Norbert Leithold

 3.8 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Herrliche Zeiten, Friedrich II. von Preußen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Norbert Leithold

Herrliche Zeiten

Herrliche Zeiten

 (8)
Erschienen am 12.10.2015
Friedrich II. von Preußen

Friedrich II. von Preußen

 (1)
Erschienen am 06.10.2011
Graf Goertz. Der große Unbekannte

Graf Goertz. Der große Unbekannte

 (0)
Erschienen am 26.02.2010
Herrliche Zeiten

Herrliche Zeiten

 (0)
Erschienen am 03.03.2014

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Hollysmums avatar

Rezension zu "Herrliche Zeiten" von Norbert Leithold

Fulminante Familiengeschichte
Hollysmumvor einem Jahr

Dieser Epos erzählt uns von der Familie Kypscholl die im aufstrebenden Nazi-Deutschland versucht etwas vom großen Kuchen abzubekommen. Vater Hermann Kypscholl leitet eine Rasierapparat-Firma die aber neuerdings auch Wehrmacht Uniformen produziert. Mutter Elisabeth ist eher der Musik zugetan,genauso wie Sohn Otto. Für den ist ebenso die Malerei ein großer Traum,doch der Vater will nichts davon wissen. Tochter Anna studiert die Rassenkunde und will herausfinden wie sich die "Zucht" des arischen Volkes voran bringen lässt.
Im Zuge des Krieges erleben alle Mitglieder der Familie schlimme Dinge mit denen sie Mal mehr,Mal weniger umzugehen wissen. 

Es war wahnsinnig schwer für mich den Einstieg zu finden. Ein Buch ohne wörtliche Rede ist im Normalfall nicht mein bevorzugtes. Doch in diesem Fall interessiert mich die Entwicklung der Familie Kypscholl. Von der tugendhaften und Rechtschreibung Anna,dem Rebell Otto,der ewigen Dame Elisabeth und nicht zuletzt Hermann. Es hat sich gelohnt durchzuhalten. Die Charaktere sind äußerst kraftvoll und ausdrucksstark. Oft habe ich den Kopf geschüttelt wegen als des Starrsins, dem Hass und der Ignoranz. Lesenswert,aber nur mit Ruhe und Konzentration!

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S

Rezension zu "Herrliche Zeiten" von Norbert Leithold

Viel Recherche, wenig Plausibilität
shitesitevor 3 Jahren

Norbert Leithold, der sich nach seinem letzten Roman Viertes Deutschland (1992) auf historische Recherchen und Sachbücher verlegt hatte, besticht auch hier mit einem Werk von enormer Recherchetiefe. Es gibt Witze, Stars und Sternchen sowie Produkte aus der jeweiligen Zeit, der Autor beweist ein gutes Gespür für die Sprache der NS- und DDR-Ideologien, ihre verführerische Kraft, ihre perfiden Argumentationsweisen. Er wählt zudem eine recht distanzierte Erzählweise („Da kommt der Historiker durch“, sagt er), die Herrliche Zeiten gut zu Gesicht steht.

Aber er schafft es nicht, dieses Buch echt wirken zu lassen. Die Handlung wirkt – vor allem wegen der vielen arg unglaubwürdigen Schicksalswendungen und Begegnungen – wenig plausibel, überfrachtet und reißbrettartig. Immer will er den maximalen Effekt, und daran leidet dieser Roman, der die Geschichte einer Berliner Familie von 1939 bis 1967 erzählt, enorm. http://www.shitesite.de/2015/07/01/durchgelesen-norbert-leithold-herrliche-zeiten/

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angi_stumpfs avatar

Rezension zu "Herrliche Zeiten" von Norbert Leithold

Das Durchhalten hat sich gelohnt...
angi_stumpfvor 4 Jahren

Die Geschichte:
Zunächst lernen wir die Familie Kypscholl kennen und einige Personen aus dem Bekanntenkreis. Der 2. Weltkrieg steht vor der Tür und Hermann Kypscholl unterstützt die Pläne und ist bereit, seinen Beitrag zu leisten – und damit nebenbei gut zu verdienen. Auch die Tochter Anna findet ihren Platz und setzt sich begeistert für die Errichtung von sog. “Lebensbornheimen” ein, in denen die arische Rasse herangezüchtet werden soll.
Nur Otto, der seinen Vater Hermann leidenschaftlich hasst, will lieber Maler werden und landet schließlich gezwungenermaßen in der Wehrmacht. Doch dort macht er dank seines Kunstverstandes überraschend schnell Karriere und lernt sogar sein Idol Göring persönlich kennen.
Wir begleiten zunächst Anna und Otto auf ihrem Weg, erleben mit ihnen diverse Höhen und Tiefen im Krieg, persönliche Schicksalsschläge und die Bedeutung wahrer Freundschaften oder Gefälligkeiten, die lebensrettend sein können.
Später dreht sich die Geschichte dann eher um deren Kinder: Regina ist die Tochter von Anna, Otto hat einen Sohn namens Karl, der ihn ebenso leidenschaftlich hasst wie Otto einst seinen eigenen Vater – so schließt sich der Kreis, aber das ist nur ein kleine Parallele von vielen, die Eindruck hinterlassen.

Meine Meinung:
Der Schreibstil hat mir zunächst einiges an Konzentration und Durchhaltevermögen abverlangt, erst ab der Hälfte des Buches hatte ich mich daran gewöhnt und konnte das Gelesene richtig genießen. Es gibt in diesen Sätzen keine hervorgehobene wörtliche Rede, alles wirkt irgendwie gleichförmig ohne besondere Höhen oder Tiefen. Dramatische Szenen, wie ein tödlicher Autounfall, folgen ansatzlos auf Banalitäten, man wird nicht vorgewarnt – wie im richtigen Leben.

“Als Oberscharführer Otto Kypscholl im Frühjahr 45 in die elterliche Villa am Wannsee zurückkehrt, fragt er als Erstes seine Mutter, Mein Gott, Junge, da bist du, nach Elias Finkel, dann nach dem Totenhochtreiber.”
Zitat Seite 203

Die Geschichte ist temporeich, die Schauplätze wechseln manchmal fast ansatzlos und auch größere Zeitsprünge erfolgen ohne Ankündigung.
Die Sprache ist deutlich und den jeweiligen Charakteren angepasst, zuweilen sehr direkt und manchmal etwas vulgär, aber immer passend.
Unter den Protagonisten gibt es nicht viele, die man wirklich uneingeschränkt sympathisch finden kann. Alle Figuren haben ihre Ecken und Kanten, handeln oft egoistisch und manche sind wohl auch als ernsthaft psychisch gestört zu bezeichnen. Ihre Gefühlswelt wird nicht bewusst beleuchtet, es sind eher ihre Taten, die sie lebendig erscheinen lassen.
Norbert Leithold hat für dieses Buch intensiv recherchiert und vermittelt dem Leser in unterhaltsamer Form auch einiges an geschichtlichem Wissen, das sehr interessant und teils erschreckend ist.
Er zeichnet ein lebendiges und realistisches Bild einer Familiengeschichte, die fesselnd und vielschichtig ist.

Nachdem ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, hat mich das Buch richtig in seinen Bann gezogen. Speziell die zweite Hälfte hat mir gefallen. Es war schön zu lesen, wie sich die Lebenswege verschiedener Personen immer wieder kreuzen, wie alte Beziehungen sich auf die Zukunft auswirken.

Am Ende erwartet den Leser ein sehr temporeiches Finale, das mir persönlich leider etwas zu abrupt endete. Ich hätte mir noch einen kurzen Epilog gewünscht, um zu erfahren, was aus den Protagonisten wurde.

Fazit:
Trotz des gewöhnungsbedürftigen Schreibstils ist das Buch fesselnd, facettenreich und interessant. Es überzeugt durch ungewöhnliche Charaktere und eine grandiose, klug durchdachte Story.

Wertung:
3,5 von 5 Sternen

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