Noam Chomsky Requiem für den amerikanischen Traum

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Inhaltsangabe zu „Requiem für den amerikanischen Traum“ von Noam Chomsky

Noam Chomsky ist der einflussreichste Intellektuelle der Vereinigten Staaten und in seinem neuen Buch befasst er sich erstmals umfassend mit dem großen Thema unserer Zeit: der sozialen Ungleichheit.
Anhand von zehn Prinzipien zur Konzentration von Reichtum und Macht und mithilfe zahlreicher historischer Texte der amerikanischen Geschichte erklärt Noam Chomsky, wie der amerikanische Traum – dass jeder es mit harter Arbeit zu etwas bringen kann – in den letzten Jahrzehnten beerdigt und ein System nie da gewesener sozialer Ungleichheit errichtet wurde, von dem letztlich nur einige wenige profitieren.
Requiem für den amerikanischen Traum macht die Breite und Tiefe von Noam Chomskys Denken zugänglich wie kein anderes seiner Bücher und verdeutlicht seine politischen Ideen mit einer beispiellosen Direktheit. Die Pflichtlektüre für alle, die noch Hoffnung auf eine gemeinsame, demokratische Gestaltung unserer Zukunft haben.

Ein klarer, kalter, geduldiger Blick auf die ökonomischen Tatsachen des Lebens und eine scharfsinnige, entlarvende Untersuchung.

— JulesBarrois

Ein großartiges Buch, dass den Zerfall Amerikas und der westlichen Gesellschaften beleuchtet.

— Trishen77

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  • Scharfsinnige und entlarvende Analyse des Neo-Liberalismus

    Requiem für den amerikanischen Traum

    JulesBarrois

    26. September 2017 um 07:50

    Requiem für den amerikanischen Traum - Noam Chomsky (Autor), Gabriele Gockel (Übersetzerin), Thomas Wollermann (Übersetzer), 192 Seiten, Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 1 (30. August 2017), 20 €, ISBN-13: 978-3956142017   Noam Chomsky ist Linguistik-Professor der M.I.T. und seit sechs Jahrzehnten ein führender linker politischer Analytiker, Kritiker und Schriftsteller. Einkommens- und Vermögensunterschiede in den USA (aber ähnlich auch in Deutschland) sind kein neues Thema. Dennoch scheint das Buch des berühmten Aktivisten frischer als jeder andere Titel zu diesem Thema. Das Buch basiert auf dem gleichnamigen Dokumentarfilm und ist eine Zusammenstellung von Interviews, die die Regisseure des Films mit Chomsky von 2011 bis 2016 durchgeführt haben. Chomsky beobachtet die heutigen Vereinigten Staaten mit einer so zugespitzten Klarheit, dass die Leser meinen könnten, dass sie vertrautes Terrain zum ersten Mal beträten. Chomsky bietet 10 grundsätzlich Formeln an, nach denen die plutokratischen Interessen funktionieren. Es sind die Grundprinzipien des Neoliberalismus, dieser absurden Idee, dass die Märkte alle Aspekte der menschlichen Gesellschaft diktieren sollten. Er zerlegt die katastrophalen Konsequenzen dieser Ideologie für unsere Gesellschaft, Kultur und Politik. Er erklärt, wie die Konzerne die Öffentlichkeit, die Wissenschaft und die Massenmedien indoktrinierten, um sie für ein Projekt zu gewinnen, das das Leben von Arbeitern und Frauen verwüstet und das Gemeinwohl auslöscht. Jedes Versprechen der Befürworter des Neoliberalismus ist eine Lüge. Es ist ein Werkzeug, um den größten Transfer von Reichtum nach oben in der amerikanischen Geschichte durchzuführen, während es Lohn- und Nutzenreduktionen schafft und Arbeiter verarmen lässt. Es zerstört demokratische Institutionen. Es nutzt Handelsabkommen, um Steuerhinterziehungen zu ermöglichen. Es fördert, ja, es schafft geradezu pro-faschistische Bewegungen im In- und Ausland. Seine Macht, seine eigenen Gesetze und Vorschriften haben schließlich ein Mafia-Wirtschaftssystem und ein Mafia-politisches System geschaffen, das im Aufstieg zur Macht des Demagogen Donald Trump deutlich wird. Noma Chomsky wirft ein klares, kaltes, geduldiges Auge auf die ökonomischen Tatsachen des Lebens und legt eine scharfsinnige und entlarvende Untersuchung der Kräfte vor, die die Ungleichheit in Amerika vorantreiben. Und nicht nur die in Amerika Seine kühne und kompromisslose Vision, seine Perspektive auf die ökonomische Realität und ihre Auswirkungen auf unser politisches und moralisches Wohlergehen sind unbedingt lesenswert.   Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Antje Kunstmann Verlages http://www.kunstmann.de/titel-1-1/requiem_fuer_den_amerikanischen_traum-1286/

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  • Der Fall Amerika(s)

    Requiem für den amerikanischen Traum

    Trishen77

    18. September 2017 um 12:42

    “Wer nach Europa, Japan oder selbst China reist, dem fällt bei seiner Rückkehr sofort auf, dass sich die USA im Verfall befinden, und er hat oft das Gefühl, in ein Land der sogenannten dritten Welt zurückzukehren. Die Infrastruktur ist marode, das Gesundheitssystem ist völlig zerrüttet, das Bildungssystem liegt in Trümmern, nichts funktioniert, und all das in einem Land, das über unglaubliche Mittel verfügt.” Der amerikanische Traum ist eines der großen Narrative des 20. Jahrhunderts. Vor allem in der Filmwelt Hollywoods, aber auch in vielen anderen Medien, fest verankert in den Vorstellungswelten, die sich um das Wesen der Vereinigten Staaten von Amerika drehen. Aber dieser Traum ist nicht nur ein Narrativ, ein Mythos – für die Amerikaner*innen war er lange Zeit ein Versprechen, eine Art von Gewissheit. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man diese neue Denkschrift von Noam Chomsky liest; man sollte den Titel wörtlich nehmen. Das hier ist ein Requiem, ein Rückblick auf eine Idee, die Europäer*innen vielleicht zu begreifen glauben, deren Tragweite sie aber vermutlich unterschätzen, weil sie für die meisten von Ihnen etwas klischiertes, abgedroschenes hat, die Qualität eines Kalenderspruchs, einer Phrase. Nicht so in den USA, wo lange an der Unsterblichkeit dieses Versprechens festgehalten wurde. “Aber inzwischen wissen wir einfach, dass das [Versprechen von schnellem Aufstieg und unbegrenzten Möglichkeiten, der amerikanische Traum] nicht mehr gilt. Die soziale Mobilität in den USA ist geringer als in Europa. Doch der Traum, genährt durch Propaganda, besteht fort. Er ist Bestandteil sämtlicher politischer Reden: Wählt mich, wir lassen den Traum wiederaufleben.” Mittlerweile müssen die meisten Amerikaner*innen der Mittelschicht zwei Jobs machen, haben kaum Aussicht auf Unterstützungen von Seiten des Staates und wenn sie nicht wohlhabend sind, können ihre Kinder keine guten weiterführenden Schulen besuchen. Der amerikanische Traum ist zu einem Alptraum geworden. Wie konnte es soweit kommen? Es gibt einfache Antworten darauf. Chomsky führt die Entwicklungen, die zu den heutigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen geführt haben, in zehn Punkten aus. Was dabei herauskommt: ein 10-Punkte Plan zur Kontrolle einer Gesellschafft, die nicht mehr demokratisch ist, sondern im Prinzip aristokratisch-plutokratisch. Die Verantwortlichen, die diesen Plan umsetzten, sind schnell gefunden: es sind die „Herren der Welt“, ein Zitat von Adam Smith, den frühen Wirtschaftstheoretiker. Thinktanks, Superreiche, große Unternehmen, neoliberale Organisationen und Einrichtungen, Lobbyist*innen und die Politiker*innen, die sich von ihnen die Wahlen bezahlen lassen. Zusammengefasst: Menschen, die sich seit den 70er Jahren die Welt so gemacht haben, widdewidde wie sie ihnen gefällt. Und dabei die amerikanische Gesellschaft in den Abgrund führten, der sie heute sind. Chomsky ist weit davon entfernt die amerikanische Gesellschaft generell zu verherrlichen. So schreibt er früh: “Die USA waren eine koloniale Siedlergesellschaft – die brutalste Form des Imperialismus. Man muss schon darüber hinwegsehen, dass man deshalb reicher wurde und ein immer freieres Leben führte, weil die indigene Bevölkerung dezimiert wurde – die erste schwere Ursünde der amerikanischen Gesellschaft; und weil ein anderer Teil der Bevölkerung aus herbeigeschafften Sklaven bestand – die zweite schwere Sünde.” Dennoch gibt es für ihn so etwas wie ein besseres Zeitalter: die 30er und 40er Jahre und die davon profitierenden 50er und 60er Jahre, die Zeiten von New Deal und der organsierten Interessensvertretung bei Minderheiten und Arbeiter*innen. Die Bürgerrechtsbewegung der afroamerikanischen Bevölkerungsteile, die Gewerkschaftserrungenschaften, die sozialen Einrichtungen – viele Dinge schienen sich zum Positiven zu entwickeln. Nie wieder danach gab es in den USA eine so breite Agitation für bessere, egalitäre Bedingungen. Mit Franklin Delano Roosevelt saß in den 30er und frühen 40ern eine offene Regierung im Weißen Haus. Chomsky schreibt dazu: “Franklin Delano Roosevelt zeigte sich für progressive Gesetze zugunsten der Allgemeinbevölkerung ziemlich aufgeschlossen, aber er musste sie auch irgendwie durchbringen. Also ließ er die Arbeiterführer und andere Verantwortliche wissen: “Zwingt mich dazu. Wenn ihr es schafft, mich dazu zu zwingen, dann bin ich mit dem größten Vergnügen dabei.” Das hieß: geht auf die Straße und demonstriert, organisiert, protestiert, bringt die Arbeiterbewegung voran, streikt und so weiter. Ist der Druck der Bevölkerung groß genug, kann ich die Gesetze machen, die ihr wollt.” Bei deutschen Leser*innen könnten an dieser Stelle unschöne Pegida-Assoziationen aufkommen (wobei die ja nicht progressiv eingestellt sind) und sicher könnte man die Roosevelt-Regierung auch kritischer sehen als Chomsky es in diesem Buch tut. Aber es geht nicht um Roosevelt, es geht darum, was schiefgelaufen ist in den letzten vier Jahrzehnten, wie die Errungenschaften umgewandelt, zurückgenommen und zerschlagen werden konnten. Stück für Stück, unter Berufung auf exemplarische historische und literarische Quellen (die im Anhang jedes Kapitels nach einmal nachgelesen werden können) zeigt Chomsky die verschiedenen Bereiche auf, in denen sich die Zerschlagung des amerikanischen Traums wirkungsvoll darstellen lässt. Seine Herangehensweise ist dabei immer wieder unterschiedlich, aber von bestechender Klar- und Knappheit, wobei sich manchmal leicht dramatische Gesten einschleichen; und es sind nicht gerade lasche Geschütze, die er auffährt. Manchmal wirkt das, als würde er übertreiben, aber er kann glaubhaft vermitteln, dass er das nicht tut. “Am 8. November 2016 fand im mächtigsten Land der Erde, das allem, was die Zukunft bringt, seinen Stempel aufdrücken wird, eine Wahl statt. Das Resultat legte die gesamte Regierungskontrolle – Exekutive, Kongress, Oberster Gerichtshof – in die Hände der Republikanischen Partei, die die gefährlichste Organisation der Weltgeschichte geworden ist. […] Ist das eine Übertreibung? Schauen wir uns einfach an, was wir gerade erlebt haben. Der siegreiche Präsidentschaftskandidat fordert einen raschen Ausbau der Nutzung fossiler Brennstoffe, Deregulierungen, ein Ende der Unterstützung von Entwicklungsländern, die sich um eine nachhaltige Energieversorgung bemühen. Ganz allgemein gesagt: Er sorgt dafür, dass wir mit Vollgas auf den Abgrund zurasen.” Das Buch wurde für US-Amerikaner*innen geschrieben, es verhandelt ein tiefamerikanisches Thema und die erschreckende US-amerikanische Wirklichkeit; es ist eine Geschichtsstunde, ein Versuch einfacher und klarer Aufklärungsarbeit. Den deutschen Leser*innen ermöglichst es einen kurzen Einblick in die amerikanische Seele – und einen Ausblick auf das, was auf uns zukommt, wenn wir nicht aufpassen. Volker Pispers sagte einmal, dass die USA neoliberaler Kapitalismus im Endstadium sind. Sehr viel anders fällt die Diagnose von Chomsky nicht aus, nur dass er minuziöser die Gründe dafür aufschlüsselt. Und die zentralen, regressiven Entwicklungen, die er umreißt, haben auch hier bei uns in Deutschland längst Fahrt aufgenommen: auch hier wird der soziale Sektor abgebaut, die Unternehmen werden hofiert, die Verhältnisse bei den Löhnen fangen an prekär zu werden und es wird nichts dagegen getan. Das Buch „Kein Wohlstand für alle!?“ von Ulrich Schneider ist zu diesem Thema eine empfehlenswerte Lektüre. „Politik ist der Schatten, den die Großindustrie auf die Gesellschaft wirft“, hat der Sozialphilosoph John Dewey gesagt (Chomsky zitiert ihn). Was eigentlich nur ein zynischer Spruch sein sollte, ist mittlerweile, in aller Kürze, eine ziemlich genaue Diagnose der Lage in den USA, wie Chomsky sie ausbreitet und belegt. Aber, und auch wenn er das nur unter Vorbehalt und vor dem Hintergrund unheilverkündender Szenarien tut, Chomsky weist hier und da auf die weiterhin bestehenden Möglichkeiten hin, wie diese Gesellschaft wieder umgebaut werden kann. Möglich ist das seiner Meinung nach in den USA nicht mithilfe einer der beiden etablierten Parteien, sondern durch eine dritten Partei, die die Bevölkerung selbst darstellt. “Wenn man eine dritte, unabhängige Partei will, muss man ständig aktiv sein – das System von den Schulkommissionen über die Stadträte, die Abgeordneten in den Bundesstaaten bis hinauf zum Kongress umkrempeln. Manche Leute haben das längst begriffen, vor allem die am rechten Rand.” Hier gilt Chomskys Hinweis auch für Europa, auch für Deutschland; denn auch in unseren Gesellschaften ist es vor allem der rechte Rand, der sich demonstrativ organisiert und immer mehr dabei ist, die Diskussion zu bestimmen. Was Chomsky schreibt, ist ein Requiem, der Abgesang eines Mannes von beinahe 90 Jahren und mitunter fragt man sich bei der Lektüre wohl das gleiche wie er: Wie konnte es soweit kommen? Wann haben wir nicht aufgepasst? Wann hätten wir etwas tun können? Soweit ist es in Europa, ist es in Deutschland noch nicht. Aber gerade jetzt wird nicht aufgepasst, gerade jetzt wird wenig getan. Daran erinnert uns Chomskys Buch, genauso wie es uns eine Lehrstunde in amerikanischer Geschichte erteilt; eine Geschichte, die so glorreich erscheint auf den Fernsehschirmen und so bitter und entzaubert ist in Wirklichkeit.

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