Von kühlschrankkalter Butter und Psychotherapie, von Männern, Frauen und Familien, von Flirts, Fahrstunden und Trostkuchen.... von all dem und noch viel mehr Alltäglichem, aber nie Belanglosem erzählt uns Nora Knappe in ihrem neuen Buch 'Im Gewächshaus ist noch Licht'. Ihr inzwischen sechstes Buch ist eine Erzählung geworden - und genauso fühlt man sich während der Lektüre, als säße man selbst mit der Ich-Erzählerin und Protagonistin Inga in ihrer Lieblingspizzeria und sie erzähle geistreich, nachdenklich und oft verschmitzt von ihrer Freundschaft mit Enno.
Lange Dialogpassagen lassen den Humor der beiden Freunde in ihren klugen Wortgeplänkeln aufblitzen. Oft sind diese gesprenkelt mit Ingas Gedanken, was Freundschaft im Allgemeinen und was diese Freundschaft mit Enno im Besonderen ihr bedeuten.
Ingas weitere Lebensthemen wie Familie, Liebe oder psychische Labilität webt die Autorin dabei geschickt in die Gespräche und Ingas Reflektionen ein.
Die insgesamt 21 Kapitel der Erzählung geben einem immer wieder die willkommene Möglichkeit, in Gedanken und Erinnerungen an eigene Freundschaften zu schwelgen. Ja, genau so muss Freundschaft sein, solche Gespräche wünscht man sich, ein solches Verstandenwerden, eine solche Harmonie, Zuneigung und Wärme!
Als Leserin oder Leser könnte man sich einfach nur wohlig in seine Sofaecke kuscheln, wären da nicht die Andeutungen, was es mit dieser Postkarte von Enno aus New York auf sich hat ... Traurigkeit und Verlust schaffen es aber weder Inga noch die Leserin mit sich zu reißen und so erinnert diese Geschichte über Ingas und Ennos tiefe Freundschaft letztlich eher an Tennysons positive und optimistische Zeilen 'Tis better to have loved and lost than never to have loved at all'.






