Nora Bossong

 3.5 Sterne bei 49 Bewertungen
Autorin von Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Schutzzone und weiteren Büchern.
Autorenbild von Nora Bossong (© Kerstin Fischer )

Lebenslauf von Nora Bossong

Große Literatur für Jedermann: Nora Bossong wird 1982 in Bremen geboren. Sie studiert Literaturwissenschaft am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Zudem absolviert sie ein Studium der Kulturwissenschaft, Philosophie und Komparatistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Potsdam und der Universität La Sapienza in Rom. Heute lebt Nora Bossong in Berlin.

Die Autorin verfasst Lyrik und Prosa, welche in Zeitschriften und Anthologien publiziert werden. Im Jahr 2006 erscheint ihr Debütroman »Gegend«. Bossong wird mit verschiedenen Preisen für ihre literarischen Werke ausgezeichnet. Sie erhält unter anderem den Peter-Huchel-Preis 2012 und den Wolfgang-Weyrauch-Preis im Jahr 2007. Mit ihrem Roman »Schutzzone« schafft sie es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2019.

Neue Bücher

Schutzzone

 (1)
Neu erschienen am 20.09.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Schutzzone

Neu erschienen am 20.09.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Alle Bücher von Nora Bossong

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Cover des Buches Gesellschaft mit beschränkter Haftung (ISBN:9783446239753)

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

 (14)
Erschienen am 27.08.2012
Cover des Buches Schutzzone (ISBN:9783518428825)

Schutzzone

 (13)
Erschienen am 09.09.2019
Cover des Buches Rotlicht (ISBN:9783446254572)

Rotlicht

 (8)
Erschienen am 20.02.2017
Cover des Buches 36,9° (ISBN:9783423145732)

36,9°

 (6)
Erschienen am 07.07.2017
Cover des Buches Webers Protokoll (ISBN:9783442741816)

Webers Protokoll

 (2)
Erschienen am 09.05.2011
Cover des Buches Sommer vor den Mauern (ISBN:9783446236295)

Sommer vor den Mauern

 (1)
Erschienen am 07.03.2011
Cover des Buches Neubuch (ISBN:9783935269377)

Neubuch

 (1)
Erschienen am 07.10.2008
Cover des Buches Reglose Jagd (ISBN:9783933156884)

Reglose Jagd

 (1)
Erschienen am 01.03.2007

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Neue Rezensionen zu Nora Bossong

Neu

Rezension zu "Schutzzone" von Nora Bossong

Hat mich nicht gepackt
buecherwurm1310vor 4 Tagen

Mira arbeitet für die Vereinten Nationen. Zunächst war sie in New York und Burundi, nun ist sie in Genf. Sie will zwischen verfeindeten Staatsvertretern vermitteln, während sie doch weiß, wie die Realität aussieht. Dann begegnet sie Milan auf einem Empfang. Sie hatte einmal in seiner Familie für einige Zeit gelebt. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, obwohl Milan es ihr nicht leicht macht. Dann wird auch noch ihre Rolle in Burundi hinterfragt. Mira ist verunsichert.

Obwohl das Buch wichtige Themen aufgreift, konnte mich dieser Roman doch nicht packen. Daher habe ich auch sehr lange gebraucht, bis ich mit dem Buch durch war. Auch sprachlich hat mich das Buch nicht wirklich überzeugt.

Mira ist eine Person, die ich nur schwer fassen kann. Sie hat zwar Karriere bei der UN gemacht, agiert geschickt als Vermittlerin, dennoch weiß ich nicht, ob sie von ihrer Tätigkeit wirklich überzeugt war. Nachdem ihre Burundi-Mission hinterfragt wird, zweifelt sie an sich selbst. Sie ist nicht überzeugt, von dem, was sie mit ihrer Tätigkeit erreichen kann. Vermittlung bedeutet auch, Kompromisse schließen zu müssen. Auch ihre Begegnung mit Milan gibt ihr keinen Halt, denn auch er hat Zweifel. Darüber hinaus ist er verheiratet und Vater eines Sohnes und er wird mit der Familie nach Den Haag gehen.

Das Buch stimmt zwar nachdenklich und hat damit vielleicht seinen Zweck erfüllt, aber es konnte mich nicht wirklich packen und hat auch keinen großartigen Eindruck hinterlassen.


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Rezension zu "Schutzzone" von Nora Bossong

Schreibstilistisch leider eine Katastrophe
Ignovor 17 Tagen

Mira Weidner arbeitet für die Vereinten Nationen. Nach Stationen in New York und Burundi ist sie nun in Genf. Sie steht im Ruf, dass andere ihr ihre Geschichten erzählen. Während Milan, bei dessen Familie sie einerseits als Kind wohnte, mit dem sie andererseits eine Affäre hatte, wieder in ihr Leben tritt, kommen Fragen zu ihrer Rolle bei der Aufklärung des Völkermordes in Ruanda auf und auch ihre aktuelle Mission, die Wiedervereinigung Zyperns, droht zu scheitern. Ihr Idealismus ist schon lange verloren, nun gerät ihre Souveränität ins Wanken. Und über allem steht die große Frage, ob die Vereinten Nationen nicht nur als gewaltiger Papiertiger ihrer eigenen Existenz dienen.

Schutzzone von Nora Bossong erschien 2019 bei Suhrkamp. Das Buch umfasst 332 Seiten, die sich in fünf Teile mit relativ kurzen Kapiteln nach Handlungsorten und -zeiten gliedern. Schutzzone stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2019.

Auf Schutzzone kam ich durch Das Literarische Quartett. Normalerweise sind Bücher, die in der Sendung teilweise oder absolut schlecht weg kommen, ein relativ sicheres Zeichen für meinen Geschmack. Schutzzone kam relativ schlecht weg. Gereizt hat es mich vor allem, weil es mit Menasses Die Hauptstadt verglichen wurde, ein Buch, das mir, ungeachtet der Person Menasse, ausgesprochen gut gefallen hat. Ich hätte Sibylles Bergs Meinung, die Gast in der Sendung war und so erfreulich wie erwartbar überhaupt nicht ins Schema passte, ernster nehmen sollen.

Geschafft! Das war mein erster Gedanke, als ich den letzten Satz des Buches gelesen hatte. Ich stand bis dahin wirklich oft davor, mittendrin abzubrechen, gehalten hat mich eigentlich nur eben dieser Vergleich mit Die Hauptstadt. Ich wollte Nora Bossong die Chance geben, die Kurve dahin noch zu bekommen, denn dieser Ansatz – die kritische Auseinandersetzung durch Idealismus und Desillusion mit einer von der Zielsetzung her wunderbaren Organisation – ist genau mein Ding. Leider kam Schutzzone für mich da nie an. Es gibt zwar sehr viel Desillusion, ein kleines bisschen Idealismus, aber vor allem …

… ein vollkommenes Missverhältnis zwischen Punkten und Kommata. Im Literarischen Quartett (minus Sibylle Berg) und in zahlreichen Rezensionen wird der Sprachstil des Buches als lyrisch und Hochliteratur gelobt. Ich kann dem nichts abfinden. Viele Sätze bilden ganze Absätze, und nicht etwa kurze, einzelne beinahe ganze Seiten. Dabei baut Bossong nicht etwa nur Schachtelsätze, deren Bestandteile wenigstens noch miteinander in direktem Zusammenhang stehen. Nein, hinter nicht wenigen Kommata beginnt auch inhaltlich einfach ein neuer Satz. Die rote Linie, die sich durch das ganze Buch zog, bestand darin, dass ich am Satzende den Anfang schon wieder vergessen hatte, weil wir thematisch plötzlich an einem ganz anderen Punkt waren. Dazu kommt, dass Bossong direkte Rede nicht in Anführungszeichen setzt, sondern einfach übergangslos in die sowieso schon unübersichtlichen Sätze eingliedert. Es tut mir Leid, aber das ist für mich weder Hochliteratur noch lyrisch, das ist einfach nur eine stilistische Katastrophe – unlesbar und jenseits aller künstlerischen Freiheit nichts, was ein Lektorat erfolgreich passieren sollte.

Wie bewerte ich das nun? Normalerweise sehe ich davon ab, Bücher zu rezensieren, die mir nicht gefallen haben. In jedem Buch steckt viel Arbeit, da schweige ich lieber, bevor ich die herabwürdige. Ich glaube, von Schutzzone bin ich einfach zu enttäuscht, weil ich mich wirklich auf das Thema gefreut hatte, und ein wenig Trotz ist auch dabei. Denn im Durchhalten bis zum Ende steckte auch viel Arbeit meinerseits. Und ein bisschen spielt auch hinein, dass ich meine Abrechnung mit dem Buch nicht in eine Kurzmeinung mit 200 Zeichen packen kann, das würde dem nicht gerecht, und eine Kurzmeinung gibt es nun auf jeden Fall für jedes Buch.

Zumal Schutzzone, abseits aller Kritik, durchaus leise Ansätze von dem hat, was Die Hauptstadt so gut gemacht hat. Wie gesagt, ein Hauch Idealismus ist da, die Desillusion auf jeden Fall und Einblicke in das gar nicht so glamouröse Innenleben der Vereinten Nationen finden sich auch. Hinter allem steht ganz leise die Hoffnung, die im Gründungsideal der Organisation steckt. Auch aus Miras Geschichte hätte man für mich etwas machen können, wenn man ihr denn einigermaßen fließend folgen könnte. Die Umsetzung mit den wechselnden Rückblenden in verschiedene Handlungsstränge und der Gegenwart ist gut, sieht man mal davon ab, dass mir lange gar nicht klar war, dass die Gegenwart die Gegenwart ist. Mag sein, dass das erwähnt wurde oder implizit durch die Zeitform vorausgesetzt war, es verlor sich aber wie so vieles recht schnell.

So komme ich abschließend zu mageren zwei Sternchen für Idee und die grundsätzliche Story. Das tut mir Leid, aber die Umsetzung hat mir Schutzzone so sehr verdorben, mehr wäre schöngeredet. Wer sich grammatikalisch und stilistisch herausfordern lassen möchte, dem mag das Buch ans Herz gelegt sein, aber kaufen würde ich es erst nach einer Leseprobe. Man merkt schon auf den ersten Seiten, wohin die Reise geht, und diese Linie zieht sich durch das ganze Buch. Schutzzone ist definitiv nichts, was man gemütlich nebenbei lesen kann.

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Rezension zu "Schutzzone" von Nora Bossong

Ein hervorragender Roman
wbetty77vor 20 Tagen

Während ihre Eltern die Trennung regeln, lebt die neunjährige Mira einige Monate in einer befreundeten Familie. Darius, Diplomat aus Familientradition, und seine Frau Lucia sowie deren 16 jähriger Sohn Milan nehmen das Mädchen freundlich auf. Vor allem Milan kümmert sich viel um Mira. Darius' Diplomatenleben, er ist oft unterwegs und reist an Orte, von denen die Kleine kaum etwas weiß, fasziniert Mira. Es ist das Jahr 1994 und Mira spürt nach Darius Heimkehr aus Ruanda, das sich etwas in der Familie verändert.

Jahre später beginnt Mira, voller Ideale, ihre berufliche Karriere bei der UN in New York. Darauf folgt eine Anstellung bei den Vereinten Nationen. Sie gilt als gute Zuhörerin und Vermittlerin. Aufgrund dessen wird sie nach Burundi geschickt, um dort die Wahrheitskommission zu leiten, die den Völkermord aufklären soll. Miras Glaube an den Nutzen der Institutionen, die sie dort vertritt, gerät in dieser Zeit ins Wanken. Sie stellt sich die Frage, ob UN und Vereinte Nationen tatsächlich etwas bewegen können? Mira wechselt nach Genf. Der Hauptsitz der Vereinten Nationen war Miras Traum, dort will sie sein.

Mira nimmt an den Gesprächsverhandlungen in der Zypern Sache teil. Es soll endlich eine Lösung für die geteilte Insel gefunden werden. Die schwierige Kompromissfindung setzt Miras Zweifeln weiter zu. In Genf begegnet Mira Milan wieder. Milan quälen ähnliche Zweifel. Sie beginnen eine Affäre. Doch Milan ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Er wird mit seiner Familie nach Den Haag ziehen und Mira muss eine Entscheidung treffen.

Der Roman „Schutzzone“ von Nora Bossong, erschienen im Suhrkamp Verlag, erzählt von einer Frau, die Kompromisse sucht, um Frieden herzustellen und Völkermorde zu verhindern. Jedoch muss sie erkennen, dass aller guter Wille manchmal nicht reicht und die einzig wahre Wahrheit nicht existiert. Auch ihre vermeintlich neutrale Verhandlungsposition kann Mira sich nicht in allen Situationen bewahren. Wir lernen eine Frau kennen, welche voller Sachlichkeit die großen Fragen der Zeit angeht, ihr Talent für den Frieden einsetzt und ihre Illusionen während zahlreicher Gespräche verloren hat.

Der Inhalt des Romans teilt sich fünf Abschnitten auf, die benannt sind nach FRIEDEN, WAHRHEIT, GERECHTIGKEIT, VERSÖHNUNG und ÜBERGANG. Weiterhin springt der Verlauf der Erzählung zwischen den Jahren und Orten hin und her. Einige Kapitel beschreiben ihr prägendes Leben im Jahr 1994 in Milans Familie, als Mira ein Kind ist. Wiederrum andere handeln von Miras Zeit in Bujumbura 2012, New York 2011 sowie in Genf 2017. So erfährt der Leser stückchenweise etwas über Miras Leben. 


Ich habe mir für den Roman Zeit genommen, weil ich aus rein persönlichem Interesse viele Hintergründe nachgelesen habe. Der Roman an sich ist schlüssig, sodass es jedem selbst überlassen bleibt, darüber hinaus zu recherchieren. Die Figur der Mira hat mich gleich für sich eingenommen. Mira ist ein vielschichtiger Charakter. Manchmal wirkt sie zerbrechlich, fast verloren und dann wiederum stark und selbstbewusst. Ihre Stärke zeigt sich für mich noch einmal deutlich am Buchende. 

Besonders hervorheben möchte ich den wundervollen literarischen Schreibstil der Autorin Nora Bossong. Manche Abschnitte habe ich mehrmals gelesen, weil die Beschreibungen mich sehr berührt haben. Als Beispiel auf der Seite 278 heißt es
„[...]Ihre Hände waren sehnig und vertrocknet,eher wie etwas, auf dem Hund herumbissen, als das, was zugreift, streichelt, auf Dinge zeigt“. Die Sprache, welche die Autorin für diese Geschichte nutzt, ist  melancholisch und hoffnungsvoll zugleich. Ein außergewöhnlicher Roman, der es schafft, die Frage nach weltweitem Frieden und die Suche nach Kompromissen facettenreich zu beleuchten. Dabei verzichtet der Roman völlig auf den moralischen Zeigefinger. Zwischen Resignation und Hoffnung, sieht der Leser am Ende des Buches dennoch das kleine Licht am Ende des Tunnels leuchten. Ohne die Institutionen von UN oder den Vereinten Nationen wäre das Leid wahrscheinlich noch größer. Der Roman greift ein wichtiges, jedoch komplexes Thema auf. Durch Miras Sachlichkeit entsteht ein nachvollziehbares, klares Bild der Arbeit in den erwähnten Institutionen. Daher ist dieser Roman meiner Ansicht nach ein überaus gelungenes literarischer und zeitgenössischer Werk!

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar.


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Zusätzliche Informationen

Nora Bossong wurde am 09. Januar 1982 in Bremen (Deutschland) geboren.

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