Norbert Zähringer

 3.6 Sterne bei 47 Bewertungen
Autor von Einer von vielen, So und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Norbert Zähringer

Norbert Zähringer wurde am 4. Mai 1967 in Stuttgart geboren und ist in Wiesbaden aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte er Theaterwissenschaften und Literatur. Heute lebt Norbert Zähringer in Berlin und arbeitet als freier Autor. Bislang verfasste Norbert Zähringer neben verschiedenen Kurzgeschichten und Erzählungen drei Romane: sein Romandebüt "So" erschien 2001, fünf Jahre darauf folgte das Werk "Als ich schlief". Im Juli 2009 erschien sein neuestes Werk "Einer von vielen", das für den Deutschen Buchpreis 2009 nominiert war.

Alle Bücher von Norbert Zähringer

Norbert ZähringerEiner von vielen
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Einer von vielen
Einer von vielen
 (16)
Erschienen am 01.02.2011
Norbert ZähringerSo
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So
So
 (16)
Erschienen am 02.05.2006
Norbert ZähringerAls ich schlief
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Als ich schlief
Als ich schlief
 (11)
Erschienen am 01.09.2007
Norbert ZähringerBis zum Ende der Welt
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Bis zum Ende der Welt
Bis zum Ende der Welt
 (4)
Erschienen am 01.02.2014

Neue Rezensionen zu Norbert Zähringer

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Tayas avatar

Rezension zu "Als ich schlief" von Norbert Zähringer

langweilig und verwirrend...
Tayavor 5 Jahren

Buchrücken/Klappentext: 
Wovon die meisten deutschsprachigen Autoren zuwenig haben, besitzt Norbert Zähringer offenbar zuviel: Phantasie und Geschichtenerfindungslust. Schon bei seinem fulminanten Debütroman So hatte man das Gefühl, dass hier jemand jahrelang aufgestaute Geschichten und angesammelte Figuren in ein einziges Buch packen wollte. Die Kritik war dennoch begeistert und benutzte Begriffe wie "virtuos", "grotesk", "schräg", "absurd-komisch" und "souverän". Ähnliche Komplimente gebühren auch Als ich schlief, das beweist, dass diese Phantasiequelle nach wie vor heftig sprudelt.
Eine solide Inhaltsangabe ist auch bei Zähringers zweitem epischem Streich kaum möglich, selbst wenn Als ich schlief mit 280 Seiten deutlich schmäler ist als das Debüt. Der in Berlin lebende Autor lässt sich auch diesmal nicht lumpen: Mindestens vier verschiedene Zeitebenen (vom Zweiten Weltkrieg bis heute) sind im Spiel, fünf Schauplätze zwischen Berlin und Los Angeles, sowie sechs bis acht Hauptfiguren. Der Ich-Erzähler ist ein persischstämmiger Physikstudent, der seit 20 Jahren im Koma liegt (daher der Titel), nachdem er 1985 bei einer der berüchtigten Westberliner Demos niedergestreckt wurde. Weiters mit von der Partie sind: ein vom Himmel gefallener Flüchtlingsjunge aus Afrika; ein KZ-Arzt, der inkognito nach dem Krieg bei der US Air Force seine Experimente fortsetzt; ein Schimpanse mit Mörderinstinkt; eine bunte Westberliner Studenten-WG im Jahre 1985 samt feministischer Vermieterin; nicht zu vergessen Joseph Hutzinger, Koch in der deutschen Armee, der bei Kriegsende versehentlich für einen Raketenspezialisten gehalten wird, sich in den USA aber dann zum Imbissbudenmillionär (mit seiner Erfindung "Schnitzel on a stick") hocharbeitet und dessen Bestseller "Reich und glücklich in sechs Tagen" immer wieder im Roman auftaucht.

Meine Meinung: 
Ich empfinde es sehr schwer, zu erklären, worum es in diesem Buch geht. Ich kann nur eines sagen, ich hab ewig gebraucht, um rein zu kommen und selbst danach ist nur wenig hängen geblieben.
Es ist ein Buch, was ich einmal gelesen habe, das reicht aber für mich persönlich auch.
Der Schreibstil war überhaupt nicht meiner, der inhalt hat mich auch nicht gefesselt und alles in allem, hätte ich mir dieses Buch auch sparen können. SChade um die Zeit, in der ich hätte was anderes lesen können.
Meiner Meinung nach absolut nicht empfehlenswert.
Ein Stern bekommt es von mir.

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Wolkenatlass avatar

Rezension zu "Bis zum Ende der Welt" von Norbert Zähringer

Rezension zu "Bis zum Ende der Welt" von Norbert Zähringer
Wolkenatlasvor 6 Jahren

Von Sternen, Westmännern, Ostfrauen, Tschernobyl, Baikonur, Kometen und anderen Ereignissen ...

Norbert Zähringers Roman hält leicht, was die Vorgänger "So" und "Einer von vielen" versprochen hatten. Wie bereits in den früheren Romanen hat Zähringer offensichtlich keine Hemmungen, eine ganz und gar nicht minimalistische Geschichte zu erzählen; mit spannenden Handlungssträngen und treffender Figurenzeichnung. Wenn auch einzelne Momente leicht verdächtig an der Grenze zur Glaubwürdigkeit kratzen, geht seine Rechnung am Ende doch voll auf. Das ist angenehm erfrischend und macht Lust auf mehr ...

Anna Tschertschenko hat nach dem Tod ihrer Großmutter niemanden mehr. Nur ihren Vater. Der einbeinige Alkoholiker hat allerdings bis dahin kaum Interesse an seiner Tochter gezeigt und war lediglich zur Abiturfeier erschienen, um sich auf dieser volllaufen zu lassen. Bald nach dem Tod seiner Schwiegermutter erscheint er und nistet sich in der Wohnung zusammen mit seinen Saufkumpanen ein. Norbert Zähringer zeichnet hier Szenen, die erstaunlich realistisch und glaubhaft sind.

Oft denkt Anna an ihren Großvater, der mit der sowjetischen Raumfahrt in Verbindung war und der in Anna die Liebe zu den Sternen entfacht hat.

Anna weiß, dass sie weg muss und sieht einen westlichen Mann als einzigen Ausweg aus ihrer Misere. Von der Agenturchefin dazu angehalten, spezielle Freizeitvorlieben zu nennen, gibt sie Astronomie an, und genau dieser Punkt ist es, der zur Bekanntschaft mit dem ältlichen Gerhard Laska führt.

"Was ist ein richtiges Hobby?
Das ist etwas, was man in seiner Freizeit macht, aber nicht, um das Leben zu genießen, sondern um es zu vergessen. Es ist so eine Art zweites Leben, ein kleines Glück, das die Mühen des Alltags vergessen lässt. Die Männer aus dem Westen lieben und pflegen ihre Hobbys. Sie sammeln exotische Pflanzen, Fische, alte Schallplatten oder Spielzeugeisenbahnen. Sie kochen, putzen, züchten Hunde und seltene Fische. Es hält sie jung, verhindert, dass sie melancholisch werden und zum Wodka greifen. Deshalb sind sie so erfolgreich."

Da Gerhard Laska sich angenehm von den meisten Männern unterscheidet und offensichtlich gar nicht plant, irgendwelche Avancen zu machen, nimmt Anna seine Einladung nach Deutschland an. Anna erfährt, dass Laska bald sterben wird. Er bietet ihr zwanzigtausend Euro dafür an, ihn bis zu seinem Tod nach Portugal zu begleiten, da er nicht allein sterben will. Da weder das Heim Laskas, noch seine Vorhaben, die Anna gar nicht einordnen und verstehen kann, ihren Vorstellungen entsprechen, entschließt sie sich zuerst, zu verschwinden.

An dieser Stelle beginnt ein spannender Erzählstrang, der mit einer filmreifen Entführung anhebt und durch eine fast unglaubliche Wendung wieder bei Gerhard Laska endet. Absurde Figuren säumen den Weg Annas, russische oder ukrainische Stiernacken mit Markensonnenbrillen, ehemalige Kollegen ihres Vaters, die seine bisherigen Erzählungen über den Verlust seines Beines in Afghanistan in ein anderes Licht rücken, die vermeintliche Rotlicht-Stadt Castrop-Rauxell; so entschließt sich Anna nach ihrer Flucht, doch mit Gerhard Laska nach Portugal zu gehen.

In Portugal wird ein weiterer Erzählstrang eingeführt, der die Thematik "Deutschland und die Gastarbeiter" auf differenzierte Art in eine andere Richtung lenkt. Der portugiesische Polizist Yuri Fernao Gouveia, benannt nach dem russischen Astronauten Gagarin und Sohn des millionsten Gastarbeiters in Deutschland, bekommt es mit einem mysteriösen, abgetrennten Finger zu tun, der ihn am Ende zu Anna führen wird. Wie, wird an dieser Stelle nicht verraten.

Zwischen Anna und Laska entwickelt sich eine Art Freundschaft, die im gemeinsamen Sterneschauen und einer Kometensuche gipfelt.

Ob der vom russischen Wort für Zärtlichkeit abgeleitete Name "Laska" von Norbert Zähringer bewusst gewählt worden ist, sei dahingestellt, der Rezensent vermutet jedoch, dass der ruhige und feine Laska seinen Namen nicht zufällig erhalten hat.

Norbert Zähringer führt virtuos die diversen und teilweise auch absurden Erzählstränge und Ideen auf besonders spannende Art und Weise zusammen und treibt die Handlung auf ein großes Finale zu, über das hier auch nicht mehr verraten werden soll.

Norbert Zähringers Prosa ist präzise und schnörkellos. Sie dient in erster Linie dem erzählerischen Zweck und ist nicht das Ergebnis einer selbstgefälligen, befindlichkeitsprosaähnlichen Verweigerung jeglicher erzählerischer Linie, wie sie häufig in der jüngeren deutschsprachigen Literatur zu finden ist. Und so folgt man gebannt der Geschichte von Anna, Gerhard Laska, dem einbeinigen Vater, Yuri, von verschiedenen Bösewichten und vermeintlichen Serienärzten, von Kiew über Berlin nach Portugal.

Zusätzlich ist "Bis ans Ende der Welt" ein tiefgehendes Buch über Verständnis, Liebe, Verlust und Vertrauen, was, wie bei großen Erzählern immer, nie vordergründig erkennbar ist, sondern erst als Summe des soeben Gelesenen. Und ein großer Erzähler ist Norbert Zähringer allemal.

(Roland Freisitzer; 07/2012)

(erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at)

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Archibald Pynchon-Lights avatar

Rezension zu "Einer von vielen" von Norbert Zähringer

Rezension zu "Einer von vielen" von Norbert Zähringer
Archibald Pynchon-Lightvor 8 Jahren

Zwei Männer werden am selben Tag geboren, einer in Amerika, der andere in Deutschland. Die Handlung springt fortan hin und her über den Atlantik. Folgt mal Frimm, nach dessen Geburt in der Mojawe-Wüste nach Hollywood, mal Siggi, dessen Vater als glühender Anhänger der Nazis von einem geheimnisvollen Serienmörder ermordet wird. Ein Berliner Polizist bleibt dem Killer jahrzehntelang auf der Spur.
Ein Piratenfilm, der in einem Swimming-Pool in Hollywood gedreht wurde, taucht immer wieder auf. Frimm reinigt diesen Pool, Siggi sieht den Film im Kino. Während des Zweiten Weltkrieges wird Frimm mit dem Hauptdarsteller des Films, einem abgewrackten Stummfilmhelden, nach Deutschland reisen, um Spielszenen für die Wochenschauen zu drehen. Sie werden abgeschossen und müssen sich in den letzten Kriegstagen durch Berlin schlagen. Bei ihnen der Armenier Bebo, der an Bord eines Flüchtlingsschiff aus Deutschland entkam, in Los Angeles zufällig auf Frimm traf und mit ihm nach Berlin zurückkehrte. Spätestens bei der Ankunft in Berlin schlägt der Ton des Buches um und wird schärfer, wenn Zähringer in drastischen Szenen die Absurdität des Krieges beschreibt.

Zähringer spinnt ein feines Netz aus Haupt- und Nebenfiguren, die auf vielfältigste Art miteinander verbunden sind und durch eine schier unglaubliche Abfolge von Zufällen. Über Wahrscheinlichkeit sollte man besser nicht spekulieren und stattdessen die ironischen Wendungen genießen. Der Roman hat keine stringente Handlung und der Verlauf wirkt völlig willkürlich. Er ist unvorhersehbar und könnte sich jeder Zeit in jede Richtung entwickeln. Gerade dieser Umstand macht das Buch so unglaublich fesselnd und am Ende angelangt, hätte man diesen Geschichten und diesem Autor gerne noch länger zugehört.

Einer von vielen ist ein postmoderner Roman auf hohem sprachlichem Niveau und mit einer hochkonzentrierten Handlung, die einen ebensolchen Leser erfordert. Humorvoll, verspielt, abenteuerlich und fernab der gängigen Konventionen und Lesegewohnheiten. Zähringers erste Romane „So“ und „Als ich schlief“ haben mir schon sehr gut gefallen, aber sein drittes Buch ist sein bisheriges Meisterwerk. Eine perfekte Mischung aus Thomas Pynchon und dem frühen T.C. Boyle. Für mich einer der besten Romane des Jahres 2009.

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Norbert Zähringer wurde am 03. Mai 1967 in Stuttgart (Deutschland) geboren.

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