Norbert Gstrein Die ganze Wahrheit

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Inhaltsangabe zu „Die ganze Wahrheit“ von Norbert Gstrein

Ironisch brillantes Vexierspiel Heinrich Glück, Verleger in Wien, lernt die junge, exzentrische Dagmar kennen und verbringt seine letzten Jahre mit ihr. Sie ergreift Besitz von ihm, und als er stirbt, soll er endgültig ihr Eigentum werden: Sie schreibt ein Buch über seinen Tod. Ein brillantes Vexierspiel um eine Frau, die nur an eine Wahrheit glauben will: ihre eigene.

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  • Rezension zu "Die ganze Wahrheit" von Norbert Gstrein

    Die ganze Wahrheit
    Birgit_M

    Birgit_M

    22. February 2011 um 22:54

    Heinrich Glück ist Inhaber eines kleinen, wenig erfolgreichen, Literaturverlages in Wien, der lediglich vom grosszügigen Erbe seiner Frau am Leben erhalten wird. Bereits im Herbst seines Lebens lernt Heinrich Glück, noch nie ein Kind von Traurigkeit, die um einiges jüngere Dagmar kennen. Anders jedoch als bei seinen vorhergehenden Affären, verlässt er für sie seine Frau und heiratet sie wenig später. Nachdem er sie seinen Angestellten als die neue Frau an seiner Seite präsentiert hat, kommt insbesondere einem unter ihnen, dem Ich-Erzähler dieses Romans und Lektor des Verlags, immer öfter die Aufgabe zu, als Dagmars Unterhalter und Aufpasser zu fungieren. Er begleitet sie auf ausschweifende Shopping-Touren und Saufgelage und liefert sie mehr als einmal nach solchen durchzechten Nächten in höchst desolatem Zustand wieder in die eheliche Villa. Zudem beschreibt er, wie Dagmar sich als Frau an der Seite Heinrich Glücks in eine verwöhnte, gelangweilte Ehefrau verwandelt. Und wie sie schliesslich systematisch die Kontrolle im Verlag an sich reisst. Wie sie, indem sie glaubt „die ganze Wahrheit“ über einzelne Personen und Mitarbeiter entdeckt zu haben, diese durch ein geschicktes Netz aus Gerüchten und Halbwahrheiten aus ihrem Weg räumt. So ergeht es schliesslich auch dem Erzähler, dem, nach Heinrich Glücks Tod die Aufgabe zukommt, dessen Nachlass zu sichten. Während er dies tut, schreibt Dagmar, wie bereits am Grab ihres Mannes angekündigt, an dessen „Nachruf“. Ein Buch, das ob seiner Schamlosigkeit und der darin enthaltenen Verdrehung der Tatsachen den Autor veranlasst, seine Sicht der Dinge, sprich „Die ganze Wahrheit“ niederzuschreiben. Natürlich weiss man, wer die Vorlage liefert für die Hauptpersonen dieses Buches, auch wenn der Rahmen der Handlung vom deutschen Literaturzentrum Frankfurt am Main in das österreichische Wien verlegt, der ehrwürdige Suhrkamp-Verlag in einen kleinen, unbedeutenden Wiener Verlag verwandelt, aus einem der bedeutendsten und erfolgreichsten Verleger des deutschsprachigen Raumes, Siegfried Unseld, der Lebemann und leidliche Verleger Heinrich Glück gemacht wird. Man muss nicht die unzähligen Artikel in den Feuilletons der deutschsprachigen Presse gelesen haben, um in der (blonden) Dagmar Glück, Siegfried Unselds zweite Ehefrau, die (dunkelhaarige) Ulla Berkéwicz-Unseld wieder zu erkennen. Hinreichend wurde schon vor Erscheinen von Gstreins Buch über die Parallelen zwischen der fiktiven Dagmar und der reellen Verlegerwitwe berichtet. Angeheizt von dieser Vorabberichterstattung, erwartet man sich dann auch ein wahres Enthüllungsbuch. Zumal auch die wortreiche Einleitung des Romans, gleichsam eine Kampfansage an den klagewütigen Anwalt Dagmar Glücks, Dr. Mrak, der auch ansonsten im Buch häufige Erwähnung findet, zu solcher Hoffnung Anlass gibt. Vergeblich, leider. Denn was folgt, ist eine Aufzählung bereits bekannter Macken, Vorlieben, Gewohnheiten und Eigenheiten der Hauptperson. So sind weder der Dagmar zugesprochene Hang zum Okkultismus, ihr merkwürdiges Gebaren um ihr Alter und ihre Herkunft sowie ihre wenig erfolgreichen Bemühungen, sich als Autorin einen Namen zu machen, und die Häme, die sie dafür vom deutschen Literaturbetrieb einstecken musste, Eigenheiten und Besonderheiten, die der Öffentlichkeit bisher verborgen blieben. Wir haben er hier also nicht mit einer schonungslosen Abrechung zu tun, sondern vielmehr mit einer Auflistung altbekannter Tatsachen und Gerüchte. Nichtsdestotrotz ist „Die ganze Wahrheit“ von Norbert Gstrein ein unterhaltsamer, angenehm und flüssig zu lesender Roman hat man einmal die anfängliche Enttäuschung seiner skandalhungrigen Erwartungen überwunden. Merhr Rezensionen von mir gibt es unter: http://me-book-bm.blogspot.com

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