Mit „Marschland“ durfte ich ein weiteres Buch aus der European Essays on Nature and Landscape Reihe lesen. Ich liebe es, wie Natur und Fauna dem Leser auf fast eine romanähnliche Art und Weise nähergebracht werden und man immer noch etwas lernen kann, was man vorher so einfach nicht wusste. Schon das Cover des Buches macht mit seiner grünen Farbe und der flügelschwingenden Gans Lust auf den Inhalt des Buches.
Im vorliegenden Buch geht es um den Bereich, der sich zwischen dem Meer (der Nordsee, bis hoch in den Norden) und dem Land oder quasi als Bindeglied zwischen den beiden befindet, die Marsch oder auch das Marschland genannt. Es ist kein natürlich entstandener Boden. Die Menschen haben durch Entwässerung und dem Bau von Schleusen und Gräben versucht ein Terrain zu schaffen, welches sowohl Tieren einen Nutzen bringt wie auch als nähstoffreicher Boden dem Menschen. Durch den Wechsel von Ebbe und Flut und besonders Sturmfluten, die viele Teile des Landes/Festlandes mit sich gerissen haben, ist es eine Neverending Story bzw. ein ewiger Kampf mit dem Meer, das durch regelmäßige Überflutungen versucht, sich die Marsch wieder zu eigen zu machen…
Entsprechend ist das Marschland schwach besiedelt, auf Föhr z.B. befinden sich nur vereinzelte Aussiedlungshöfe im Marschbereich. Aufgeteilt ist die Insel in die Marschseite im Norden und die Geestseite im Süden…
Aber auch auf dem Festland befinden sich Marschgebiete. Einige sind mittlerweile besiedelt wie z.B. der Bereich um Carolinensiel herum. Durch Deiche wird dieser Bereich geschützt…
Wie schon in den anderen beiden Bänden, die ich gelesen habe, fasziniert es mich immer wieder, wie ein Autor es schafft, Inhalte eines Sachbuches so spannend und interessant zu (be)schreiben, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann! Auch dieses Buch hier ist gespickt mit tollen und anschaulichen Fotos und – was ich besonders liebe – Karten. Auch finden sich am Ende des Buches Tipps des Autors, wo man welche Marschgebiete entdecken kann Außerdem erfahren wir eine Menge über damalige Berufe, historisch bedeutende Menschen, Vogelarten und anderes Getier wie z.B. die Biberratte. So süß sie auch aussieht, ist sie doch eine Gefahr für den Hochwasserschutz, weil sie gerne Löcher in die Deiche gräbt.
Ich könnte hier noch so viel mehr aufzählen, dabei ist es doch viel schöner, wenn ihr selbst alles lest! Es lohnt sich wirklich, ich mag diese Reihe so sehr und man lernt auf eine so anschauliche und unterhaltsame Weise noch eine Menge. Wie ich schon bei „Hügelland“ sagte: Nach der Lektüre sieht man die Natur, hier die Marsch, mit anderen Augen! Man merkt, dass dem Autor dieses Stück Natur sehr am Herzen liegt und er nicht nur in Bibliotheken recherchiert hat, sondern direkt vor Ort!










