In einer Zeit, in der der Lebensinhalt einer Frau einzig darin besteht, einen männlichen Erben zu gebären, hat sich ein Netz aus Bräuchen, Aberglauben und Ritualen etabliert. Chieh muss mitansehen, wie auch ihre Schwägerin immer stärker unter dem gesellschaftlichen Druck zerbricht. Ihren einzigen Ausweg, nicht dasselbe Schicksal zu teilen, sieht sie darin, Schülerin einer mysteriösen Priesterin zu werden. Doch kurz darauf entdeckt Chieh nach einem Albtraum kleine Handabdrücke an ihren Beinen …
Wer gesellschaftskritische Manhua liebt, kommt mit diesem Doppelband definitiv auf seine Kosten. Es ist beeindruckend, wie Nownow in diesem historischen Drama die Rolle der Frauen jener Zeit beleuchtet und zeigt, welchem Zwang und welcher Ohnmacht sie ausgeliefert waren. Die Geschichte geht tief, ist bedrückend und dennoch von einer stillen Stärke durchzogen.
Chieh ist eine faszinierende Protagonistin. Sie ist mutig, reflektiert und bereit, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ich mochte besonders, wie sie sich selbst Raum für Freiheit schafft und sich durch ihre Entscheidungen behauptet.
Die Geschichte verbindet emotionales Storytelling mit übernatürlichen Elementen, was eine besondere Atmosphäre schafft. Dieses Zusammenspiel aus Mystik und gesellschaftlichem Realismus hat mir sehr gefallen.
Auch visuell überzeugt Guardienne auf ganzer Linie: Die detailreiche, stimmungsvolle Gestaltung transportiert die Emotionen und den Zeitgeist perfekt.
Ich kann Guardienne allen ans Herz legen, die sich für historische Dramen mit Tiefe und für starke Frauenfiguren begeistern.
Ich persönlich bin kein Fan von Doppelbänden, aber das ist einfach Geschmacksache. Der Band ist aber klar in zwei Teile gegliedert, man kann also, problemlos eine Pause einlegen und das Gelesene wirken lassen.
Es ist auf jeden Fall ein eindrucksvolles Werk, das emotional und zugleich aufwühlend ist




