Nora Bossong

 3,6 Sterne bei 80 Bewertungen
Autorin von Schutzzone, Gesellschaft mit beschränkter Haftung und weiteren Büchern.
Autorenbild von Nora Bossong (© Kerstin Fischer )

Lebenslauf

Große Literatur für Jedermann: Nora Bossong wird 1982 in Bremen geboren. Sie studiert Literaturwissenschaft am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Zudem absolviert sie ein Studium der Kulturwissenschaft, Philosophie und Komparatistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Potsdam und der Universität La Sapienza in Rom. Heute lebt Nora Bossong in Berlin.

Die Autorin verfasst Lyrik und Prosa, welche in Zeitschriften und Anthologien publiziert werden. Im Jahr 2006 erscheint ihr Debütroman »Gegend«. Bossong wird mit verschiedenen Preisen für ihre literarischen Werke ausgezeichnet. Sie erhält unter anderem den Peter-Huchel-Preis 2012 und den Wolfgang-Weyrauch-Preis im Jahr 2007. Mit ihrem Roman »Schutzzone« schafft sie es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2019.

Neue Bücher

Cover des Buches Reichskanzlerplatz (ISBN: 9783518431900)

Reichskanzlerplatz

Erscheint am 11.08.2024 als Gebundenes Buch bei Suhrkamp.
Cover des Buches Reichskanzlerplatz (ISBN: 9783742433169)

Reichskanzlerplatz

Erscheint am 15.08.2024 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.
Cover des Buches Gesellschaft mit beschränkter Haftung (ISBN: 9783518474631)

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Erscheint am 08.09.2024 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Nora Bossong

Cover des Buches Schutzzone (ISBN: 9783518471142)

Schutzzone

 (31)
Erschienen am 16.01.2021
Cover des Buches Gesellschaft mit beschränkter Haftung (ISBN: 9783423143226)

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

 (15)
Erschienen am 01.06.2014
Cover des Buches Rotlicht (ISBN: 9783446254572)

Rotlicht

 (10)
Erschienen am 19.02.2017
Cover des Buches 36,9° (ISBN: 9783423145732)

36,9°

 (7)
Erschienen am 07.07.2017
Cover des Buches Die Geschmeidigen (ISBN: 9783548067797)

Die Geschmeidigen

 (4)
Erschienen am 31.05.2023
Cover des Buches Webers Protokoll (ISBN: 9783442741816)

Webers Protokoll

 (2)
Erschienen am 09.05.2011
Cover des Buches Neubuch (ISBN: 9783935269377)

Neubuch

 (1)
Erschienen am 07.10.2008
Cover des Buches Sommer vor den Mauern (ISBN: 9783446236295)

Sommer vor den Mauern

 (1)
Erschienen am 06.03.2011

Videos

Neue Rezensionen zu Nora Bossong

Cover des Buches Gesellschaft mit beschränkter Haftung (ISBN: 9783423143226)
Y

Rezension zu "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" von Nora Bossong

Kleine Familiensaga des Besitzbürgertums mit psychologischen Einblicken
YVBvor 6 Monaten

Nora Bossong präsentiert uns eine kleine Familiensaga des Bürgertums: Nach dem Herzinfarkt des Seniors Tietjen erbt Kurt Tietjen eher unfreiwillig das Frottee-Unternehmen der Familie. Selbst hat er zu diesem Zeitpunkt schon Frau (Vernunftheirat) und Tochter Luise.

Mit dann irgendwann sechsundfünfzig Jahren und der eindeutigen Insolvenz-Diagnose des Betriebs verkrümelt sich Kurt nach New York, um unterzutauchen; er verliebt sich in die vermeintlich einfache Fanny und versucht, in einer sehr einfachen Gegend zu leben - was ihm alles letztendlich nur bedingt gelingt.

Nach seinem Verschwinden beschließt seine mittlerweile 27-jährige Tochter Luise ihn in der Firma zu vertreten, nach dem Aufdecken der überall roten Zahlen will sie trotzdem noch die Firma retten. Laut Story hat sie bis zum Zeitpunkt des Einstiegs in den Frottee-Betrieb Philosophie studiert und steckt in ihrer Abschlussarbeit über Horkheimer. Sicher kann man diese Detaillierung kritisieren, mich allerdings ließ der Hinweis an Fächer wie Nationalökonomie und Sozialforschung denken. Und genau mit diesem „idealistischen“ Hintergrund geht Bossongs Protagonistin die vermeintliche Sanierung des Familienbetriebs an (Kritik der bürgerlichen Gesellschaft durch die Frankfurter Schule).

Wichtig: Luise Tietjen erbt das Unternehmen NICHT, sie fungiert lediglich als Vertreterin ihres untergetauchten Vaters während dessen Absenz. Die Protagonistin erhält die geschönten betriebswirtschaftlichen Daten von einem im Unternehmen angestellten Kaufmann, mit dem sie eine Liaison hat. Beide verbinden unterschiedliche Ziele mit ihrem gemeinsamen Tun.

Luise besucht in dieser Phase zweimonatlich (!) ihren Vater in New York und erstattet Bericht, dieser holt letztlich doch über seine Informanten Beweise über die Vorgänge in der Firma ein. Obwohl Kurt Tietjen in der Gedankenrede philosophiert, dass doch jeder besser das in seinem Leben tun sollte, wozu er wirklich Lust hat oder geschaffen ist, lässt er dies bei seiner eigenen Tochter ebenso nicht zu. Sämtliche Reden (sei es direkte, indirekte oder Gedanken) sind übrigens ohne Gänsefüßchen ausgeführt, was ich schreibtechnisch spannend fand, da so insgesamt der jeweilige Adressat verwischt wird.

Die Charaktere werden subtil skizziert, was aber meines Erachtens mehr Raum für die Interpretation der psychischen Abgründe durch den Leser lässt, als eine haarkleine Beschreibung jeder Gefühlsregung. Beschriebene Widersprüche spiegeln die geschilderte Dekonstruktion, nicht nur der Firma, sondern auch der Charaktere selbst.

Das Ende ist NICHT offen, zu den kaufmännischen Fakten ist alles gesagt, nun muss die Protagonistin sehen, wie sie ihren weiteren Weg gestaltet. Verhungern wird sie nicht, wie der Titel des Buches schon sagt „GmbH“, mit dem Privatvermögen der Inhaber wird also nicht gehaftet. Erinnerte mich ein wenig an die Skandale um Madeleine Schickedanz, falls jemand noch den „Quelle-Versand“ kennt. Spannend, mal in sowas reingeguckt zu haben und nun schafft Luise & Co. das Weitere alleine.

Cover des Buches Die Geschmeidigen (ISBN: 9783550202001)
Nils avatar

Rezension zu "Die Geschmeidigen" von Nora Bossong

Alles regelt sich
Nilvor einem Jahr

»Es ist deutlich schwieriger, Haltung zu haben, als zu moralisieren« (S 225)

Selten habe ich so ein inhaltstarkes gutgeschriebenes Sachbuch gelesen, dass den Nerv der aktuellen politischen Situation im gegenwärtigen Deutschland so gut einfängt. Nora Bossong hat in „Die Geschmeidigen – Meine Generation und der neue Ernst des Lebens“, die Generation geboren 1975 bis 1985 portraitiert. Vor allem ist das Buch eine sehr politische Analyse der Lage und beleuchtet vor allem die Führungsqualität dieser (auch meiner!) Generation. Eine Generation geprägt vom Pragmatismus Angela Merkels und wenig polarisierend.

“Der Glaube, man selbst habe die Wahrheit gepachtet, ist eine Art der Selbstverführung und wird heikel, wenn man sich nicht mehr ins Verhältnis zu den anderen setzen kann. Dann wird es dogmatisch, manchmal sogar fanatisch.” (S 127)

 

Im Grunde sind wir diejenigen, die Helfen können unsere Demokratie zu stabilisieren und zu vermitteln, denn wir sind noch kompromissbereit, das Lager vor uns schon verkrustet und das Lager nach uns verhärtet. Weniger radikal als die 68er und die Social Justice Worrier nach uns. Wir, die Geschmeidigen, sind die einzige Generation, die weder digital natives („die Jungen) noch digital immigrants (die „Alten“) sind.

Das Buch hat so viele gute Stellen über die sich sprechen ließen, ich könnte fast jeden Satz anstreichen. Es läd so gut zum reflektieren ein und verbindet verschiedenste Gedankengänge auf eine neue Weise, aus einem Blickwinkel, der mir teilweise neu war und damit sehr bereichernd.

 

„Zwar gibt es auch neue gemäßigte Lager wie die paneuropäische Bewegung Volt, doch insgesamt wächst die Ambiguitätsintoleranz: Man bezieht sich links wie rechts wieder stärker auf einen Wahrheitsanspruch, der keine Kompromisse kennt.“ (S 197)

 

Fazit: Ihr Lieben Banker:inne, Lehrer:innen, Marketinspezialist:innen haben wir, die Geschmeidigen, zu viel selbst optimiert und die blinden Flecken sind gewachsen auf unserer gesellschaftlichen Landkarte? Für ein erhalt unserer Demokratie sind wie alle gefordert und das aktiv! 

Cover des Buches Die Geschmeidigen (ISBN: 9783548067797)
Nils avatar

Rezension zu "Die Geschmeidigen" von Nora Bossong

Alles regelt sich
Nilvor einem Jahr

»Es ist deutlich schwieriger, Haltung zu haben, als zu moralisieren« (S 225)

Selten habe ich so ein inhaltstarkes gutgeschriebenes Sachbuch gelesen, dass den Nerv der aktuellen politischen Situation im gegenwärtigen Deutschland so gut einfängt. Nora Bossong hat in „Die Geschmeidigen – Meine Generation und der neue Ernst des Lebens“, die Generation geboren 1975 bis 1985 portraitiert. Vor allem ist das Buch eine sehr politische Analyse der Lage und beleuchtet vor allem die Führungsqualität dieser (auch meiner!) Generation. Eine Generation geprägt vom Pragmatismus Angela Merkels und wenig polarisierend.

“Der Glaube, man selbst habe die Wahrheit gepachtet, ist eine Art der Selbstverführung und wird heikel, wenn man sich nicht mehr ins Verhältnis zu den anderen setzen kann. Dann wird es dogmatisch, manchmal sogar fanatisch.” (S 127)

 

Im Grunde sind wir diejenigen, die Helfen können unsere Demokratie zu stabilisieren und zu vermitteln, denn wir sind noch kompromissbereit, das Lager vor uns schon verkrustet und das Lager nach uns verhärtet. Weniger radikal als die 68er und die Social Justice Worrier nach uns. Wir, die Geschmeidigen, sind die einzige Generation, die weder digital natives („die Jungen) noch digital immigrants (die „Alten“) sind.

Das Buch hat so viele gute Stellen über die sich sprechen ließen, ich könnte fast jeden Satz anstreichen. Es läd so gut zum reflektieren ein und verbindet verschiedenste Gedankengänge auf eine neue Weise, aus einem Blickwinkel, der mir teilweise neu war und damit sehr bereichernd.

 

„Zwar gibt es auch neue gemäßigte Lager wie die paneuropäische Bewegung Volt, doch insgesamt wächst die Ambiguitätsintoleranz: Man bezieht sich links wie rechts wieder stärker auf einen Wahrheitsanspruch, der keine Kompromisse kennt.“ (S 197)

 

Fazit: Ihr Lieben Banker:inne, Lehrer:innen, Marketinspezialist:innen haben wir, die Geschmeidigen, zu viel selbst optimiert und die blinden Flecken sind gewachsen auf unserer gesellschaftlichen Landkarte? Für ein erhalt unserer Demokratie sind wie alle gefordert und das aktiv! 

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Zusätzliche Informationen

Nora Bossong wurde am 09. Januar 1982 in Bremen (Deutschland) geboren.

Nora Bossong im Netz:

Community-Statistik

in 151 Bibliotheken

auf 30 Merkzettel

von 9 Leser*innen aktuell gelesen

von 2 Leser*innen gefolgt

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