1968

von Norbert Frei 
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1968
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Inhaltsangabe zu "1968"

Jugendrevolte und globaler Protest

Die Chiffre »68« steht für ein Jahrzehnt der Rebellion. Nicht nur in der Bundesrepublik, sondern in ganz Europa und rund um den Globus erhob sich damals eine kritische Jugend, einen kurzen Sommer lang sogar hinter dem Eisernen Vorhang. Der eindringliche Überblick stellt die deutsche Studentenbewegung in jenen internationalen Zusammenhang, aus dem heraus vieles überhaupt erst zu verstehen ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423349208
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:08.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Ein sehr empfehlenswertes Geschichtsbuch



    Unter den zahlreichen Büchern, die in diesem Frühjahr, 50 Jahre nach den Ereignissen von 1968, auf dem deutschen Buchmarkt erscheinen, ragt das vorliegende Buch des renommierten Zeithistorikers Norbert Frei auf unterschiedliche Weise heraus. Zum einen ist es ein Buch, das geschrieben wurde von einem Geschichtswissenschaftler, der, 1955 geboren, an den damaligen Ereignissen nicht persönlich beteiligt war. Schon von daher hat er, anders als etwa Götz Aly, Peter Schneider, Gerd Koenen oder Wolfgang Kraushaar, die allesamt mit zum Teil umfangreichen Büchern ebenfalls in den letzten Wochen auf dem Buchmarkt erschienen sind, nicht das Problem, zu erklären, wie er aus heutiger Sicht bestimmte, nach 50 Jahren teilweise totalitär anmutende Erscheinungsformen der "Bewegung" sieht, und vor allen Dingen seine eigenen Reden und Haltungen damals zu rechtfertigen oder sich von ihnen zu distanzieren.

    Zum anderen geht es Norbert Frei darum zu zeigen, dass es eine weltweite Entwicklung gewesen ist, die um das Jahr 1968 herum nicht nur jungen Menschen und vor allen Dingen nicht nur Studenten bewegte. Er beschreibt die Anfänge in den USA und widmet sich dann unter der Überschrift "Ein deutscher Sonderweg ?" der Entwicklung in Deutschland. In diesem Kapitel ist besonders der Abschnitt "Kinder der Verdrängung: Die Geburt einer Generation aus dem Geist der NS-Kritik" lesenswert, in der der ausgewiesene NS-Forscher Frei beschreibt, mit welchen aus heutiger Sicht teilweise abstrusen Thesen damals operiert wurde. Vor allen Dingen ist dieses Kapitel wichtig, wenn man sich mit den Thesen Götz Alys auseinandersetzen will, der in seinem Buch "Unser Kampf" geistige Verbindungen zwischen 1933 und 1968 zieht.

    Weitere Kapitel befassen sich mit der Entwicklung des Protestes in anderen westlichen Ländern, wie Japan und den Niederlanden zum Beispiel und auch mit der Entwicklung im Osten. Denn schon hier werden die ersten Samenkörner gelegt für einen Prozess, der 1989 seinen nur vorläufigen Abschluss fand.

    "1968 war nicht das Jahr, das alles verändert hat, dazu war bereits zu viel im Gang. Aber nach '68' war fast nichts mehr wie vorher. Und in diesem Sinne war '68' überall".

    Mit diesen Sätzen beschließt der Autor ein Buch, das besonders den jungen Lesern empfohlen werden kann und allen, die an den fortgesetzten ideologischen Auseinandersetzungen und den Vorwürfen und Rechtfertigungen, die die anderen erwähnten Bücher doch teilweise dominieren, kein Interesse haben, sondern sich einfach informieren wollen, wie es dazu kam, dass sie so leben und so leben können wie sie es heute tun.
    Ein sehr empfehlenswertes Geschichtsbuch, übersichtlich, leicht verständlich und dennoch mit einem ausführlichen weiterführenden Apparat ausgestattet. Hier liegt es, 10 Jahre nach seinem ersten Erscheinen, in einer aktualisierten und erweiterten Neu

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    Vielhaber_Juergenvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: unbedingt zu empfehlen
    68er reloaded

    Auch in diesem Jahr stehen versciedene Jahrestage an.Dienen sie nur zum Ablenken von eigentlichen problemen, ist es schwierig.
    Bei 68 war bereits zum 40.Jahrestag viel geschrieben worden.
    Auch das vorliegende Buch erschien erstmals 2007.
    Wie sinnvoll und aktuell die Neuauflage ist, zeigen die gefährlichen Äußerungen Dobrindts über 68er.
    68 beginnt schon zu Beginn der Sechziger mit Protesten von Studenten wie von Schwarzen, beginnend in den USA, dann nach und nach in der ganzen westlichen Welt.Doch auch die bitteren Ereignisse in der Tschechoslowakei, Polen und natürlich der DDR.
    Berührend ,wie Frei an den Moment des Mitreißens erinnert, "die ehrlich empfundenen großen Worte, die tiefen Gefühle und die aufrichtige Empörung..." Für eine kurze Zeitspanne schien alles möglich.
    Auch die Schattenseiten erspart Frei uns nicht, insbesondere der Todestrip,auf den sich erst die Tupamaros W-Berlin und München, kurze Zeit später RAF und B2J. begaben.
    Letztlich sind es vor allem die alltagsweltlichen Veränderungsprozesse, die damals auf den Weg gebracht wurden.
    Frei endet mit einem Überblick zum Forschungsstand.
    Nicht nur historisch Interessierten ist dieser gut verständliche Band sehr zu empfehlen!

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