Ich fand diesen Band ganz okay, auch wenn er für mich einige Aspekte hatte, die mir persönlich nicht so gut gefielen. Für mich war der Zeichenstil etwas zu ,,einfach”, wobei ich das nicht als Kritikpunkt anmerken würde, denn hier gehen die Geschmäcker auseinander und es ist nur ein persönliches Empfinden. Was ich aber schade fand waren die vielen kleinen Anmerkungen und Notizen, die ich stellenweise kaum erkennen konnte und auch die Sprechblasen waren für mich teilweise schwer zu entziffern aufgrund der Größe oder der Hintergründe und das fand ich etwas schade/unnötig. Die Emotionen der Protagonisten passten zu ihrem Alter und zum Thema Coming-Out, wobei hier für mich einfach die große Wende gefehlt hat, in welcher die Charaktere an ihren Gefühlen wachsen, aber vielleicht würde das noch passieren, wenn sie älter sind, aber so fühlte es sich wie ein ständiger Kampf an gegen etwas das die natürlichste Sache der Welt ist. Alles in allem war es eine nette Geschichte für zwischendurch ohne Spice die mich aber nicht wirklich überzeugen konnte, da für mich einige Dinge gefehlt haben und sich auch die Sympathie gegenüber den Protagonisten in Grenzen hielt. Das Thema Kamera/Fotos wird immer wieder aufgegriffen und konsequent durchgezogen, was für mich einiges zum Unterhaltungswert beitrug. Nach der Hauptstory erwarten uns einige Bonuskapitel und auch ein anderes Pärchen, wobei ich mir nicht sicher war warum der Fokus plötzlich auf ihnen lag und ob das eventuell den Weg zu einem Spin-Off ebnen sollte. Ich kann den Eindruck bestätigen das sich der Band an ein jüngeres Publikum richtet und eventuell können sich diese auf die hier dargestellte Gefühlswelt anders/mehr einlassen und haben dadurch mehr Freude an dem Band. Ich habe es nichtsdestotrotz nicht bereut zu diesem Band gegriffen zu haben und auch wenn er mich nicht völlig vom Hocker riss, würde ich ihn nicht als Flop bezeichnen, da habe ich schon ganz andere Bände gelesen, an denen ich überhaupt nichts Gutes fand. Für mich waren die Highlights, wenn die Figuren aus sich herauskamen und ehrlich waren sowie die vielen kleinen Gesten, in denen man ihre echten Gefühle zueinander erkennen konnte. In diesem Sinne entscheidet am besten selbst ob ihr dem Band eine Chance geben wollt oder nicht.
Nojico Hayakawa
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Am Rande des Nachthimmels
Blitzlicht in der Dunkelheit
Neue Rezensionen zu Nojico Hayakawa
"Blitzlicht in der Dunkelheit" erzählt eine zarte und emotionale Geschichte über die erste Liebe, unausgesprochene Gefühle und den Mut, sich seinem Herzen zu stellen. Statt auf große Dramen setzt der Einzelband auf leise Töne und genau darin liegt seine besondere Stärke.
Arata ist schon lange heimlich in seinen Kindheitsfreund Miyamoto verliebt. Immer wieder muss er mit ansehen, wie andere Mädchen Miyamoto ihre Gefühle gestehen, nur um abgewiesen zu werden. Als Arata zufällig erfährt, dass Miyamoto bereits jemanden liebt, beginnt für ihn ein Gefühlschaos, das die Geschichte auf einfühlsame Weise einfängt. Die Spannung entsteht dabei nicht durch spektakuläre Wendungen, sondern durch die Unsicherheit und Sehnsucht der beiden Protagonisten.
Besonders gelungen ist die authentische Entwicklung ihrer Beziehung. Die Emotionen wirken ehrlich und nachvollziehbar, sodass man mit beiden Figuren mitfühlt. Aratas Unsicherheit, seine Hoffnung und seine Angst vor einer Zurückweisung werden ebenso glaubwürdig dargestellt wie Miyamotos vorsichtige Art, seine eigenen Gefühle zu zeigen. Gerade diese ruhige Erzählweise macht die romantischen Momente besonders berührend.
Auch zeichnerisch überzeugt der Manga auf ganzer Linie. Die feinen Linien, die sanften Gesichtsausdrücke und die liebevoll gestalteten Panels verleihen der Geschichte eine warme, beinahe nostalgische Atmosphäre. Oft reichen kleine Gesten oder Blicke aus, um die Gefühle der Figuren zu transportieren – ganz ohne viele Worte.
Mit seinem niedrigen Spice-Level steht eindeutig die emotionale Entwicklung im Mittelpunkt. Dadurch eignet sich der Band nicht nur für erfahrene Boys-Love-Leserinnen und -Leser, sondern auch hervorragend für Einsteiger, die eine gefühlvolle Romance ohne explizite Szenen suchen.
Am Rande des Nachthimmels ist einer von vielen Boys-Love-Einzelbänden im Egmont-Manga-Sommerprogramm, sticht aber bereits durch die besondere Ausstattung hervor. Dem Band wurde ein Großformat gegönnt, welches in Cover und Papier sehr hochwertig gestaltet ist. Das Werk ist das erste der Mangaka Nojico Hayakawa in Deutschland, in Japan gibt es zu dem Band bereits einen Spin-off.
Der Manga hat mir sehr gut gefallen, wenn ich auch zu Beginn ein wenig gebraucht habe, um mich in den Erzählstil der Mangaka hineinzufinden und mit den Charakteren warmzuwerden. Der Band ist in einem ruhigen, teils ins melancholische gehenden Ton erzählt und daher eher Freunden von Slice-of-Life zu empfehlen. Wer heiße Bettszenen sucht, ist hingegen an der falschen Stelle, die gibt es in diesem Band nicht. Der Fokus liegt klar auf dem Wiederentdecken der Gefühle.
Der Erzählstil der Mangaka geht eher in das Episodische und die Übergänge zwischen den Szenen sind scharf und sprunghaft. Auch das Rückblenden - wie sonst üblich - nicht durch schwarze Hintergründe in der Seitengestaltung kenntlich gemacht sind, sorgt dafür, dass man beim Lesen immer aufpassen muss.
Die besondere Atmosphäre in dem Manga wird insbesondere durch den Zeichenstil der Mangaka unterstützt. Der setzt sich von den Mainstream-Zeichenstilen im Boys-Love-Genre klar ab. Der Stil geht eher ins Skizzenhafte und ist minimalistisch gehalten. Von der Panel- und Sprechblasenanordnung geht der Stil der Mangaka etwas ins Wilde und manchmal musste man beim Lesen schon aufpassen, um mitzubekommen, wer jetzt gerade überhaupt spricht. Insgesamt hat der Manga sehr viel Text und so ist man trotz des eher dünneren Bandes einige Zeit beschäftigt.
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