Nona Fernández

 4 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Die Straße zum 10. Juli, Der Himmel und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Space Invaders / Chilean Electric

Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Septime Verlag.

Alle Bücher von Nona Fernández

Der Himmel

Der Himmel

 (2)
Erschienen am 20.02.2014
Die Straße zum 10. Juli

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 (2)
Erschienen am 01.02.2017
Die Toten im trüben Wasser des Mapocho

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 (2)
Erschienen am 01.06.2012
Space Invaders / Chilean Electric

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 (0)
Erschienen am 24.09.2018

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Rezension zu "Die Straße zum 10. Juli" von Nona Fernández

Nona Fernández - Die Strasse zum 10. Juli
Jarivor 5 Monaten

Dieses Buch erhielt ich im Zuge meiner neuen Mitgliedschaft im "Anderen Literaturclub", ohne diesen wäre ich wohl nie auf dieses Werk aufmerksam gemacht worden. Da wäre mir tatsächlich etwas entgangen.

"Die Strasse zum 10. Juli" ist anders und speziell. Südamerikanische Autoren tröpfeln immer wieder auf unseren Buchmarkt, aber eben - sie tröpfeln. Man kennt einige grosse Namen (Marquez, Llosa, Borges). Deshalb habe ich mich für den "Anderen Literaturclub" angemeldet und es definitiv nicht bereut!

Fernández bedient sich eines angenehmen Erzähltempos, das nichts übereilt. Dabei klingt ihre Sprache in der Übersetzung von Anna Gentz angenehm nach. Obwohl die Autorin keine leichten Schicksale erzählt, kommt an keiner Stelle klebriges Selbstmitleid zum Zuge. Die Figuren verhalten sich entsprechend ihren Charakterzügen und Erfahrungen.

Die Geschichte ist in unterschiedlichen Stilen geschrieben, als Leser muss man sich an einigen Stellen neu orientieren. Dies ist ein interessanter Schachzug Fernández' - der Stil passt sich der Handlung an, ist wandelbar und erneuert sich. Zu Beginn erzählt Juan, dann Greta, um dann zu einem E-Mail-Roman zu werden und schlussendlich bekommen wir noch eine Prise Magischen Realismus.

Auch die Erinnerungen aus der Jugendzeit Juans und Gretas tauchen immer wieder auf, sie verbinden diese zwei Menschen quer durch alle Jahre hindurch, bilden den Grundstock für dieses Buch. Auch hier erzählt Fernández fast gefühllos, aber welche Gefühle sind schon angebracht, wenn man von solchen Ereignissen erzählt? Ihr Erzählfluss trägt uns weiter, wieder in die Gegenwart, um später noch einmal zurückzukehren.

Es war eine äusserst beeindruckende Lektüre, die mich durch ihre Andersartigkeit gefesselt hat. Bekannte Motive werden aufgegriffen, aber zumindest für unsere Verhältnisse anders dargestellt. Gretas Suche nach den Einzelteilen des Busses zum Beispiel, als ob sie die Teile ihrer Tochter zusammensuchen würde.

Zum Ende hin klären sich auch beim Leser die Zusammenhänge, auch wenn mir persönlich diese unterirdische Welt (noch) nicht ganz klar ist. Hier bietet sich viel Potential zum Interpretieren und Nachdenken bzw. -forschen.

Wer gerne mal literarisch experimentiert und sich vor dem Blick über den Tellerrand nicht fürchtet, dem lege ich Nona Fernández ans Herz. Mich auf jeden Fall hat sie mit "Die Strasse zum 10. Juli" tief bewegt.

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A

Rezension zu "Der Himmel" von Nona Fernández

Traurig und poetisch
Annette_vor 5 Jahren


Nachdem ich das  Cover gesehsen hatte, dachte ich,  tief durchatmen, das wird möglicherweise schwer verdauliche Lektüre.

Gleichzeitig war ich neugierig auf die Erzählungen von Nona Fernandez, die für Ihre Arbeiten 2003 und 2008 den chilenischen Literaturpreis Municipal de Literatura erhalten hat und die ich bisher nicht kannte.

Darum geht es in aller Kürze: “Marion” wird sterben. Auf ihre letzten Tage zieht die todkranke Frau bei einem Fremden ein, weil sie ihn für seinen Vormieter, ihren ehemaligen Freund, hält. Anfangs wehrt er sich, doch dann lässt der Mann sie in ihrem Glauben (sterben).

Auch “Blanca” schlüpft in die Rolle einer anderen: Nach dem Tod ihrer Großmutter zieht sie deren sehr alten Mantel an. In diesem Mantel begegnet Blanca einer Jugendliebe der Großmutter und versöhnt den alten Mann mit der Vergänglichkeit.

In “Emilia” möchte ein Schriftsteller seine frühere Freundin noch einmal wieder sehen. In der Erzählung “Der Himmel” gerät eine Alkoholikerin, die genug eigene Probleme hat, in die Wohnung ihrer Nachbarin und trifft dort auf einen verletzten Mann.

“Kaputter Schuh” handelt von einem jungen Paar. Der Mann läuft sich nach seinem Studium vergeblich die Sohlen platt, um eine Anstellung zu finden. In “1. November” kann ein alter Mann erst sterben, nachdem er seinem Sohn noch einmal begegnet ist.

“Maltese” ist die letzte und längste Erzählung des Bandes. Ein Paar zieht in eine fremde Stadt, weil dort ein Schriftsteller lebt, von dem sich der junge Mann Inspiration erhofft. Stattdessen beginnt für die beiden der soziale Abstieg. Und gleichzeitig beginnt die Frau  zu schreiben.

Wollte man für alle sieben Erzählungen eine thematische Verbindung suchen, dann wäre das vielleicht eine bestimmte Haltung der Figuren. Sie verbindet Mitgefühl. Es kommt einem so vor, als ob sie die schmerzliche Erfahrung des jeweils anderen teilen. Leben und Tod. Gemeinhin ist das eine für uns das Ende des Anderen, aber nicht für die Figuren bei Nona Fernández.

Auch wenn ich mich vor allem bei “Maltese” etwas schwer getan habe (ganz schön schwermütig), hat mich der Erzählband insgesamt sehr beeindruckt. Fernández findet einprägsame Bilder: Eine junge Frau, die in einem alten Mantel die Zeit zurückdreht; ein Greis, der mit letzter Kraft den Namen seines Sohnes aus einem Grabstein radieren möchte. Das sind Szenen, die ich jetzt in meinem Kopf abgespeichert habe.

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