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bücherelfe

vor 6 Jahren

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Es ist immer wieder spannend, einen neuen Verlag zu entdecken. Michason & May werde ich nach der Lektüre von "Mauje" auf jeden Fall im Auge behalten.

Ich klappe das Buch zu und frage mich, ob das wirklich nur 141 Seiten waren. Irgendwie kommt es mir vor, als hätte ich soeben einen mehrstündigen Dokumentarfilm gesehen. Es scheint also was dran zu sein an Mark-Jens Schreiber, der die Begabung hat, plausible Geschichten zu erfinden

„Es war, als versuche man auf einem morschen Steg zu balancieren, das geht nicht lange gut. Man muss mit jedem Schritt Angst haben, einzubrechen, das ist unberechenbar und doch irgendwie vorhersehbar, jede weitere Bewegung kann der Auslöser sein"

Aus Mark-Jens Schreiber wird der professionelle Geschichtenerfinder Mauje Fabel. Aus allen Gesellschaftsschichten kommen Menschen zu ihm um sich zeigen zu lassen, wie man sich aus einer Schwierigkeit möglichst elegant herausreden kann. Mauje beschäftigt sich also damit, was andere wollen, was andere denken, wie andere auf Masche X oder Masche Y reagieren könnten und vergisst bei alledem das Allerwichtigste: Sich selbst. Ideen am Fliessband zu produzieren ist nicht so einfach; Musen küssen schliesslich auch nicht auf Knopfdruck und so geschieht das Unvermeidliche: Die Ideen gehen ihm aus. Was dann?

Gespickt mit Lebensweisheiten ist dieser nur 141 Seiten dicke Roman eine kleine Perle, die man immer wieder zur Hand nehmen kann und wohl je nach gerade herrschender Stimmung immer wieder Neues entdeckt. Mauji und sein Tun wird seiner Leserschaft von verschiedenen Seiten näher gebracht. Mal ist es ein Kunde, mal seine Ex-Freundin, mal ein unbekannter Erzähler. Jede Stimme hat ihren eigenen Ton, ihre eigene Sprachmelodie. Das wirkt einerseits unruhig, andererseits ist es wie im wahren Leben. Geschichten eben....

Fazit: Vorsicht: Zwischen den Buchdeckeln versteckt sich ein ganzer Dokumentarfilm. Absolut empfehlenswert!

Autor: Norman Eckert
Buch: Mauje
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