Olaf Kumpfert Zinsklau

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Inhaltsangabe zu „Zinsklau“ von Olaf Kumpfert

Hätten Sie gedacht, dass Banken falsch rechnen? Regelmäßig werden Kunden bei der Zinsberechnung übers Ohr gehauen, der Schaden der Verbraucher geht in die Milliarden. Es könnte jeden treffen, der seinen Dispo nutzt, sein Haus oder seinen Betrieb mit Hilfe einer Bank finanziert hat.
Olaf Kumpfert hat viele schockierende Fälle recherchiert. Er enthüllt die gängigsten Zinsklau-Methoden und beschreibt, wie sich Gerichte, Staatsanwaltschaften, Politik und Bankenaufsicht wegducken. Ein erschreckender Bericht über die tragischen Schicksale der Opfer und die skrupellosen Machenschaften von Banken.

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    Zinsklau

    michael_lehmann-pape

    25. March 2013 um 12:02

      Deutlich und steil wirkt zunächst bereits die äußere Gestaltung des Buches, in welchem der mehrfach ausgezeichnete Journalist Olaf Kumpfert den Finanzsektor in Form der Banken von einer noch anderen Seite her beleuchtet, als es an sich schon seit langem Thema der öffentlichen Diskussion ist. Eine Beleuchtung, die allerdings gut in das allgemeine Klima dem Finanzsektor gegenüber passt.   Sowohl das Titelbild des „räuberischen Sparschweins“ als auch der, durchaus polemisch zu verstehende, Untertitel „Wie Banken uns ausrauben“ setzen von vorneherein die Zielrichtung des Buches fest. Banken rauben ihre Kreditkunden aus. Im konkreten Fall, von Kumpfert durchaus fundiert recherchiert und ausführlich im Buch dargestellt, in Form des „sich Verrechnens“ bei der Festlegung und Berechung von Zinsen. Natürlich ein „Verrechnen“ zu Gunsten der Banken.   Weniger natürlich aber nach der Lektüre des Buches durchaus überzeugend argumentiert und nachgewiesen, handelt es sich hier beileibe nicht um reine und eher seltene Rechenfehler, sondern um eine Systematik quer durch alle Formen von Banken, dem Kunden letztlich einfach (fast grundlegend) zuviel zu berechnen wenn es um die Verzinsung von Krediten geht.   Allein schon das Beispiel im Buch eines gekündigten Kredites, bei dem die Bank für die strittige Zinsrechung vor Gericht fünf verschiedene und unterschiedliche Rechenergebnisse vorlegte, spricht hier Bände.   „Viele Banker rechnen ab und hoffen, dass ihre Kunden die Tabellenwerke als gottgegeben hinnehmen und nicht hinsehen. Wehrt sich ein Kunde dennoch, hoffen sie darauf, dass der Richter nicht versteht, um was es geht“.   Und nicht nur hier, strukturiert geht Kumpfert die Sachthemen an, von falschen Finanzierungsmodellen, höheren und/oder länger berechneten Zinsen, falschen Dispozinsen, Zinskaskaden, Buchungen von Darlehen auf Dispositionskredite (viel teurer) und vielen „Bankthemen“ mehr weist er Seite für Seite auf, die ein systematischer „Zinsklau“ allseits durchgeführt wird.   Auch das oft genannte Argument für die als „langweilig“ geltenden Sparkassen und Volksbanken als „gute Banken“ widerlegt Kumpfert mit beredten Praxisbeispielen.   So verbleibt dem Kunden vor allem die eigene Mündigkeit, die Notwendigkeit, sich genauestens zu erkundigen, einen Anwalt (immer) in der Hinterhand zu halten und sich, zur Not auch gerichtlich, gegen jede Form der falschen Zinsberechnung zu wehren.   Ein gut zu lesendes, sehr praxisnahes Buch mit einem hohen Aufklärungsfaktor für ein Thema, das bisher kaum im Fokus der Diskussion stand.

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