Nuruddin Farah Links

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Inhaltsangabe zu „Links“ von Nuruddin Farah

Staatszerfall, Bandenterror, die innere Zerrissenheit afrikanischer Nationen – was uns nur schlagwortartig bekannt ist, fügt sich im neuen Roman von Nurrudin Farah zu einem meisterhaft gezeichneten, manchmal alptraumhaften Panorama seines Heimatlandes Somalia, zu einer exemplarischen Geschichte von verrohten Herzen und dem Wert der Menschlichkeit. Links erzählt von Jeebleh, der aus dem New Yorker Exil nach Mogadischu zurückkehrt und eine vom Bürgerkrieg korrumpierte Gesellschaft vorfindet, die er nicht mehr versteht, in der er niemandem trauen kann, schon gar nicht den eigenen Verwandten. Und dennoch, trotz der Gewalt, trotz der sozialen Apathie, trotz der widerwärtigen Herrschaft der Clans gibt es Hoffnung – verkörpert von einem kleinen Mädchen.

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  • Rezension zu "Links" von Nuruddin Farah

    Links
    Marki

    Marki

    18. June 2008 um 19:16

    Nach zwanzig Jahren kehrt der in Somalia geborene Jeebleh aus dem New Yorker Exil in seine Heimatstadt Mogadischu zurück. Doch wo früher ein buntes Treiben auf den Märkten herrschte, wo Cafés zu ausgelassenen Unterhaltungen einluden und es nebensächlich war, welchen Clan ein Mensch angehörte, findet Jeebleh eine Stimmung aus Angst und Verzweiflung vor. Schon gleich nach seiner Landung wird er Zeuge einer erschütternden Tat, als eine Bande von Jugendlichen am Flughafen einen Menschen aus bloßer Langeweile und Imponiergehabe tötet. In seinem Hotel wird er bedrängt von Clanältesten, die von ihm Mittel für die militärische Aufrüstung erhoffen. Die Welt scheint in Somalia aus den Fugen geraten zu sein. Erst bei Bile, dem Freund Jeeblehs, mit dem er zusammen aufgewachsen ist und in Italien studiert hat, findet er ein Stück Normalität vor. In dem von Bile geschaffenen Waisenhaus ist das gemeinsame Essen und das friedliche Beisammensein zwischen Kindern der beiden großen verfeindeten Clans möglich. Es ist ein Hort des Friedens. Doch auch dort ist keine Sicherheit davor, Opfer der gegenläufigen Interessen der Clanführer zu werden. Ein Handlanger von Strongmansouth, der den Südteil der Stadt im eisernen Griff hält, ist auch der Halbbruder Biles, Caloosha. Dieser ist durch Opportunismus und Korruption, unbeschadet durch den Sturz des Diktators vor dem großen Bürgerkrieg, reich an Geld und Macht geworden. Er steht auch in dem Verdacht, die kleine Nichte Biles und ihre Freundin entführt zu haben. Diese Entführung hat viele Bewohner Mogadischus in noch größere Hoffnungslosigkeit getrieben, weil das Kind zwischen all dem Jammer und den Trümmern eine auf Anhieb freudig stimmende Fröhlichkeit bewahren konnte. Jeebleh ist aus zwei Gründen nach Mogadishu gereist. Zum einen möchte er seiner gerade verstorbenen Mutter, die das Land nicht verlassen konnte, einen letzten posthumen Besuch abstatten. Zum anderen möchte er seinem Freund Bile helfen, dessen Nichte wiederzufinden. Bald nach seiner Ankunft entwickelt er jedoch, getrieben durch seinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, einen großen Ehrgeiz, gegen Korruption und Unrecht anzukämpfen. Dadurch gerät er zwischen die Fronten und somit in große Gefahr – auch in die Gefahr, selbst Teil des Unrechts zu werden. Farah hat mit Links ein beeindruckendes Werk geschaffen, in dem das Dilemma desjenigen zum Ausdruck kommt, der ein moralisch handelnder Mensch sein möchte und dabei bemerkt, dass eine unparteiische Moral nicht existiert. Der Roman ist sehr gelungene Literatur, weil er schnelle Wechsel in der Handlung, eine glaubwürdige Entwicklung der Charaktere und fundierte Betrachtungen über politische Zusammenhänge kombiniert. Er liest sich spannend, ist lehrreich und stimmt nachdenklich.

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