Heimat

von Nora Krug 
5,0 Sterne bei4 Bewertungen
Heimat
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Andrea-Pehles avatar

Ein fantastisches und wissenswertes Buch über die deutsche - und persönliche Familiengeschichte der Autorin

hannipalannis avatar

Ich hab noch nie eine so toll aufgearbeitete Familiengeschichte gelesen. Ist sein Geld mehr als wert - ganz große Empfehlung!

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Inhaltsangabe zu "Heimat"

„Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt?“
Sie lebt seit über 17 Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Und was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. „Heimat“ ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783328600053
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Penguin
Erscheinungsdatum:27.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Andrea-Pehles avatar
    Andrea-Pehlevor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Ein fantastisches und wissenswertes Buch über die deutsche - und persönliche Familiengeschichte der Autorin
    Ein grossartiges Buch!

    Heimat, das ist das Gefühl dass über mich hereinbricht wenn ich von Leer über Oldersum Richtung Emden auf der Landstraße fahre - mit dem Auto oder Rad. Auch Kindheitserinnerungen, wie die Stallarbeit bei meinen Großeltern auf dem Bauernhof bringen ein heimeliges Gefühl. Aber auch der Ostfriesentee und im Winter der Grünkohl mit Pinkelwurst. Und ich liebe den Hamburger Hafen mit seiner Geschäftigkeit, wenn ich es mich vom platten Land gelegentlich in die Großstadt führt. Jeder von euch wird jetzt an das denken, was er/sie mit dem Wort Heimat verbindet.
    Immer wieder in meinem Leben stellte ich mir die Frage, ob ich stolz sein darf, auf dieses schöne Land in dem wir leben und auf die Menschen und ihre unermüdliche Mentalität.
    Auch Nora Krug berichtet in Ihrem Buch HEIMAT von ihrer eigenen Erfahrung mit dem Begriff "Jude" oder Holocaust". Sie dokumentiert viel Wissenswertes über die deutsche Geschichte. Dabei lässt sie auch unschöne Themen nicht aus. Aber auch ihre eigene Familiengeschichte findet Platz in diesem Buch.
    Ich muss gestehen: Ich bin HIN UND WEG von diesem Buch! Es ist eine Art Bilderbuch für Erwachsene, mit so viel Liebe, Fotos und Abbildungen illustriert und unglaublich interessant! Ich musste immer weiter blättern und lesen und irgendwann war die Nacht halb rum. Ich möchte dieses Buch JEDEM empfehlen, aber insbesondere auch den Menschen, die noch wenig Berührungspunkte mit deutscher Geschichte hatten. 

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    Giselle74s avatar
    Giselle74vor 22 Tagen
    Wurzeln

    Nora Krug hat sich mit ihrem Buch einem schwierigen Thema angenähert. Was ist Heimat? Und inwiefern nimmt unsere Herkunft Einfluss auf unser Verhalten? Und speziell für Deutsche: warum fühlen wir uns schuldig für das Grauen, dass unsere Vorfahren verbreitet haben? Und daraus abgeleitet: haben eigentlich die eigenen Vorfahren überhaupt daran teilgehabt? Und wenn ja, wie?
    In den meisten deutschen Familien herrscht Schweigen über die Vergangenheit. Inzwischen ist die "Täter"-Generation in großen Teilen verstorben, direkte Nachfragen zu dem Verhalten im Dritten Reich sind so nicht möglich. Von den Kindern, also unseren Eltern, hört man auch häufig nur wenig: "der Opa war nicht so" oder "die Oma hat es schwer gehabt". Aber was ist denn nun wirklich passiert?
    Nora Krug beginnt nachzuforschen. Sie befragt Familienmitglieder, durchforstet alte Akten, besucht Wohnorte, Archive, Bibliotheken. Und das, was sie herausfindet, bildet die Grundlage für ihr Buch. Dazu kommen Flohmarktfunde, Bilder aus der Zeit, angeordnet unter verschiedensten Gesichtspunkten, Soldaten mit Tieren z.B. oder KZ-Wärterinnen, Zeichnungen, Exkurse zu typisch deutschen Dingen wie Hansaplast oder Brot...
    "Heimat" ist ein ganz besonderes Buch. Gestaltet wie eine Graphic Novel, kommt es leichtfüssig daher, aber es ist kein Leichtgewicht. Es stellt unseren Umgang mit Geschichte in Frage, die Tatsache, dass wir zwar alle Daten und Fakten über die Gesamtvorgänge kennen, aber selten sagen können, welche Geschäfte in unserem Heimatort eigentlich in jüdischem Besitz waren, ob unsere Großväter in der Partei waren, wie der Krieg mit unserem Wohnort umgegangen ist.
    "Ach, lass die Toten doch ruhen", war die Antwort meiner Mutter auf Nachfragen. Gleichzeitig hat sie aber ein ungutes Gefühl, wenn z.B. Deutsche bei der Fußballweltmeisterschaft die Flagge im Gesicht aufgemalt herumtragen, wie alle anderen teilnehmenden Völker auch. Ruhen die Toten dann wirklich?
    Und hilft es uns wirklich weiter, lieber unsere gesamte Vergangenheit pauschal zu verdammen, von den Germanen über das Nibelungenlied bis zur Pickelhaube, weil Teile davon von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke mißbraucht wurden, statt endlich aufzuarbeiten, was eben nicht ein ganzes Volk dazu bewogen hat mitzulaufen, mitzumachen, sondern viele einzelne, individuelle Personen unterschiedlichster Herkunft, meinen Großvater eingeschlossen?
    Nora Krug liefert eine ganze Reihe kluger Denkanstöße ohne zu Dozieren. Sie läßt uns schlicht teilhaben an ihrer persönlichen Suche nach Erkenntnis. Und das macht sie so wunderbar, dass ich ihr ganz viele Leser wünsche, ganz besonders unter den heutigen Schülern. Denn wir sollten unsere Vergangenheit nicht denen überlassen, die sie wieder zu mißbrauchen gedenken.

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    YukBooks avatar
    YukBookvor einem Monat
    Seinen Wurzeln auf der Spur

    Der Begriff Heimat löst bei einigen nicht nur positive Gefühle aus. Die Schriftstellerin und Illustratorin Nora Krug zum Beispiel ist nach Brooklyn ausgewandert und tut sich noch heute schwer mit ihrer deutschen Herkunft. Was genau bedeutet Heimat für sie? Wie hat ihre Familie im Zweiten Weltkrieg gelebt und welche Verantwortung trägt sie für ihre familiären Wurzeln? Das wollte die Autorin genau wissen, begab sich auf Spurensuche und verarbeitete ihre Fundstücke, Erkenntnisse und Gedanken zu einem illustrierten Tagebuch.

    Der ungewöhnlich gestaltete Text- und Bildband enthält sowohl persönliche Erinnerungsstücke wie Fotos und Briefe als auch zeitgeschichtliches Material aus Archiven. Immer wieder ist ihr Gefühl von deutscher Schuld zu spüren, das in ihrer Jugend durch Erlebnisse im Ausland ausgelöst und sich mit den Jahren verstärkt hat. Dann wieder gibt es heitere Abschnitte wie einen Katalog deutscher Dinge, an die sich die „heimwehkranke Auswanderin“ gern erinnert, zum Beispiel Hansaplast Pflaster, die Gallseife oder Wärmflasche.

    Parallel erfahren wir Details, die Nora Krug nach und nach über ihre Familiengeschichte herausfindet. Hier interessiert sie vor allem die Frage nach Schuld und Unschuld von Mitläufern. Anhand der Erzählungen ihrer Mutter versucht sie, den Lebensweg ihres Großvaters zu rekonstruieren, der in Karlsruhe als Chauffeur eines jüdischen Textilhändlers arbeitete und später eine Fahrschule eröffnete. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin bei ihren Recherchen von der Hoffnung getrieben wurde, „entlastendes“ Material zu finden, das die Schuld der eigenen Familie mindert.

    Am meisten bewegt haben mich ihre illustrierten und handgeschriebenen Geschichten im Comic-Stil. In den gezeichneten Gesichtern und Kommentaren spiegelt sich mal das Grauen der Verbrechen, mal das Gefühl von Befangenheit oder Wehmut wider. Ich bewundere die Autorin, die sich in dieser Form der Vergangenheit ihrer Familie gestellt hat, keinen Fragen ausgewichen ist und ein kleines Kunstwerk geschaffen hat.

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    hannipalannis avatar
    hannipalannivor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Ich hab noch nie eine so toll aufgearbeitete Familiengeschichte gelesen. Ist sein Geld mehr als wert - ganz große Empfehlung!
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