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Rusty78

vor 3 Jahren

(29)

Inhalt
Marie wird von ihrem Bruder Richard mit Pius verkuppelt. Das graue Mäuslein mit dem weltgewandten, gutaussehenden Arzt und Wissenschaftler – kann das gutgehen?

Es ist die große Liebe, so empfindet es die liebenswerte, ruhige, naive Marie, die eine schwere Kindheit und wohl deshalb nie lange Beziehungen hatte. Pius liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab, kocht für sie, wird ihr ganzes Universum. Sie merkt nicht, wie er sie von ihrem alten Leben abkapselt, die Kontakte zu ihren Freunden kappt und sie mit seinem absoluten Besitzanspruch immer weiter in eine Abhängigkeit, ja sogar Hörigkeit führt.
Auf einer Reise nach Afrika heiraten Marie und Pius, obwohl Marie mittlerweile Zweifel gekommen sind. Und das Unfassbare passiert: Marie erleidet noch am Hochzeitstag einen Hirnschlag, der ihren ganzen Körper lahmlegt. Pius kümmert sich aufopferungsvoll um sie und wird als ihr Ehemann zu ihrem persönlichen Arzt und Betreuer. Doch was ist, wenn „einer lächeln kann und immer lächeln und doch ein Schurke sein“?

Meinung

Das Buch hat mich mitgerissen, ich habe vor allen Dingen die beiden letzten Abschnitte „Glaube“ und „Hoffnung“ in fast einem Rutsch durchgelesen, konnte es kaum aus der Hand legen.
Anfangs wusste ich noch nicht genau, auf was das Thema hinauslaufen würde.
Pius nutzt ihre Liebe schamlos für seine eigenen Zwecke aus, macht sie quasi zu seinem Versuchsobjekt und setzt sich über ihre klar definierten Wünsche hinweg. Doch welches Ausmaß diese „Forschung“ hat, ist ungeheuerlich.
Mit Marie habe ich festgestellt, dass man sehenden Auges in eine Katastrophe schlittern kann; dass man seine besten Freunde und seine Familie nicht kennt, bis man irgendwann feststellt, wer Freund und wer Feind ist. Wer ist bereit, im Namen der Forschung oder des Ruhms alle Skrupel über Bord zu werfen. Wer hält sich für den Schöpfer oder ist süchtig nach Wissen und Erfolg und lässt dafür andere leiden.

Die Beschreibungen in der Geschichte sind sehr gut, klingen authentisch und lassen mich grübeln. Immer wieder sind kleine Symbole herauszulesen, kleine Andeutungen, die sich später als wichtig herausstellen.

Ich mochte Marie sehr gern, obwohl sie so ein naives Schäfchen ist. Pius kennt ihre Schwachstellen und kann sie so ganz einfach manipulieren. Pius ist ein seltsamer Antagonist… Obwohl er mir spontan unsympathisch war, kann er auch durchaus liebenswert auftreten.
Auch die anderen Personen sind gut charakterisiert, und im Laufe des Buches musste ich manch gefasste Meinung über eine/n Protagonistin/en über den Haufen werfen.

Wissenschaft, Forschung, Macht und Erfolg – wie weit ist man bereit zu gehen?
Was zählt im Leben?

Eine klare Leseempfehlung – 5 Sterne

Autor: Nora Lachmann
Buch: Die Quintessenz von Staub

eskimo81

vor 3 Jahren

@Rusty78

Gute Rezi! Ich wusste doch, dass das ein Buch für Dich ist... :-)

noralachmann

vor 3 Jahren

@Rusty78

Liebe Rusty78,
super. Ich freue mich über die Empfehlung und die ausführliche Rezension. Ich danke auch für das engagierte Lesen.
Übrigens bin ich auch bei den Debütautoren zu finden, falls das von Interesse ist.

Rusty78

vor 3 Jahren

@eskimo81

Danke :) Auf jeden Fall!

Rusty78

vor 3 Jahren

@noralachmann

Aber gerne, ich bin halt immer ehrlich ;-) :-)
Klar, guck ich mir gleich an!

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