„...Einen Mann wie ihn gab man keinen Korb. Groß und gutaussehend, charmant und lustig. Mit einer breiten Brust zum Anlehnen…“
Diese Zeilen stammen aus dem Prolog von „Kilted Love“, dem ersten Roman des Sammelbandes. Der Schriftstil ist ausgereift. Er lässt Raum für Emotionen, bietet nebenbei fast eine Reisebeschreibung und ist offen für Überraschungen. Das gilt übrigens für alle drei Teile.
Im Mittelpunkt steht Fiona. Sie ist bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen. Mittlerweile ist sie 28 Jahre, hat sich von ihrem Freund getrennt und auf Arbeit gekündigt. Die Pause will sie nutzen.
„...Sie war aus gutem Grunde nach Schottland gekommen. Sie suchte ihren Vater. Über den es kaum mehr Hinweise als ein dreißig Jahre altes Foto und das Wissen darüber gab, wo er sich zuletzt aufgehalten hatte…“
Fiona hatte sich akribisch auf die Reise vorbereitet, sich mit Kunst, Kultur und Traditionen beschäftigt und ihre Englischkenntnisse vervollkommnet. Auf ihre Reise trifft sie Scott. Er bietet ihr an, sie auf die Orkney – Insel zu begleiten. Er kennt sich dort aus und hat Kontakte dahin. An ihrer Seite lerne ich eine Menge von dem Land kennen. Schon unterwegs besuchen sie das eine oder andere Schloss.
Ab und an gibt es Rückblenden nach Deutschland. Dabei gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass die Mutter ihr zwar Hinweise gibt, aber nicht wirklich will, dass die Suche Erfolg hat.
Es fehlen auch kritische Hinweise nicht. Nehmen wir das Thema Touristen.
„...Das ist genau das Problem. Man möchte nicht mit ihnen und man kann nicht ohne sie…“
Was wird die Reise Fiona bringen? Wird sie ihr Ziel erreichen?
Zu den Teilen 2 und 3 werde ich mich etwas kürzer fassen, da ich die schon einzeln rezensiert habe.
Im zweiten Teil „Kilted Soul“ steht Jenna im Mittelpunkt. Sie ist die jüngere Schwester von Scott. Bei einer Aufführung schottischer Tänzerinnen kommt es zu einem Unfall.
Die Tänzerinnen sind hart im Nehmen. Kleine Blessuren werden weggesteckt.
„...Auf Leute, die ständig wegen irgendwelcher Sportverletzungen ausfallen, wird jede Firma dankend verzichten...“
Beim den Aufräumarbeiten am Unfallort fällt Jenna ein Fremder auf. Der hatte sie schon während des Tanzes beobachtet.
Edyard, der Fremde, kommt aus Norwegen. Er ist für ein Wiederaufforstungsprojekt nach Schottland gekommen. Das wird von vielen Einheimischen kritisch beäugt. Es verringert ihre Weideflächen. Das Thema wird gekonnt eingebunden und von allen Seiten beleuchtet. Während eines Spazierganges von Edward und Jenna erfahre ich viel Wissenswertes.
„..Bäume ziehen ihre Kinder genauso groß wie Menschen. Sie haben ein unterirdisches Netzwerk, über das sie den Nachwuchs mit Zuckerlösung versorgen...“
Jenna fühlt sich zu Edyard hingezogen. Wie aber passt er in ihre Lebensplanung?
Der dritte Teil trägt den Titel „Kilted love“
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"...Wofür brennst du, Marie?…"
Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Die 30jährige Marie ist Journalistin. Sie hat sich ein Sabbatjahr genommen, um nach Schottland zu fliegen und dort Reisereportagen zu erarbeiten. Darin sieht sie ihre zukünftige berufliche Aufgabe. Florian, ihr Freund und Arzt, weigert sich, mitzukommen. Verständnis für die Wünsche anderer zu haben, gehört nicht gerade zu seinen Kernkompetenzen.
Kurz nach ihrer Ankunft trifft Marie Stuart, den Mann im Kilt. Er beeindruckt sie, trotzdem geht sie auf Distanz. Stuart ist Reisefotograf. Er nimmt Marie mit zu seinem Freundeskreis. Dadurch lernt sie Seiten von Schottland kennen, zu denen sie sonst keinen Zugang hätte.
Der Sammelband hat mir sehr gut gefallen. Er bringt den Zauber der schottischen Highlands rüber und zeigt die Schönheit des Landes. Die Geschichten sind stimmig, die Protagonisten sympathisch und trotzdem mit Ecken und Kanten.