Norbert H. Platz
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Was ihr wollt
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Inhalt
Die junge Viola strandet nach einem Schiffbruch in Illyrien, wo der unglücklich verliebte Herzog Orsino hartnäckig die Gräfin Olivia umwirbt.
Als Viola sich als Junge ausgibt, bei Orsino unterkommt und in seinem Namen um Olivia wirbt, obwohl sie selbst in Orsino verliebt ist, wird das Chaos perfekt.
Meinung
"Was ihr wollt" war mein erstes Shakespeare-Stück und ich muss sagen: Ich fühle mich eigentlich kaum in der Lage, es zu bewerten.
Nicht viele Autoren sind so weltberühmt wie Shakespeare. Seine Werke werden in tausenden Städten aufgeführt und wurden gefühlte tausendmal verfilmt und beinahe jeder kennt die Geschichte von Romeo und Julia, die vielleicht seine berühmteste ist.
Ich konnte mit ihm nie so viel anfangen, da mir die Sprache in seinen Stücken viel zu schwer war, aber nun habe ich mich doch mal an "Was ihr wollt" gewagt. Das Problem ist, dass man die meisten Dinge, die ich zu bemängeln habe, nicht wirklich allgemein bemängeln kann, da sie eher meine persönlichen Probleme sind. Allerdings kann ich sehr wohl etwas zur Ausgabe sagen (Ich habe die stinknormale Reclam-Ausgabe ohne besonderen Anhang.)
Daher wird meine Rezension also sehr, sehr, sehr subjektiv und ich möchte schon mal darauf hinweisen, dass sie für Shakespeare Fans überhaupt keine Hilfe sein wird.
Ich habe mit Absicht eine Komödie gewählt, da ich keine dieser Geschichten mag, in denen am Ende "alle" sterben, sondern eher nach Unterhaltung gesucht habe. Unterhaltsam war "Was ihr wollt" auch definitiv. Die Verwicklungen der Geschichte sind teilweise aberwitzig (aber witzig ;)), besonders die Dialoge mit dem Narren sind große klasse und die Streiche von Maria und Sie Toby, die nicht direkt mit der Haupthandlung zu tun haben, ebenfalls eine tolle Idee, über die ich sehr oft sehr schmunzeln musste. Außerdem macht Shakespeare sich, wie man zum Beispiel an Malvolio sieht, auch über bestimmte Arten von Menschen lustig, die man vielleicht selbst so oder so ähnlich aus dem Alltag kennt.
Der "Preis", den man bei einer Komödie zahlt, ist dann offensichtlich die Tatsache, dass die Handlung teilweise an den Haaren herbeigezogen und nicht sehr glaubwürdig wirkt oder sich viel zu schnell, was aber auch teilweise an den Vorlieben der Menschen zu Shakespeares Zeiten liegen kann. Ich zum Beispiel kann mir nicht vorstellen, dass man Viola in Männerkleidern auf einmal nicht mehr ansieht, dass sie eigentlich eine Frau ist, oder dass sie Orsino wirklich liebt (Den Grund dafür habe ich ohnehin nicht verstanden.). Das war damals aber offenbar in vielen Geschichten üblich.
Mit der Sprache habe ich mich, insbesondere wenn die Menschen, z.B. Orsino,förmlicher gesprochen haben, auch des Öfteren schwergetan und musste manche Sätze mehrmals lesen und habe sie teilweise immer noch nicht verstanden. Immerhin gewöhnt man sich mit der Zeit an Shalespeares Stil, einfach ist er für jemanden, der sonst eher moderne Literatur liest, jedoch trotzdem nicht zu verstehen.
An meiner Ausgabe des Stücks haben mich insbesondere die Anmerkungen außerdem extrem gestört. Bei gut 50 Formulierungen (auf 80 Seiten) wird man per Fußnote auf den Anhang verwiesen, wo kleine Ungenauigkeiten zwischen Original und der vorliegenden Übersetzung aufgelistet sind. Teilweise, z.B. bei Wortspielen, die man nicht übersetzen kann, war das ja recht sinnvoll, an vielen anderen Stellen, insbesondere denen, wo die Übersetzung komplett andere Wörter verwendet als das Original, habe ich mich gefragt, warum man das Stück nicht gleich neu übersetzt oder zumindest die Fehler in der Übersetzung korrigiert. Das hätte sicher nicht mehr Arbeit gemacht, als alle Fehler aufzulisten, und mir als Leser hätte das Lesen mehr Spaß gemacht, weil ich dann nicht dauernd hätte nach hinten Blättern müssen, nur um zu wissen, wie der Satz den richtig heißen würde.
An sich würde ich jedem Shakespeare-Neuling außerdem eher eine Ausgabe mit mehr Hintergrundinformationen, z.B. über die Zeit oder den Autor, empfehlen, damit man u.a. zeitgenössische Anspielungen und an sich den Aufbau des Stücks besser versteht.
(Sehr, sehr subjektives) Fazit
Als mein erstes Stück von Shakespeare war "Was ihr wollt" für mich eine interessante und oftmals durchaus unterhaltsame Erfahrung. Mit der Sprache habe ich mich jedoch schwergetan und einige damals vielleicht beliebte Elemente der Komödie erschienen mir sehr albern. Außerdem hatte ich aufgrund nerviger Übersetzungsfehler Problem mit meiner Ausgabe (Reclam), weshalb ich nur 3,5 Sterne vergebe.
Rezension zu "Was ihr wollt." von Norbert H. Platz
''Nun walte Schicksal! Niemand ist sein eigen;
Was sein soll, muss geschehn: so mag sich's zeigen!''
So spricht Olivia, die reiche Gräfin, die sich in den vom Herzog von Illyrien wegen einer Liebesbotschaft zu ihr gesandten Diener Cesario verliebt. Man erkennt in 'Was ihr wollt' an jeder Szene was für ein Genie Shakespeare war. Die Figuren sind lebendig, die Witze und Wortspiele oft derb und hintersinnig und es wirkt dabei so unkompliziert geschrieben, dass man nur staunen kann.
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