Noah Sow Deutschland Schwarz Weiß

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Inhaltsangabe zu „Deutschland Schwarz Weiß“ von Noah Sow

Eine Streitschrift, die eingefahrene Denkmuster aufbrechen will Wir sind mit den vielfältigsten Rassismen aufgewachsen: Wir spielten im Kindergarten „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“, sangen „Zehn kleine Negerlein“ und finden es normal, dass uns im Schuhgeschäft ein schwarzer Diener aus Porzellan begrüßt. Wenn wir gefragt werden, sind wir natürlich gegen Rassismus. Rassismus zu bekämpfen heißt jedoch, ihn zunächst zu verstehen. Dazu müssen wir lieb gewonnene Vorstellungen und „Gewissheiten“ hinterfragen. Vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrung mit Antirassismus-Arbeit legt Noah Sow den Finger in die Wunde des unbewussten Rassismus und sorgt für jede Menge erkenntnisfördernder Stolpersteine. Das Buch ist ein Angebot für mehr Fairness und Normalität.

Noah Sow konfrontiert ihre Leser mit weit verbreiteten Vorstellungen und hilft dabei so einige alte Denkmuster zu durchbrechen.

— wortkulisse

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  • Deutschland Schwarz Weiß - Noah Sow

    Deutschland Schwarz Weiß

    wortkulisse

    19. April 2017 um 17:57

    Dieses Semester habe ich ein Blockseminar „Migrationspolitik der EU“ besucht. Es war unheimlich interessant, auch wenn ich im Grunde gar nichts über die Migrationspolitik der Europäischen Union, aber dafür umso mehr über Afrika und Rassismus gelernt habe. Unser Dozent war mehr darauf bedacht, uns für Dinge zu sensibilisieren und Aussagen viel mehr zu hinterfragen, als wir es in der Schule und leider auch im Studium gelehrt bekommen. Eines der Bücher, die er uns dabei vorgestellt hat, ist Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus von der deutschen Autorin, Aktivistin und Musikerin Noah Sow."Wir können nichts dafür, dass wir so viel rassistischen Unsinn beigebracht bekommen haben. Wir können ihn jetzt aber loswerden." – S. 39Sow schreibt in ihrem populärwissenschaftlichen Buch über den alltäglichen Rassismus in Deutschland und betont, dass Rassismus eben nicht erst mit gewalttätigen Übergriffen, sondern bereits bei geläufigen Redewendungen beginnt. Sie möchte ihre Leser – und dabei richtet sie das Buch insbesondere an Weiße – für den alltäglichen Rassismus sensibilisieren, der sich bereits in Begriffen wie Schwarzafrikaner oder Farbige verbirgt. Dabei geht Sow gerade zum Anfang des Buches schonungslos mit ihren Lesern um. Na klar, sie provoziert, aber sagt dabei viele kluge Dinge.Und tatsächlich habe ich mich sehr dagegen gesträubt, dass sie ihre Leser immer wieder als Weiße bezeichnet. Immerhin – ich möchte gar nicht bestreiten, dass ich weiß bin, das wäre zwecklos, zumal ich vermutlich zu den weißesten Kalkleisten gehöre, die es gibt – bin ich ein individueller Mensch und will mich nicht einfach so in eine Schublade stecken lassen. Aber genau damit sind Schwarze ihr Leben lang konfrontiert. Besonders hilfreich waren für mich die Begriffserklärungen, die Sow ihren Lesern an die Hand gibt: Was ist rassistisch? Was fremdenfeindlich? Wo liegt der Unterschied zum Rechtsextremismus? Und darf ich denn Schwarzer sagen? In diesem Feld Klarheit zu bekommen, war wichtig und hilfreich für mich."Viele weiße Menschen in Deutschland haben sich bisher gar nicht damit auseinandersgesetzt, dass sie Weiße sind, also auch zu einer besonderen gesellschaftlichen Gruppe gehören. Dass es dabei um Macht geht, bemerkt man eher, wenn man einer Gruppe angehört, die auf eine Art benannt wird, die für sie nicht akzeptabel ist. Fremddefinition ist auch Fremdbestimmung …" – S. 29Besonders berührend sind die Worte von Victoria B. Robinson, die in wenigen, aber beeindruckenden Worten ihre Erlebnisse mit dem innocent rassism skizziert. Ich habe diese zwei Seiten über Wochen hinweg immer und immer wieder gelesen. Ebenso interessant ist die Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte, über die ich bisher erschreckend wenig gewusst habe. Die britische oder die französische Kolonialgeschichte, ja, darüber weiß ich aus dem Geschichtsunterricht in der Schule noch ein bisschen was, aber die deutsche? Ehrlich gesagt, war mir bis vor kurzem noch nicht einmal klar, dass es so etwas wie eine deutsche Kolonialgeschichte gibt. Anschließend sammelt die Autorin in Fließarbeit unzählige aktuelle Beispiele, die den alltäglichen Rassismus in Deutschland verdeutlichen. Über Kindergeschichten, zu UNICEF-Werbung und Zeitungsartikeln, Comics und Wörterbucheinträgen.Und wenn Noah Sow über ihren Arztbesuch erzählt, bei dem ihr die Ärztin rotzfrech in die Haare greift und fragt, ob die denn wirklich echt seien, sie sei ja auch mehr so Cappuccino und nicht Schwarz…, versteht man spätestens, warum ihr Buch zeitweise so wütend, ja sogar polemisch wirkt."Die Auseinandersetzung mit Weißsein und gesellschaftlichen Privilegien kann Ihnen ermöglichen, viel über sich selbst zu lernen, und Ihnen Instrumente liefern, die Ihnen helfen, die Welt kritischer zu sehen und diskriminierungsfreier zu gestalten." – S. 274„Ein kluges, ein wichtiges Buch.“ schreibt der Stern und ich kann diesen kurzen Satz umstandslos unterschreiben. Noah Sow konfrontiert ihre Leser mit ihren Vorstellungen, die sie bisher vermutlich nie hinterfragt haben und hilft dabei so einige alte Denkmuster aufzubrechen. Und wenn wir uns innerlich dagegen sträuben, pauschal als Weiße betitelt zu werden, dann hat die Autorin ihr erstes Ziel schon erreicht.Mehr Rezensionen von mir findet ihr auf wortkulisse.net.

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  • Lebhaft, humorvoll, aufrüttelnd: Alltagsrassismus in Deutschland

    Deutschland Schwarz Weiß

    bibliophila93

    19. August 2016 um 17:07

    „Wir können nichts dafür, dass wir so viel rassistischen Unsinn beigebracht bekommen haben. Wir können ihn jetzt aber loswerden. Das bedeutet Arbeit und ist oft schmerzhaft und unbequem. Aber ich wünsche uns und den nächsten Generationen, dass diese Arbeit jetzt getan wird.“ Sachbücher, die über Rassismus ausklären gibt es zu Hauf. Doch das Buch, welches Noah Sow über des sogenannten Alltags-Rassismus geschrieben hat, unterscheidet sich insofern von der Masse, als dass es nicht mahnen den Zeigefinger hebt und alle "bösen weißen Deutschen" als niederträchtige Rassist_Innen darstellt. Das wäre auch zu einfach. Schließlich geht es der Autorin um den alltäglichen Rassismus. Um einen Rassismus, der von den meisten Menschen überhaupt nicht erst als solcher betrachtet wird. Mit ihren Ausführungen, die nicht selten mit einer gehörigen Prise Humor und Ironie gewürzt sind, schafft Noah Sow es, die Leserschaft wachzurütteln und dahingehend zu senisibilisieren, dass die ganz banale höflich gemeinte Frage "Ja, aber wo kommen Sie denn nun wirklich her?" möglicherweise ziemlich viel von dem offenbart, was die Autorin als unterbwussten (->alltäglichen) Rassismus bezeichnent. Damit geht einher, dass Sie niemandem böse Absichten unterstellt. Doch "Rassismus zu bekämpfen heißt zunächst einmal, ihn als solchen identifizieren zu müssen". Behutsam führt die Autorin die Leser_Innen an die Thematik heran und lässt einen so manche Floskel oder Annahme tiefer refelektieren. "Humorvoll lässt uns Sow eigenen Vorstellungen begegnen, die wir bisher nie hinterfragt haben, und gibt Anregungen, wie wir eingefahrene Denkmuster aufbrechen können. Ein aufrüttelndes Buch." Emotion

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  • Rezension zu "Deutschland Schwarz Weiß" von Noah Sow

    Deutschland Schwarz Weiß

    Marcus_Krug

    18. April 2012 um 15:28

    Neulich im Buchladen, ich war ganz verdutzt, als ich da zwischen den Bücherregalen einen Schwarzen entdeckte - als Kunden! Ich verrate jetzt nicht, was mich da assoziationstechnisch geritten hat. Nur soviel, das hier besprochene Buch "Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus" sollte mir helfen, es bewusst zu machen und zu verstehen. Es geht hier nicht um Neonazis und deren rassistisch motivierte Gewalttaten, sondern um den alltäglichen Wahnsinn, den unbewussten aber immer als solchen erkennbaren Rassismus, den jeder weiße Deutsche gebraucht, weil er eben so sozialisiert wurde. Dieses Buch ist "Entwicklungshilfe" für den weißen Deutschen und hilft diesen Rassismus im Alltag zu erkennen. Dazu beginnt die Autorin mit einem historischen Überblick über Schwarze und deren Schicksal mit und in Deutschland. Kolonien, Nazizeit bis heute. Darauf aufbauend folgen Kapitel zu rassistische Sprache im Alltag und in den verschiedensten Medien. Mittels kleiner Exkurse führt Noah Sow dem weißen Deutschen vor Augen, was im Alltag alles "schief geht" und natürlich wie schwarze Deutsche die Diskriminierung im Alltag wahrnehmen. Das ist mitunter lustig bis schockierend. Das Erschreckende dabei ist, wie wenig man sich als weißer Deutscher darüber bewusst ist, was man so den lieben langen Tag vor diesem Hintergrund unreflektiert von sich gibt! Man spürt die Wut der Autorin über diesen diskriminierenden Wahnsinn in jeder Zeile. Man kann nicht anders als bei all dem offenen und subtilen Rassismus, der uns umgibt und an dem wir teilhaben, diese Empörung nachzuvollziehen. Aber hier krankt auch das Buch etwas, nämlich dann, wenn das Geschriebene in eine Abrechnung mit den weißen Deutschen abgleitet, wenn es zu polemisch wird. Dann nämlich wird dieses notwenige Buch, das wachrütteln soll, zur Retourkutsche. Dann fängt es an, diese Diskriminierung auf die gleiche Weise zurückzuzahlen und das tut diesem wichtigen Beitrag nicht gut! Aber nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch nur mit Nachdruck empfehlen!

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  • Rezension zu "Deutschland Schwarz Weiß" von Noah Sow

    Deutschland Schwarz Weiß

    Petruscha

    27. January 2010 um 10:02

    Erster Teil war recherchiert und interessant, aber dann kommt viel Selbstmitleid, das Nachsicht gegenüber anderen und Erfahrungen anderer ausschließt. Es geht um Noah - nicht um die Sache. Schade. Denn hätte N.S. nicht die journalistische Methode des Schrotflintenargumentierens gewählt, in der ein paar Argumente treffen und richtig sitzen, aber viele eben auch daneben gehen, hätte sie ein wirklich gutes und zeitsoses Essay schreiben können.

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