Olaf Blumberg

 4.4 Sterne bei 34 Bewertungen

Alle Bücher von Olaf Blumberg

Ficken sag ich selten

Ficken sag ich selten

 (34)
Erschienen am 11.10.2013

Neue Rezensionen zu Olaf Blumberg

Neu
WildRoses avatar

Rezension zu "Ficken sag ich selten" von Olaf Blumberg

Ein aufrichtiger Erfahrungsbericht
WildRosevor einem Jahr

Komische Angewohnheiten hat doch eigentlich jeder, oder? Auch Olaf Blomberg hatte immer schon ein paar merkwürdige Angewohnheiten, auf die er manchmal sogar angesprochen wurde. Doch als Olaf Anfang zwanzig ist und mitten im Lehramtsstudium steckt, fängt er an, sehr heftig zu "ticcen". Plötzlich hat er den Drang, ständig laut zu schimpfen und Leute zu beleidigen. Gegen den heftigen Zwang kann Olaf nichts tun, wenn es ihm gelingt, sich einen Tic ein paar Sekunden lang zu verkneifen, wird dieser dafür danach oft umso heftiger. So erhält Olaf dann die Diagnose Tourette. Plötzlich ist sein ganzes Leben von dieser mysteriösen Krankheit geprägt. Kann er sein Studium überhaupt fortsetzen? Wie reagieren fremde Leute, wenn er sie auf der Straße beschimpft? Wird er je eine glückliche Beziehung führen können?

Aufrichtig und unsentimental berichtet Olaf Blumberg in seinem Buch von seinem Leben mit dem Tourette-Syndrom. Dabei konzentriert er sich vor allem auf den sozialen Aspekt - denn Tourette fällt nun einmal auf und nicht jeder kann damit umgehen - sowie auf das Studium, das ihm so viel bedeutet - aufgrund seines Tourettes kann er sein Lehramtsstudium nicht fortsetzen und entscheidet sich stattdessen für ein Studium sozialer Arbeit. Das Buch zeigt sehr gut, mit welchen Herausforderungen und Problemen gerade junge Menschen mit Tourette im Alltag konfrontiert sind. Darum ist es auf jeden Fall lesenswert.
Ein kleiner Minuspunkt war für mich an manchen Stellen der betont locker-flockige Schreibstil. Mir persönlich gefiel dieser weniger gut, aber Geschmäcker sind natürlich verschieden und der Inhalt des Buches - so mutig und ehrlich - lohnt die Lektüre.

Kommentieren0
2
Teilen
coffeeandbookss avatar

Rezension zu "Ficken sag ich selten" von Olaf Blumberg

Ficken sag ich selten
coffeeandbooksvor 3 Jahren

In seinem Buch "Ficken sag ich selten" erzählt Olaf Blumberg, wie sein Leben durch die Diagnose "Tourette-Syndrom" völlig auf den Kopf und infrage gestellt wird.
Angefangen bei der eigenen Verwirrung, über die Reaktionen fremder und vertrauter Menschen, bis hin zu existenziellen Entscheidungen und Fragen nach der Zukunft sind alle Zweifel, Ängste und Probleme vertreten. Nach und nach lernt Olaf sich selbst und seine Krankneit besser kennen, erprobt verschiedene Wege, mit der Diagnose umzugehen und zu leben, bis er irgendwann seinen Weg findet. Auf diesem Weg gewinnt er viele neue Erkenntnisse und auch Freunde, muss aber auch die Erfahrung machen, wie negativ manche Menschen und auch Freunde auf ihn und seine Krankheit reagieren können.
Olaf Blumberg lässt den Leser an diesem Weg teilhaben, beschreibt auf teilweise ernste, dramatische und oft auf humorvolle Art und Weise sein Erleben. Während man eine interessante Geschichte über einen jungen Mann liest, der mit Anfang 20 in seinem Leben nochmal ganz von vorne anfangen muss und wird ganz nebenbei aufgeklärt und sensibilisiert für die Probleme, mit denen viele Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft konfrontiert werden. Es liest sich angenehm und flüssig. Durch den Wechsel zwischen lustigen Anekdoten und ernsten, schwierigen Phasen in seinem Leben, wird das Buch abwechslungsreich und durch seinen Sprachstil scheint es sehr lebensnah.
Alles in allem, halte ich es für ein sehr gelungenes, interessantes, sowie unterhaltsames Buch. Ich hatte Freude beim Lesen und denke es wurden viele wichtige Aspekte auf eine sehr intelligente Art und Weise angesprochen und eine Haltungsart gegenüber Menschen mit Behinderung indirekt gefordert, ohne dass der Leser dies direkt merkt. Man wird zum Nachdenken angeregt und das gefällt mir!

Kommentieren0
2
Teilen
splitterherzs avatar

Rezension zu "Ficken sag ich selten" von Olaf Blumberg

Komisch, bewegend, facettenreich!
splitterherzvor 5 Jahren

"Wieso, frage ich mich, braucht es eigentlich einen Behinderten, um etwas ganz Normales zu tun? [...] Und wieso fällt es den 'normalen' Menschen so schwer, über ihren eigenen Schatten zu springen? Sind vielleicht gerade diejenigen, die sich für normal halten, am Ende die behinderten?"
["Ficken sag ich selten" // Olaf Blumberg // S. 183]

Erster Satz:
Der Tag, an dem mein bisheriges Leben zu Ende ging, war ein wunderschöner Sonntag im Spätsommer.

Inhalt:
Als Olaf Blumberg eines Tages zum Joggen rausgeht, trifft es ihn völlig unvermittelt. Einfach so aus dem Nichts beginnt er zu bellen und weiß selbst nicht, was mit ihm nicht stimmt. Der innere Zwang diese Laute herauszulassen ist so stark, dass er sein Studium hängen lässt und sich völlig isoliert bis er sich schließlich traut und einen Arzt auf sucht. Olaf,Anfang zwanzig, hat das Tourette Syndrom und mit dieser Diagnose krempelt sich sein Leben völlig um. Von nun an zweifelt er immer mehr an sich und seinem Leben und muss einige Kliniken aufsuchen und die verschiedensten Menschen treffen, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Schreibstil:
Olaf Blumberg schreibt, als würde er sich bis tief in die Nacht mit einem guten Freund unterhalten und dabei neben einigen Erinnerungen auch über Gott und die Welt reden. Dabei ist sein Schreibstil nicht anspruchslos oder allzu simpel gehalten - vielmehr würde ich ihn als ehrlich, echt und bewegend beschreiben. Blumberg schafft es sein Leben in Worte zu verpacken, die für jeden Menschen verständlich sein dürfte, ganz egal, wie es ihm im Leben getroffen hat und so ist das Verhältnis zwischen Erzähler und Leser schon von Anfang an sehr locker und verständnisvoll. Mit viel Charme und Witz, aber auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Tiefe erzählt Blumberg von seinem Leben und gewährt uns einen Blick in seine andersartige Welt.

Meine Meinung:
Wie kann man überhaupt ein Buch bewerten, dass die Lebensgeschichte eines Menschen erzählt? Im Grunde doch gar nicht. Was sollte man auch sagen? "Die Hauptfigur war mir unsympathisch und der Inhalt pathetisch?" Wohl kaum. Und nicht nur, weil man so etwas einfach nicht schreibt/sagt, sondern einfach, weil es nicht der Fall ist. Olaf Blumberg wurde auf knapp zweihundert Seiten zu einem guten Freund, dessen Geschichte man erzählt bekommt, der erst vielleicht ein wenig befremdlich sein mag, mit der Zeit aber völlig normal wird. Oder anders gesagt: Olaf Blumbergs Geschichte hat mich beeindruckt und mir seine Krankheit und den Umgang damit um einiges näher gebracht. Daher bewerte ich hier auf keinen Fall den Inhalt, sondern mehr das, was Blumberg mit dieser Biographie an den Leser bringt und wie er es bewerkstelligt, ein authentisch wirkendes Bild auf so kurzen Seiten zu erschaffen.

Denn kurz ist das Buch wirklich, gerade für ein Thema, das sicherlich an noch viel mehr Stellen aneckt, als man es in "Ficken sag ich selten" mitbekommt. Das bleibt auch mein einziger Kritikpunkt - einige Dinge werden nicht angeschnitten. Einerseits verständlich, weil es irgendwann ja doch sehr privat werden würde, andererseits hätte ich aber so gerne noch viel länger und mehr gelesen, weil es mich einfach berühren konnte. Was mich beispielsweise noch interessiert hätte, wäre das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn, die Frage, wie die Krankheit in der Familie "wirkt" und noch ein wenig mehr Blicke hinter die Kulissen. Vielleicht ist es aber auch gerade dieser kurze Einblick in Blumbergs Leben, der das Buch so authentisch macht - schließlich ist sein Leben nicht vorbei, es geht weiter und es kommt noch viel mehr. Das Buch vermittelt einfach zu jeder Zeit Lebensfreude und Lebenslust trotz "Stolpersteine" und berührt den Leser tief, sodass man nicht umhin kommt Olaf Blumberg zu bewundern.

"Tourette ist manchmal wie ein Kind, das wunderbar singen kann, aber immer dann schweigt, wenn es vorsingen soll."
[S. 28]

Ich habe oben geschrieben, dass ich Blumbergs Geschichte beeindruckend finde, aber ich finde auch ihn als Menschen sehr faszinierend - nicht, dass ich ihn kennen würde, aber seine Worte haben mir das Gefühl gegeben, ich würde ihn eben doch kennen. Die Entwicklung die er durchmacht, all das, was sich verändert und was er über das Leben herausfindet, ist einfach beeindruckend und lässt einen trotz der schweren Thematik lächeln, denn Blumberg hat eine ganz besondere Art mit sich selbst und seinem Leben umzugehen, die ihn sehr stark wirken lässt. Er porträtiert das Leben in all seinen Facetten und schafft es auch schlimme, rührende und bewegende Momente aufzulockern und eingängig zu gestalten, sodass einen oft das Gefühl bekommt, Blumberg würde das Leben viel intensiver wahrnehmen, als man selbst - zumindest hatte ich einfach oft den Gedanken, dass er das Leben viel deutlicher beschreiben und erklären kann, viel mehr aus einer Situation mitnehmen kann.

"Ficken sag ich selten" ist ein Einblick in eine Krankheit, die mir zuvor immer sehr befremdlich erschien und von der ich auch nicht mehr wusste, als man aus Medien und co. mitbekommt. Mit Olaf Blumbergs Geschichte wurde sie etwas greifbares, etwas, dass nicht meilenweit entfernt ist und dass jedem passieren kann. Dennoch geht es nicht nur um Tourette selbst, sondern auch darum mit einer Krankheit umzugehen, es geht um Toleranz, Freundschaft, Menschen, Schicksale und einfach das Leben selbst. Verpackt in humorvolle und dennoch eindringliche Worte, ist "Ficken sag ich selten" ein Buch, dass man auf jeden Fall lesen sollte, wenn man einen tieferen Einblick in die Thematik bekommen oder einfach nur einen unglaublich charismatischen Menschen für ein kurzes Stück in seinem Leben begleiten will. Ein Buch, das mich unterhalten hat, wie ein Roman, mitgerissen hat, wie ein Thriller und gleichzeitig traurig und glücklich gemacht - wie das Leben selbst eben. Eine absolut lesenswerte Biographie.

Fazit:
Ficken sagt Olaf Blumberg tatsächlich selten (in seiner Biographie kommt das Wort fast gar nicht vor!), dafür gewährt er uns einen Einblick in das Krankheitsbild des Tourette Syndroms und schildert auf komische, witzige, rührende und sympathische Art und Weise sein Leben mit der Krankheit. Dabei ist das Buch gut geschrieben, als würde man sich mit einem Freund über Gott und die Welt unterhalten - nur das eben noch Tourette dabei ist - und bringt einen gleichzeitig zum Nachdenken und Lächeln. Wer mehr über Tourette und seine Eigenschaften, das Leben und das Schicksal erfahren und dabei einen symapthischen jungen Mann kennenlernen möchte, sollte sich "Ficken sag ich selten" definitiv mal ansehen!

Kommentieren0
10
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
OlafBlumbergs avatar
Hallo liebe Leser,

ein Buch zu schreiben, dass einen fiktiven Inhalt hat, ist sicherlich spannend. Ein Buch über ein Thema zu schreiben, dass einen persönlich betrifft noch wesentlich spannender und vor allem sehr viel emotionaler.
Das Thema Tourette-Syndrom als Thema für ein Buch , hatte ich mir zunächst sehr schwierig vorgestellt, bis die einzelnen Episoden und Ereignisse, an die ich mich nach und nach erinnerte, so zahlreich wurden, dass es mehr als genug Stoff gab.
Aber wer bin ich überhaupt? Ich bin (noch) ein 29jähgriger Student der Sozialen Arbeit, der sich fluchend und kläffend durch sein Studium gebissen hat und nun kurz vor dem Ende steht. Während der gesamten Studienzeit und auch schon davor, wurde ich von einem kleinen und dann immer größer werdenden Dämon begleitet, der mich veralberte, quälte, lenkte und manchmal sogar leitete.
Wie das genau geschah, beschreibe ich in meinem Buch. Wenn ihr wissen möchtet, was mir da alles passierte, dann bewerbt euch doch um ein Freiexemplar und beantwortet mir folgende Frage:

"Was gehört deiner / eurer Meinung nach zu den nervigsten Nebeneffekten des Tourette-Syndroms?"

Ich möchte dazu sagen, dass es keine richtigen und falschen Antworten gibt. Allerdings werden viele von euch wahrscheinlich noch nie einen Tourette-Patienten "live" erlebt habe und mich würde interessieren, was ihr euch unter möglichen Reaktionen und Situationen so vorstellen könnt. Das müssen keine medizinisch fundierten Sätze sein. Ich bin gespannt auf eure Ideen,

Herzliche Grüße,

euer Olaf
Turtlestars avatar
Letzter Beitrag von  Turtlestarvor 5 Jahren
sorry, hab total vergessen, dass ich die Rezi noch gar nicht hochgeladen hatte. Nu hab ich es aber gemacht. http://www.lovelybooks.de/autor/Olaf-Blumberg/Ficken-sag-ich-selten-1043708223-w/rezension/1069846370/ Hab sie auch bei Amazon hochgeladen! DANKE, dass ich dieses Buch lesen durfte! Viel Glück und die nötige Stärke, die man für Tourette braucht.
Zur Leserunde
FireBlooms avatar
Hey ich finde der Inhalt klingt interessant. Ich würde gerne bei der Leserunde mitmachen :)
Es scheint ein trauriges, nachdenkliches Buch zu sein jedoch mit einer ordentlicher Spritze Humor
Ich würde mich sehr freuen wenn ich eins von für die Leserunde zu verlosendes Buch gewinnen würde :)
FireBlooms avatar
Letzter Beitrag von  FireBloomvor 5 Jahren
Ups o.O wollte ich nicht xDD tut mir leid :(
Zur Leserunde

Community-Statistik

in 54 Bibliotheken

auf 10 Wunschlisten

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks