt an hinter seine eigene Fassade zu schauen und merkt- er war nie der aufmerksame und liebevolle Vater der er hätte sein müssen, es ging immer nur um ihn und seinen Beruf und sein Sohn Daniel spielte nach der Scheidung keine grosse Bedeutung mehr. Dann wird die Todesstrafe für Daniel ausgesprochen.... Für mich war es sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen, es mag zwar zwischendurch etwas langatmig erscheinen aber ich finde es gut beschrieben wie sich das Leben einer ganzen Familie nach so einer Tat selbst ändert, wie jeder versucht mit diesem "Schicksal" umzugehen. Am Anfang war der Vater von sich und seiner tollen Vaterrolle noch überzeugt aber als es immer mehr wurde mit Anschuldigungen und der Wahrheit wollte er sich dieser nicht stellen. Auch wie man selbst an Verschwörungstheorien zu glauben beginnt nur weil das eigene, fremdgewordene Kind dies nie getan hätte...alles wirklich sehr sehr gut ge- und beschrieben. Für mich eine absolute Leseempfehlung!

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  • Rezi zu Der Vater des Attentäters

    Der Vater des Attentäters
    Maki7

    Maki7

    27. July 2014 um 13:49

    Inhalt Eine ganz normale Vorstadtfamilie sitzt am Küchentisch und isst Pizza. Im Fernsehen wird gerade das Attentat auf den Demokratischen Präsidentschaftskandidaten gezeigt. Irgendwie kommt der Attentäter ihnen bekannt vor. An der Tür klingelt es. Es ist der Secret Service, der Attentäter soll der eigene Sohn sein. Paul, der Vater, will das nicht glauben. Unmöglich, dass sein Danny, sein erstgeborener Sohn aus der ersten Ehe, der Mörder sein soll. Ja, er war rastlos, musste zwischen seinen geschiedenen Eltern hin und her pendeln, hat das College abgebrochen, ist herumgereist und hat versucht sich selbst zu finden, aber er ist doch ein guter Junge, ganz sicher kein Mörder. Er klammert sich an jeden Strohhalm, um zu beweisen, dass Danny unschuldig ist. Das Buch pendelt zwischen Pauls Gegenwart, seiner und Dannys Vergangenheit und anderen Attentätern hin und her. Meinung Die Geschichte wird zunächst aus Pauls Ich-Perspektive, dazwischen kommen Geschichten zu anderen Attentätern und Dannys Geschichte, was für ziemliche Verwirrung beim Lesen gestiftet hat. Am Anfang ist einfach alles durcheinander geworfen und ich hab mich ständig gefragt wie kann Paul wissen wie die Anderen gedacht, gefühlt haben. Erst mit der Zeit trennt er die Kapitel sauber.  Das Buch ist in drei Teilen gegliedert. 1. Zu Hause, 2. Iowa, 3. Carter Allen Cash, Epilog: Der Junge. Diese Einteilung macht aber keinen Sinn. Sicher, alles wird erwähnt, aber es ist sinnlos, die kurzen Abschnitte wie getrennte Teile zu kennzeichnen. Dannys Geschichte fand ich interessant, aber er ist mir zu wenig in diesen Danny eingegangen. Auch die Erwähnungen der anderen Attentäter sind interessant, aber was sollte es für eine Bedeutung haben? Schliesslich geht es im Buch in erster Linie um Paul, „den Vater des Attentäters“? Ich dachte mir das wäre ein interessantes Thema, wie geht eine Familie damit um, wenn der eigene Sohn als Terrorist dasteht. Aber der Funke zu Paul wollte nicht rüber springen, die ewigen Vergleiche zu seinem Arztberuf, das ewige analysieren der Symptome und erstellen der Diagnose, die teilweise emotionslose Erzählungen führten dazu, dass ich es auch emotionslos gelesen haben. Es liest sich auch recht zäh. Der „Kampf des Vaters“ findet weniger gegen aussen statt, viel mehr kämpft der Vater nur mit sich selbst. Mich hat die Geschichte leider ganz und gar nicht überzeugt. Gute Idee sehr schlecht umgesetzt.

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  • Sehr vielschichtig und unglaublich tiefgehend

    Der Vater des Attentäters
    Carina2302

    Carina2302

    31. May 2014 um 18:00

    Beschreibung: Der wohlmöglich nächste Präsident der USA wird erschossen. Mitten auf einer Wahlkampfveranstaltung. Der mutmaßliche Täter: Daniel Allen. Sein Vater Paul ist Arzt und sieht im Fernsehen dieses schreckliche Verbrechen. Kurze Zeit später stehen Agenten vor seiner Türe und nehmen ihn zu einer Befragung mit. Er kann es einfach nicht glauben. Sein Sohn soll ein Attentäter sein?! Und so plagen ihn Zweifel an der Erziehung seines Sohnes und sucht die Fehler bei sich. Doch dann kommt ihm die Idee, dass es vielleicht gar nicht Daniel war, der den Mann umbrachte. Vielleicht ist das alles eine Verschwörung. Somit begibt sich Paul auf eine Reise in die Vergangenheit seines Sohnes um herauszufinden, was denn nun der Wahrheit entspricht. Meine Meinung: Bei diesem Buch hat mich vor allem die Thematik interessiert. Denn wie geht man damit um, wenn man erfährt, dass sein eigenes Kind ein Terrorist sei und ihm daher die Todesstrafe droht. Der Autor hat hier einen wirklich tollen Blick in die Psyche des Menschen geliefert. Wie verzweifelt man sich an einem noch so kurzen Strohhalm klammert, wie man anfängt, sich die Schuld zu geben, das Kind nicht richtig erzogen zu haben, Hinweise in der Vergangenheit vielleicht nicht erkannt zu haben, wie man die Fehler beim Staat sucht… Ein genialer psychologischer Roman. Interessant fand ich die Denkweise von Paul. Wie er als Arzt an die Sache ran geht. Ursachen, Symptome all das auf dieses Attentat zu projizieren – es als neuen Blick auf den „Fall“ zu sehen. Die Geschichte war nicht immer leicht zu lesen und ich musste mir hier und da dann doch mal eine Pause gönnen, obwohl ich von ihr in den Bann gezogen wurde. Denn an manchen Stellen wurde man von Informationen gerade überflutet. Dann gab es aber auch Stellen, an denen die Spannung nachgelassen hat. Da gab es kleine Durchhänger, was es mir erschwert hat, wieder in das Ganze hineinzufinden. Fazit: Ein psychologisches Meisterwerk, welches mich weite Stellen in eine andere Welt eintauchen lassen hat und auch noch Tage später in meinem Kopf rumspukte. Wer auch mal Abwechslung zu leichter Lektüre braucht, ist hier absolut richtig.

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  • Nicht so stark wie erwartet

    Der Vater des Attentäters
    anushka

    anushka

    Der Arzt Paul Allen erfährt am heimischen Abendbrotstisch, dass sein ältester Sohn Daniel des Attentats auf den demokratischen Präsidentschaftskandidaten beschuldigt wird. In den kommenden Monaten versucht er, Daniels Unschuld zu beweisen und begibt sich dabei auf eine Reise, die Schritt für Schritt die letzten Monate seines Sohnes aufdeckt, während derer er allein einen Roadtrip durchs ganze Land unternahm. Und letztlich muss sich Paul der Wahrheit stellen und die Entscheidungen seines Sohnes akzeptieren. Ich weiß auch nicht, was ich genau erwartet hatte. Ich fand dieses Buch zwischenzeitlich recht zäh. Interessant fand ich dagegen die Schilderung zahlreicher, teils historischer, Attentate und was man über die einzelnen Täter weiß.  Auch Daniels Entwicklung und Abstieg sind gut nachgezeichnet und sowohl aus Pauls Ich-Perspektive als auch einer neutralen Perspektive erzählt, die Daniel auf seiner Reise schildert. Der Sprachstil hat mich irritiert, da er einerseits anspruchsvoll und philosophisch ist, andererseits in kleinen Momenten aber auch manchmal vulgär wird. In seiner Unausweichlichkeit und Trostlosigkeit ob des Verlustes des eigenen Kindes, dem Paul entgegen seiner lang gehegten Wahrnehmung schon lange kein "guter Vater" mehr war, hat mich das Buch traurig gemacht, aber auch frustriert, da ich das Gefühl hatte, zusammen mit dem Buch ziellos auf irgendein Ende zuzusteuern. Das Ende konnte mich dann dementsprechend auch nicht so richtig überzeugen und zufriedenstellen. Gleichzeitig war ich darüber irritiert, welch ein "Aufstand" darum gemacht wurde, dass hier ein einzelner, aber sehr bekannter Mensch getötet wurde, ohne dies ins Verhältnis zu anderen Morden zu setzen oder überhaupt zu thematisieren. Jemand, der einen Politiker tötet, wird quasi als Staatsfeind betrachtet, bei dem die Todesstrafe unumgänglich ist. Mir ist dieser Umstand beim Lesen aufgestoßen, weil man hier bzw. in der amerikanischen Gesellschaft scheinbar die Leben von Menschen unterschiedlich gewichtet und das Attentat auf einen politischen Star geradezu zu einer Hysterie führt. Insgesamt bin ich von diesem Buch enttäuscht, denn ich hatte irgendetwas anderes erwartet und ich hatte auch erwartet, dass dieses Buch stärker ist und mich in seinen Bann zieht. Der sehr distanzierte und analytische Stil mit seinen ewigen medizinischen Vergleichen konnte mich jedoch nicht wirklich fesseln.

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    • 5
  • Ein grandioses und erschütterndes Buch

    Der Vater des Attentäters
    LiebezuBuechern

    LiebezuBuechern

    Auf den demokratischen Präsidentschaftskandidaten der USA wird ein Attentat verübt. Sprachlos verfolgt der Arzt Paul Allen die Berichterstattung im Fernsehen, als plötzlich an der Tür die Polizei klingelt. Verdächtigt ist sein eigener Sohn. Doch wie kann das sein? Paul setzt alles daran die Unschuld seines Sohnes Daniel zu beweisen. Von Vorwürfen geplagt, die Erziehung seines Kindes vernachlässigt zu haben, deckt er einige Ungereimtheiten auf. Ist Daniel das Opfer eine Verschwörung? Als er zum Tod verurteilt wird, setzt Allen alles auf eine Karte. Ein intelligenter psychologischer Roman über den Kampf eines Einzelnen gegen staatliche Macht, um Schuld und die Verfehlungen in der Vergangenheit. Kann es etwas Schlimmeres geben, als das was Paul Allen passiert? Er sitzt mit seiner Familie beim Abendessen, verfolgt die Berichterstattung über einen Anschlag auf den Präsidentschaftskandidaten und erblickt seinen Sohn. Kurz darauf klingelt die Polizei und die Welt ist nicht mehr dieselbe, wie zuvor. Wenn mein Sohn der Täter gewesen war, verstand ich die Welt nicht mehr, in der ich lebte. Und wollte auch nicht mehr in ihr Leben. [...] Aber wer ist der wahre Tyrann, wenn nicht der mit der Waffe? (S. 174) In den nun folgenden Monaten versucht der Rheumatologe Allen, die Unschuld seines Sohnes zu beweisen. Niemals kann dieser Mensch, der bei allen so beliebt war und als gutmütig galt, so eine Tat begannen haben. Er stellt Nachforschungen an, verfolgt den Weg seines Sohnes zurück und muss damit auch einigen Wahrheiten ins Gesicht schauen. Dass Noah Hawley vor allem als Drehbuchautor arbeitet, merkt man seinem Buch an. Bereits ab der ersten Seite vermag er den Leser mit seinen Worten zu fesseln und so verfolgt man diesen erschütternden und grandiosen Roman und möchte ihn nur noch ungern zur Seite legen. Der Autor führt uns in die Gedankenwelt von Paul und seinem Sohn Daniel und lässt uns an deren Leben und Handeln teilhaben. Die Zeichnung der Charaktere ist ihm dabei ausnehmend gut gelungen. Auch sein Schreibstil konnte überzeugen. Erzählt wird die Geschichte sowohl aus der Perspektive des Vaters, als auch des Sohnes. Daniels Eltern trennten sich in seiner frühesten Kindheit und lebten weit voneinander entfernt. Seine Ferien verbrachte er im Flugzeug um seinen Vater zu besuchen, seine Mutter musste sich alleine um seine Erziehung kümmern. Paul hinterfrägt jetzt immer wieder sein Verhalten. Hat die fehlende Vaterfigur seinen Sohn so weit verändert, dass er deswegen zu dieser Tat fähig ist? Tragen die Familienverhältnisse Mitschuld an der Situation? Absolut ergreifend, wie Noah Hawley es schafft Gedanken und Gefühle zu vermitteln, als schaue der Leser gerade tatsächlich einen Film. Ganz oft habe ich mich nämlich genauso gefühlt. Familienbande entstehen nicht durch die Vermittlung von Informationen, sie entwickeln sich durch gemeinsam Erlebtes, sind das Ergebnis von Töpfchentraining mal Kinderkrankheiten, von Nächten im selben Bett mal Auf-geschürfte-Knie-auf-dem-Spielplatz-Küssen. Es geht für Kinder weniger um Wissen, sondern schlicht um Nähe. (S.283) Man sucht immer wieder das Unerklärliche, will einen Grund finden, der es entweder rechtfertigt oder Daniel entlastet. Es gibt kein Wort, das überflüssig wäre, kein Wort zu viel. Alle Fragmente setzen sich am Ende zu einer kompletten und tragischen Geschichte zusammen, die den Leser ganz sicher erschüttert und bestimmt auch überrascht zurück lässt. Interessant war es auch, wie der Autor immer wieder Geschichten von wirklichen Attentätern der amerikanischen Geschichte mit einfließen lies und damit Parallelen zur Geschichte zog. Fazit: Ein Buch, das man schlecht mit Worten beschreiben kann und das man stattdessen einfach selbst lesen muss. Noah Hawley ist auf jeden Fall ein grandioses und erschütterndes Werk gelungen, das von der ersten Seite an fesselt und mit seinen Protagonisten zu überzeugen weiß. Unbedingt lesen!

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    • 3
    LiebezuBuechern

    LiebezuBuechern

    06. March 2014 um 22:47
  • Wolf oder Schaf?

    Der Vater des Attentäters
    SA-M-T

    SA-M-T

    09. February 2014 um 23:19

    Als der Rheumatologe Paul Allen an einem Donnerstag Abend mit seiner zweiten Frau und seinen beiden Söhnen zu Abend isst, kann er nicht glauben, was er plötzlich im Augenwinkel auf dem Fernseher zu sehen bekommt. Gerade eben war der Präsidentschaftskandidat der Demokraten – die größte Hoffnung Amerikas – von einem Attentäter getötet worden … von Daniel Allen, seinem Sohn aus erster Ehe. In den darauf folgenden Monaten versucht er verzweifelt die Unschuld seine Sohnes zu beweisen, bis dieser sich vor Gericht für schuldig erklärt. Die Todesstrafe ist die Folge, Daniel verschwindet im Hochsicherheitstrakt eine Gefängnisses. Schritt für Schritt begibt sich Dannys Vater nur auf eine Reise in die Vergangenheit, um die letzten eineinhalb Jahre zu rekonstruieren. Und Seite für Seite liest man sich als Leser immer näher an die unvermeidliche Erkenntnis. Noah Hawleys Buch ist ein hochspannendes Drama um die Beziehung zwischen Vater und Sohn und den verzweifelten Versuch, jenen Punkt zu finden, der nicht ins Bild passt. Geschickt verwebt er dabei das analytische Denken des Vaters, seine akribische Vorgehensweise, die er berufbedingt beherrscht mit dem vermeintlichen Tat des Sohnes, die sich keiner so richtig erklären kann. Wie konnte aus einem aufgeweckten, fröhlichen jungen Mann ein Mörder werden? Sehr spannende Geschichte mit vielen Parallelen zu echten Attentätern der amerikanischen Geschichte!

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