Norbert Zähringer Einer von vielen

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Inhaltsangabe zu „Einer von vielen“ von Norbert Zähringer

Ein Erdbeben, zwei Neugeborene und ein Jahrzehnte umspannender Kriminalfall Mit einem Beben fängt alles an, am 1. September 1923: Während ein japanischer Polizist im brennenden Tokio um sein Leben rennt, bringt Mary Frimm in der Mojave-Wüste ihren Sohn Edison zur Welt. Fast zur selben Zeit wird 10000 Kilometer weiter westlich Siegfried geboren, dessen Vater noch am Abend bei einer Schießerei ums Leben kommt. So beginnen zwei ungleiche Lebenswege, die sich später im kriegsverdunkelten Himmel über Berlin kreuzen werden. Mit dabei: die Besatzung eines amerikanischen Bombers namens «Fliegender Teppich», der armenische Dolmetscher Bebo, ein exzentrischer Multimillionär, ein desillusionierter Kommissar und nicht zuletzt die Stummfilmschönheit Penelope Brooks ... «Einer von vielen ist eines von sehr wenigen Büchern, die, zugleich klug und unterhaltsam, dem Leser ein ganzes Jahrhundert mit seinen Träumen und Albträumen aufschließen.» FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

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  • Rezension zu "Einer von vielen" von Norbert Zähringer

    Einer von vielen
    Archibald Pynchon-Light

    Archibald Pynchon-Light

    01. December 2010 um 20:30

    Zwei Männer werden am selben Tag geboren, einer in Amerika, der andere in Deutschland. Die Handlung springt fortan hin und her über den Atlantik. Folgt mal Frimm, nach dessen Geburt in der Mojawe-Wüste nach Hollywood, mal Siggi, dessen Vater als glühender Anhänger der Nazis von einem geheimnisvollen Serienmörder ermordet wird. Ein Berliner Polizist bleibt dem Killer jahrzehntelang auf der Spur. Ein Piratenfilm, der in einem Swimming-Pool in Hollywood gedreht wurde, taucht immer wieder auf. Frimm reinigt diesen Pool, Siggi sieht den Film im Kino. Während des Zweiten Weltkrieges wird Frimm mit dem Hauptdarsteller des Films, einem abgewrackten Stummfilmhelden, nach Deutschland reisen, um Spielszenen für die Wochenschauen zu drehen. Sie werden abgeschossen und müssen sich in den letzten Kriegstagen durch Berlin schlagen. Bei ihnen der Armenier Bebo, der an Bord eines Flüchtlingsschiff aus Deutschland entkam, in Los Angeles zufällig auf Frimm traf und mit ihm nach Berlin zurückkehrte. Spätestens bei der Ankunft in Berlin schlägt der Ton des Buches um und wird schärfer, wenn Zähringer in drastischen Szenen die Absurdität des Krieges beschreibt. Zähringer spinnt ein feines Netz aus Haupt- und Nebenfiguren, die auf vielfältigste Art miteinander verbunden sind und durch eine schier unglaubliche Abfolge von Zufällen. Über Wahrscheinlichkeit sollte man besser nicht spekulieren und stattdessen die ironischen Wendungen genießen. Der Roman hat keine stringente Handlung und der Verlauf wirkt völlig willkürlich. Er ist unvorhersehbar und könnte sich jeder Zeit in jede Richtung entwickeln. Gerade dieser Umstand macht das Buch so unglaublich fesselnd und am Ende angelangt, hätte man diesen Geschichten und diesem Autor gerne noch länger zugehört. Einer von vielen ist ein postmoderner Roman auf hohem sprachlichem Niveau und mit einer hochkonzentrierten Handlung, die einen ebensolchen Leser erfordert. Humorvoll, verspielt, abenteuerlich und fernab der gängigen Konventionen und Lesegewohnheiten. Zähringers erste Romane „So“ und „Als ich schlief“ haben mir schon sehr gut gefallen, aber sein drittes Buch ist sein bisheriges Meisterwerk. Eine perfekte Mischung aus Thomas Pynchon und dem frühen T.C. Boyle. Für mich einer der besten Romane des Jahres 2009.

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  • Rezension zu "Einer von vielen" von Norbert Zähringer

    Einer von vielen
    HeikeG

    HeikeG

    09. January 2010 um 16:46

    Zeitlosigkeit oder Aus-der-Zeit-gefallen-Sein . „Was macht die Zeit mit uns, und was machen wir mit der Zeit, die uns durchdringt?“, fragt sich Edison Frimm in Norbert Zähringers für den Deutschen Buchpreis 2009 nominierten Roman „Einer von Vielen“. Und genau dies ist das Kernthema des Buches, das einen wahrhaft weiten zeitlichen und auch örtlichen Rahmen umspannt. . Verschiedene Protagonisten „bevölkern“ Zähringers auktorial erzählten Roman. Zwei davon entwickeln den Haupterzählstrang. Das ist zum einen eben jener Edison Frimm und zum anderen Siegfried Heinze. Beide Männer werden am selben Tag, dem 1. September 1923, geboren. Ersterer in einer Aussteiger-Siedlung in der Mojave-Wüste, der andere in Berlin. Und genau dort, in den letzen Kriegstagen, kommt es beinahe zu einem Zusammentreffen. Doch ihrer beider Schicksale haben die Form von zwei Parallelen, die sich nie berühren werden, auch wenn sie im Roman beinahe kontrapunktisch aufeinander bezogen sind. Zähringer erzählt von Menschen, die vom aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland fliehen und in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ihre Träume wahr werden lassen wollen, letztendlich aber doch nur ihr Sein an einem anderen Ort weiterleben, dann wieder von anderen, die nach Fehlschlägen und einer beinahe zum Stillstand gekommenen Existenz, letztendlich so etwas wie das kleine, große Glück finden. . Der Autor nimmt den Leser auf eine große Reise mit, die im Jahr 1923 ihren Ursprung hat und gleichsam das ganze zwanzigste Jahrhundert überspannt. Sie führt nach Japan, die USA, Deutschland und Großbritannien. Das kann leicht verwirren oder den Überblick verlieren lassen. Doch Norbert Zähringer schafft es mit geradezu faszinierender Manier, die verschiedenen Handlungsfäden geschickt abzurollen, sie dabei jedoch immer straff gespannt zu halten. Auf nahezu magische Art und Weise hängt alles mit allem zusammen. Subtil deckt er verborgene Verbindungen auf und schafft immer wieder überraschende Erkennungsmomente. Raffiniert steigt er aus einer Situation aus oder in sie ein „wie in einen Spiegel, um auf der anderen Seite, in einer anderen Welt herauszukommen“. . Eine geradezu unermessliche Landschaft der Erinnerung breitet der 1967 in Stuttgart geborene, in Wiesbaden aufgewachsene und heute in Berlin lebende Autor, vor dem Leser aus. Man könnte seinen Roman fast mathematisch nennen, denn „Einer von Vielen“ bietet immer wieder unerwartete Lösungen, das eine greift in das andere und selbst der Zufall bekommt mitunter eine Ordnung. „Man darf nicht versuchen, inmitten eines Albtraums aufzuwachen. Damit er nie mehr wiederkehrt (...) muss man ihn ganz zu Ende träumen.“ Norbert Zähringer tut dies auf beeindruckende Art und Weise und vermittelt auf all seinen knapp 500 Seiten „mathematische“ Schönheit und Perfektion. . Fazit: Norbert Zähringers Roman „Einer von Vielen“ ist eine kluge und unterhaltsame Geschichte, eine Komposition von unzähligen ineinander verwickelten, zum Teil wundersamen Episoden. Sie handelt vom Leben und dem Tod sowie dem Erinnern und dem Vergessen, „weil nichts uns das Vergangene zurückbringen kann und es endgültig verschwunden sein wird, von dem Moment an, da sich niemand mehr daran erinnert.“

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  • Rezension zu "Einer von vielen" von Norbert Zähringer

    Einer von vielen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. October 2009 um 13:12

    Edison Frimm, ein inzwischen alter und gebrechlicher Mann, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde, steht auf einer Brücke in der USA und möchte sich umbringen, denn er ist einsam und an Demenz erkrankt. Doch plötzlich wird Edison von zwei Jungen überrascht, die ihn fragen, was er denn da mache - und statt von der Brücke zu fallen, fällt er auf die Straße. Im folgenden erzählt Norbert Zähringer virtuos die Geschichte von Edison Frimm, der es von Geburt an nicht leicht hatte. Dies ist jedoch keinesfalls der einzige Handelungsstrang, sondern nur einer von vielen. Beleuchtet wird auch das Leben von Siegfried Heinze, einem deutschen Jungen, der 1923 geboren wird und somit den Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg hautnah miterlebt. Und dann ist da noch der Berliner Mordkomissar Mauser, der sich wider Willen in die Machenschaften dieser Zeit verstrickt sieht... Der Inhalt des Buches ist wirklich kompliziert rüberzubringen - denn es gibt etliche Handlungsstränge, deren Verbindung man erst nach und nach erkennt oder erfährt. Irgendwie ist alles durch Zufälle miteinander verwoben. Wie das Leben eben manchmal so spielt. Neben den verschiedenen Akteuren springt Zähringer auch in der Zeit - und erreicht damit eine Handlungsspanne von 1920 bis 1995. Dies mag vielleicht zunächst etwas abschreckend klingen, denn oft verliert man bei solchen Sprüngen oft den Überblick. Aber nicht so bei diesem Buch. Zähringer erzählt alles mit einem ironischen humorvollen Unterton, der dem Leser oftmals ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern wird. Das sprachlich hohe Niveau tut sein übriges. Für mich war das Buch ein Highlight dieses Jahres (und dies, obwohl nun ja schon Oktober ist). Nur eines ist schade: Dass das Buch leider nicht mehr den Deutschen Buchpreis 2009 gewinnen kann, den es meiner Meinung nach vollkommen verdient hätte.

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