Norman Spinrad Die Transformation

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Inhaltsangabe zu „Die Transformation“ von Norman Spinrad

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  • Rezension zu "Die Transformation" von Norman Spinrad

    Die Transformation
    JanHartmann

    JanHartmann

    07. July 2009 um 06:51

    Spinrad – Transformation Die ersten 30 Seiten haben Drive, Witz und gehen teilweise unter die Gürtellinie ein reiner Lesespaß. Im Schnelldurchlauf nimmt sich Spinrad, durch die Hauptfigur, den Schriftsteller Dexter D. Lumpkin vertreten, die SF-FandomSzene vor, verspottet auch sich als befreundeten Autor Spinrad, der nicht von der Szene lassen kann, obwohl er sie verachtet und erzählt von Dexters Meisterwerk vor 30 Jahren, als ein Wesen aus der Zukunft kommt, den Menschen erklärt, was sie falsch gemacht haben und alle in eine schöne Zukunft führt. Leider wurde der Roman damals kaum beachtet, hat sich ganz ordentlich verkauft und das war es dann, kein Fandom wie bei Roddenberry, keine Religion wie Scientology erwuchs aus seinem Buch. 30 Jahre später ist er ein recht beliebter Autor, der von seinem Schreiben leben kann, zwischendurch für das verachtete Hollywood arbeitet und recht desillusioniert. Schnitt. Im New Yorker Hinterland auf einer Provinzbühne betritt RALF die Bühne und merkt, dass er hier völlig falsch ist und überhaupt kein zeitgemäßes Programm zu bieten hat. Sein Agent versprach ihm freie Liebe und die Blumenmädchen der Hippiezeit. Stattdessen landet er im New York der 90er Jahre und pöbelt erstmal sein Publikum an. Harry, ein Agent, ist hingerissen und nimmt ihn unter Vertrag. Doch wie geht man um mit einem Mann, der tatsächlich glaubt oder zumindest alle glauben macht, dass er selbst daran glaubt, dass er aus der Zukunft stammt. Einer Zukunft, die die Menschheit total verbockt hat und in der es sich nicht mehr zu leben lohnt. Er ist aber kein Messias, Gott bewahre, er sollte nur etwas sein Talent entfalten und dann wieder zurück in die Zukunft. Aber das Ticket zurück wurde vermutlich schon in den 60er Jahren von seinem zukünftigen Agenten gelöst und jetzt sitzt er hier fest. Harry nimmt ihn, wie er ist und baut ihn nach und nach als pöbelnden Besserwisser aus der Zukunft auf, der die Zuschauer mitnimmt auf das Totenschiff Erde. Dexter wird als Redenschreiber engagiert, da er ja SciFi schreibe, und hinzu kommt noch Amanda, eine Spiritualistin, die Ralf Schauspielunterricht geben soll. Nach und nach verselbstständigt sich die Geschichte, die Protagonisten glauben an Ralf und seine Geschichte, mal mehr, mal weniger intensiv. Es entbrennt ein Wettstreit zwischen Dexter und Amanda, welche Welt besser für Ralf sei. Die der Science Fiction oder die der Esoterik. Im Roman gibt es immer wieder Parallelen zu Phänomenen wie StarTrek etc., der Autor nennt diese auch offen, beschwört die Kraft des SF-Fandoms während er es gleichzeitig gerne in die Pfanne haut und entwickelt auf 1200 Seiten eine Geschichte, wie Dexters Traum doch noch in Erfüllung geht und eine seiner Schöpfungen die Welt ändert, immer wieder unter Rückgriffen auf seinen alten Roman „Transformation“. Nur reifer und erwachsener. Zwischendurch eingeschoben sind immer wieder Episoden, die nicht in Hollywood sondern in New York spielen und sich um „Rattengörl“ drehen, dieser Handlungsfaden läuft erst gegen Ende des Buches mit den übrigen Handlungssträngen und führt zu einem spannenden Ende. Leider verlässt Spinrad zwischendurch sein Furor und das Buch schleppt sich dahin. Ich hatte das Gefühl, ich lese einen Fortsetzungsroman. Bei 1200 Seiten ist es vielleicht ganz gut, dass immer wieder Geschehnisse erinnert werden, die im vorderen Teil des Romans spielten, aber meiner Meinung nach wäre es ebenso sinnvoll gewesen 500 Seiten zu streichen. Auch wenn dadurch der eine oder andere Witz gefehlt hätte. Gerade die Geschichten um Rattengörl hätte man ersatzlos streichen können bis auf ihren Auftritt gegen Ende. Alles in allem ein guter Roman, den ich gerne zu Ende gelesen habe, trotz aller seiner Länge und den jeder lesen sollte, der einmal ein Convention besucht hat. Für alle andern ein vergnüglicher Roman, den man sich zwischendurch mal gönnen sollte und den man auch nicht am Stück lesen muss.

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