Olaf Kutzmutz Erst lesen. Dann schreiben

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Inhaltsangabe zu „Erst lesen. Dann schreiben“ von Olaf Kutzmutz

Kreatives Schreiben – lässt sich das lernen?
Autoren wie Daniel Kehlmann, Robert Gernhard, Marcel Beyer oder Ulrike Draesner und Hanns-Josef Ortheil erläutern im Detail, wie sie sich Vorbilder gesucht und an den Texten dieser Autoren schreiben erlernt haben. Damit geben eine große Anzahl namhafter Schriftsteller in diesem Band Einblick in den intimen Vorgang, wie ihre Werke entstehen. Daraus können nicht nur diejenigen lernen, die mit dem Schreiben selber ernst machen wollen. Diese Selbstauskünfte geben auch den Lesern, die an den Autoren dieses Bandes interessiert sind, welche alle zu den wichtigen der heute schreibenden Schriftstellern gehören, überraschende und äußerst informative Einblicke in ihre Werke.

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  • Rezension zu "Erst lesen. Dann schreiben" von Stephan Porombka

    Erst lesen. Dann schreiben

    SV

    30. December 2007 um 17:40

    Lesen! „22 Autoren schreiben über Autoren und Bücher, von denen sie gelernt haben und die sie bewundern.“ – so stehts auf dem Buch, der vollständige Titel beschreibt den Inhalt schon genauer: ERST LESEN. DANN SCHREIBEN. Es geht darum, was man von genauer Lektüre lernen kann und was fürs eigene Schreiben dabei herauskommt. Dazu gibts am Ende jedes Kapitels eine Aufgabe. Eine Schreibschule also. Es gibt viel Diskussion um Schreibschulen, um creative writing, viele denken man braucht so etwas nicht. Ulrich Greiner, schätzenswerter Kritiker, und lernfähig, erzählt von einer Begegnung mit Juli Zeh, die am Literaturinstitut in Leipzig studiert hat (und unbedingt lesenswerte Bücher schreibt!): Sie sagt: warum sollen Maler, Musiker ihr Handwerk lernen und für Schriftsteller soll das nicht gelten? Das ändert die Sicht, die Herr Greiner aufs Schriftsteller-Handwerk-Lernen hat (er hat kürzlich Silke Scheuermanns neuen Roman „Die Stunde zwischen Hund und Wolf“ als Die Liebesgeschichte für das 21. Jahrhundert bezeichnet (wörtlich weiß ichs leider nicht mehr), was mir ein wenig übertrieben vorkommt, auch wenn ich ein großer Verehrer der Kunst von Frau Scheuermann bin, ausgelöst durch das immer noch Lieblingsgedicht „FLÜSTERNDE DÖRFER“. Da fällt mir ein, eine gute Gelegenheit, einmal wieder zu zitieren, ganz, vollständig, natürlich, unpassend ein wenig hier, jetzt, in diesem Zusammenhang, aber „es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. Hier also: FLÜSTERNDE DÖRFER Obwohl unsere Städte ständig versuchen uns den Himmel vertrauter zu machen indem sie Aussichtspunkte Balkone Terrassen bereitstellen Obwohl sie behaupten man sehe von oben den womöglich zärtlichsten Punkt im All eine übergroße Murmel mit blauem Zentrum und sie uns Treppen und Aufzüge hochlocken uns die Sicherheiten zeigen Geländer und Netze die Schönheit der Leuchtreklamen Laster so klein dass wir uns selber riesig vorkommen Obwohl wir vom Lärm da unten fast schon betört sind hören wir manchmal das Flüstern der Dörfer und manchmal glauben wir etwas davon und springen wie Supermann Aus: Silke Scheuermann - Der zärtlichste Punkt im All. Gedichte So, genug Abschweifung, Klammer zu) Herr Greiner schreibt einen klugen Text über „Witiko“ von Adalbert Stifter. Selten, dass man so viel Vergnügen daran hat, wenn ein Roman auf Bauweise und Funktion hin untersucht wird. Ulrike Draesner untersucht „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert – grandios! Was für feine, kluge Entdeckungen man machen kann, wenn man mit ihr geht. Robert Gernhardt, dem der Band auch gewidmet ist, macht sich Gedanken über Lichtenberg. Natürlich, ein bisschen Lichtenberg kennt jeder, aber Gernhardt ist, völlig zu Recht, sehr streng er sagt: Nur wörtlich zitieren darf man Lichtenberg und gibt ein paar Beispiele wie Zitate getötet werden, verwässert, verstümmelt – ein Aufruf zur Genauigkeit also, im Zitieren genauso wie im Denken. Wann hätte man eine Schreibschule schon einmal von vorne bis hinten lesen wollen – hier gibt’s da keinen Zweifel! Wäre das Buch nur für Schreibambitionierte, müsste man nicht groß darüber reden, aber jeder Leser kann darin Hinweise, Hilfen, Anregungen finden. Ich denke man kann gut, mit dem Instrumentarium das einem hier von den 22 Autoren angeboten wird, vieles neu und wieder lesen, wird vielleicht mit geschärftem Blick und Verständnis an eines der feinsten Dinge herangehen dies gibt: Bücher

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