Noelle Stevensons

 4.6 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Nimona.

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Nimona

Nimona

 (10)
Erschienen am 01.11.2016

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klaudia96s avatar

Rezension zu "Nimona" von Noelle Stevensons

Zwischen Drachen und Laserstrahlen ...
klaudia96vor 8 Monaten

Inhalt

Wie jeder Superheld braucht auch jeder Superschurke einen Sidekick. Zumindest versucht Nimona, eine Gestaltwandlerin, das Ballister Blackheart klarzumachen. Dabei will der Bösewicht nichts als seine Ruhe – und was soll er überhaupt mit einem Kind anfangen? Schnell stellt sich heraus, dass Nimona nicht so einfach lockerlässt, und bevor Blackheart weiß, wie ihm geschieht, verschwimmen mit der Hilfe seines neuen Sidekicks die Grenzen zwischen Gut und Böse …

Meine Bewertung

Dieser Comic ist Hai-tastisch! (Ja, das war ein schlechter Pun.) „Nimona“ stand schon seit einigen Monaten auf meiner Wunschliste, und da ich eine Bestellung aufstocken musste, habe ich mir diesen Comic gegönnt. Eigentlich wusste ich anfangs recht wenig drüber, den Klappentext hatte ich mal knapp überflogen, nachdem ich von einer Bloggerin den Tipp zu diesem Comic bekam. Aber recht schnell habe ich mich in die Figuren verliebt und vor allem in den trockenen Humor, der die gesamte Geschichte durchzieht.

Nimona, unsere Protagonistin, will ein Sidekick werden. Aber nicht einfach irgendein Sidekick: Der Schurke Ballister Blackheart hat es ihr angetan. Blackheart kann anfangs nicht so richtig was mit seinem neuen Sidekick anfangen (Sie ist ja noch ein Kind! Und Kinder sind so anstrengend! Und Nimona ist so viel mörderischer veranlagt als er!), aber das ändert sich mit der Zeit. Ich fand die Beziehung zwischen diesen Charakteren unglaublich gut gemacht, denn Blackheart sieht sich bald auch in der Verantwortung, für Nimona zu sorgen. Da spielt auch ihre Hintergrundgeschichte eine große Rolle, die er erst im Laufe der Zeit aufdeckt. Trotzdem sind die Gespräche zwischen den beiden unglaublich unterhaltsam und ich habe oft vor mich hingekichert, wenn ihre unterschiedlichen Mentalitäten aufeinandergeprallt sind.

Auch die restlichen Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet, seien das nun Goldenloin, der edle Ritter in goldener Rüstung, der Blackheart das Leben schwer macht, während die beiden auch eine besondere Vorgeschichte verbindet, oder die verrückte Wissenschaftlerin, die sich nicht wirklich um Rangkämpfe schert – sie alle hatten coole Hintergrundgeschichten, viele Facetten und haben sich stimmig in die Handlung eingefügt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ein Charakter da war, um einfach nur da zu sein. Zudem hat dieser Comic geschafft, was ich seit Ewigkeiten predige: Wir haben hier Figuren mit körperlichen Behinderungen, von Heterosexualität abweichenden Beziehungen und Mädchen, deren Figuren nicht den Schönheitsstandards der Gesellschaft entsprechen. Und das alles in einem Fantasy-Setting und so gut aufgegriffen, ohne großes Trara drum machen zu müssen, dass man merkt, die Autorin hat begriffen: Das sind ja auch nur alles normale Menschen! (Abgesehen von Nimona mit ihren Fähigkeiten, aber hey, das ist ein anderes Thema.)

Außerdem: Worldbuilding! Mittelalterliches Setting, gepaart mit Wissenschaft und Laboren und Laserstrahlen und Zauberei. Science meets Dragons – ja, das passt perfekt. Der Zeichenstil hat wundervoll zu den Charakteren und der Welt gepasst, ich habe ein richtiges Faible dafür entwickelt. Und ich liebe die Farben! Und die Darstellung von Bewegungen und Stimmungen und die ganzen versteckten Symbole im Comic … Hach, ich könnte noch ewig schwärmen. Denn mal ehrlich: Über 250 Seiten waren mir nicht genug. Die Entwicklungen in der Storyline, das Aufheben von Genregrenzen und Klischees, Nimonas Vorgeschichte und wie diese weiterentwickelt wird, die ganzen Intrigen und Geheimnisse und die tollen, ambivalenten Beziehungen zwischen den Figuren: Ich. Will. Mehr.

„Nimona“ ist vollkommen zurecht ein Comic, der schon für etliche Preise nominiert und auch ausgezeichnet wurde. Noelle Stevenson hat eine bunte, vielfältige Welt geschaffen, in der Gut und Böse auf unterschiedlichste Art zusammenprallen, in der man sich immer wieder neu verlieren kann und die auch den Leser miträtseln lässt. Wenn ihr noch Zweifel habt: Schmeißt sie beiseite und lest „Nimona“. Ich habe es zumindest nicht bereut.

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liberiariums avatar

Rezension zu "Nimona" von Noelle Stevensons

Großes Kino!
liberiariumvor 2 Jahren

PLOT
Was wäre ein Königreich ohne einen Bösewicht, der Angst und Schrecken über das Land bringt? Nichts – findet zumindest Nimona, die unbedingt der Sidekick des Schurken Ballister Blackheart werden will. Die Teenagerin ist stürmisch und voller Tatendrang, Böses zu tun. Anfänglich belächelt Blackheart Nimonas Bemühungen, seiner Organisation beizutreten, doch als er erfährt, dass Nimona auch eine Gestaltwandlerin ist, glaubt er, diese Fähigkeit für seine Pläne nutzen zu können und stellt das Mädchen ein. Gemeinsam hecken sie gar schreckliche Feldzüge aus und geraten auf diese Weise immer mehr in das Fadenkreuz der Ordnungshüter des Landes. Aber Nimona scheint immer gemeinere Pläne zu schmieden, was Blackheart stutzig macht: ist sie vielleicht nicht die, die sie vorgibt zu sein? Und woher kommen überhaupt ihre erstaunlichen Fähigkeiten?


MEINUNG
Ich bin im VERLAGSPROGRAMM von Splitter das erste Mal auf Nimona gestoßen. Das Cover und der Zeichenstil haben mich gleich angesprochen und als ich las, dass es sich um ein Mädchen handelt, das unbedingt Sidekick eines Oberschurken werden will, war ich Feuer und Flamme! 

Noelle Stevenson ist die Illustratorin der beliebten Lumberjanes-Reihe und hat für Rainbow Rowells Roman Fangirl das Cover gestaltet. Ihr prägnanter Stil kam mir daher bereits bekannt vor. Ihre Strichführung scheint wie aus dem Ärmel geschüttelt, ganz leicht und unbeschwert. Die Figuren sind stark vereinfacht, sodass man die Charaktere hervorragend voneinander unterscheiden kann. Durch die Reduzierung wirkte auf mich alles irgendwie niedlich, was mir alleine schon durch den Kontrast zu der Darstellung der Bösewichte gut gefiel. Die Figuren stehen in Nimona schließlich auch ganz klar im Vordergrund, sodass Hintergründe in den Panels meist eher einfarbig gestaltet sind. 

In die Figuren kann man sich eigentlich nur verlieben. Nicht nur dank des Zeichenstils, sondern weil die Charaktere alle viel mehr hergeben, als es offensichtlich ist. Sie alle haben eine Hintergrundgeschichte, die beim Lesen erst aufgedeckt wird. So kann sich der Spieß schnell drehen, aus Spaß wird dann Ernst.
Die Titelfigur Nimona hat sich von Null auf Hundert gleich in mein Herz geschlichen. Sie ist keck, scheut keinem fiesen Plan und macht das, worauf sie Lust hat. So ändert sich auch ihre punkige Frisur je nach Laune. Eigensinnig und frech nutzt sie ihre Fähigkeit, eine Gestaltwandlerin zu sein, nicht immer zu einem besonderen Zweck. Mal verwandelt sie sich auch einfach in einen Hai, um jemanden zu erschrecken. Nimona nimmt nicht immer alles so ernst, was ihr eine gewisse Leichtigkeit gibt. Trotz alldem wirkt sie nicht naiv, sondern eher geheimnisvoll. Das hängt auch mit ihrer Vergangenheit zusammen, die der Comic näher erläutert.
Blackheart ist Nimonas großes Vorbild, weswegen sie sich bei ihm als Sidekick bewirbt. Der Schurke ist im Land in Ungnade gefallen, doch so richtig böse scheint Blackheart eigentlich gar nicht. Im Gegensatz zu seinem Sidekick ist er gewissenhaft und feilt Pläne erst einmal aus, sodass er sich hervorragend zu der stürmischen Nimona ergänzt.
Wo die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, steht auch immer ein großes Institut über allem. Das Institut für Strafverfolgung und Heldentum findet es gar nicht witzig, was Blackheart und sein Sidekick anstellen. Mitten im Trubel befindet sich auch Goldenloin, passenderweise ein Held mit goldenem Haar, der einem oft ein wenig verloren und inkonsequent vorkommt. Der Gegenspieler von Blackheart und Nimona kennt den Schurken aus seiner Vergangenheit – und die liefert ebenfalls ein paar Geheimnisse. 

In Nimona kreuzen sich die Genres. Durch Pferdeturniere, Märkte und Rüstungen bekommt man den Eindruck, es handle sich um einen High Fantasy Titel, doch immer wieder tauchen technische Geräte (beispielsweise große Monitore, brandgefährliche Sicherheitssysteme) auf, sodass die Grenzen von Altertum und Science Fiction überlappen. 
Genauso verhält es sich mit der Mischung aus Humor und Drama. Der Comic beginnt federleicht: die Kapitel sind kurz und knackig und es gibt viel zu Lachen. Je weiter man in die Geschichte eintaucht, desto tiefgründiger werden die Erzählstränge. Ich war erstaunt, wie ernst die Situation gegen Ende wurde und beeindruckt von dem abwechslungsreichen Spiel der Comedy-Elemente. Mal hielt ich mir den Bauch vor Lachen, mal war ich geschockt von einer unerwarteten Wendung.
Auf große Einzelseiten wird daher auch nicht viel Wert gelegt, der Fokus liegt eher auf der Dynamik der Panels. Je weiter man in die Geschichte hineinliest, umso spannender wird sie. Man verfolgt Panel für Panel mit schnellem Auge und ist froh über den illustrierten Minimalismus – da wären kleinste Detailzeichnungen sowieso untergegangen. 

Es gefiel mir insgesamt sehr gut, dass der Comic komplett koloriert wurde, denn die Farben unterstützen den Handlungsverlauf ungemein! Ich hatte den Eindruck, dass sich das Farbschema immer ganz um Nimonas aktuelle Haarfarbe konzentriert. Das Rot-Orange sticht zu Beginn hervor und wird von erdigen Tönen umgeben. Die Farben sind nie allzu grell, was beim Lesen sehr angenehm für mich war.


FAZIT
Nimona ist ein erfrischendes Comic-Spektakel! Ich habe es genossen, wie wunderbar harmonisch sich die Geschichte trotz vieler Gegensätze zusammenfügt. Obwohl mich anfänglich der Humor begeisterte, verschob sich mein Fokus schließlich auf die spannende Handlung. Die dynamischen Illustrationen sorgen dafür, dass man den Comic nicht mehr aus den Händen legen kann. Die niedlichen Figuren wachsen einem ans Herz, ohne dass sie es darauf anlegen. Ich war überrascht, wie gut mir der Titel schließlich gefiel und daher vergebe ich fünf von fünf Sterne für Nimona von Noelle Stevenson. 

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Janinasminds avatar

Rezension zu "Nimona" von Noelle Stevensons

Gestaltwandler! Bösewicht! Schwertkämpfe! Mysteriöse Krankheit! Chaos!
Janinasmindvor 2 Jahren

NIMONA ist meine allererste Graphic Novel! Da ich krank im Bett liege, wollte ich etwas lesen, das mich ein bisschen aufmuntert! Da-da-dum. Daraus wurde nichts. WER HAT DIESES BUCH ALS GLÜCKLICH BESCHRIEBEN? Zwischenzeitlich hat mich die Hintergrundgeschichte von Nimona so traurig gemacht, dass ich eine kleine Pause brauchte. Das heißt jedoch nicht, dass es nur traurig ist.

NIMONA ist außerdem: urkomisch, Pro-Freundschaft, Pro-Antihero und voll mit wunderschönen Zeichnungen. 


Der Zeichnungsstil hat mich vollkommen überzeugt, die jeweilige Farbwahl in den verschiedenen Szenen hat unheimlich mit mir resoniert. Visuell fand ich es super! 

Die Handlung war zwar voller Klischees, aber das war irgendwie der Charme der Geschichte. Die Geschichte hat sich nicht zu ernst genommen und das war eindeutig ein Plus. Humorvoll waren die Interaktionen von Ballister und Nimona auf jeden Fall. Ich bin mir zu 100% sicher, dass NIMONA  eine unglaublich gute Anime-Serie werden könnte. Ich meine, du kannst dir schon durch die illustrierten Szenen genau vorstellen, wie toll es erst in Bewegung aussehen würde.  

Nimona selbst war witzig, liebevoll, mysteriös und temperamentvoll. Sie hatte eine fiese Ader. Mehr noch als Ballister Blackheart, der eigentliche Bösewicht, den sie unterstützen wollte. Kein Wunder, da Ballister früher zum Helden ausgebildet wurde und dann durch einen Unfall eher in das Bösewicht-Sein hineingerutscht ist. Seine Nemesis ist Sir Goldenloin (idiotischer Name) mit dem ihm eine Art Hass-Liebe verbindet. Manchmal neigen sie eher zum Hass, oft aber eher zur Liebe. 

Am Ende gibt es ganz viel Chaos! Drache! Katze! Krankheit! Geheime Experimente! Kampf! Feuer! Böse! Gut! Verletzungen! Tode! Und dann ist es auch schon vorbei. 

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