Nona Fernández Der Himmel

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Inhaltsangabe zu „Der Himmel“ von Nona Fernández

'Zum Himmel' ist der unpassende Name des Spirituosenladens unten an der Ecke. Denn oben, in einem anonymen Hochhaus, wohnt seine beste Kundin. Der Himmel versorgt ihre alltägliche Hölle mit Alkohol, der sie vergessen lässt, warum sie leidet, warum sie sich in dieser heruntergekommenen Wohnung versteckt. Doch sie ist nicht allein: In der Nachbarwohnung wartet die nächste Hölle. Ist es der Rausch oder brutale Realität, was sie da über den Lüftungsschacht hört?

Sieben Erzählungen der preisgekrönten chilenischen Autorin Nona Fernández ranken sich um Santiago de Chile, um Leidenschaften, Tod, Süchte, die sich hinter seinem grauen Alltag verbergen, und um hoffnungsvolle Wendepunkte, die in seinem Elend keimen. Diese Momentaufnahmen entführen in das Labyrinth einer Stadt am anderen Ende der Welt und in das der menschlichen Psyche.

Sehr poetisch, tiefgründig. Teilweise düster ... aber gut.

— Kerstin_Westerbeck

Unter dem Titel “Der Himmel” hat der österreichische Septime-Verlag Anfang diesen Jahres sieben Erzählungen der chilenischen Autorin Nona Fernández veröffentlicht.

— Annette_

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    Der Himmel

    Annette_

    28. April 2014 um 15:37

    Nachdem ich das  Cover gesehsen hatte, dachte ich,  tief durchatmen, das wird möglicherweise schwer verdauliche Lektüre. Gleichzeitig war ich neugierig auf die Erzählungen von Nona Fernandez, die für Ihre Arbeiten 2003 und 2008 den chilenischen Literaturpreis Municipal de Literatura erhalten hat und die ich bisher nicht kannte. Darum geht es in aller Kürze: “Marion” wird sterben. Auf ihre letzten Tage zieht die todkranke Frau bei einem Fremden ein, weil sie ihn für seinen Vormieter, ihren ehemaligen Freund, hält. Anfangs wehrt er sich, doch dann lässt der Mann sie in ihrem Glauben (sterben). Auch “Blanca” schlüpft in die Rolle einer anderen: Nach dem Tod ihrer Großmutter zieht sie deren sehr alten Mantel an. In diesem Mantel begegnet Blanca einer Jugendliebe der Großmutter und versöhnt den alten Mann mit der Vergänglichkeit. In “Emilia” möchte ein Schriftsteller seine frühere Freundin noch einmal wieder sehen. In der Erzählung “Der Himmel” gerät eine Alkoholikerin, die genug eigene Probleme hat, in die Wohnung ihrer Nachbarin und trifft dort auf einen verletzten Mann. “Kaputter Schuh” handelt von einem jungen Paar. Der Mann läuft sich nach seinem Studium vergeblich die Sohlen platt, um eine Anstellung zu finden. In “1. November” kann ein alter Mann erst sterben, nachdem er seinem Sohn noch einmal begegnet ist. “Maltese” ist die letzte und längste Erzählung des Bandes. Ein Paar zieht in eine fremde Stadt, weil dort ein Schriftsteller lebt, von dem sich der junge Mann Inspiration erhofft. Stattdessen beginnt für die beiden der soziale Abstieg. Und gleichzeitig beginnt die Frau  zu schreiben. Wollte man für alle sieben Erzählungen eine thematische Verbindung suchen, dann wäre das vielleicht eine bestimmte Haltung der Figuren. Sie verbindet Mitgefühl. Es kommt einem so vor, als ob sie die schmerzliche Erfahrung des jeweils anderen teilen. Leben und Tod. Gemeinhin ist das eine für uns das Ende des Anderen, aber nicht für die Figuren bei Nona Fernández. Auch wenn ich mich vor allem bei “Maltese” etwas schwer getan habe (ganz schön schwermütig), hat mich der Erzählband insgesamt sehr beeindruckt. Fernández findet einprägsame Bilder: Eine junge Frau, die in einem alten Mantel die Zeit zurückdreht; ein Greis, der mit letzter Kraft den Namen seines Sohnes aus einem Grabstein radieren möchte. Das sind Szenen, die ich jetzt in meinem Kopf abgespeichert habe.

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