Sie sollen Freude spenden und "unsere Esstische als auch unser Beisammensein mit Schönheit schmücken", heißt es weiter. Wenn man erst einmal die verschiedenen Grundteige beherrscht, die in diesem Buch beschrieben werden, dann kann man die Gäste zum Beispiel auffordern, sich ihren Teig selbst zu belegen. Gemeinsam zubereiten, gemeinsam essen. Und das Ganze als Ereignis auffassen – das ist die Grundidee hinter diesem schönen Backbuch. Selbstverständlich kann man es auch verschenken, dann kennt sich der Beschenkte bald selbst aus, was das gemeinsame Backen in Zukunft noch schöner machen kann.
Man findet in diesem Buch 52 Rezepte für Tartes, nach Jahreszeiten geordnet und - zugegeben - nicht selten ziemlich exotisch. Aber hier geht es nicht um Perfektion, sondern nur um Ideen. Hat man das, was einem in diesem Buch gefällt, probiert und eigene Erfahrungen gesammelt, dann wird man genügend eigene Ideen für einen Tarte-Abend entwickeln können. Insofern ist dies auch ein Buch für kreative Menschen, die Spaß an Neuem haben.
Norbert Krüger

Lebenslauf
Alle Bücher von Norbert Krüger
Das Ende der Leichtigkeit
Die Einsamkeit des Künstlers: 16 Kurzgeschichten
Christmas Blues: Geschichten für Weihnachtshasser
Tartes
V.I.P
Die schönste Sache der Welt
Neue Rezensionen zu Norbert Krüger
Es gibt Bücher, die wirken nach, die nehmen mich mit in ihre Welt. Das Buch „Das Ende der Leichtigkeit“ von Norbert Krüger ist für mich so ein Buch.
Die Personen: Stefan, Suzanne, Larbaud u.a.
Die Schauplätze: Paris, Hamburg, Korfu
Die Geschichte: Für mich die Geschichte Stefans, der sich auf eine Reise begibt, die so ganz anders sich entwickelt, als er es sich vorgenommen und vorgestellt hat. Und das kommt so:
Sowohl Stefan als auch Suzanne leben ihre Leben mal in Hamburg und mal in Paris. Stefan lernt Suzanne kennen, als er sie im Auto von Hamburg nach Paris mitnimmt. Schon während dieser Fahrt fällt ihm ihr bisweilen widersprüchliches und unberechenbares Verhalten auf, so reagiert sie ängstlich und misstrauisch, als er - für sie unvermittelt - von der Autobahn auf die Landstraße wechselt und kann aber wenig später völlig selbstbewusst und resolut Stefans Musik ausschalten und dafür Kassetten ihrer gänzlich anderen Musik einlegen. (Kurze Zwischenbemerkung: Es lohnt sich, den Roman nicht nur zu lesen, sondern sich auch mit der erwähnten Musik zu beschäftigen. Dafür hat Norbert Krüger auf der Homepage des Buches (www.das-Ende-der-Leichtigkeit.de) eine Seite über die im Buch erwähnte Musik eingerichtet mit Hintergrundinformationen und Playlist). Dieses – für Stefan nicht verständliche - Verhalten Suzanns reizt ihn, sie näher kennenlernen zu wollen und veranlasst ihn, nach seiner Rückkehr nach Hamburg, Kontakt zu ihr aufzunehmen und sich mit ihr zu verabreden. Obwohl sie sich mehrmals treffen, ändert sich nichts an ihrem bisweilen schroffen, distanzierten Verhalten ihm gegenüber, bis zu dem Moment, als sie sich öffnet und ihm die Geschichte ihrer Vergewaltigung erzählt, einige Jahre zuvor, während eines Urlaubs auf Korfu. Mit so einer Geschichte hat er nicht gerechnet. Nach dem ersten Schock entschließt er sich, gegen den Widerstand von Suzanne und trotz des Risikos, die gerade beginnende Freundschaft zu verlieren, nach Korfu zu reisen und den Täter zu stellen.Was für eine Idee! den Vergewaltiger nach 3 Jahren zur Rechenschaft ziehen zu wollen Hat schon jemals ein Mann so eine Idee auch in die Tat umgesetzt? Gedacht? Sicherlich. Gewünscht, phantasiert? Auch. Aber den Rachegedanken und der Wut gefolgt – nach so langer Zeit und nicht direkt Betroffener?
Stefan jedenfalls entscheidet sich für diese eine, von sicherlich mehreren, denkbaren und möglichen, Reaktionen. Und damit gibt der Autor Norbert Krüger den Lesern die Möglichkeit, Stefan sozusagen die eigenen Gefühle der Hilflosigkeit und der Wut mit auf diese Reise zu geben und zu sehen, was passiert. …. Es passiert einiges: Überraschendes, Naheliegendes und weniger leicht Nachvollziehbares. Dabei wird Stefan mit sich selbst konfrontiert und begegnet bisher unbekannten Aspekten und Brüchen seiner Persönlichkeit.
Ohne mit Schuldzuweisungen zu arbeiten, erzählt dieser Roman, nicht nur unterschiedliche Umgehensweisen mit einer Vergewaltigung und ihrer Geschichte, so wie sie im Leben eben auch vorkommen können, sondern zeigt auch die Unfähigkeit vieler Menschen, die Gefühle des Opfers und die eigenen auszuhalten und zugewandt und angemessen zu reagieren. Und ich als Leser oder Leserin kann, wenn ich möchte, mich in meinen Gedanken tiefgehender mit einzelnen Aspekten beschäftigen und selber Antworten, Einstellung finden. Das Buch liefert keine fertigen Antworten oder gar moralische Wertmaßstäbe.
Faszinierend finde ich, mit welcher Leichtigkeit, und dabei ist das gar nicht leicht, Schlichtheit und Selbstverständlichkeit der Autor philosophische Gespräche formuliert. Norbert Krüger ist, wie ich finde, ein schönes Buch gelungen, in einem gefälligen Stil geschrieben, bisweilen auch mit einer humorvollen Distanz, und es gefällt mir sehr.
Die Kurzgeschichtensammlung „Einsamkeit des Künstlers“ von Norbert Krüger beinhaltet sehr unterschiedliche Geschichten – und das macht den Reiz dieser Lektüre aus.
Manche von ihnen beschreiben skurrile, unkonventionelle oder auch bekannte Versuche und Ideen, auf die Menschen kommen können, um aus ihrer Einsamkeit herauszufinden oder sie nicht mehr zu merken. Es gibt aber auch Geschichten, die erzählen, was passiert, wenn Beziehungen nicht gelingen, weil sie vorzeitig und plötzlich durch einen Unfall enden, oder weil Sprachlosigkeit beide aus ihrer Beziehung heraus treibt, oder auch, weil seelische und körperliche Verletzungen, Traumata der Kindheit in die Gegenwart wirken und Beziehungen stören.
Einige möchte ich exemplarisch hervorheben.
Die erste Geschichte („Unerwartete Begegnung“) und die letzte („Der gefallene Baum“) bilden den Rahmen/die Klammer dieser Sammlung durch ihr gemeinsames Thema: Beziehung zu sich selber. In der abschließenden Geschichte („Der gefallene Baum“) führt eine Traumreise den Protagonisten zu seinem persönlichen Trauma zurück. Dies ermöglicht es ihm, mit sich selbst und seiner Geschichte ins Reine zu kommen und seinen „Lebens-Schatz“ zu finden.
Am Beginn dieser Klammer steht die Geschichte „Unerwartete Begegnung“ , in der ein Erwachsener sich den Fragen seines Kind-Ichs stellt und so überprüft, was aus den Träumen und Ideen der Kindheit geworden ist. Am Ende sagt er zu seinem Kind-Ich und damit zu sich selbst als Erwachsenen: „Freue Dich über jeden Fehler, den du machen wirst. Du lernst durch deine Fehler.“ Mit dieser Lebenseinstellung versöhnt er sich mit sich selbst und kommt mit sich ins Reine.
Diesen Satz verstehe ich aber auch gleichzeitig als Motto dieser Sammlung, denn ein Aspekt dieser Geschichten sind eben auch die Fehler, die Menschen machen können auf ihrem Weg zu glücklichen Beziehungen. Und dann kann es ein Trost und entlastend sein, zu akzeptieren, dass Fehler zum Leben dazu gehören.
Entlastend kann es ebenso sein, wenn es gelingt, auch mal die Perspektive zu wechseln. So ein Perspektivwechsel wird in der zweiten Geschichte anschaulich erzählt.
Katzenliebhaber haben sicherlich ihren Spaß an der zweiten Geschichte, zumal Katzen bisweilen ja durchaus wirken, als machten sie sich so ihre eigenen Gedanken über unser Menschen-Verhalten. In der Geschichte „Mein Zweibeiner ist rollig“ wird aus der Sicht einer Katze das Paarungsverhalten von uns Menschen belustigt und befremdet betrachtet und kommentiert: die Katze hat so ihre ganz eigenen Vorstellungen einer passenden Partnerin für ihren Zweibeiner und auch eigene Möglichkeiten dies deutlich zu machen. Wie einfach ist es doch in der Katzenwelt.
Aus einer beobachtenden, schmunzelnden Distanz heraus scheinen die Lösungsversuche der Protagonisten in den leicht zu lesenden Geschichten „Lonely Wolf“ und „Annäherung …“ geschrieben zu sein.
Der eine „leiht“ sich das Kind einer Freundin aus, um Mütter mit Kindern kennenzulernen, weil von ihnen kein Kinderwunsch und damit Verbindlichkeit „droht“ und der andere nutzt sein Wissen über neurobiologische, chemische Reaktionen bei Frauen, um sein Flirtjunkie -Bedürfnis zu stillen.
Leicht zu lesen sind aber auch die Geschichten, die gut ausgehen, in denen die Protagonisten selber oder mit Hilfe eine Lösung finden, bspw. aus ihrer Beziehungs-Einsamkeit herauszukommen, wie in der Geschichte „Altherrensommer“. Da wird Karl eines Tages von seinem Nachbarn mit der Frage konfrontiert: Welche Hobbys hattest Du vor deiner Ehe?“ und auch noch mit Eintrittskarten zum Spiel seiner früheren Lieblings-Fußballmannschaft. So findet Karl nach und nach aus dem gleichförmigen, sprachlosen Zusammenleben mit seiner Frau zu seinen aufgegebenen Hobbys und seiner verlorenen Lebendigkeit zurück. Aber das bleibt nicht folgenlos.
Eine Lösung finden auch die Protagonisten der Geschichten „Wenn es Nacht wird“ und „Novemberregen“. („Gott sei Dank“ möchte man fast sagen.) Aber in beiden Geschichten müssen sie dafür bis an den Rand ihres Lebens gehen, um dort einen Weg, eine Aufgabe zu finden, die zu ihrem Wendepunkt wird.
In den Krimi-artig geschrieben Geschichten „Claudia“ und „Wie damals“ verzweifeln die Protagonisten an dem Druck ihrer immer wieder erlebten Minderwertigkeit, ob interpretiert oder von den Eltern immer wieder vermittelt. Sie verschaffen sich Entlastung von diesem Druck durch den alles beendenden Mord. Allerdings passiert in der Geschichte „Claudia“ nach dem Mord noch etwas völlig Unerwartetes, was die Geschichte für mich zu einer besonderen macht
In der titelgebenden Geschichte „Die Einsamkeit des Künstlers“ treibt der international bekannte Cellist Wolfgang seine gefühlte Einsamkeit auf die Spitze. Trotz einer Vielzahl wechselnder Beziehungen - neben seiner Ehe und Familie - empfindet sich dieser Cellist als einsam.
Jeder Seitensprung auf seinen Konzertreisen ist für ihn ein „Aufatmen in der klaustrophobischen Einsamkeit des ständig reisenden Künstlers“. Er kokettiert mit der Einsamkeit, für ihn ist sie also ein Spiel und gleichzeitig der „Türöffner“ und die Rechtfertigung für seine Seitensprünge.
Mein Resümee:
Beim Lesen der Geschichten sind Bilder in mir entstanden. Mit und in diesen Bildern konnte ich abtauchen in die eigene Welt der jeweiligen Geschichte. Und sie haben mich gefühlsmäßig angesprochen – mal mehr und mal weniger – aber dadurch konnte ich die Geschichten miterleben und mich bspw. mit Karl freuen, wie er aufblüht und seine Lebensfreude wiederentdeckt („Altherrensommer“), ich konnte mit Klaus Unger um seine verunglückte Frau trauern, befürchtete das Schlimmste und war erleichtert, als das nicht eintrat („Novemberregen“).
Ein bisschen belächelt habe ich die eher hilflos anmutenden Versuche, Beziehungen auszuweichen („Lonely wolf“; „Annäherung…“).
Ich finde, es lohnt sich, diese Geschichten zu lesen – nicht nur einmal.
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