Tadunos Lied

von Odafe Atogun 
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Tadunos Lied
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Dieses Buch hat mich in gewisser Weise verzaubert...

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Eine herzzerreißende Geschichte aus Nigeria, in der der Protagonist vor eine schwere Entscheidung gestellt wird.

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Inhaltsangabe zu "Tadunos Lied"

Der berühmte und in seiner Heimat verehrte Musiker Taduno lebt seit drei Monaten im politischen Exil, weil er sich weigert, Loblieder auf das Regime zu singen. Eines Tages erreicht ihn ein Brief von seiner großen Liebe Lela, und was er liest, klingt nicht gut. Voller
Sorge kehrt Taduno in sein von Diktatur und Bürgerkrieg gezeichnetes Land zurück. Erstaunt stellt er fest, dass niemand mehr weiß, wer er ist, dass selbst Nachbarn und Freunde ihn nicht mehr erkennen. Es ist, als hätte er nie existiert. Zudem wurde Lela verschleppt, und als er erfährt, wo sie ist, steht er vor einer schweren Gewissensentscheidung, die ihm das Herz zu zerreißen droht: Um die Frau, die er liebt, zu retten, muss Taduno mit seiner Musik die Regierung preisen – oder sollte er erneut für die Freiheit seines Landes singen und dabei die Liebe opfern?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783716027554
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Arche
Erscheinungsdatum:10.02.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat mich in gewisser Weise verzaubert...
    Tadunos Lied

    Dieses Buch hat mich in gewisser Weise verzaubert. Der Autor erzählt hier eine Geschichte, die mich irgendwie an ein Märchen erinnert hat und doch ganz bodenständig, luftig, bezaubernd und dramatisch zugleich war. Musik und Politik werden hier meiner Meinung nach auf ganz tolle Art und Weise miteinander verknüpft und es finden sich in diesem Buch viele Weisheiten, die die verschiedensten Formen der Liebe aufzeigen. Themen wie Nächstenliebe, Zusammenhalt, Partnerschaft, Familie – ein relativ kleines Buch mit mindestens doppelt so viel und vor allem wichtigen Inhalt! (Zitat aus dem Buch)
    >> Egal, auf welcher Seite wir stehen, die Hoffnung gehört allen. Wenn wir zu hoffen beginnen, fangen wir an, gegen das zu murren, was uns einschränkt. Und mit dem Murren kommt die Veränderung. << Auch der politische Aspekt kommt hier nicht zu kurz und man bekommt ziemlich nah mit, was Diktatur für den einzelnen bedeutet und wie systematisch dieses System den Menschen schadet. Mich haben einige Dinge hier wirklich sehr ergriffen. Man weiß natürlich einiges, aber es dann innerhalb einer Geschichte so hautnah mitzuerleben, das ist dann schon eine Steigerung der bewussten Gedanken zur Thematik. 
    Ich möchte das Ende der Geschichte nicht vorweg nehmen, dennoch möchte ich abschließend sagen, dass dieses Buch aufzeigt, wie schwer, schmerzvoll und hart das Leben doch sein kann. Und trotz der ganzen Probleme, Schwierigkeiten und dieser Gefangenschaft innerhalb eines Systems ist es die Liebe, die den Menschen lenkt... Mein Fazit:
    Ein absolut lesenswertes Buch, das es sich lohnt zu lesen und auch zu begreifen, denn es hat viel Inhalt, der sowohl das Herz als auch den Kopf.

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    gsts avatar
    gstvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine herzzerreißende Geschichte aus Nigeria, in der der Protagonist vor eine schwere Entscheidung gestellt wird.
    Die Qual der Wahl

    „Seine Stimme, das ist er. Er hat die schönste Stimme der Welt. Kein Mensch kann so singen wie er.“ (Seite 38)

    Der einst so beliebte Taduno kehrt aus dem Exil zurück, um seiner Liebsten wieder nah zu sein. Doch die wurde vom Diktator entführt, damit der den Musiker findet und für seine Zwecke missbrauchen kann. Ist es nun Glück oder Unglück, dass sich niemand mehr an Tadunos Namen und sein Aussehen erinnert? Einzig seine Stimme ist in der Erinnerung seiner Freunde und Landsleute verankert. Die ist ihm allerdings in seinem Leid abhanden gekommen.

    Auf der Suche nach seinem ehemaligen Produzenten wird Taduno von Regierungungsschergen entdeckt. Nun muss er sich entscheiden: entweder ein Loblied auf die Regierung singen und damit seine Geliebte befreien, sowie seine Landsleute verraten oder sich den Befehlen widersetzen und Lela ihrem Unglück preisgeben.

    Tadunos Gewissensqualen hat Odafe Atogun in seinem ersten Roman sehr anschaulich beschrieben. Für mich war es ein außergewöhnlicher Roman, der mir einen Blick in die Vergangenheit Nigerias und die Lebensumstände in der größten Stadt Lagos erlaubte. Gleichzeitig wurde mir bewusst, welche Macht Musik ausüben kann. Fazit: äußerst lesenswert!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat mir sehr gefallen!
    TADUNOS LIED von ODAFE ATOGUN

    TADUNOS LIED von ODAFE ATOGUN

    Der berühmte und in seiner Heimat verehrte Musiker Taduno lebt seit drei Monaten im politischen Exil, weil er sich weigert, Loblieder auf das Regime zu singen. Eines Tages erreicht ihn ein Brief von seiner großen Liebe Lela, und was er liest, klingt nicht gut. Voller Sorge kehrt Taduno in sein von Diktatur und Bürgerkrieg gezeichnetes Land zurück. Erstaunt stellt er fest, dass niemand mehr weiß, wer er ist, dass selbst Nachbarn und Freunde ihn nicht mehr erkennen. Es ist, als hätte er nie existiert. Zudem wurde Lela verschleppt, und als er erfährt, wo sie ist, steht er vor einer schweren Gewissensentscheidung, die ihm das Herz zu zerreißen droht: Um die Frau, die er liebt, zu retten, muss Taduno mit seiner Musik die Regierung preisen – oder sollte er erneut für die Freiheit seines Landes singen und dabei die Liebe opfern?

    „Tadunos Lied“ hat mich in gewisser Weise verzaubert. Der Autor erzählt hier eine Geschichte, die mich irgendwie an ein Märchen erinnert hat und doch ganz bodenständig, luftig, bezaubernd und dramatisch zugleich war. Musik und Politik werden hier meiner Meinung nach auf ganz tolle Art und Weise miteinander verknüpft und es finden sich in diesem Buch viele Weisheiten, die die verschiedensten Formen der Liebe aufzeigen. Themen wie Nächstenliebe, Zusammenhalt, Partnerschaft, Familie – ein relativ kleines Buch mit mindestens doppelt so viel und vor allem wichtigen Inhalt!

    (Zitat aus dem Buch)
    >> Egal, auf welcher Seite wir stehen, die Hoffnung gehört allen. Wenn wir zu hoffen beginnen, fangen wir an, gegen das zu murren, was uns einschränkt. Und mit dem Murren kommt die Veränderung. <<

    Auch der politische Aspekt kommt hier nicht zu kurz und man bekommt ziemlich nah mit, was Diktatur für den einzelnen bedeutet und wie systematisch dieses System den Menschen schadet. Mich haben einige Dinge hier wirklich sehr ergriffen. Man weiß natürlich einiges, aber es dann innerhalb einer Geschichte so hautnah mitzuerleben, das ist dann schon eine Steigerung der bewussten Gedanken zur Thematik.
    Ich möchte das Ende der Geschichte nicht vorweg nehmen, dennoch möchte ich abschließend sagen, dass dieses Buch aufzeigt, wie schwer, schmerzvoll und hart das Leben doch sein kann. Und trotz der ganzen Probleme, Schwierigkeiten und dieser Gefangenschaft innerhalb eines Systems ist es die Liebe, die den Menschen lenkt...

    Mein Fazit:
    Ein absolut lesenswertes Buch, das es sich lohnt zu lesen und auch zu begreifen, denn es hat viel Inhalt, der sowohl das herz als auch den Kopf fordert!

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    Arbutuss avatar
    Arbutusvor einem Jahr
    Berührendes Buch über die Macht der Musik

    Der Musiker Taduno musste aus seiner Heimat Nigeria ins Exil fliehen. Seine Musik hat gezündelt, gegen den Diktator aufbegehrt, die Massen bewegt. Dafür wird er nun verfolgt. Aber er entschließt sich, zurückzukehren, als er eine geheimnisvolle Nachricht seiner Geliebten Lela erhält, die von den Schergen des Präsidenten entführt wurde. Um sie zu retten, will er einen neuen Hit produzieren. Aber dazu muss er erst mal wieder seine verlorene Stimme zurückerlangen. Die Zeit läuft ihm davon. Wird ihm auch sein Gewissen davonlaufen? Taduno gerät in große Gefahr, seine Ideale, seine Musik und seine Landsleute zu verraten.

    Diese märchenhafte afrikanische Erzählung ist vielleicht das Weiseste das ich seit dem "Kleinen Prinzen" gelesen habe. In einfacher, schnörkelloser aber schöner Sprache überrascht und berührt die Geschichte immer wieder unmittelbar.

    Taduno hatte noch nie in Einzelhaft musiziert und stellte nun fest, dass seine Musik klangvoll und bunt war. Stellte fest, dass seine Musik von Licht durchdrungen war. Er hatte nicht gewusst, dass Musik leuchten konnte.

    Auf der anderen Seite ist es erschreckend, lesen zu müssen, was die Diktatur mit den Menschen macht. Was ist das für eine verkehrte Welt, in der diejenigen sich als Verräter an ihren Mitbürgern empfinden müssen, die einen Unschuldigen vor Folter und Tod verstecken? Die Manipulation des Gedächtnisses einer ganzen Nation wird hier symbolhaft so auf die Spitze getrieben, dass sich die Menschen kollektiv nicht mehr an den Namen des einst so berühmten Künstlers erinnern können. Diese mysteriöse Tatsache steht beispielhaft für die Hypnose, der ein ganzes Volk durch ein diktatorisches Regime ausgesetzt ist. Deshalb fürchtet auch die Diktatur nichts so sehr wie die Musik. Denn wenn wir aus unserem europäischen Kulturkreis eher die einlullende Magie der Musik kennen, so ist hier die Musik das Zündfeuer, das aufweckt.

    Das Buch entzieht sich einer Beurteilung durch unsere westlichen Normen - manche Verhaltensweisen der Romanfiguren können wir vielleicht nicht gut nachvollziehen, manche Erzählform erscheint uns fremd - aber genau das macht das Interessante an diesem Buch aus; die Uhren auf dem schwarzen Kontinent ticken anders, und wer sich darauf einlässt, der lernt etwas über diese fremde Kultur.

    Ein ungewöhnliches, berührendes Buch über die Macht der Musik.

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    Sikals avatar
    Sikalvor einem Jahr
    Kurzmeinung: „Wenn die Musik schweigt, hört man das Lachen des Tyrannen.“ - ein wunderbares poetisches Buch.
    Der Tyrannei werden wir uns niemals ergeben?

    Taduno, ein nigerianischer Musiker lebt bereits seit Monaten im Exil. Er wurde politisch verfolgt, weil er es ablehnte mit seiner Musik die Regierung zu rühmen. Täglich plagt ihn das Heimweh, als er plötzlich einen Brief seiner großen Liebe Lela erhält, kann ihn nichts mehr halten und Taduno reist wieder in sein Heimatland. Doch nichts ist wie vorher – seine Freunde, Nachbarn, Fans können sich nicht mehr an ihn erinnern. Sie haben sich der Regierung zugewandt, Taduno wurde zu einem namenlosen Fremden. Und doch findet er Menschen, die ihm Vertrauen, die ihn bei der Suche nach der entführten Lela unterstützen. Taduno weiß, dass er erst seine Stimme wiederfinden muss, um Lela zu helfen. Mit seiner Gitarre übt er jeden Tag, verzaubert mit seiner Musik immer mehr Menschen und wird plötzlich vom Geheimdienst aufgegriffen. Als der Diktator höchstpersönlich Taduno ein Ultimatum stellt, sieht er sich in einer ausweglosen Situation.

    Der Autor Odafe Atogun hat mit seinem Debütroman die Schrecken der Militärdiktatur Nigerias eingefangen, hat die politischen Wirren und das Nichteinhalten der Menschenrechte in diesem Buch verarbeitet und ich finde, es ist ihm gut gelungen.

    Obwohl ich anfangs einige Schwierigkeiten hatte, mich auf das Buch einzulassen, die Wechsel zwischen Realem und Surrealem anzunehmen, bin ich letztendlich doch begeistert von der Tiefe und dem Nachhall des Romans.

    Die Charaktere sind nuancenreich, der Protagonist Taduno kämpft mit sich, seinen Träumen, hofft, wünscht, schwächelt und ist dann wieder der Starke. Er darf sich auf die Liebe einlassen, erträgt Gewalt, wird getragen von Freundschaft und Vertrauen. Doch auch den eiskalt lächelnden Diktator, der mit falscher Freundlichkeit und Nachsicht die Öffentlichkeit beeindrucken möchte, finde ich gut getroffen. Ich bekam teilweise Gänsehaut während des Lesens, ob dem unausgesprochenen Grauen, dem sich die Menschen stellen müssen, welcher Willkür und Gewalt diese ausgeliefert sind und wie sie gebrochen werden. Taduno steht für Hoffnung und Mut für ein anderes Leben.

    Der Roman hat leider als Grundlage reale Ereignisse, der politische Aktivist und Begründer des Afro-Beat Fela Kuti hatte ebenfalls mit seiner Musik die Regierung kritisiert, die Massen begeistert – und musste fliehen, als er bei einem Militärangriff schwer verletzt und seine Mutter getötet wurde.

    Der Schreibstil sowie die Sprache des Buches sind außergewöhnlich – ein Thema, das man mit Angst und Schrecken verknüpft, wird hier mit poetischen Elementen in Verbindung gebracht. Oftmals surreal werden Ereignisse mehr angedeutet, die harten Fakten bleiben außen vor und können vom Leser selbst interpretiert werden.

    „Wenn die Musik schweigt, hört man das Lachen des Tyrannen.“

    Bestimmt kein Buch für jedermann, keines für zwischendurch. Es ist ein Buch auf das man sich einlassen muss. Absolute Leseempfehlung!

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    camilla1303s avatar
    camilla1303vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Die Macht der Musik
    Die Macht der Musik

    „Tadunos Lied“ von Odafe Atogun ist 2017 als deutsche Übersetzung im Arche Literatur Verlag erschienen. Die Originalausgabe ist 2016 unter dem Titel „Taduno’s Song“ erschienen. Der Roman ist eine Geschichte über die Macht der Musik und ein Lobgesang an die Freiheit.

    Der berühmte nigerianische Sänger Taduno weigert sich Loblieder über den Diktator und sein Militärregime zu singen, weshalb er sich im politischen Exil befindet. Als er nach drei Monaten, trotz Bürgerkrieg, in seine Heimat nach Lagos zurückkehrt, kann sich niemand mehr an ihn erinnern. Seine große Liebe, Lela, wurde vor seiner Ankunft vom Geheimdienst verschleppt. Doch auf der Suche nach ihr muss er sich entscheiden: Soll er die Regierung mit seinen Liedern preisen, um Lela zu retten und somit sich selbst und sein Volk verraten oder soll er seiner Überzeugung treu bleiben und damit Lela verraten und für immer verlieren?

    „Tadunos Lied“ ist ein Plädoyer für die Zivilcourage: Es zeigt wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenhalt ist, jedoch auf fast kafkaeske Weise. Wie ich das Buch bewerten soll, weiß ich jedoch nicht, was mich auch an die Bücher Kafkas erinnert. Der Autor lebt selbst in Nigeria. Er hat die Zeit der Militärdiktatur miterlebt und versucht in seinem Debütroman in Märchenform, zumindest kommt es mir so vor, das Erlebte zu verarbeiten und vor dem Erstarken Einzelner zu warnen, aber gerade sein Schreibstil hat mich das zeitweise nicht erkennen lassen. Ich hatte eine völlig andere Erwartungshaltung an das Buch. Ich habe mir erwartet mehr über Nigeria und die Zeit der Diktatur und des Bürgerkriegs zu erfahren, diese Erwartungen hat das Buch nicht erfüllt. Ob ich deshalb dem Buch einen Abzug geben kann, oder ob ich einfach die falsche Leserin für das Buch war, will ich nicht beurteilen.

    Eines hat das Buch aber geschafft: Es hat mich zum Nachdenken angeregt und ich habe mich selbst über Nigeria und seine Geschichte informiert.

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    kingofmusics avatar
    kingofmusicvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kafkaeske Parabel über die Macht der Musik und die Kraft der Liebe!!!
    Kafkaeske Parabel über die Macht der Musik und die Kraft der Liebe!!!

    „Wann immer er spielte, lehrte er seine Bewacher etwas. Er lehrte sie, dass sich die Lebensqualität nicht unbedingt an den Annehmlichkeiten bemisst, die man genießt. Er lehrte sie, dass ein ehrenhaftes, beherztes Leben in einem Kerker fruchtbarer sein kann als ein verlogenes, falsches im Elfenbeinturm. Er lehrte sie, dass ein schönes Lächeln mehr wert ist als ein gepudertes Gesicht. Und er lehrte sie, stets auf das Innere zu schauen und nicht auf das Äußere.“ (S. 127/128)

    Im Exil lebende Musiker oder Autoren, deren Musik respektive Bücher in ihrem Heimatland verboten wurden, gab und gibt es (nicht nur) zur Zeit des Nationalsozialismus, sondern auch in der jüngeren Geschichte. Um einen solchen Musiker geht es in „Tadunos Lied“, dem Debütroman des nigerianischen Schriftstellers Odafe Ategun. Er kehrt allerdings aus dem Exil zurück, um seine Freundin aus den Fängen des Diktators zu befreien. Ob es ihm gelingt, sollte der geneigte Leser selber herausfinden :-).

    Der Schreibstil von Odafe Atogun ist nüchtern und eher „neutral“. So überlässt er es lieber dem Leser, das Verhalten von Taduno oder dem Diktator einzuschätzen und zu bewerten – was (s)einen Teil zu den unterschiedlichen Rezensionen beitragen dürfte. Mich hat die kafkaeske und wunderschöne Sprache dieses Romans gefangen genommen, auch wenn die ersten neun Kapitel und das (bewusst?) schnelle, aber nachdenklich stimmende Ende sicherlich die stärksten des Romans sind, während es in der Mitte einen dramaturgischen Hänger gibt.

    Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Odafe Atogun mit „Tadunos Lied“ ein außergewöhnliches Debüt gelungen ist, welches noch länger nachhallen und bestimmt zu meinen Jahreshighlights gehören wird.

    An dieser Stelle noch ein Dank an den Arche-Verlag für das Rezensionsexemplar!!!

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    vielleser18s avatar
    vielleser18vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Modernes Märchen um den Preis der LIebe.
    Der Preis der Liebe

    Taduno ist in seinem Land Nigeria ein bekannter Sänger und Gitarrenspieler. Doch er flüchtet, als seine Musik verboten wird. In dem Land ist er ein Unbekannter, lebt für sich, alleine, einsam. Als ihn ein verzweifelter Brief seiner Freundin Lela erreicht, die inhaftiert wurde,  kehrt er zurück nach Lagos. Dort stellt er fest, dass alle ihn vergessen haben. Auch die Nachbarn erkennen ihn nicht wieder. Dabei war er doch nur ein paar Wochen weg. Wieder finden auf mysteriösem Weg Briefe von Lela zu ihm und Taduno, dessen Sing-Stimme ebenso verschwunden ist, wie anscheinend all seine anderen Spuren, muss sich entscheiden, ob er um Lela zu befreien, ein Loblied auf den diktatorischen Präsidenten singt oder schweigt, was Lelas Tod bedeuten würde.

    Tadunos Lied ist ein eher ruhig geschriebener Roman, der durch die Elemente, mit denen der Autor arbeitet, wie ein modernes Märchen klingt. Mit gut und böse, mit Entscheidungen, die schwer fallen, mit fantastischen Begebenheiten .
    Taduno liebt seine Musik, er liebt Lela, doch er hat auch ein ausgeprägtes Bewusstsein für richtig oder falsch. Er hadert mit seinen Entscheidungen, schlägt auch verschiedene Wege ein, um am Ende uns doch wieder zu überraschen. Er wirkt manchmal konfus, manchmal zu eingefahren in die Richtung, in der er geht, dennoch ist er, denke ich, auch beispielhaft für viele in unserer Zeit.
    Es ist kein Spannungsroman, eher wie ein ruhiger fliessender Fluss, der durch seine Windungen und Wendungen Interesse weckt. Vor allem, weil sich der Leser fragt, wie wird sich Taduno entscheiden.

    Der Schreibstil ist nicht poetisch, eher nüchtern, kurze Sätze, einfache Sätze, verschiedene Dialoge. Dabei wird immer aus einer gewissen Distanz erzählt. Als wäre es ein allwissender Erzähler aus dem Off, der das Geschehen um Taduno widergibt. Ohne Bewertungen.


    Ein Buch, das einen nachdenken lässt über seine eigenen Entscheidungen, bei dem man sich selber die Frage stellt, wie weit wäre man selber gegangen, hätte man den Mut und die Kraft aufgebracht ? Entscheidungen, die umso schwerer fallen, wenn man nicht in einem freien Land lebt.
    Das Buch soll im 20. Jahrhundert spielen und spiegelt (ich musste selber erst mal etwas nachrecherchieren) wohl in einer Zeit, in der Nigeria von Diktaturen beherrscht wurde.
    Der Autor beschränkt sich hier im Wesentlichen auf den Konflikt zwischen Taduno und dem Präsidenten und natürlich dem inneren Konflikt von Taduno. Vieles was an Gewalt auch hier im Roman erwähnt wird, wird nicht weiter ausgebreitet, meist in Nebensätzen erzählt. Nüchtern, gefühllos, distanziert. 

    Fazit:
    Ein Roman, der sich um Mut und das Gewissen dreht, um Stärken und Schwächen der Menschen, eingepackt in ein modernes Märchen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessante kafkaeske Geschichte, leider sehr langatmig und unempathisch erzählt. Konnte mich nicht völlig überzeugen.
    Interessante kafkaeske Geschichte, leider sehr langatmig und unempathisch erzählt

    Der Musiker Taduno hat durch kritische Lieder den Ärger der Machthaber der Diktatur auf sich gezogen und ist ins Exil geflohen, wo er einen Hilferuf von seiner Freundin erhält, die von eben diesem Regime verhaftet wurde. Bei seiner Rückkehr erkennt niemand mehr Taduno, nicht einmal seine Freunde und Nachbarn... 

    Die Geschichte beginnt sehr kafkaesk und ungewöhnlich, was mich sehr neugierig gemacht hat. Als Leser mag ich es, wenn erstmal nicht klar ist, worum es eigentlich geht, das wird aber im Verlauf der Geschichte geklärt. 

    Der Erzählstil war zu Anfang eher märchenhaft, auch sehr einfach gehalten, aber passend zum Rest, wurde dann aber doch auf die Dauer zu langatmig für mich. Dazu kam, dass die Beschreibungen der Figuren eher unempathisch war. So richtig konnte ich mit den Figuren nicht mitfiebern, das fand ich ebenfalls schade.

    Mein Fazit: Die Geschichte an sich finde ich immer noch interessant, aber die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. 

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    Fornikavor 2 Jahren
    Tadunos Lied

    Taduno war ein erfolgreicher Sänger in Lagos, bis ihn seine Musik wider den Diktator in den Untergrund trieb. Doch schon nach wenigen Monaten erreicht ihn ein Brief seiner Freundin Lena, die vom Regime gefangen genommen wurde; als Köder für Taduno. Der will seine Liebe retten und begibt sich nach Hause. In ein Zuhause, in dem ihn und seine Musik alle vergessen zu haben scheinen.

     Der nigerianische Autor Odafe Atogun hat sich auf eine märchenhafte und poetische Weise mit dem Thema der Freiheit auseinandergesetzt. Andersdenken, Regimetreue, der Aufstand des kleinen Mannes, aber auch Freundschaft und Liebe finden Platz in seiner Geschichte. Er schreibt sehr berührend und märchenhaft, was allerdings auch der harten Realität viel von ihrer Schärfe nimmt; zu viel für meinen Geschmack. Die Beschreibung von Tadunos Musik und deren Wirkung auf andere ist dem Autor allerdings hervorragend gelungen. Berührend und gleichzeitig traurig, auf der anderen Seite aber auch Mut machend und sehr kraftvoll spielt Taduno sich durch die Seiten und man meint die sanften, aber direkten Klänge seiner Gitarre zu hören. Seine Suche nach der eigenen (Sing-)Stimme ist ebenso metaphorisch zu sehen wie viele andere Bilder, die der Autor verwendet. Kleine Unstimmigkeiten nahmen mir zwar nicht den Lesespaß, machten die Geschichte insgesamt dann aber doch etwas weniger rund. Natürlich muss in einem Märchen nicht alles logisch sein, trotzdem erwarte ich mir bei dieser ernsten Thematik dann doch eine gewisse Realitätsnähe.

    Taduno blieb mir insgesamt immer ein bisschen fremd, auch wenn er mir nicht unsympathisch war. Als Gegenspieler muss man den Diktator und die Regimetreuen sehen, die ausnahmslos stereotyp geraten sind, was man dem Autor aber erstaunlich gut verzeihen kann. Für mich war Tadunos Musik die Hauptfigur, die die Geschichte trägt.

    Insgesamt ein nachdenklicher und berührender Roman, der mir jedoch nicht immer direkt genug war und manches dann doch eher versteckt als auszusprechen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Schweigt die Musik, hört man das Lachen des Tyrannen

    Bewerbt euch nun zur Debüt-Leserunde von Odafe Atogun und lest seinen ersten Roman "Tadunos Lied" - ein Buch zum Thema Freiheit, Mut und wahre Liebe.
    Wir vergeben für diesen Titel 20 Rezensionsexemplare.


    Der berühmte und in seiner Heimat verehrte Musiker Taduno lebt seit drei Monaten im politischen Exil, weil er sich weigert, Loblieder auf das Regime zu singen. Eines Tages erreicht ihn ein Brief von seiner großen Liebe Lela, und was er liest, klingt nicht gut. Voller
    Sorge kehrt Taduno in sein von Diktatur und Bürgerkrieg gezeichnetes Land zurück. Erstaunt stellt er fest, dass niemand mehr weiß, wer er ist, dass selbst Nachbarn und Freunde ihn nicht mehr erkennen. Es ist, als hätte er nie existiert. Zudem wurde Lela verschleppt, und als er erfährt, wo sie ist, steht er vor einer schweren Gewissensentscheidung, die ihm das Herz zu zerreißen droht: Um die Frau, die er liebt, zu retten, muss Taduno mit seiner Musik die Regierung preisen – oder sollte er erneut für die Freiheit seines Landes singen und dabei die Liebe opfern?


    Leseprobe

    Odafe Atogun wurde in Nigeria geboren, in der Stadt Lokija, dort, wo die Flüsse Nigger und benue aufeinandertreffen. Er studierte Journalistik am Times Jornalism Institute in Lagos und leb heute als freier Schriftsteller in Abuja. Tadunos Lied ist sein erster Roman.

    Wir suchen nun 20 Leser,  die gerne diesen Debüt-Roman gemeinsam in der Leserunde lesen möchten, Blogger dürfen sich gerne mit Blogadresse bewerben!

    Bewerbungsaufgabe: Musik ist ein Ausdruck von Gefühl - Nenne uns dein persönliches Lieblingslied!

    Schaut auch gerne im aktuellen Programm vom Arche Verlag rein, vielleicht haben wir noch weitere schöne Lesehäppchen für Euch!

    Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen!

    *** Wichtig ***

    Ihr solltet Minimum 2-3 Rezensionen in Eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr Eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches

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