Norill Jansen

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Östliche Spiegel, Östliche Spiegel und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Norill Jansen

Cover des Buches Östliche Spiegel (ISBN:9783748519546)

Östliche Spiegel

 (2)
Erschienen am 11.03.2019
Cover des Buches Östliche Spiegel (ISBN:9783748519461)

Östliche Spiegel

 (1)
Erschienen am 11.03.2019
Cover des Buches EigenArt und UnArt (ISBN:9783748523390)

EigenArt und UnArt

 (0)
Erschienen am 24.03.2019

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Rezension zu "Östliche Spiegel" von Norill Jansen

Indien als mystisch-mythischer Gravitationsort von 68er Backpackers
Alex767vor 3 Monaten

Östliche Spiegel beginnt mit einem Einblick in den Zeitgeist der 68er-Generation und steht damit auch als Zeuge dieser Zeit. Um das Phänomen der Fernweh-Hippie-Trail trampenden poetisch zu betonen, wählt Norill Jansen die Strophen von Bob Dylans Aussteigersong »Mr.Tambourine Man«; eine nicht schlecht gelungene Übersetzung eines schwierigen Textes.

Jansen zeichnet seine Erfahrungen in einem mächtigen Rundumschlag auf, mittels dessen er auch auf historische Hintergründe von besuchten Orten eingeht. Beginnend mit Orten byzantinisch-frühchristlicher Bedeutung in der heutigen Türkei, führt seine Reiseerzählung über den Iran, Land ehemaligen Perserreiches, in welchem König Kyros eine erste Menschenrechtserklärung entworfen hat, zur Gedenkstätte des persischen Dichters Firdausi, zu frühen Spuren eines vergessenen Buddhismus in Afghanistan und schließlich zu Indiens multireligiösem und multiethnischen Potpourri mit seinen unzähligen Orten historischer Bedeutung. Selbstverständlich kann man von einer spärlichen Seitenanzahl von 130 Seiten, betreffend den Religionen und historischen Hintergründen keine fachkundige Studie erwarten; Östliche Spiegel ist primär ein Erlebnisbericht.

Die multikulturelle Vielfalt und das mystische Ambiente Indiens übte auf westlich geprägte Jugendliche einen besonderen Reiz aus. Diesem Phänomen des Zeitgeistes der “Hippie Generation“ schenkt Jansen, in seinen Aufzeichnungen zum Hippieparadies Goa, noch einmal Beachtung und umrahmt seine Eindrücke von der paradiesischen Hippie-Kolonie mit einer Fortsetzung von Bob Dylan’s »Mr.Tambourine Man Lyrik.

Jansen ergänzt seinen Reisebericht immer wieder mit einer Prise Selbstironie, sei es in der Selbstdarstellung als singender doch unerwünschter Barde oder sei es als naives Opfer eines vermeintlichen und listigen Reiseführers, welcher seinen Hut, je nach Bedarf, vom Reiseführer zum Religionsdozent zum Yogalehrer oder zum Guru wechselte. Solchen heiteren Passagen stehen aber auch ernsthafte gegenüber. So bspw. die Geschehnisse am heiligen Fluss Ganges, wo Leben und Tod als alltägliche Begebenheit aneinander vorbeiziehen und Jansen in einen verheerend schrecklichen Massenandrang geriet, welcher sich anlässlich eines heiligen Festivals in Vārānasi gebildet hatte. Auch was den besorgniserregenden blinden Glauben der Heilkraft des verseuchten doch heilig-gesprochenen Flusses betrifft, zählt zu den dunklen Seiten seiner Indien Erfahrung.

Östliche Spiegel endet mit einem Kapitel zum Buddhismus. Ich vermute, dass der Autor, nachdem er eine Überdosis an Eindrücken des wirren Indiens hinter sich hatte, ein Bedürfnis nach einer nüchterneren Auffassung zum Sinn des Lebens verspürte. Die abschließende Deutung einer buddhistischen Weisheit weist jedenfalls darauf hin, dass vieles an Bemühen, sei es religiös oder nicht, einem «Pusten in den Wind» gleicht (Bob Dylan’s «Blowing in the Wind») und dass es im Leben letztlich doch nicht primär um ein Ziel geht, sondern vielmehr um einen Weg (dahin).

Jansen schaffte es, einen Reisebericht zu schreiben, der nicht nur konkretes von sich gibt, doch auch tiefgründige Spiegelungen (östliche) und ab und zu auch etwas Seelen-Striptease. Paradoxerweise gelingt es Jansen, sein Erlebtes distanziert teleskopisch und doch immer wieder mit einer Lupen-Sicht zu beschreiben. Seine Beobachtungsgabe und das diesbezügliche literarische Playback sind phänomenal.

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Rezension zu "Östliche Spiegel" von Norill Jansen

Indien als mystisch-mythischer Gravitationsort der 68er Backpackers
Alex767vor 3 Monaten

Östliche Spiegel beginnt mit einem Einblick in den Zeitgeist der 68er-Generation und steht damit auch als Zeuge dieser Zeit. Um das Phänomen der Fernweh-Hippie-Trail trampenden poetisch zu betonen, wählt Norill Jansen die Strophen von Bob Dylans Aussteigersong »Mr.Tambourine Man«; eine nicht schlecht gelungene Übersetzung eines schwierigen Textes. 

   Jansen zeichnet seine Erfahrungen in einem mächtigen Rundumschlag auf, mittels dessen er auch auf historische Hintergründe von besuchten Orten eingeht. Beginnend mit Orten byzantinisch-frühchristlicher Bedeutung in der heutigen Türkei, führt seine Reiseerzählung über den Iran, Land ehemaligen Perserreiches, in welchem König Kyros eine erste Menschenrechtserklärung entworfen hat, zur Gedenkstätte des persischen Dichters Firdausi, zu frühen Spuren eines vergessenen Buddhismus in Afghanistan und schließlich zu Indiens multireligiösem und multiethnischen Potpourri mit seinen unzähligen Orten historischer Bedeutung. Selbstverständlich kann man von einer spärlichen Seitenanzahl von 130 Seiten, betreffend den Religionen und historischen Hintergründen keine fachkundige Studie erwarten; Östliche Spiegel ist primär ein Erlebnisbericht. 

   Die multikulturelle Vielfalt und das mystische Ambiente Indiens übte auf westlich geprägte Jugendliche einen besonderen Reiz aus. Diesem Phänomen des Zeitgeistes der “Hippie Generation“ schenkt Jansen, in seinen Aufzeichnungen zum Hippieparadies Goa, noch einmal Beachtung und umrahmt seine Eindrücke von der paradiesischen Hippie-Kolonie mit einer Fortsetzung von Bob Dylan’s »Mr.Tambourine Man Lyrik.

   Jansen ergänzt seinen Reisebericht immer wieder mit einer Prise Selbstironie, sei es in der Selbstdarstellung als singender doch unerwünschter Barde oder sei es als naives Opfer eines vermeintlichen und listigen Reiseführers, welcher seinen Hut, je nach Bedarf, vom Reiseführer zum Religionsdozent zum Yogalehrer oder zum Guru wechselte. Solchen heiteren Passagen stehen aber auch ernsthafte gegenüber. So bspw. die Geschehnisse am heiligen Fluss Ganges, wo Leben und Tod als alltägliche Begebenheit aneinander vorbeiziehen und Jansen in einen verheerend schrecklichen Massenandrang geriet, welcher sich anlässlich eines heiligen Festivals in Vārānasi gebildet hatte. Auch was den besorgniserregenden blinden Glauben der Heilkraft des verseuchten doch heilig-gesprochenen Flusses betrifft, zählt zu den dunklen Seiten seiner Indien Erfahrung. 
 
   Östliche Spiegel endet mit einem Kapitel zum Buddhismus. Ich vermute, dass der Autor, nachdem er eine Überdosis an Eindrücken des wirren Indiens hinter sich hatte, ein Bedürfnis nach einer nüchterneren Auffassung zum Sinn des Lebens verspürte. Die abschließende Deutung einer buddhistischen Weisheit weist jedenfalls darauf hin, dass vieles an Bemühen, sei es religiös oder nicht, einem «Pusten in den Wind» gleicht (Bob Dylan’s «Blowing in the Wind») und dass es im Leben letztlich doch nicht primär um ein Ziel geht, sondern vielmehr um einen Weg (dahin).

   Jansen schaffte es, einen Reisebericht zu schreiben, der nicht nur konkretes von sich gibt, doch auch tiefgründige Spiegelungen (östliche) und ab und zu auch etwas Seelen-Striptease. Paradoxerweise gelingt es Jansen, sein Erlebtes distanziert teleskopisch und doch immer wieder mit einer Lupen-Sicht zu beschreiben. Seine Beobachtungsgabe und das diesbezügliche literarische Playback sind phänomenal.

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K

Rezension zu "Östliche Spiegel" von Norill Jansen

Kurt Keller
KellerZHvor 3 Monaten

Ich war dabei, auf dem Hippie-Trail. Lerne ich neue Freunde kennen, empfehle ich „Östliche Spiegel“ zum Lesen. Die Reaktion der Lesenden: „Man erkennt dich nach fast 50 Jahren immer noch gut“. Ein Kompliment für den Autor Norill und mich.

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