Olaf Dörner Erwachsenenbildung im Kontext

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Inhaltsangabe zu „Erwachsenenbildung im Kontext“ von Olaf Dörner

Ein Rahmen ist keine Grenze - er kann auch zur Auseinandersetzung mit dem gerahmten Inhalt und zur Rahmenüberschreitung anregen. Die Werke von Piet Mondrian gehören zu den bekanntesten "rahmensprengenden" Bildern. In der Erwachsenenbildung stehen die Arbeiten von Jürgen Wittpoth für rahmenüberschreitende Gedanken und Konzepte. Schon 1994 beschäftigt sich Jürgen Wittpoth in seiner Habilitationsschrift "Rahmungen und Spielräume des Selbst" kritisch mit den Grenzen, die empirische Befunde der Erwachsenenbildung setzen. In diesem Sammelband, der zum 60. Geburtstag von Jürgen Wittpoth erschienen ist, betrachten namhafte Wegbeleiter seine wegweisenden Arbeiten im Kontext von Theorie, Empirie und praktischen Regulativen.

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    Erwachsenenbildung im Kontext

    michael_lehmann-pape

    30. April 2012 um 13:10

    Breiter Blick auf das Feld der Erwachsenenbildung Das Buch bildet die Festschrift zum 60. Geburtstag von Jürgen Wittpoth ab und rekurriert auf dessen wohl einflussreichstes Werk zur Thematik der „Rahmungen und Spielräume des Selbst“, ein Themenbereich der Erwachsenensozialisation. Mithin ein „theoretisches und empirisches Bewusstsein“ über jene Auswirkungen von Rahmen und Rahmungen im Feld der Weiterbildung, die einerseits eingrenzen und andererseits aber auch gerade durch ihre geschärften Ränder Entwicklungen des Selbst ermöglichen. Dieser Arbeit Wittpoths wenden sich die diversen Autoren in drei Hauptthemenbereichen zu. Zunächst werden die theoretischen Rahmungen beleuchtet, dies u.a. mit einem Blick auf die Umsetzung des Reformprozesses im europäischen Hochschulbereich (individueller Umgang mit Rahmungen) oder auch mit einer intensiven Ausführung über die Probleme des Subjekts bei allzu großer „neo-liberaler“ Freiheit des Rahmens, welche das Subjekt durchaus überfordert zurücklassen kann (Notwendigkeit einer Rahmung). Es folgt ein zweiter Hauptteil zum Thema der „empirischen Spielräume“. Durchaus lesenswert finden sich hier unter anderem kritische Ausführungen zur Annahme, dass „die Berufswahl von Jugendlichen einer rationalen Logik folgen würden“ mit dem Ergebnis, dass hier eher eine „implizite Logik“ zu Grunde liegt, die dem „praktischen Sinn für das Zukünftige“ folgt. In diesem Teil kommt aber auch Wittpoths Interesse an historischen Fragen der Erwachsenenbildung nicht zu kurz. So werden in einem der Beiträge Formen des „informellen Lernens“ innerhalb der Erwachsenenbildung dargestellt, die auch in ihren historischen Bezügen gewürdigt werden. Im abschließenden, dritten Teil der Textsammlung finden sich Einlassungen zum Bereich der „Praktischen Regulative“. Sei es die Etablierung von Weiterbildung als Aufgabe auch des universitären Bereiches, sei es die Frage, worauf sich Anbieter der Weiterbildung beziehen, deren Programm nach Auffassung der Politik erheblich durch die Nachfrage finanziert werden sollen, sei es eine fundierte Betrachtung von Reorganisationsprozessen im Rahmen der universitären Weiterbildung, sei es auch ein „Blick über den Tellerrand“ für den Bereich möglicher Internationalisierungen von Weiterbildung. Im Gesamten bietet die Zusammenstellung im Rahmen einer Vielfalt der Themen durchaus eine Kompilation im Sinne Wittpoths, die einerseits immer den „Rahmen“ der Erwachsenenbildung im Raum belässt, aber beständig auch über diesen Rahmen hinausschaut und somit Erweiterungen und Verschiebungen initiiert, wie ebnso das „Spiel in und mit dem Rahmen“ im Buch abgebildet wird. Rahmen, Spielräume in diesem Rahmen, Empirie und das, was in der Praxis vorzufinden ist ergänzen einander sinnvoll und nachvollziehbar. Gerade im Bereich der universitären Weiterbildung und des Umgangs mit Rahmungen (nicht nur im universitären Bereich) bietet das Buch in seinen verschiedenen Herangehensweisen durchaus interessante Erhellungen. In der Sprache wissenschaftlich orientiert und vielen der angesprochenen Themen durchaus auch stark auf konkrete Fragen fokussiert bedarf es allerdings einer konzentrierten Erarbeitung der Texte und einer interessengesteuerten Auswahl der Lektüre. Zu unterschiedlich sind die angesprochenen Themen, um für jedes Leseinteresse gleichermaßen interessant zu sein.

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