Nora Krug

 4,6 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor von Heimat.

Lebenslauf von Nora Krug

Nora Krug, geboren 1977 in Karlsruhe, studierte Bühnenbild, Dokumentarfilm und Illustration in Liverpool, Berlin und New York. Ihre Zeichnungen und Bildergeschichten erscheinen regelmäßig in großen Tageszeitungen und Magazinen (u.a. »The New York Times«, »The Guardian«, »Le Monde diplomatique«). Sie ist Fulbright-Stipendiatin und erhielt zahlreiche Preise und Förderungen, u.a. der John Simon Guggenheim Memorial Foundation, der Pollock-Krasner Foundation und der Maurice Sendak Foundation. Krug ist Professorin für Illustration an der “Parsons School of Design” in New York und lebt in Brooklyn.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Nora Krug

Cover des Buches Heimat (ISBN: 9783328107071)

Heimat

 (37)
Erschienen am 28.09.2020
Cover des Buches Über Tyrannei Illustrierte Ausgabe (ISBN: 9783406777608)

Über Tyrannei Illustrierte Ausgabe

 (0)
Erscheint am 04.10.2021

Neue Rezensionen zu Nora Krug

Cover des Buches Heimat (ISBN: 9783328107071)lesemamas avatar

Rezension zu "Heimat" von Nora Krug

Spannender Einblick in eine Familiengeschichte
lesemamavor 2 Monaten

✨ In diesem Familienalbum von Nora Krug trifft ihre private Geschichte auf Zeitgeschichte: Welche Rolle hatten ihre Großeltern in dieser Zeit? Was sagen Fotos und Erinnerungen über ihren Onkel aus, der mit 18 Jahren im 2. Weltkrieg fiel? Was bedeutet eigentlich das Wort Heimat? Eine spannende Spurensuche mit handgeschriebenen Texten und Zeichnungen, historischen Fotografien und Dokumenten.

✨ Durch Instagram angefixt, konnte ich nicht an diesem tollen Cover vorbeigehen. Dieses Buch ist ein echtes Kunstwerk und ich bedauere es, dass es bei mir solange ungelesen da stand.
Im Einband findet man am Anfang und Ende jeweils einen Stammbaum mütterlicher- und väterlicherseits von Nora Krug. Beim lesen habe ich dort oft immer wieder nachgeschaut, wer mit wem in welcher Beziehung steht. Das Buch beginnt mit der ersten Notiz einer heimwehkranken Auswanderin. Es folgen noch später noch weitere. In den verschiedenen Kapiteln wechseln sich die Geschichte der Familie der Mutter und des Vaters von Nora Krug ab und dazwischen gibt es Situationen aus der Gegenwart. Ich musste dabei zwar immer ein bisschen überlegen, wo ich mich gerade befinde, aber das hat das Ganze auch aufgelockert und die Lust am weiterlesen gehalten. Nach und nach gräbt Nora Krug immer tiefer und zeigt in diesem Buch auch Dokumente ihrer Familie. Aber auch Bilder und Briefe von Flohmarktfunden, die noch mehr von dieser Zeit zeigen.
Ich habe vorher noch nie ein Buch wie dieses gelesen und habe auch ein paar Seiten gebraucht, um das Konzept dieses Buches zu verstehen. Es ist kein Roman, den man einfach von vorn nach hinten liest, sondern für mich ist es eher eine Sammlung von verschiedenen Ereignissen ihrer Familie und von Geschichte. Und damit habe ich auch öfter zurück geblättert um besser zu verstehen.

Beim lesen dieses Buches ist mir bewusst geworden, wie wenig ich eigentlich über diese Zeit weiß und das ich mich viel mehr damit beschäftigen sollte.
Über dieses Buch habe ich mich lange mit meinem Mann unterhalten.

Ich kann „Heimat“ jeden empfehlen, der in die Geschichte einer anderen Familie eintauchen und ein Stück mehr Einblick in diese dunkle Zeit bekommen möchte.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne gibt es deswegen für dieses Buch.

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Cover des Buches Heimat (ISBN: 9783328107071)B

Rezension zu "Heimat" von Nora Krug

Ein Buch zum Nachdenken
Buecheraktevor 8 Monaten

Rezi zu einem etwas anderen Buch:

Cover: Erinnert mich sofort an das Gemälde von Caspar David Friedrich. Gefällt mir.

Inhalt aus Amazon: Sie lebt seit fast zwanzig Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? »Heimat« ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt.

Fazit: Dieses Buch musste ich erst einmal sacken lassen. Es sind zu viele Informationen, zu viele Bilder, zu viele Berichte, um sofort darüber ein Urteil zu fällen. Jetzt mit ein wenig Abstand, funktioniert es.

Zuerst stellt sich die Frage: „Was ist Heimat?“ - Wie definiert man selbst Heimat?

Nora Krug nimmt uns mit auf eine persönliche Reise. Mich hat das Buch sehr interessiert, da ich selbst, wie die Autorin, aus Karlsruhe komme.

Noch nie habe ich ein Buch mit derartigen Illustrationen in den Händen gehalten. Jede Seite ist liebevoll individuell gestaltet. Es gibt alte Fotos, Notizen, Aufsätze, Briefe und auch Zeichnungen der NS-Zeit und der Vergangenheit der Autorin (Jahrgang 1977).
Die Recherche Reise fand ich eindrucksvoll und auch die Auseinandersetzung mit ihrer Familie. Gerade, dass nicht alle Geheimnisse gelüftet wurden, hat ihren Charme.

Ich habe das Buch nicht am Stück gelesen, sondern immer mal wieder gestöbert wie bei einer Dokumentation im Fernsehen, nur als Buchformat. Mit dem innenliegenden Lesebändchen war es perfekt.

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Cover des Buches Heimat (ISBN: 9783328107071)Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Heimat" von Nora Krug

Sehr besonders!
Elenchen_hvor 10 Monaten

"... und ich bin froh, dass ich all die Fragen gestellt habe, die ich hatte stellen müssen - dass ich zurückgekehrt bin und die Brotkrumen aufgesammelt habe, dass ich nicht aufgehört habe zu suchen, bis ich mir sicher war, dass keine mehr dort liegen, dass ich jetzt weiß, was ich zuvor nicht wusste: dass HEIMAT nur in der Erinnerung wiedergefunden werden kann, dass sie etwas ist, das erst zu existieren beginnt, wenn man es verloren hat." - Nora Krug, "Heimat: Ein deutsches Familienalbum"


Nora Krug wurde 1977 in Karlsruhe geboren und wanderte vor etwa 20 Jahren nach Amerika aus. Seit 2007 lehrt sie in New York an der Parsons School of Design, ist mit einem jüdischen Kollegen verheiratet und hat eine dreijährige Tochter. Die Autorin konnte zeitlebens ein Gefühl nie wirklich abschütteln: die Schuld. Schuld vermischt mit Scham, das ist es, was sie häufig fühlt, wenn sie auf ihre deutsche Herkunft in Verbindung mit der NS-Zeit angesprochen wird. Oft versuchte sie, ihren deutschen Akzent zu verstecken, ihre Herkunft nicht preis zu geben.


Aus diesen Gefühlen heraus und aus einem fehlenden Heimatgefühl begab sich Nora Krug auf Spurensuche in die Vergangenheit. Sie reiste nach Deutschland, führte etliche Interviews mit Zeitzeugen und deren Nachkommen, durchforstete Archive und alte Familienalben, stöberte durch Flohmärkte und erinnerte sich an lange zurückliegende Erlebnisse mit ihrer Familie. Aus diesem Sammelsurium an Eindrücken erschuf die Autorin über sechs Jahre hinweg diese wirklich außergewöhnliche Graphic Novel, oder, wie sie es nennt, "Graphic memoir".


Auf knapp 300 Seiten gibt Nora Krug einen einzigartigen Einblick in ihre Vergangenheit. Dabei spricht sie immer von sich selbst aus der Ich-Perspektive, schildert ihren Weg durch das unwegsame Gelände der Erinnerungen und nimmt die*den Leser*in dadurch mit auf eine Reise, an deren Ende die Antwort auf die Frage steht, was Heimat eigentlich ist.


Im Laufe der Graphic Novel wird die NS-Zeit beeindruckend aufgearbeitet, es wird gegen das Vergessen angekämpft und ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass sich die Erinnerung im Laufe der Zeit gewandelt hat. Oft wird verdrängt, dass die Mehrheit der Deutschen damals eben keine Oppositionellen, sondern Mitläufer waren - auch Nora Krugs Großvater hat sich nicht aktiv gegen das NS-Regime aufgelehnt, wie sie im Laufe ihrer Recherchen erkennen musste.


Das Buch kommt relativ groß und als Hardcover daher, was mir sehr gut gefallen hat. So wurde der Eindruck eines "Familienalbums" auch durch das Format nochmals verstärkt. In der Graphic Novel vereinen sich dann alte Fotos, Abbildungen von Flohmarktfunden, Protokolle, Briefe, Postkarten und Zeichnungen sowie Text in der Schrift der Autorin zu einem tollen Leseerlebnis. Das einzige Manko war für mich, dass der Zeichenstil der Autorin nicht zu 100 % meinen Geschmack getroffen hat. Durch die vielen Illustrationen wurde das aber fast wieder wett gemacht.


Ich kann das Buch also sehr empfehlen und möchte außerdem darauf hinweisen, dass es auch demnächst im Penguin-Verlag als (günstigeres) Paperback erscheint.

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