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Neue Rezensionen zu Olaf-Axel Burow

Cover des Buches Positive Pädagogik (ISBN: 9783407255679)
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Rezension zu "Positive Pädagogik" von Olaf-Axel Burow

aha2001
Rezension zu "Positive Pädagogik" von Olaf-Axel Burow

Olaf Axel Burow ist Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Kassel. Für ihn sind unter anderem Begabungs- und Innovationsförderung sowie Schul- und Organisationsentwicklung wichtige Forschungsschwerpunkte.

Bereits während des Studiums befasste sich Burow intensiv mit der kreativen Entfaltung des menschlichen Potenzials. Seine Motivation erhielt er schon früh, durch die eigene Schulerfahrung wollte er es anders, besser machen. Bei der Arbeit in Ferienlagern und internationalen Jugendherbergsprojekten sowie der außerschulischen Jugendarbeit konnte er die Defizite im Bildungsprozess entschlüsseln. Auch heute noch werden die Kinder und Jugendlichen in ihrem Bildungsprozess mehr behindert als gefördert.

Burow beginnt seine Ausführungen, warum das Glück aus unseren Schulen verschwand. Er stellt Bildungsreformen dar, wie die Illusion der Chancengleichheit oder das Lob der Disziplin. Auch sieht er die Überforderung der LehrerInnen. Der Autor beweist anhand von verschiedenen wissenschaftlichen Studien aus der Pädagogik, Verhaltens- und Hirnforschung, dass: „Bildung ist hier nur selten noch beglückende Erfahrung, aber immer häufiger bewusstloses Bulimie-Lernen, ein rasanter Parcours durch ein engmaschiges Netz von Prüfungen, das – wie der Frankfurter Erziehungswissenschftler Frank-Olaf Radtke schon früh bemerkte – zur "Inhaltsgleichgültigkeit" vieler Studierender beiträgt.“

Als weiteres Übel sieht Burow die Benotung von SchülerInnen.
Zensuren haben eine sehr begrenzte Aussagekraft. Sie bringt keine Motivation zum begreifenden Lernen. Diese Art der Leistungsbewertung fördert oberflächliche Anpassung. Kreativität und echte Leistung wird zerstört.

Zurzeit wird in vielen Unternehmen händeringend nach Auszubildenden gesucht. Demgegenüber stehen 1000de Jugendliche ohne Ausbildung und Job. Sind sie alle wirklich nicht ausbildungsfähig? Und wenn ja – warum?
Der Demografische Wandel öffnet den Jugendlichen Möglichkeiten, wo sie sich entfalten könnten. Doch sie haben nie herausgefunden, wo ihre Stärken liegen, wozu sie sich eignen. So ist durch die Qual der Wahl eine Resignation entstanden. Die Jugendlichen reagieren mit Langeweile, Unlust und Demotivation. Eine entsprechend wertschätzende, kreative und fördernde Schulbildung könnte diesem entgegengehen. Lösungsorientiertes Lehren, nicht auswendig gelerntes und daherbeten von Fakten sowie Gesetzmäßigkeiten.

Wie kommt das Glück nun wieder in die Schulen hinein? Immer wieder kommt er auf eine offene Umgebung (kreatives Feld) und auf den authentischen Lehrer zurück. Gut ausgestattete Räume, mit moderner Technik und nach neuen Methoden, ist kein Garant für guten Unterricht.
Ob Montessori, Birkenbihl, Hüther, Gatto und viele andere mehr, alle kamen wie Burow zu der Überzeugung: „Das Sitzen in schlecht ausgestatteten Räumen mit vorwiegend frontalunterrichtlicher Belehrung erwies sich im Nachhinein als verlorene Zeit.“ Oder wie Gerald Hüther es auszudrücken pflegt: „Wir lernen nichts, was nicht unter die Haut geht.“ Auch hier setzt Burow an.

Olaf Alex Burow zeigt anhand verschiedener bereits umgesetzter Konzepte, dass das Schulglück hier und heute existiert.
Lehrer sollen die SchülerInnen nicht unterhalten.
Sie sollen sie begeistern, sollen das Interesse wecken. Dies geht am besten, indem sie ihnen den Raum für kreatives und eigenständiges Lernen ermöglichen. „Wertschätzung, Wohlfühlen und bedingungslose Zugehörigkeit zu einer unterstützenden Gemeinschaft sind Grundbedürfnisse.“ Schon daran sieht man, wo Lehren ansetzen muss.

Burow brennt für die Vision, das Schulglück zurückzuholen. Seine Begeisterung trägt mit jedem Wort, mit jedem Beispiel die Botschaft nach außen. Wie Gerald Hüther (Roadshow „Lernlust statt Schulfrust“ Januar 2013) ist er überzeugt, es geht auch durch kleine Schritte, eine Oase des Lernens zu entwickeln. Wir müssen die Schritte nur gehen.

Burow schreibt sehr detailliert. Seine Ansichten sind belegt und nachvollziehbar. Ein Manko – manche ellenlange Sätze. Daher nicht immer einfach zu lesen, aber sehr gut zu verstehen.

Die vom Autor dargestellten Beispiele sind leider noch nicht so zahlreich, wie man es sich wünschen könnte. Doch sie machen Mut den Weg zu gehen, unseren Kindern und Jugendlichen eine wirkliche Zukunft zu ermöglichen. Wir brauchen mehr Potenzialentwicklung, mehr Kreativität. Wahre Innovationen in unserer Gesellschaft sind sonst unmöglich.

Cover des Buches Gottes Gehirn (ISBN: 9783548282244)

Rezension zu "Gottes Gehirn" von Jens Johler

Ein LovelyBooks-Nutzer
Rezension zu "Gottes Gehirn" von Jens Johler

Das göttliche Gehirn – oder: wie ein Fanatiker Wissenschaftler Gehirne verknüpfen will (Achtung: Spoiler!!!)

Regelmäßige Leser meines Blogs werden wissen, dass ich großer Fan von Wissenschaftsthriller bin, allerdings müssen diese fundiert sein bzw. sollte ein wenig Wahrheit schon enthalten sein. „Gottes Gehirn“ verspricht dem Leser am Anfang sehr viel, allerdings werden die Versprechen größtenteils nicht eingehalten.

Die Story bietet, um es mal mit den Worten eines Journalisten zu sagen, einen sehr vielversprechenden Aufhänger: hochkarätige Wissenschaftler, die alle an einer Konferenz im 20. Jahrhundert teilgenommen haben, bei der es um die Verknüpfung von Wissen und Wissenschaften ging, werden seltsam verstümmelt und tot aufgefunden. Klingt doch toll, oder? Das dachte ich mir auch und ließ mich beim Lesen dieses sogenannten Wissenschaftsthrillers fallen, um mich der Story hinzugeben, doch das ging nicht lange.

Zwei deutsche Journalisten reisen, im Auftrag eines deutschen Magazins, in die USA um dort mit Wissenschaftlern zu sprechen, die als Koryphäen auf ihrem Gebiet anerkannt werden und deren Forschungen über die Zukunft der Menschheit und der Welt entscheiden werden. Getarnt als Interviewreihe befragen die beiden Journalisten die Wissenschaftler aber auch über die Konferenz aus und müssen dabei feststellen, dass ein Verrückter hinter den Gehirnen jener Wissenschaftler her ist. Klingt doch auch noch toll, oder? Soweit war die Handlung auch noch völlig hinnehmbar und spannend, doch die letzten hundert Seiten gingen gar nicht.

Doch dann kommt das Unglaubliche: dieser Verrückte will die Gehirne der Wissenschaftler verknüpfen, um Gottes Gehirn herzustellen und um damit die Zukunft der Menschheit und der Welt zu retten, denn seiner Meinung nach hängt die Welt am seidenen Faden, weil das Wissen und die Wissenschaften immer weiter spezialisiert werden. Verrückt oder? Aber das war noch nicht das Unglaublichste, denn das kommt jetzt: durch das Verknüpfen dieser Gehirne erhält dieser Verrückte die Macht über das gesamte Universum und kann es lenken und steuern, so wie er will.

Das Ende ist viel zu abgedreht und viel zu unrealistisch für einen Wissenschaftsthriller. Die einzelnen Wissenschaftler, die mitsamt ihren Forschungen dargestellt werden, wirken bei weitem realistischer, denn an den erforschten Themen arbeiten Wissenschaftler rund um die Welt. Und genau deswegen passt das Ende zu 200% nicht zu dem Rest des Buches – völlig bekloppt!

Doch das war noch nicht alles. Die Charaktere in diesem Buch bleiben unheimlich oberflächlich und zeigen während des gesamten Buches keine Gefühlsregungen, absolut keine. Es ist völlig unrealistisch, dass zwei Charaktere während des gesamten Buches nicht ein privates Gespräch führen oder dass sie am Ende dann doch auf einmal ein Paar werden, wenn die dreihundert Seiten vorher nichts passiert ist!

Und last but not least: dem Buch fehlt es völlig an Thrill und teilweise sogar absolut an Spannung. Die Story wird lediglich durch die Frage, wer der, bereits erwähnte, Verrückte sein könnte, angetrieben. Diesem Buch dem Genre Thriller zu zuordnen ist komplett daneben, denn es fehlt der für einen Thriller typische Thrill, der dadurch erzeugt wird, dass der Leser dem Protagonist immer einen Schritt voraus ist.

Insgesamt ein unheimlich grauenvolles Buch, durch das ich mich quälen musste, aber das gerne gemacht habe, um mit dieser Rezension vor diesem Buch zu warnen. Wer einen Wissenschaftsthriller erwartet, der einem die Nerven raubt, ist bei diesem Buch komplett falsch; wer interessante Charaktere erwartet, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen; und wer sich ein atemberaubendes Ende erhofft, hat hier zum absolut falschen Buch gegriffen. FINGER WEG VON DIESEM BUCH!

Cover des Buches Gottes Gehirn (ISBN: 9783548282244)
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Rezension zu "Gottes Gehirn" von Jens Johler

ChiefC
Rezension zu "Gottes Gehirn" von Jens Johler

Wenn es gelänge, alle Wissensgebiete zu verknüpfen, schüfe man dann "Gottes Gehirn"? Um diese Frage dreht sich der gleichnamige Thriller. Es ist der erste Roman um den Wissenschaftsjournalisten Troller, den Johler, damals noch mit Koautor, geschrieben hat. Das ist zwar zehn Jahre her, doch das Buch hat nichts an Aktualität verloren. Es wurde jetzt neu aufgelegt, wohl auch wegen des Erfolgs des zweiten Troller-Romans "Kritik der mörderischen Vernunft." Besser als in diesen beiden Bänden lassen sich Suspense, Spannung, und gut verständliche Einblicke in die real existierende Wissenschaft kaum verbinden.
Wäre ein Superhirn tatsächlich die Lösung all unserer Probleme? Oder würde es nicht vielmehr neue schaffen? Vor allem: Wer bestimmt, ob und wie ein solches Hirn eingesetzt würde und zu welchem Preis? Im Buch spielt ein gewisser Jeff Adams eine tragenende Rolle, ein Multimilliardär dessen Vor- und Nachnamen nicht zufällig genau gleich viele Buchstaben enthalten wie die von Software-Tycoon Bill Gates. Moment mal, tut der nicht auch viel Gutes mit seinem Geld? Sicher, aber Menschen, die viel geben, können auch bestimmen, wofür. Oder wie ein kritischer Journalist vor kurzem anmerkte: Gates kann also beeinflussen, welche Krankheiten künftig als nächste ausgerottet werden. Das mag wie kleinliche Nörgelei klingen: Ist es nicht besser, das eine zu tun, selbst wenn man das andere lässt, als nichts zu tun? Das mag schon sein. Dennoch birgt Mäzenatentum natürlich auch Gefahren, und falls ich persönlich mal auf Hilfe angewiesen sein sollte, würde ich sie lieber von einem neutralen Sozialstaat gewährt bekommen als von irgendeinem edlen Spender, der mir vielleicht nebenbei noch seine Weltanschauung oder Religion aufdrücken will.
Nun ist Jeff Adams in dem Thriller nur einer der üblichen Verdächtigen, seine Darstellung ist aber ein Beispiel dafür, wie prophetisch dieses Buch ist.
Wer einen spannenden Thriller lesen will und nebenei noch unangestrengt etwas über Genetik, Künstliche Intelligenz, Hirnforschung Astrophysik und eine ganze Reihe anderer Disziplinen erfahren will, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Das gilt auch für seinen Nachfolger. Darin geht's dann darum, ob der Mensch einen freien Willen hat oder nicht. Ich jedenfalls entscheide mich heute schon freiwillig dafür, auch den dritten Troller-Band zu lesen - wenn's denn einen geben sollte. Denn was könnte nach diesen profunden Rundumschlägen in puncto Wissenschaft und Philosophie wohl noch kommen?

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