Norbert Scheuer

 4.3 Sterne bei 66 Bewertungen
Autor von Überm Rauschen, Peehs Liebe und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Norbert Scheuer

Norbert Scheuer wurde 1951 in der Eifel geboren. Er studierte Physikalische Technik und Philosophie und arbeitet als Systemprogrammierer. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs, dem Glaser-Preis und dem Rheinischen Literaturpreis Siegburg. 2009 stand sein Roman „Überm Rauschen“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Norbert Scheuer lebt heute noch in der Eifel.

Alle Bücher von Norbert Scheuer

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Norbert ScheuerÜberm Rauschen
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Überm Rauschen
Überm Rauschen
 (30)
Erschienen am 01.07.2011
Norbert ScheuerPeehs Liebe
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Peehs Liebe
Peehs Liebe
 (10)
Erschienen am 21.08.2015
Norbert ScheuerDie Sprache der Vögel
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Die Sprache der Vögel
Die Sprache der Vögel
 (8)
Erschienen am 27.10.2016
Norbert ScheuerKall, Eifel
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Kall, Eifel
Kall, Eifel
 (6)
Erschienen am 01.11.2010
Norbert ScheuerFlußabwärts
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Flußabwärts
Flußabwärts
 (5)
Erschienen am 01.05.2010
Norbert ScheuerAm Grund des Universums
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Am Grund des Universums
Am Grund des Universums
 (4)
Erschienen am 29.08.2017
Norbert ScheuerDer Steinesammler
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Der Steinesammler
Der Steinesammler
 (3)
Erschienen am 27.10.2016
Norbert ScheuerBis ich dies alles liebte
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Bis ich dies alles liebte
Bis ich dies alles liebte
 (0)
Erschienen am 14.07.2011

Neue Rezensionen zu Norbert Scheuer

Neu
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Rezension zu "Am Grund des Universums" von Norbert Scheuer

Ein „Reigen aus unendlich vielen vergessenen Geschichten"
WinfriedStanzickvor einem Jahr



Mit „Überm Rauschen“, das 2009 erschien und auf der Shortlist für den Deutschen Buchkreis stand, hat der in der Eifel lebenden Schriftsteller Norbert Scheuer seine Leser zum ersten Mal in die leise und verborgene Welt eines Eifeldorfes namens Kall entführt und über seine Bewohner, ihre Beziehungen, ihre Geschichte und ihre Sehnsüchte geschrieben.

Mit „Peehs Liebe“ und „Die Sprache der Vögel“ folgte ein weiterer Roman über Kall, ein Buch, das einen treffen kann dorthin, wo man selbst klein und verletzlich, unverstanden und belacht, schwach und unscheinbar ist. Ein Buch, das mit einer faszinierende Sprache von der ersten Seite an Poesie in die Seele des Lesers zaubert, von der er lange zehrt. Und es ist Ausdruck einer Haltung, die Norbert Scheuer an einer Stelle des Buches so ausdrückt: „Vielleicht hat das Leben nur den Sinn, dass man am Ende jemandem eine Geschichte erzählt.“

Der in „Die Sprache der Vögel“, seinem dritten Dorfroman in Afghanistan kämpfende und dort schwer verletzte Vogelforscher Paul Arimond ist im vorliegenden Band genauso nach Kall zurückgekehrt, wie der ehemalige Betriebselektriker des Zementwerkes Lünebach. Er will ein Raumschiff bauen und bis ans Ende des Universums fliegen.

Der Erzählbogen reicht von der Rückkehr Pauls 2006 bis zum Jahr 2014 und beschreibt eine stille Liebes- und Alltagsgeschichte. Im Hintergrund geht es immer um eine Welt verschollener Dinge und Geheimnisse. Eine Gruppe von alten Männer, die er „die Grauköpfe“ nennt, trifft sich jeden Tag im Cafe und beobachten das Dorfgeschehen und geben ihre eigenwilligen Kommentare dazu ab.  Besonders kritisch und stellenweise auch schadenfreudig kommentieren sie die sehr schleppenden Versuche, durch die Erweiterung des Stausees ein Ferienpark zu errichten und Touristen nach Kall zu locken. Nicht die einzige Veränderung ist das allerdings, die im Dorf vor sich geht. Norbert Scheuer erzählt vom Leben unterschiedlichster Menschen, die Debatten um den Stausee sind sozusagen das Zentrum, um das er sie alle anordnet. Er erzählt von ihnen mit leisen Tönen, unspektakulär beschreibend und mit einer wunderschönen poetischen Sprache, die mich bei den früheren Büchern schon in den Bann  gezogen hat.

Der Roman besteht aus vielen kleinen, meist nur drei Seiten umfassenden Geschichten, ein „Reigen aus unendlich vielen vergessenen Geschichten", wie Scheuer in einer Danksagung schreibt. „Vielleicht kann man sagen, das unser Leben auch nur ein Reigen, aus unendlich vielen vergessenen Geschichten ist.“

Vielleicht deshalb lösen Scheuers Geschichten und seine Sprache beim begeisterten Rezensenten eine Art Wärme aus, die ihm eine ganz besondere Wertschätzung für die sonst unsichtbaren und vergessenen Aspekte seines eigenen Lebens und des Lebens insgesamt nahebringt.


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Rezension zu "Überm Rauschen" von Norbert Scheuer

Norbert Scheuer | ÜBERM RAUSCHEN
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Der Mittvierziger Leopold kehrt nach Jahren in seinen Heimatort in der Eifel zurück, ein verschlafenes Nest mit einem Gasthaus, das Leopolds Familie seit Generationen betreibt und das bei Anglern sehr beliebt war. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Sein älterer Bruder Hermann hat sich vor ein paar Tagen in seinem Zimmer eingeschlossen, öffnet die Tür nicht mehr und redet mit niemandem. Offenbar hat er den Verstand verloren. Auch auf Leopolds Bitten ist kein Laut aus dem Zimmer zu vernehmen. Dabei waren die beiden Brüder als Kinder unzertrennlich.

Leopold nimmt sich Hermanns Angelausrüstung und geht an den Fluss. Das Fischen war für seinen Bruder und seinen Vater mehr als nur ein Hobby. Es war eine feste Konstante in ihrer beider Leben, eine Aufgabe, der sie all ihr Herzblut widmeten. Ihr Vater war besessen davon, den sagenumwobenen Ichtys zu fangen, den Großen Fisch, den noch nie jemand zu Gesicht bekommen hatte, und der für ihn den Inbegriff der Weisheit darstellte. Bei seinen Ausflügen den Fluss entlang kommen in Leopold nach und nach all die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten hoch, und mit jedem Fisch am Haken werden es mehr. Es ist, als würde er Erinnerungen angeln, die im Fluss der Zeit verborgen waren. Es gab gute Tage, an die er gern zurückdenkt, aber auch solche, wegen denen er einst, um sie zu vergessen, seine Heimat verließ…

FORM: Norbert Scheuer (*1951) erzählt seine Geschichte in schnörkelloser, klarer Sprache, die sich sehr leicht lesen lässt. Ganz wie es zu einem Angler passt, verzichtet er auf stilistische Spielereien und versteckt seine Metaphern nicht in kleinen Details, sondern wirft sie dem Großen und Ganzen als Mantel über. Der Fluss als vergehende Zeit; die Fische als Erinnerungen, die es zu fangen gilt; der Ichtys, der seinen Fänger zur Erkenntnis führen könnte, den aber (natürlich) noch keiner am Haken hatte … kurz: Das Angeln als Lebensphilosophie – das ist Scheuers großes Thema, verpackt in unscheinbare Prosa.

FAZIT: Ich habe das Büchlein sehr genossen, weil es zum Nachdenken anregt über das eigene Leben und die unwiederbringlichen Zeiten. Allerdings fehlt mir für die volle Punktzahl das gewisse Etwas. Die Geschichte ist zu sauber, keine Ecken oder Kanten. Übrig bleiben sehr gute vier Sterne plus eine Leseempfehlungen für Angler mit einem Hang zum Melancholischen.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Buchraettins avatar

Rezension zu "Am Grund des Universums" von Norbert Scheuer

Ein wundervoller Erzählstil, der diesen Ort mitsamt dem Stausee und den Figuren zum Leben erweckt.
Buchraettinvor einem Jahr

Es war für mich das erste Buch dieses Autors, aber mit dieser Erzählstimme und diesem mich vollkommen vereinnahmen, mich hineinziehen als Leser in seine Geschichte, hat er geschafft, dass ich unbedingt weitere Bücher von ihm lesen muss.
Das Buch beginnt mit der Erklärung, wie ein Staudamm aufgebaut ist. Und das Besondere dabei war, dass sich das daran anschließende Inhaltsverzeichnis des Buches dann so in diese 3 Bausteine unterteilt.
Eine kleine Geschichte eröffnet das Buch. Ein Mann, der ein Raumschiff baut und zu den Sternen fliegen will, ungewöhnlich fand ich und es blieb die Frage, wie ist er verwickelt in den Lauf des weiteren Buches. Nun wird das Buch eröffnet. Durch die Jahreszahl über dem Kapitel erfahre ich als Leser es spielt 2014. Paul kehrt zurück. Erinnerungen werden wach. An Nina. Die Menschen vor Ort. Den Stausee. Es werden hier gleich Figuren, Schauplätze erwähnt, die den Leser durch die Geschichte begleiten.
Nun beginnen die Abschnitte des Buches. Die Geschichte springt in die Vergangenheit. Es ist Anfang 2006. Hier wird die Geschichte im Präsens erzählt, als Leser erhalte ich das Gefühl hautnah dabei zu sein.
Es ist eine Fülle an Figuren. Das besondere hier war, dass sie so perfekt ausgeformt werden. Unheimlich gelungen fand ich die kurzen Kapitel, in denen immer wieder auch eine Person im Vordergrund steht, die dann im Laufe der Geschichte verknüpft wird mit den anderen Personen. Es gab sogar eine Figur, der Wirt, der eine Art Biographie des Ortes geschrieben hat. Es wirkt dadurch so realistisch, ich habe mich gefragt, gibt diesen Ort, diesen See, diese Menschen, die hier Figuren sind?
Auch der Erzählstil war besonders. Der Autor beschreibt mit Worten nicht nur die Umgebung, die Figuren, sondern es gelingt ihm, auch die Geräusche vor Ort zum Leben zu erwecken.
Es ist ein Eintauchen in den Ort, die Figuren, die Vergangenheit, die Sorgen, Fragen, Personen- unheimlich gelungen. Es so kleine Dinge, kleinste Beschreibungen, die die Besonderheit der Erzählung unterstreichen. Ich bekomme als Leser so Momentaufnahmen, das hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte ein wenig das Gefühl, zusammen mit den „Grauköpfen“ das Leben in diesem Ort zu beobachten.
Mir hat auch der Stausee gefallen. Die Idee, diesen in den Mittelpunkt zu stellen. Alle Ereignisse auch ein wenig damit zu verknüpfen, er taucht immer wieder in den Gesprächen auf.
So einen See umgibt hier auch dieser Flair des Geheimnisvollen. Als Ort der Veränderung, der Geheimnisse, schöner Erlebnisse, Affären, Liebe, Sehnsucht. Das hat mir auch sehr gut gefallen.
Ich lese zum Abschluss eines Buches auch gern die Danksagung des Autors, ich erfahre auch gern, was hat ihn dazu inspiriert, zu seiner Geschichte, das erfährt der Leser hier am Schluss des Buches und hier findet sich auch noch ein Literaturverzeichnis.
Ein wundervoller Erzählstil, der diesen Ort mitsamt dem Stausee und den Figuren zum Leben erweckt. Eine lebendige Geschichte mit einer tollen detailreichen Sprache, die einen Leser in ihren Bann zieht.

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