Norbert Scheuer

 4,2 Sterne bei 186 Bewertungen
Autor von Winterbienen, Überm Rauschen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Norbert Scheuer (©Elvira Scheuer)

Lebenslauf

Preisgekrönt und ungeschönt: Karl Norbert Scheuer wird 1951 in Prüm, in der Westeifel, geboren. Er macht nach seinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Elektriker und absolviert nebenbei die Abendrealschule. Im Anschluss studiert er Physikalische Technik an der Märkischen Fachhochschule und schließt diese mit einer Diplomarbeit ab. Im darauffolgenden Philosophiestudium erlangt er mit einer Arbeit über Kant den Magistergrad an der Universität Düsseldorf.

Bis 2017 war Scheuer als Systemprogrammierer bei der Deutschen Telekom tätig, heute ist er freischaffender Schriftsteller. Sein erstes Buch veröffentlich Scheuer 1994 mit der Erzählsammlung »Der Hahnenkönig«. Größeren Erfolg hat er beispielsweise mit seinem Roman »Überm Rauschen«, mit dem er bereits 2009 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht. Für »Die Sprache der Vögel« wird Scheuer zudem für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015 nominiert. 2019 steht mit »Winterbienen« erneut ein Roman Scheuers auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Seine Bücher verhandeln häufig ernste Themen wie den Kriegseinsatz eines Bundeswehrsanitäters oder Erfahrungen eines Imkers im Zweiten Weltkrieg.

Die Werke Scheuers sind in verschiedene Sprachen übersetzt worden, darunter Türkisch und Arabisch. Der Schriftsteller wird mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem Düsseldorfer Literaturpreis. 2014 übernimmt Scheuer zudem eine Dozentur an der Universität Bonn. Der Autor lebt heute in Keldenich in der Eifel.

Alle Bücher von Norbert Scheuer

Cover des Buches Winterbienen (ISBN: 9783406739637)

Winterbienen

 (97)
Erschienen am 26.11.2019
Cover des Buches Überm Rauschen (ISBN: 9783423140089)

Überm Rauschen

 (33)
Erschienen am 01.07.2011
Cover des Buches Peehs Liebe (ISBN: 9783423144278)

Peehs Liebe

 (11)
Erschienen am 21.08.2015
Cover des Buches Die Sprache der Vögel (ISBN: 9783596298204)

Die Sprache der Vögel

 (11)
Erschienen am 27.10.2016
Cover des Buches Mutabor (ISBN: 9783406781520)

Mutabor

 (7)
Erschienen am 13.07.2022
Cover des Buches Kall, Eifel (ISBN: 9783423139380)

Kall, Eifel

 (6)
Erschienen am 01.11.2010
Cover des Buches Flußabwärts (ISBN: 9783406622564)

Flußabwärts

 (6)
Erschienen am 25.07.2011
Cover des Buches Der Steinesammler (ISBN: 9783596036790)

Der Steinesammler

 (4)
Erschienen am 27.10.2016

Videos

Neue Rezensionen zu Norbert Scheuer

Cover des Buches Winterbienen (ISBN: 9783406739637)
NicolePs avatar

Rezension zu "Winterbienen" von Norbert Scheuer

Winterbienen
NicolePvor 5 Monaten

Egidius Arimond lebt 1944 in ständiger Gefahr. Wehruntauglichkeit wegen Epilepsie und diverse Frauengeschichten sind noch harmlos. Er versucht, Juden in speziellen Bienenstöcken nach Belgien zu schmuggeln.

Die Geschichte besteht in erster Linie aus Tagebuchnotizen von Egidius. Dort ist in erster Linie über seine Arbeit und Tätigkeit als Imker zu lesen. Doch in leisen Zwischentönen erfährt der Leser viel über die damalige Zeit und wie die Menschen versucht haben, irgendwie hindurch zu kommen.

Dieser ruhig erzählte Roman regt auch zum Nachdenken an. Man sollte beim Lesen bedenken, dass Tagebucheinträge in erster Linie für einen Schreiber selbst als Erinnerung gedacht sind und daher ausführliche Beschreibungen zu Orten, Personen und Begebenheiten selten sind. Dafür bringen sie einem den Verfasser emotional sehr nahe. Mir hat das Buch sehr gefallen, und ich empfehle es gerne weiter.

Cover des Buches Mutabor (ISBN: 9783406781520)
Tsubames avatar

Rezension zu "Mutabor" von Norbert Scheuer

Die Geschichte der Nina Plisson
Tsubamevor 2 Jahren

Nach "Peehs Liebe" und "Winterbienen" ist "Mutabor" inzwischen das dritte Buch, das ich von Norbert Scheuer gelesen habe. Wie bei allen seinen Büchern spielt die Geschichte in Kall in der Nordeifel, eine Gemeinde, in der sich die unterschiedlichsten Gestalten tummeln. Man trifft sogar alte Bekannte aus Vorgängerromanen wieder wie Paul Arimond, der bereits im Roman "Die Sprache der Vögel" seinen Auftritt hatte. In ihn ist die junge Nina Plisson, Hauptprotagonistin des vorliegenden Bandes, unsterblich verliebt, doch leider interessiert er sich nicht für sie - jedenfalls nicht zu Beginn.

Dann ist da noch der griechische Gastwirt Evros, der mit den verbliebenen zwei Daumen seiner Hände rätselhafte Göttergeschichten auf Bierdeckel schreibt, die Grauköpfe, die in der Cafeteria des Supermarkts täglich den neuesten Klatsch austauschen oder Ninas alte Lehrerin Sophia, die dem Mädchen das Schreiben beibringt, nachdem diese sich jahrelang nur in Klecksen (wunderbar illustriert von Norbet Scheuers Sohn Erasmus) ausdrücken konnte.

Nina kann sich nur noch dunkel an ihre Mutter erinnern und ihr Vater ist ihr gänzlich unbekannt. Keiner will ihr Näheres sagen, Schweigen umhüllt den Verbleib ihrer Mutter.

In seiner gewohnt poetischen Sprache erzählt Scheuer von Vernachlässigung, Missbrauch, Untreue, Betrug und all den dunklen Geheimnissen, von denen in Kleinstädten wie Kall nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt  wird. Nina ist sich jedenfalls sicher, dass ihr die Grauköpfe niemals etwas erzählen werden und dass sie alles selbst herausfinden muss.

Als Leser(in) begleitet man das Mädchen auf ihrer Suche nach Antworten, rätselt wie sie über das zerkratzte Gesicht des Reiters auf dem Foto in Evros' Gaststätte oder den Verbleib der Mutter und ist am Ende des Romans um ein paar Antworten reicher.

Mir hat der Roman wieder gut gefallen, auch wenn ich manche Botschaften wie etwa die Geschichten auf den Bierdeckeln schon sehr kryptisch fand und immer noch ein paar unbeantwortete Fragen habe. Am besten ich lese das  Büchlein gleich noch einmal. Ich bin mir sicher, dass die Antworten dort irgendwo stecken müssen.


Cover des Buches Mutabor (ISBN: 9783406781520)
MarcoLs avatar

Rezension zu "Mutabor" von Norbert Scheuer

Wieder ein großer, poetischer Roman des Autors!
MarcoLvor 2 Jahren

Norbert Scheuer entführt uns auch in seinem neuesten Roman wieder in das kleine Städtchen Kall in der Eifel.
Es ist ein Ort, in welchem man glauben könnte, dass ein jeder jeden kennt und absolut nichts im Geheimen liegt. Und es hat tatsächlich den Anschein, als würden die „Grauköpfe“, welche sich regelmäßig in der Cafeteria treffen, alles wissen, alles sehen, alles hören. Allerdings halten sie sich dennoch mit Informationen und Gesprächsbereitschaft bedeckt, wenn es um die Frage der Eltern von Nina geht.
Nina wächst elternlos auf. Ihr größter Wunsch ist es, mehr über ihre Eltern zu erfahren, doch ihre Suche scheint erfolglos und frustrierend zu sein. Sie kann nur mit spärlichen Fakten, was ihre Eltern anbelangt, aufwarten. Und die Grauköpfe sind stumm. Ebenso Sophia, eine pensionierte Lehrerin, welche sich Nina angenommen hat, weiß wohl mehr, aber auch ihre Lippen bleiben versiegelt. Und dabei war es Sofia, welche Nina einen Halt im Leben gab, sie aus der Einsamkeit und sozialer Verwahrlosung geholt hat. Doch auch Sofia scheint ihre Geheimnisse zu haben … und eine schleichende Demenz macht alles nicht einfacher.
So wächst Nina auf, im Ort ansässig und nirgendwo zugehörig, widerspenstig. Mehr als einmal schaffte es ihr Sozialbetreuer mit Müh' und Not, sie vor einem Heim zu bewahren.
Sie jobt bei dem Griechen Evros, dessen bekritzelte Bierdeckel mit Texten aus der Mythologie sie in ihren Bann ziehen – und so bilden sie eine Brücke zwischen Realität, Traum- und Märchenwelt. Nina hat es trotz allen Bemühungen schwer, Anschluss zu finden. Auch ihre vergebliche Liebe zu Paul Arimond verkompliziert die Sache noch mehr.
Norbert Scheuer schafft es, den Leser durch dieses Labyrinth aus vergangenen Tagen und Personen der Gegenwart zu schleusen. Seine Protagonist:Innen sind wie so oft Außenseiter, aber mehr als authentisch. Sie sind greifbar, wie auf einer Theaterbühne, und bleiben dennoch unberührbar weit entfernt, alle auf der Suche nach einer Geborgenheit und ihren Platz im Tohuwabohu des täglichen Seins.
Allein der Sprachstil voller Poesie ist ein Genuss, der einen jede Seite wie eine zarte Praline kosten lässt.
Zusätzlich zu den spannenden Seiten regen Illustrationen von Erasmus Scheuer die Fantasie der Leser:Innen an und machen das Buch zu einem ganz besonderen literarischen Werk. 

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Zusätzliche Informationen

Norbert Scheuer wurde am 16. Dezember 1951 in Prüm (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 249 Bibliotheken

auf 36 Merkzettel

von 4 Leser*innen aktuell gelesen

von 3 Leser*innen gefolgt

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