Olaf-Axel Burow Positive Pädagogik

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Inhaltsangabe zu „Positive Pädagogik“ von Olaf-Axel Burow

Lassen sich Schulleistungen wirklich durch die akribische »Vermessung« von Lehrern und Schülern verbessern? Dieser Glaube hat sich mit den vielen Vergleichsstudien durchgesetzt, und noch immer hat der Begriff »Disziplin« Hochkonjunktur – für Lernfreude oder gar Schulglück scheint da kein Platz zu sein. Dem widerspricht Olaf-Axel Burow mit seiner »Positiven Pädagogik«, denn: Schulglück und Spitzenleistung sind kein Gegensatz, sondern bedingen einander! Der Autor hat schon mit zahlreichen Schulen Zukunftswerkstätten durchgeführt und zeigt: Nicht Druck und Disziplin, sondern Wertschätzung und »Kreative Felder« führen zu Lernfreude – und somit zu Spitzenleistung. Und weil es in der Wissensgesellschaft von morgen mehr denn je auf Kreativität und Innovation ankommt, müssen Schulen Freiräume schaffen, um zukunftsfähig zu werden. Wie das möglich ist, zeigt dieses Buch. Inhalt: Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück: 1. Renovierung als Chance 2. Schulgründung statt Burnout 3. Durch »Wertschätzende Schulentwicklung« zum Wesentlichen 4. Mit der Zukunftswerkstatt zur »Gesunden Schule« 5. Mit dem »Index für Inklusion« zur Schule für alle 6. Art-Coaching: Die Schule als OASE (Open Art Space) 7. Die Schule als »Kreatives Feld«

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  • Rezension zu "Positive Pädagogik" von Olaf-Axel Burow

    Positive Pädagogik

    aha2001

    06. February 2013 um 13:37

    Olaf Axel Burow ist Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Kassel. Für ihn sind unter anderem Begabungs- und Innovationsförderung sowie Schul- und Organisationsentwicklung wichtige Forschungsschwerpunkte. Bereits während des Studiums befasste sich Burow intensiv mit der kreativen Entfaltung des menschlichen Potenzials. Seine Motivation erhielt er schon früh, durch die eigene Schulerfahrung wollte er es anders, besser machen. Bei der Arbeit in Ferienlagern und internationalen Jugendherbergsprojekten sowie der außerschulischen Jugendarbeit konnte er die Defizite im Bildungsprozess entschlüsseln. Auch heute noch werden die Kinder und Jugendlichen in ihrem Bildungsprozess mehr behindert als gefördert. Burow beginnt seine Ausführungen, warum das Glück aus unseren Schulen verschwand. Er stellt Bildungsreformen dar, wie die Illusion der Chancengleichheit oder das Lob der Disziplin. Auch sieht er die Überforderung der LehrerInnen. Der Autor beweist anhand von verschiedenen wissenschaftlichen Studien aus der Pädagogik, Verhaltens- und Hirnforschung, dass: „Bildung ist hier nur selten noch beglückende Erfahrung, aber immer häufiger bewusstloses Bulimie-Lernen, ein rasanter Parcours durch ein engmaschiges Netz von Prüfungen, das – wie der Frankfurter Erziehungswissenschftler Frank-Olaf Radtke schon früh bemerkte – zur "Inhaltsgleichgültigkeit" vieler Studierender beiträgt.“ Als weiteres Übel sieht Burow die Benotung von SchülerInnen. Zensuren haben eine sehr begrenzte Aussagekraft. Sie bringt keine Motivation zum begreifenden Lernen. Diese Art der Leistungsbewertung fördert oberflächliche Anpassung. Kreativität und echte Leistung wird zerstört. Zurzeit wird in vielen Unternehmen händeringend nach Auszubildenden gesucht. Demgegenüber stehen 1000de Jugendliche ohne Ausbildung und Job. Sind sie alle wirklich nicht ausbildungsfähig? Und wenn ja – warum? Der Demografische Wandel öffnet den Jugendlichen Möglichkeiten, wo sie sich entfalten könnten. Doch sie haben nie herausgefunden, wo ihre Stärken liegen, wozu sie sich eignen. So ist durch die Qual der Wahl eine Resignation entstanden. Die Jugendlichen reagieren mit Langeweile, Unlust und Demotivation. Eine entsprechend wertschätzende, kreative und fördernde Schulbildung könnte diesem entgegengehen. Lösungsorientiertes Lehren, nicht auswendig gelerntes und daherbeten von Fakten sowie Gesetzmäßigkeiten. Wie kommt das Glück nun wieder in die Schulen hinein? Immer wieder kommt er auf eine offene Umgebung (kreatives Feld) und auf den authentischen Lehrer zurück. Gut ausgestattete Räume, mit moderner Technik und nach neuen Methoden, ist kein Garant für guten Unterricht. Ob Montessori, Birkenbihl, Hüther, Gatto und viele andere mehr, alle kamen wie Burow zu der Überzeugung: „Das Sitzen in schlecht ausgestatteten Räumen mit vorwiegend frontalunterrichtlicher Belehrung erwies sich im Nachhinein als verlorene Zeit.“ Oder wie Gerald Hüther es auszudrücken pflegt: „Wir lernen nichts, was nicht unter die Haut geht.“ Auch hier setzt Burow an. Olaf Alex Burow zeigt anhand verschiedener bereits umgesetzter Konzepte, dass das Schulglück hier und heute existiert. Lehrer sollen die SchülerInnen nicht unterhalten. Sie sollen sie begeistern, sollen das Interesse wecken. Dies geht am besten, indem sie ihnen den Raum für kreatives und eigenständiges Lernen ermöglichen. „Wertschätzung, Wohlfühlen und bedingungslose Zugehörigkeit zu einer unterstützenden Gemeinschaft sind Grundbedürfnisse.“ Schon daran sieht man, wo Lehren ansetzen muss. Burow brennt für die Vision, das Schulglück zurückzuholen. Seine Begeisterung trägt mit jedem Wort, mit jedem Beispiel die Botschaft nach außen. Wie Gerald Hüther (Roadshow „Lernlust statt Schulfrust“ Januar 2013) ist er überzeugt, es geht auch durch kleine Schritte, eine Oase des Lernens zu entwickeln. Wir müssen die Schritte nur gehen. Burow schreibt sehr detailliert. Seine Ansichten sind belegt und nachvollziehbar. Ein Manko – manche ellenlange Sätze. Daher nicht immer einfach zu lesen, aber sehr gut zu verstehen. Die vom Autor dargestellten Beispiele sind leider noch nicht so zahlreich, wie man es sich wünschen könnte. Doch sie machen Mut den Weg zu gehen, unseren Kindern und Jugendlichen eine wirkliche Zukunft zu ermöglichen. Wir brauchen mehr Potenzialentwicklung, mehr Kreativität. Wahre Innovationen in unserer Gesellschaft sind sonst unmöglich.

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