Nuccio Ordine Von der Nützlichkeit des Unnützen

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Inhaltsangabe zu „Von der Nützlichkeit des Unnützen“ von Nuccio Ordine

Unsere Gesellschaft denkt zielorientiert. In seinem philosophischen Überraschungsbestseller zeigt Nuccio Ordine, dass nur die Beschäftigung mit dem Überflüssigen Freiräume im Kopf schafft. "Schwimmen zwei junge Fische nebeneinanderher und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt: 'Hallo Jungs, wie ist das Wasser?' Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter, bis der eine den anderen fragt: 'Was zum Teufel ist Wasser?'" Auch wir sollten erkennen, was unser Lebenselixier ist und dass wir es erhalten müssen, um - buchstäblich - nicht auszutrocknen. (Selbst-)Maximierung um jeden Preis kann nicht die Lösung sein. Nuccio Ordine zeigt in seinem erfrischenden Pamphlet, dass bereits seit der Antike Dichter und Denker die Fallstricke des Nützlichkeitsdenkens erkannt haben - von Ovid über Dante und Cervantes bis Ionesco und Foster Wallace, von Plato und Aristoteles über Giordano Bruno bis Heidegger. Gerade in zunehmend verschulten Universitäten bleibt Allgemein- und Herzensbildung auf der Strecke und damit die Voraussetzung für das, was uns Menschen menschlich macht. Ein zugänglich geschriebenes, gehaltvolles Buch, das, wie Roberto Savinio sagt, ein Vademecum für unsere Zeit sein sollte.

Klein, kompakt, das ideale Buch für unterwegs - wenn man einfach mal Sinnieren möchte

— Kerstin_KeJasBlog
Kerstin_KeJasBlog

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    Von der Nützlichkeit des Unnützen
    Kerstin_KeJasBlog

    Kerstin_KeJasBlog

    18. July 2015 um 22:10

    Dieses kleine, rote, fast schon unscheinbare Büchlein hat es in sich. Nuccio Ordine hat sich ausgelassen, auf eine erfrischende Art und Weise, aber sein Ansinnen kommt ganz klar herüber. Leidenschaftlich argumentiert er über die Literatur, die Naturwissenschaften und das Leben im Großen und Ganzen. Denn alles hängt zusammen. Was lehren wir und was lernen wir - heute-gestern-morgen? Was ist unnütz und was nicht?  Schon die 'alten' Dichter, Denker, Literaten, Wissenschaftler und Forscher haben sich darüber den Kopf zerbrochen. Dieser Denkweisen bedient sich Ordine auch. Viele Beispiele sind gegeben. Platon, Victor Hugo, Aristoteles, Bataille, John Locke, Kant und viele mehr (auch solche aus neuerer Zeit) werden zitiert, beschrieben und aufgeführt. Ein passendes Zitat aus dem Buch:  "Der Genuss ist es, der uns glücklich macht, nicht der Besitz" Michel de Montaigne Schaffen wir Wissen und lehren dieses nur zu Zwecken des allgemeinen Wohlergehens oder möchten wir nur das was den Profit erhöht? Der Preis dafür ist hoch, Unnützes brauchen wir nicht? Wer entscheidet was nicht von Nutzen ist? Braucht der Bauer denn nicht sein Bauchgefühl, ein unbezahlbares Wissen um die nächste Ernte erfolgreich einzubringen oder verlässt er sich nur noch auf die hochtechnisierten Gerätschaften? Wie schön ist es doch dem Unnützen zu fröhnen - mal etwas tun, das nützlich ist - für den Leib und die Seele - da gönne ich mir dochngerne mal einen Klassiker, von wegen die sind weit hergeholt oder gar überholt. Da geht es mir doch gleich wieder besser! Viele der Ansätze von Nuccio Ordine unterschreibe ich vorbehaltlos, die Menschlichkeit und die Würde gehen immer vor Profit und Gier. Ein Buch für Zwischendurch oder eben doch kein Buch dafür. Nützlich auf jeden Fall. Schöne Denkanstöße, absolut diskussionswert. Gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen.  c ) K.B. 07 / 2015

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  • Nützlich ohne Zweckbestimmung

    Von der Nützlichkeit des Unnützen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    19. February 2015 um 12:19

    Nützlich ohne Zweckbestimmung „….was es mit der Nützlichkeit jenes Wissens auf sich hat, dessen wesentlicher Wert vollkommen losgelöst ist von jeder Zweckbestimmtheit“, das ist die Leitfrage Ordines, der er in diesem handlichen und dennoch fundierten Werk nachgeht. Wissen, das nicht zu unmittelbarem Gewinn angelegt ist, dass nicht Effizienz und Faktenkompetenz steigert, dass somit in den Augen der kühlen wirtschaftlichen Überlegungen völlig „unnütz“ sich darstellt. „fern jeglicher praktischer oder wirtschaftlicher Verpflichtung“. Und dennoch, natürlich, eine Funktion erfüllen kann (und erfüllt). Nämlich eine grundlegende Rolle für die „geistige, zivilisatorische und kulturelle Entwicklung der Menschheit“ zu übernehmen. Somit ist all das als nützlich zu betrachten in den Augen Ordines, was dem Menschen hilft, ein besserer Mensch zu werden. Ein Ansinnen in einer Zeit und Epoche, die, wie Ordine richtig feststellt, die “Verwertbarkeit von allem“ in den Mittelpunkt stellt und damit auch jenes Wissens, dass in einer „Wissensvermittlung per se“ seinen Wert finden sollte, noch versucht, in zählbare und bewertbare Einheiten zu fassen. Wie ansonsten die Versuchung groß zu sein scheint, alles, was nicht unmittelbaren zählbaren nutzen erbringt, „zu streichen“. So geklagt Ordine durchaus zu Recht das Primat der „Bilanzen“ gegenüber den „weichen Faktoren“ einer sozialen Gemeinschaft, die aber erst den Menschen wirklich zum Menschen werden lassen und Kultur und damit Werte hervorbringen. Breit nun bricht Ordine eine Lanze gegen das mehr und mehr absolut vorherrschende „ökonomische Nützlichkeitsdenken“ und verweist überzeugend auf das, was Grundlage des kulturellen menschlichen Seins ist. Soziale Gemeinschaft unter kulturellem Horizont. In diesem verortet Ordine die „Inspiration jedes menschlichen Handelns“, das konstruktive Folgen für „die Menschheit“ nach sich zieht. „Die Politiker der Antike sprachen ohne Unterlass von Sitten und Tugend, die unseren sprechen nur vom Handel und vom Geld“, bemerkte schon Rousseau. Und doch gilt, was Ordine eher assoziativ denn als geordnete Struktur Seite für Seite betrachtet und reflektiert dem Leser vor Augen führt. Literatur, die Universität im humanistischen Verständnis, die Liebe der Klassiker zur Wahrheit, all das hat im Lauf der Geistesgeschichte immer wieder die Grundlage für die weitere Entwicklung der Gesellschaften gelegt. Nicht im Sinne technischer Erfindungen, sondern im Sinne freier Geister, „Freigeister“, die Neues gedacht, ausgetretene Pfade verlassen und neue Ufer und Visionen entfaltet haben. Dieses „kritische Denken an sich“ ist es, um das Ordine in weiten Bögen im Buch kreist, erkennbar auch in seiner kritischen Betrachtung der Gegenwart an den Hochschulen des Landes, in dem die Universität als Unternehmen gedacht und Studenten als Kunden gesehen werden. Ein Klima, in dem „Freigeister“ nicht sonderlich gefördert werden und das sich anmaßt, genau zu wissen und vorgeben zu können, was „allgemein nützlich und wichtig“ ist. Und damit wiederum nur einen Mainstream zementiert, den es für weitere Fortschritte wie seit jeher in der Geschichte eigentlich dich immer wieder zu überwinden und zu transzendieren gilt. „Nicht durch Kürzung des Kulturetats, sondern durch seine Verdopplung lässt sich die Krise meistern“, würde Hugo sagen. Ordine bietet eine Vielzahl von Überlegungen, Reflexionen, Wissensgebieten und Grundhaltungen aus und in der Kultur. Wozu alte Sprachen gut sind, das das „planmäßige Verschwinden der Klassiker“ Verlust und nicht Effizienz bedeutet und das es letztlich unklug ist, ohne die „Tollheit der Poesie“ (und der Literatur und Philosophie, der Kunst) zu leben, für all das und noch viel mehr bricht Ordine in sehr origineller Form eine Lanze. Eine keinesfalls „unnütze“ Lektüre, die zwar Konzentration und Abstraktionsvermögen hier und da erfordert, aber vielfache Anregungen für die „weichen Fakten“ des menschlichen Seins zu geben vermag. 

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