Kaltes Land

von Norbert Horst 
4,5 Sterne bei12 Bewertungen
Kaltes Land
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realistisch

Baerbel82s avatar

Folge 3 der Steiger-Serie. Hammer!

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Inhaltsangabe zu "Kaltes Land"

Er hat Macht, er hat Geld, doch seine Identität kennt niemand. Aus dem Dunkel zieht er die Fäden und handelt mit allem, was viel Geld bringt: Drogen, Waffen und Menschen. Sein Glück: Mit dem Flüchtlingsstrom kommen viele Verzweifelte nach Deutschland und müssen abtauchen. Unter ihnen findet er die willfährigen Handlanger für seine Geschäfte. Als einer von ihnen an einem verschluckten Päckchen Kokain stirbt, ermittelt Kommissar Steiger. Steiger, der sich mit seinen Chefs anlegt, der aber Gerechtigkeit will um jeden Preis, auch für die, die offiziell gar nicht existieren. Er wird nicht aufgeben, bis er ihn gefunden hat – den Mann im Hintergrund.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442486175
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:18.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Realistischer Kriminalfall mit sehr detaillierter Beschreibung der Ermittlungsarbeit auf Kosten der Spannung
    Kriminalfall mit sehr detaillierter Beschreibung der Ermittlungsarbeit auf Kosten der Spannung

    Ein junger Mann mit Migrationshintergrund wird in einer Wohnung in einem Dortmunder Problemviertel tot aufgefunden. Sein Körper war regelrecht ausgeschlachtet, die Organe des Verdauungstrakts entnommen worden. Die Obduktion ergibt, dass er an einer Überdosis Kokain verstorben ist und vermutlich eine große Anzahl an Päckchen der Droge geschluckt haben muss, die ihm nach seinem Tod entnommen worden sind. 

    Bei dem Bodypacker handelt es sich um einen Asylsuchenden, der keine Aussicht auf ein Bleiberecht in Deutschland gehabt hätte und der in seiner Verzweiflung bereit war, für einen falschen Pass und genügend Geld zum Leben, sich an einen skrupellosen Drogendealer zu verkaufen. 
    Die Ermittlungen sind durch die falschen Identitäten und die Angst der Flüchtlinge vor Abschiebung sowie der mächtigen Hintermänner des Drogenkartells erschwert. 

    "Kaltes Land" ist der dritte Kriminalroman aus der Kommissar Steiger-Reihe von Norbert Horst, in der Kriminalhauptkommissar Thomas Adam, genannt Steiger, ermittelt. 

    Es ist der erste Krimi des Autors, den ich gelesen habe, was auch ohne Vorkenntnisse der beiden Vorgängerromane problemlos möglich ist. 
    Norbert Horst ist selbst aktiver Polizist, der in zahlreichen Mordkommissionen ermittelt hat. Seine Kenntnisse der internen Polizeiarbeit lassen den Roman sehr authentisch erscheinen. Der Fall um die für Drogengeschäfte ausgenutzten Flüchtlinge ist nach dem Flüchtlingsstrom nach Deutschland im Jahr 2015 brandaktuell. Laut BKA-Angaben sind derzeit ca. 6.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland vermisst. Jeder Asylbewerber sollte bei seiner Einreise nach Deutschland bundesweit registriert und die  Fingerabdrücke abgenommen werden. In diesem Kriminalfall wird das System umgangen und die jungen Flüchtlinge bereits vor der erkennungsdienstlichen Behandlung von den Kriminellen mit gefälschten Pässen ausgestattet, die ihnen einen Aufenthaltsstatus in Deutschland garantieren. Auf diese Weise kann ihre wahre Identität nicht zurückverfolgt werden. Sie selbst machen sich erpressbar und sind den Drogendealern hilflos ausgeliefert. 

    Kommissar Steiger ist für mich ein sehr angenehmer Polizeibeamter, da er nicht - wie in vielen anderen Romanen - als Egozentriker, Held, der sein eigenes Ding durchzieht oder mit zahlreichen privaten Problemen beaufschlagt ist, beschrieben wird. So wirkt nicht nur seine Persönlichkeit, sondern auch der Fall durch die eigenen Erfahrungen des Autors, die zweifellos in den Roman eingeflossen sind, sehr realistisch. 
    Die sehr detaillierte Beschreibung der Ermittlungen mit vielen Kollegen im Hintergrund von Steiger sind aber schon so normal, dass die Spannung des Roman darunter leidet. Zudem wurde die Problematik des kniffligen Falls um die Scheinidentitäten und die gefälschten Dokumente mehrfach wiederholt. 

    Durch Horst gewinnt man einen guten Einblick in die Arbeit eines Kriminalhauptkommissars in einem Fall mit einem sehr interessanten Hintergrund. Der Kriminalfall liest sich authentisch wie ein Zeitungsbericht, war mir jedoch in seiner Detailverliebtheit zu langatmig und konnte mich deshalb nicht allumfassend packen. Ich empfand die Umstände der Flüchtlinge und das scheinbar so einfach durchzuführende Verbrechen wesentlich interessanter, als die Lösung des Falls und wer letztendlich hinter des Missbrauchs der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge für die Drogengeschäfte steckte.

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Hochaktuell und super spannend
    Sehr aktuell und bewegend

    Ein junger Mann wird tot in einem leerstehenden Haus aufgefunden, sein Körper ist regelrecht ausgeweidet worden. Offensichtlich hatte er Drogenpäckchen zum Transport geschluckt und war dann verstorben. Die Ware wollte sich jemand nicht durch die Lappen gehen lassen, und hat die Drogen auf anderem Weg aus dem Körper geholt. Doch wer war der Mann, der so unwürdig aufgefunden wurde? Die Identität lässt sich nicht aufklären, doch es werden Fingerabdrücke auf einem verbliebenen Drogenpäckchen gefunden. Doch die gehören zu einem Mann, der eigentlich seit Jahren tot sein soll. Ermittler Steiger steht vor einem sehr chaotischen Fall, der ihn immer wieder zurückbringt auf das Thema der minderjährigen Flüchtlinge, die in Deutschland alleine ankommen und die, wenn sie verschwinden, niemand vermisst – und die nur schwer identifiziert werden können, wenn sie sich aus Angst vor Abschiebungen gar nicht registriert haben.
    In „Kaltes Land“ thematisiert Norbert Horst auf spannende Weise ein hochaktuelles Thema. Unbegleitet minderjährige Flüchtlinge die nach Deutschland kommen sind häufig völlig auf die Hilfe anderer angewiesen. Die Angst vor Abschiebung ist groß und so trauen sie niemandem und lassen sich im Zweifel lieber von einem Landsmann überzeugen, ihre wahre Identität zu verheimlichen als den deutschen Behörden zu vertrauen. Sie haben auf der Flucht oft Furchtbares erlebt und sollen sich so traumatisiert jetzt alleine durchschlagen. Horst trifft mit seinem Krimi einen Nerv und hat mit Steiger und seinen Kollegen gleichzeitig ein tolles Ermittlerteam entworfen, das einem als Leser sympathisch ist und trotzdem Ecken und Kanten hat. Vor allem führt er auf sehr einfach und gut lesbare Weise die Fehler im System vor, die dazu führen, dass Flüchtlinge wie identitätslose Niemande durch die Lande verschoben werden.
    Mich hat der Krimi „Kaltes Land“ des Autors Norbert Horst sehr bewegt, weil die Geschichte so nah am wirklichen Leben war und so oder ähnlich überall jederzeit passieren könnte. Gleichzeitig verpackt er den kritischen Stoff in einen sehr packenden Krimi, den man nicht mehr aus der Hand legen mag- die perfekte Mischung für ein tolles Buch. 

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    Haverss avatar
    Haversvor 9 Monaten
    Wo ein Leben nichts gilt

    Wer Krimis lesen möchte, die die Wirklichkeit abbilden und die Polizeiarbeit in Deutschland realistisch beschreiben, kommt nicht an den Romanen von Norbert Horst vorbei. Im Gegensatz zu vielen seiner Autorenkollegen beschreibt er keine Superhelden oder denkt sich möglichst viele abartige Mordmethoden aus, sondern hält sich an die Realität des deutschen Polizeialltags. Das mag daran liegen, dass Horst das Berufsfeld aus eigenem Erleben kennt, war er doch viele Jahre „auf der Straße“ als Ermittler tätig. Mittlerweile ist er verantwortlich für Pressearbeit und bildet junge Kollegen aus.

    Es ist ein „Kaltes Land“, so auch der Titel des vorliegenden Kriminalromans, dem dritten Band der Reihe, in der wir Kommissar Thomas Adam, von seinen Kollegen nur „Steiger“ genannt, bei den Ermittlungen im Dortmunder Revier begleiten. Kalt für all diejenigen, die nicht in gesicherten Verhältnissen leben. Kalt für die jungen Menschen, die als Flüchtlinge ohne Begleitung in das gelobte (Deutsch)Land kommen und auf eine bessere Zukunft hoffen. Nicht registriert und allein in einem fremden Land werden sie dann zu einer leichten Beute für kriminelle Elemente, denen ein Menschenleben nichts gilt. Sie geraten in die Fänge von Menschenhändlern, die sie in die Prostitution zwingen. Oder sie werden als Mulis eingesetzt d.h. sie transportieren mit Drogen gefüllte Kondome im Körper, was natürlich nicht ohne Risiko ist, können diese doch jederzeit platzen und den Träger töten. Falls dies geschieht, haben ihre Auftraggeber aber keinerlei Skrupel die Leichname auszuschlachten und die Organe auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Steiger und seine Kollegin Jana setzen alles daran, den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und die Drahtzieher dieses kriminellen Netzwerks ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

    Neben den Beschreibungen der Ermittlungsarbeit gibt es aber noch einen weiteren Erzählstrang in dem der Autor die Perspektive der beiden Jugendlichen Samira und Arjun nutzt, die sich von Afghanistan aus auf den Weg nach Deutschland machen. Er beschreibt die Widrigkeiten, denen sie ausgesetzt sind, die Ängste, die sie haben, die Gefahren, die auf diesem Weg lauern und die sie bewältigen müssen, ehe sie schließlich, wie so viele vor ihnen, in Deutschland ankommen.

    Horst wertet nicht, er schildert die Realität, die so oder so ähnlich für viele Flüchtlinge Alltag ist. Und doch spürt man in jeder Zeile die tiefe Empathie, die der Autor für diese Menschen empfindet. Nüchtern und realistisch schreibt er, und gerade deshalb so beeindruckend glaubwürdig. Ein Kriminalroman, dessen Thematik uns alle angeht. Lesen!

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    Nisniss avatar
    Nisnisvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Dicht, rasant, authentisch brisant und hochspannend
    Das Land der besonderen Farben

    Nach den Strapazen der Flucht stranden unbegleitete, jugendliche Flüchtlinge in Dortmund am Hauptbahnhof. Ihre Verzweiflung und Erschöpfung ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Plötzlich kommt jemand auf sie zu, gewährt ihnen Hilfe an, gibt ihnen zu Essen und zu Trinken und bietet ihnen eine Unterkunft an. In ihrer Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit nehmen sie die Hilfe an, schließlich ist er einer von ihnen und gibt die Hilfe zurück, die er einmal selbst erfahren hat. Voller Dankbarkeit folgen sie ihm, doch dieser Weg führt unwissend sie ins sichere verderben.

    Zeitgleich wird in einem heruntergekommenen Haus im Dortmunder Norden eine jugendliche, männliche Leiche aufgefunden. Schnell ist ersichtlich, dass es sich bei dem südländischen Toten um einen Bodypacker handelt. Das blutige Szenario zeigt einen geöffneten Torso, in dem man einzelne Drogenpäckchen findet. Kommissar Steiger und sein Team nehmen die Ermittlungen auf.

    Der Autor:

    Norbert Horst ist im Hauptberuf Kriminalhauptkommissar und hat in zahlreichen Mordkommissionen ermittelt. Der Autor ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für seinen ersten Roman, "Leichensache", erhielt er den Friedrich Glauser Preis 2004 für das beste Krimidebüt; "Todesmuster" wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2006 ausgezeichnet. "Splitter im Auge", den ersten Roman aus der Serie um Kommissar Steiger, zählte die KrimiZEIT-Bestenliste zu den zehn besten Spannungsromanen des Jahres 2012. (Quelle: Goldmann Verlag)

    Reflektionen:

    Kaltes Land ist ein dicht erzählter Kriminalroman, bei dem die Ermittlerarbeit der Polizei weit in den Vordergrund rückt, ohne die eigentliche Story samt ihrer politisch brisanten Tiefe zu verlieren. So nah am polizeilichen Geschehen kann nur der schreiben, der wie Norbert Horst selbst Kriminalkommissar ist und zahlreiche Erlebnisse und Erfahrungen eigener Ermittlungen aus zahlreichen Mordkommissionen mit in die Geschichte einfließen lassen kann. Diesen Kriminalroman empfehle ich ausdrücklich gern.

    Kaltes Land ist der dritte Teil der Steiger-Krimi-Reihe, der jedoch sorglos, ohne die Vorgänger gelesen zu haben, als stand alone gelesen werden kann. Bereits erschienen sind Splitter im Auge und Mädchenware.

    Nüchtern und ohne jeden Schnörkel erzählt, steigt man mühelos in die Geschichte ein. Dicht an dicht erlebt man die Polizeiarbeit hautnah, während Kommissar Steiger und sein Team atemlos Jagd nach den Tätern machen. Der Kriminalroman spielt in Dortmund und als Dortmunderin genieße ich das Lokalkolorit und doch ist dieser Krimi weit entfernt von jedem Regionalkrimi.

    Norbert Horst greift in seinem Krimi die Problematiken der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge auf, hält sich an Fakten, die uns aus den Nachrichten alltäglich bekannt sind, ohne in Form eines Fingerzeigs die gesellschaftliche Kritik zu bemaß regeln. Und doch präsentiert er dem Leser grausame und menschenunwürdige Details und tiefe, abstruse Einblicke, die uns in der medialen Berichterstattung in dieser Intensität nur selten begegnen.

    Kaltes Land ist nicht nur ein Kriminalroman und eine Geschichte. Kaltes Land erzählt, wie es wirklich ab geht da draußen. Kaltes Land gewährt einen furchtbaren und erschreckenden Einblick, wie Täter aus den Leben der verzweifelten, erschöpften und unbegleiteten Flüchtlinge kaltblütig Kapital schlagen und wie machtlos die bürokratischen Behörden (Polizei, Verfassungsschutz, Staatsschutz, Jugendamt) häufig zuschauen müssen. Spielend leicht vermittelt Norbert Horst in seinem Spannungsroman, wie bürokratische Hindernisse, personelle Engpässe und die mangelnde Zusammenarbeit der Behörden Ermittlungen behindern und geplante Verbrechen nicht rechtzeitig verhindert werden können.

    Die Flüchtlinge, von denen hier die Rede ist, sind nicht registriert. Sie geraten noch vor der behördlichen Registrierung in die Fänge der Täter, die kaltblütig und auf brutalste Weise mit allem handeln was Geld einbringt. Drogen, Waffen und Menschenhandel. Die Dunkelziffer dieser Verbrechen ist nachvollziehbar unüberschaubar.

    Steiger ist ein sympathischer Kerl. Er leistet knallharte Polizeiarbeit, ist ein Meister knackiger Dialoge und er besitzt dennoch eine sehr menschliche, warme Seite und er liebt mit Haut und Haar. Er ist jederzeit bereit, sich mit Vorgesetzten anzulegen, denn er kämpft um Gerechtigkeit und gibt niemals auf. Sein persönliches Schicksal trägt er nicht zu Schau, dementsprechend ist alles Persönliche nur maßvoll in der Geschichte verflochten und doch entschleunigt es die rasante Story angenehm pointiert, um den Leser einmal durchatmen zu lassen.

    Besonders emotional wird es, als Batto, Steigers langjähriger Kollege und Freund, im Dienst einen Täter erschießt. Der sonst so taffe Batto verliert damit seine positive Lebenseinstellung und seine Unbeschwertheit. Eindrucksvoll und authentisch schildert Norbert Horst die innere Zerrissenheit des Freundes und wie die Freundschaft der beiden langsam zu versiegen droht.

    Im Haupterzählstrang suchen Steiger und sein Team die mächtigen, intelligenten Hintermänner in Form akribischer Polizeiarbeit. Eine weitere Perspektive erlaubt es, das Schicksal von den unbegleiteten Flüchtlingen Arjun aus Afghanistan und Samira mitzuerleben. Sie erzählt auf hochemotionale Weise von der Flucht, von ihren Ängsten, Nöten und von Missbrauch, bis sie letztendlich in Dortmund ankommen und diese Perspektive auf dramatische Weise mit dem Haupterzählstrang verschmilzt.

    Fazit und Bewertung:

    Kaltes Land ist ein authentischer, dicht erzählter Polizeikriminalroman mit Tiefe, wie ich ihn schon lange nicht mehr gelesen habe. Intelligent verschnürt paart sich die rasante, kriminalistische Geschichte mit der brandaktuellen Thematik der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge, die völlig erschöpft in Deutschland ankommen und in die Fänge kaltblütiger Verbrecher geraten. Norbert Horst überzeugt mühelos, in einem angenehm nüchternen Stil. Hochspannende Lesestunden sind garantiert und sie klingen auf Grund der erschreckenden, authentischen Geschichte noch lange nach.

    ©nisnis-buecherliebe

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Authentische Ermittlergeschichte über das Geschäft mit Asylsuchenden. Das Erschreckende: Nicht alles ist erfunden.
    Sehr authentische Ermittlergeschichte über das Geschäft mit Flüchtlingen

    Der sympathische Kommissar Steiger ermittelt im dritten Band der Steiger-Reihe im illegalen Geschäftsfeld von Flüchtlingen. Denn mit heimatlosen Hilfesuchenden lässt sich durch Angst und Hoffnung verdammt viel Geld verdienen.
    Die Löcher im System machen es möglich und so sammeln Menschenfänger, die mit Scheinidentitäten Asylsuchende aufgabeln, nächste Opfer. Manche dienen als Bodypacker zum Transport von Drogen, von anderen werden Organe verkauft oder ins Rotlicht verschachert.
    Ein sehr authentisch zu lesender Ermittlungsstrang führt den Leser in die Schattenwelt des Asylgesetzes. Denn viele der Asylsuchenden geben falsche Namen an, bekommen von den Menschenfängern weitere Scheinidentitäten und so ist es für Steiger schwierig, die Identität der aufgeschlitzten und ausgenommenen Leiche festzustellen, die in der Nordstraße aufgefunden wurde.
    Steigers Ermittlung zeigt dem Leser viele Probleme, vor denen Kommissare stehen, wenn sie im Flüchtlingsmilieu ermitteln. Das liest sich verdammt realistisch und verdammt realistisch ist auch das Thema. Denn Organhandel und Missbrauch von Flüchtlingen als Drogenkuriere gibt es auch in der Wirklichkeit.

    Sehr gesellschaftskritisch wird das Flüchtlingsthema angepackt. Denn alles kommt vor. Ablehnende Figuren, die das "Asylantenpack" lieber gestern als heute abschieben wollen und in jedem männlichen Flüchtling einen Massenvergewaltiger sehen, aber auch Figuren, die um jeden verschwundenen Flüchtling Tränen vergießen und täglich mit den Schwierigkeiten der Systemlöcher zu kämpfen haben.
    Auch Flüchtende werden gezeigt, wie die Flucht von Arjun und Samira und wie leicht es für Menschenfänger ist, solche Hilfesuchende abzufangen und mit ihnen Geld zu verdienen. Und das auf eine sehr glaubwürdige Art.

    Verdammt realistisch liest sich das Buch, mit einem überzeugenden, authentischen Ermittlungsstrang. Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch nachdenklich stimmt, ob das System, so wie es ist, gut oder nur gut für illegale Einnahmequellen ist. Lesetipp!

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    Z
    zbaubfvor einem Monat
    Kurzmeinung: realistisch
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    Baerbel82s avatar
    Baerbel82vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Folge 3 der Steiger-Serie. Hammer!
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    Gruenentes avatar
    Gruenentevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr realistischer Krimi, der auch den tatsächlichen Alltag der Kriminalpolizei beschreibt.
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    B
    Babygirlvor 4 Monaten
    Liserons avatar
    Liseronvor 8 Monaten

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