Norbert Scheuer Der Steinesammler

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Inhaltsangabe zu „Der Steinesammler“ von Norbert Scheuer

Anton Braden hat zwei Leidenschaften: Seit seiner Jugend sammelt er Steine, in denen sich für ihn die Welt, die Geschichte und ihr Geheimnis spiegeln, und er liebt Milli, eine junge Frau aus seinem Dorf in der Eifel, auf die er sich nicht verlassen kann. Still, hartnäckig und besessen geht Braden seinen Passionen nach, bis sich die Konflikte und Spannungen im Dorf in einem Gewaltakt entladen, der auch ihn zu einem Neuanfang treibt.

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  • Rezension zu "Der Steinesammler" von Norbert Scheuer

    Der Steinesammler

    WinfriedStanzick

    20. August 2011 um 11:54

    Norbert Scheuer wurde durch seinen Roman „Überm Rauschen“ 2009 einem größeren Publikum bekannt, weil das Buch für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Der Roman erzählte die tragische und traurige Geschichte des Leo Arimond und seiner Familie und lobte die Kraft der Erinnerung: "Erinnerungen und Träume treiben vorbei, es gibt keinen Unterschied zwischen unseren Vorstellungen und der Wirklichkeit, alles sinkt irgendwann auf den Grund des Flusses, in stiller Erinnerung." „Überm Rauschen“ war ein Buch voller Poesie, eine mitleidlose Schilderung eines Familiendramas mit vielen an ihrer Seele verletzten Menschen, und eine wunderbare Anleitung zum Angeln. Gleichzeitig war das Buch eine Studie mit großem psychoanalytischem Tiefgang und eine hoffnungsvolle Einladung zu mehr Lebensfreude. Wohl durch den Erfolg des Buches angeregt, entschloss sich der C.H. Beck Verlag ein Jahr später, Norbert Scheuers 1999 bei Schöffling & Co. erschienenes Erstlingswerk „Der Steinesammler“ noch einmal neu herauszugeben. Doch leider ist diesem Buch bisher genauso wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden wie 1999. Und das ist schade. Denn die Geschichte von Anton Braden, die Scheuer in diesem Buch erzählt, erinnert an die von Leo Arimond. Der junge Anton Braden lebt in Keldenich in der Eifel, und seit seiner frühen Kindheit sammelt er leidenschaftlich Steine. Wie die meisten Leute aus dem Dorf, Bauern und andere oft Ungelernte, arbeitet Anton in den Steinbrüchen und im Zementwerk. Doch er ist anders, das nehmen die Dorfbewohner und seine Kollegen auch wahr: „Er war für sie etwas besonderes, jedenfalls war er nicht so wie die anderen in Keldenich, die sich in das Leben gefügt hatten, die an kein Geheimnis mehr glaubten.“ „… die an kein Geheimnis mehr glaubten…“ - das ist eine Schlüsselformulierung in einem Buch voll wunderschöner Sprache, genauen Menschenporträts und beeindruckenden Landschaftsbeschreibungen. Man spürt fast auf jeder Seite, wie der Autor seine Heimat, die Eifel, liebt und Achtung und Respekt hat vor dem einfachen Leben der Menschen dort. Wie in seinen späteren Büchern, kreist sein Schreiben schon hier um die Wünsche und die Enttäuschungen der Menschen, um die Schönheiten und die Brüche des Lebens, um Scheitern und Neubeginn. Das ist auch das Lebensthema des jungen Anton Braden, der Milli liebt, eine junge Frau aus seinem Dorf, die ihn jedoch immer wieder bitter enttäuscht. Norbert Scheuer beschreibt die Gedanken- und Lebenswelt dieses Mannes mit ungeheurer Sensibilität und ein feiner Poesie. Dieses Buch hätte bei seiner Neuauflage mehr Beachtung verdient. „

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