Norah Vincent Enthüllungen

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Inhaltsangabe zu „Enthüllungen“ von Norah Vincent

Männer haben es leichter als Frauen – Klischee oder Realität? Was spielt sich wirklich ab in der Männerwelt? Die Journalistin Norah Vincent hat eine höchst ungewöhnliche Feldstudie betrieben: Männer, so ihre Annahme, sind nur da richtige Männer, wo ihnen keine Frau zu nahe kommt, wo sie unter sich sind. Und so schlüpft sie für ein Jahr in die Haut eines Mannes. Nach monatelanger Vorbereitungszeit wird aus Norah Ned. In dieser Rolle versucht die Autorin zu verstehen, was ein Leben als Mann bedeutet. Dabei lernt sie die kumpelhafte Atmosphäre eines Bowlingteams kennen, taucht in die teils drastische Welt der Strip-Lokale und Nachtclubs ein, geht für einige Wochen in ein Mönchskloster und schließt sich einer Männergruppe an, die zu den Wurzeln der eigenen Männlichkeit zurückfinden will. Ein ebenso präziser wie aufschlussreicher Blick in eine der weiblichen Erfahrung normalerweise verborgene Welt. Eine Odyssee, die Norah Vincent mit dem Fazit beschließt: So interessant es war – es ist doch viel besser, eine Frau zu sein!

Ich bin noch nicht ganz durch, aber ich fand das Buch bisher schon klasse. Die Frau hat Mut, kann zudem gut schreiben und scheint aufrichtig zu sein. Sie schreibt mit einer gehörigen Portion selbstkritschen Bewusstseins, was mir gut gefällt. Mal sehen, wie sich die letzten Seiten noch lesen.

— Fisch
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  • Rezension zu "Enthüllungen" von Norah Vincent

    Enthüllungen

    Fisch

    06. February 2008 um 13:47

    Ein unglaubliches Experiment, welches Norah Vincent durchführt: Maskiert als Mann versucht die New Yorkerin herauszufinden, wie Männer leben, wie sie unter sich miteinander umgehen, welchen Belastungen sie ausgesetzt sind auf dem Beziehungs- und Arbeitsmarkt, welchen gesellschaftlichen Zwängen sie unterliegen, wie stark sie von ihrem Sexualtrieb abhängig und beeinflusst sind und wie sehr sie einem Rollenbild entsprechen wollen und müssen, das die Gesellschaft den jeweiligen Geschlechtern ein gutes Stück weit aufdrängt, dem sich zu entziehen für viele unmöglich ist. Je länger Norah alias Ned versucht, eine männliche Identität zu spielen, desto tiefer verstrickt sie sich in diese fremde Rolle und merkt erst zu spät, wie gefährlich ein solches Experiment für die eigene Psyche ist. Ständig mit der Angst beschäftigt, ob eventuell jemand ihre Fassade enttarnen könnte, achtet sie nicht auf die Bedürfnisse ihrer eigenen Persönlichkeit. Ca. 18 Monate lang lebt sie nahezu täglich eine männliche Identität. Verkleidet als Ned macht sie viele interessante Erfahrungen und Entdeckungen, die gleichzeitig die Feministin in ihr versöhnlicher und empathischer mit der Männerwelt werden lassen, die aber auch zu einer Zerrissenheit ihrer eigenen Psyche führen, wodurch sie am Ende einen Nervenzusammenbruch erleidet und gezwungen ist, das Experiment vorzeitig abzubrechen. Bis dahin macht sie Erlebnisse in einer Bowlingfreizeitmannschaft, bei Besuchen in Striplokalen, während diversen Dates mit beziehungssuchenden Frauen, als Außendienstmitarbeiter verschiedener Unternehmen, während eines 3 wöchigen Aufenhalts in einem Mönchskloster sowie monatelang in einer männlichen Selbsterfahrungsgruppe. Nora Vincent schreibt interessant, gut verständlich und in weiten Teilen sehr lustig. Mit ihrem Experiment beweist sie Mut, mit der Art ihres Berichtes ein (auch selbst-!) kritisches Bewusstsein, Wortwitz, eine tolle Beobachtungsgabe und die aufrichtige Bereitschaft, den Komplex, über den sie schreiben möchte, zunächst gründlich zu recherchieren. Sehr gut finde ich ihre Fähigkeit, Vergleiche anzustellen zwischen ihren speziellen Erlebnissen und anderen Begebenheiten alltäglicher Erfahrungswelten. Auffällig ist ihre starkes Engagement und ihre Fähigkeit zur Empathie in männliche Sichtweisen, die teilweise rechtfertigenden Charakter annimmt. Darüber hinaus erkennt sie, welchen Vorurteilen sie in der Vergangenheit auch selbst unterlag, die ihr bisheriges Verhaltensrepertoire Männern gegenüber mit geprägt haben. Ich habe das Buch sehr genossen und zügig durchgelesen. An einigen Stellen habe ich sehr gelacht - an anderen macht es einfach nur sehr nachdenklich. Ich kann das Buch uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen.

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  • Rezension zu "Enthüllungen" von Norah Vincent

    Enthüllungen

    variety

    03. January 2008 um 22:05

    Ein unglaubliches Buch: Norah Vincent (eine Lesbe) schlüpft in die Haut eines Mannes und versucht die Psyche der Männer zu ergründen, indem sie einer Bowlinggemeinschaft, einem Kloster und einer Männergruppe beitritt. Die ersten zwei Drittel des Buches waren äusserst spannend (Umwandlung, erste Gehversuche, Besuch im Striplokal, Annäherungsversuche), anschliessend wird die Lektüre etwas schwerfälliger. Das liegt vielleicht daran, dass sie beginnt vermehrt zu analysieren und ihre eigenen Ansichten zu reflektieren. Das ist leider nur halb so interessant. Was sie allerdings über die "Probleme" der Männer herausfindet, ist zwar nicht neu (für mich als Mann), aber dennoch überraschend. Sie verteidigt nämlich den Feminismus nicht bloss, sondern greift ihn sogar an («... müssen wir eingestehen, dass Frauen dieses System mitbestimmen, indem sie gelegentlich ebenso aktiv wie die Männer daran arbeiten.» - so schreibt sie über das Patriarchat). Ein Buch für Männer UND Frauen.

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