Olaf Müller

 4,4 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Herr über Leben und Tod bist du, Rommels Gold und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Olaf Müller

Olaf Müller, geb. 1966, Professor für Philosophie (mit Schwerpunkt Wissenschaftsphilosophie) an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Pazifismus. Eine Verteidigung (ISBN: 9783150143544)

Pazifismus. Eine Verteidigung

Erscheint am 15.11.2022 als Taschenbuch bei Reclam, Philipp.
Cover des Buches „Ob daraus etwas wird?“ - 20 Jahre im Einsatz für Burundi (ISBN: 9783969403600)

„Ob daraus etwas wird?“ - 20 Jahre im Einsatz für Burundi

Neu erschienen am 20.07.2022 als Taschenbuch bei Engelsdorfer Verlag.

Alle Bücher von Olaf Müller

Cover des Buches Herr über Leben und Tod bist du (ISBN: 9783839200322)

Herr über Leben und Tod bist du

 (5)
Erschienen am 07.07.2021
Cover des Buches Allerseelenschlacht (ISBN: 9783839225066)

Allerseelenschlacht

 (3)
Erschienen am 12.06.2019
Cover des Buches Rommels Gold (ISBN: 9783839201886)

Rommels Gold

 (3)
Erschienen am 09.03.2022
Cover des Buches Tote Biber schlafen nicht (ISBN: 9783839227664)

Tote Biber schlafen nicht

 (2)
Erschienen am 08.07.2020
Cover des Buches Rurschatten (ISBN: 9783839223314)

Rurschatten

 (2)
Erschienen am 04.07.2018
Cover des Buches Der Himmel meiner Mutter (ISBN: 9783956513299)

Der Himmel meiner Mutter

 (1)
Erschienen am 19.05.2022
Cover des Buches Die Macht am Rhein (ISBN: 9783839224748)

Die Macht am Rhein

 (1)
Erschienen am 11.09.2019

Neue Rezensionen zu Olaf Müller

Cover des Buches Der Himmel meiner Mutter (ISBN: 9783956513299)Judithas avatar

Rezension zu "Der Himmel meiner Mutter" von Olaf Müller

Was ein Menschenkind aushält
Judithavor 16 Tagen

Wusste Olaf Müller, was ihn erwartet, wenn er seine Mutter nach ihren Fluchterlebnissen fragt, wenn er daraus einen Roman machen will, wenn er wirklich alles wissen will über ihre Kindheit und Jugend? Alles beginnt für ihn 2006 mit den ersten Gesprächen und 2007 mit einer Reise in die alte Heimat seiner Mutter zusammen mit seiner Schwester. Seine Mutter Maria will diese Reise nicht mitmachen. Und es wird Jahre dauern, bis aus den Erzählungen der Mutter ein fertiger, druckreifer Roman geworden ist. Wie viele Tränen, wie viele schlaflose Nächte waren das wohl für Maria, aber auch für den Autor?

Mich hat dieser Roman emotional tief bewegt. Maria erzählt ihre Geschichte im Präsens, kein Rückblick in altmodischem Stil, sondern ein Bericht mit jetzigem Wortschatz, mit Formulierungen, wie sie heute üblich sind. Das verwirrt manchmal ein wenig, denn zu Beginn des Krieges ist Maria erst neun, als es zur Dienstverpflichtung kommt, im Januar 1945, ist sie 14.

Bis zu ihrer Fahrt nach Hirschberg lebt sie ein durchschnittliches, normales Leben im beschaulichen Neurode in Niederschlesien. Wenn man es denn normal nennt, dass ihre Mutter nach ihrer Geburt starb, dass sie eine recht harsche Stiefmutter hat, viele Geschwister, später den Vater im Krieg, die Brüder auch. Eigentlich ist nichts so ganz beschaulich, aber Maria hat gute Freundinnen und eine liebe Oma und außerdem die „Patin“. Die Schilderungen ihrer weitgehend friedlichen Kindheit, Kinobesuche und andere schöne Erlebnisse machen trotzdem schon beim Lesen traurig, weil man natürlich weiß, dass das Schicksal für Maria und ihre Familie eine andere, schreckliche Zukunft vorsieht.

Alles Schöne und Vertraute bleibt von einem zum anderen Tag zurück, als Maria zum Landdienst in Hirschberg verpflichtet wird. Sie nimmt Abschied von der Stiefmutter, erstmals entsteht so etwas wie Nähe zwischen beiden, doch der Moment währt nur kurz. Aber auch in dieser Einrichtung findet sie Freundinnen und sie findet sich mit ihren 14 Jahren plötzlich als Hausmädchen, Kindermädchen, Landarbeiterin wieder, wird ausgebeutet und ist trotzdem stolz, dass sie das alles schafft, was die Bauern von ihr verlangen.

Im Hintergrund kommt die Front immer näher, auch die Angst vor den Russen, als bereits Geschützdonner zu hören ist und sich der Himmel rot färbt, beschließt die Gruppenführerin Anneliese, mit den 20 Mädchen – Maria ist die Jüngste – und jungen Frauen und einem kleinen Lastwagen auf die Flucht nach Westen zu gehen. Zu Beginn haben alle noch Kleidung zum Wechseln, Lebensmittel, Wasser, noch sind Benzinkanister da und auch Verbandzeug. Noch. Sie haben Begegnungen mit anderen Flüchtlingen, Wehrmachtsangehörigen und Feldjägern. Irgendwann sind sie bis aufs nackte Leben alles los. Was ihnen bleibt, ist der Zusammenhalt der Gruppe und die robuste, willensstarke Anneliese, ohne die die 20 wohl niemals bis ins verheißene Sachsen gekommen wären, wo Arbeitsstellen in Aussicht stehen sollen.

Was in den Monaten der Flucht passiert, wie Maria all das erlebt, was sie erleidet und überlebt, das muss bitte jeder selbst lesen. Unbedingt!

Dass diese Geschichte gut ausgeht, weiß man, sonst hätte Maria sie nicht erzählen können. Mich hätte am Schluss im Nachwort dann aber doch interessiert, wie Marias Lebensweg nach 1946 verlaufen ist, hat sie ihre Schwester in Berlin gefunden, die anderen Geschwister, den Vater, die Stiefmutter, ehemalige Freunde jemals wiedergesehen? Konnte sie noch einmal zur Schule gehen, konnte sie einen Beruf erlernen oder gar studieren? Wie hat sie die Erinnerungen an die Flucht verarbeitet? Haben Ehemann und Kinder ihr angemerkt, welch schweres Gepäck sie auf der Seele durchs ganze Leben trug?

Ich hätte in diesem Buch gern ein paar Fotos gesehen von Maria, ihrer alten Heimat, ihrer Familie und auch eine kleine Landkarte, die den höllischen Fluchtweg aufzeigt, wäre hilfreich gewesen. Nicht jeder hat so eine Karte vor Augen oder kennt sich in Niederschlesien, Tschechien oder Sachsen gut aus. Ich war zwar im letzten Urlaub im schönen Niederschlesien, auch in Hirschberg und bei Waldenburg, von Neurode habe ich jedoch keine Kenntnis gehabt. Mit diesem Buch hat sich das geändert.

Oft habe ich die geschilderten Ereignisse mit denen meiner Familienangehörigen verglichen, auch meine Mutter musste mit knapp 18 Jahren aus Christianstadt (das ist ca. 125 km nördlich von Hirschberg), wo sie kriegsdienstverpflichtet war, flüchten. Eine so detaillierte Erzählung über ihre Erlebnisse hat sie niemals an mich weitergegeben, auch ihre Flucht dauerte dreieinhalb Monate und viele Hundert Kilometer im Zickzack. Auch meine Großmutter und der Urgroßvater waren von Meseritz in Ostbrandenburg wochenlang in Richtung Mecklenburg unterwegs. Und ich kenne viele, die solche Fluchtgeschichten in der Familie haben, sei es mein Ehemann oder ehemalige Kollegen. Die Generation der Nachkriegskinder trägt dieses Trauma in sich, egal, ob sie es weiß oder wahrhaben will oder einfach ignoriert. Gerade deshalb finde ich dieses Buch so hilfreich, denn so detailliert schildern nur wenige Vertriebene das Geschehene.

Im Osten Deutschlands wurden die Heimatvertriebenen übrigens „Umsiedler“ genannt, was nach kommunistischer Lesart wohl ein besserer Status war. Für die Worte alte, verlorene Heimat, Flüchtling, Vertriebener war im kommunistischen Denken kein Platz, ebenso wenig wie für die Benennung der Kriegsverbrechen und Vergewaltigungen der „Freunde“, wie man im Osten Deutschlands die sowjetischen Armee-, NKWD-, später KGB-Angehörigen nannte. Zynismus par Exzellenz.

Für mich ist dieses Buch gerade in der heutigen Zeit, mit einem Krieg, der Menschen in der Ukraine zu Flüchtlingen macht, zu Opfern russischer Gewalt und entfesselter Soldaten und Offiziere, ungeheuer wichtig. Was Maria geschehen ist, das ist etwas, das jedem Kriegsopfer jederzeit und überall wieder geschehen kann.

Ich würde es gut finden, wenn dieses Buch auch als E-Book erscheinen würde, noch mehr würde ich mich freuen, dieses Buch als Hörbuch noch einmal hören zu können.

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Cover des Buches Herr über Leben und Tod bist du (ISBN: 9783839200322)Eliza08s avatar

Rezension zu "Herr über Leben und Tod bist du" von Olaf Müller

Die Geister des Krieges kehren zurück
Eliza08vor 3 Monaten

Mit einer großen Portion Historie kommt dieser lokale Krimi daher. Gepaart mit Spannung und Humor bin ich sehr gut unterhalten worden. Das Cover ist bunt gestaltet. Erkennbar ist ein Gedenkstein auf einem freien Feld. Es könnte sich dabei um einen Gedenkstein in der Nähe des Burgberg handeln. Der Klappentext ist sehr offen gestaltet und weiß dadurch viel Spannung zu erzeugen. In der wesentlichen Handlung geht es um einen Mord, welcher Spuren aus der tiefen Vergangenheit rund um die schrecklichen Ereignisse des zweiten Weltkrieges aufweist.

Kommissar Michael Fett und seine Kollegen Schmelzer bzw. Conti stehen vor einem Rätsel. Kurze Zeit später geschieht ein zweiter Mord in Düren. Handelt es sich um einen Serientäter oder stehen die Morde in keinerlei Verbindung. Viele Fragen für Kommissar Fett, welcher diesmal vor einigen auch persönlichen Herausforderungen steht. Der Hauptprotagonist ist ein in den 50er Jahren gestandener Kommissar mit einer leicht melancholischen Persönlichkeit. Er ist ein absoluter Profi in seinem Beruf, welcher für ihn oft das wesentliche Element seines Lebens darstellt. Sein Privatleben kommt dabei oft zu kurz. Aufgrund seiner speziellen manchmal etwas eigenwillige Art wirkt er aber sehr sympathisch. Als wesentliche Nebendarsteller der Geschichte können der junge Kommissar Schmelzer, sowie die junge Kommissarin Daniela Conti genannt werden. Gerade Daniela Conti schafft es mit ihrer erfrischenden Art den manchmal etwas mürrisch aufgelegten Kommissar Fett zu einem Lächeln zu bewegen. In entscheidenden Situationen ist sie außerdem eine große Stütze für seine Arbeit. Sie hat mir sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie sie sich weiterentwickeln wird.

Die Spannung der Geschichte wird immer wieder gut unterbrochen, um sich dann stetig weiterzuentwickeln. Erst gegen Ende der Handlung wird klar, wer für die Grausamkeiten verantwortlich ist. Der Aufbau der Story ist stringent und für die Leser sehr gut nachvollziehbar. Die Handlung spielt um die Weihnachtszeit des Jahres 2019 in der Region Aachen / Düren und ist damit zeitlich und örtlich sehr gut einordbar. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut erzählend, dialogorientiert und humorvoll. Gerade die authentischen Dialoge zwischen den einzelnen Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Manchmal wirken die Figuren in Kriminalromanen etwas zu konstruiert. Die Personen in diesem Roman wirken sehr lebensnah und auch ihre Reaktionen im Zwischenmenschlichen, was ich dem Autor sehr hoch anrechnen muss. Als Zielgruppe des Romans kommen sowohl Frauen als auch Männer aller Altersgruppen in Betracht. Das Fazit ist sehr positiv. Ein lokaler Krimi mit historischem Hintergrund, welcher einen als Leser sehr gut unterhält. Ich bedanke mich bei dem Autor für die schönen Stunden und bin gespannt auf den nächsten Fall von Kommissar Fett.

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Cover des Buches Rommels Gold (ISBN: 9783839201886)S

Rezension zu "Rommels Gold" von Olaf Müller

wieder einmal ein gelungener Krimi des Autors
sab-mzvor 6 Monaten

Auch mit “ Rommels Gold “ ist Olaf Müller mal wieder ein sehr lesenswerter Krimi gelungen.
In der Story wird eine spannende Handlung verknüpft mit einem historischen Hintergrund.
Ein Hintergrund, der einfach nur schlimm war. Der Autor hat das Buch
„Gewidmet den polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs“.

Hat Johannes Erwin Eugen Rommel, genannt der Wüstenfuchs, von den Gräueltaten gewusst?
Wusste er von der Erpressung der jüdischen Gemeinden in Tunesien?
Von den Taten der SS in Afrika?
Vom Auftrag nach dem Sieg des Afrikakorps alle Juden umzubringen.
Wissen können wir es nicht nur vermuten.

Fett schaut sich um in der Kneipe, er entdeckt „Eisenbahnsiggi“ als er mit seiner Kollegin Daniela Conti in der Hopfenklause ist.
Daniela, die vorher beim BKA war, ist seit einiger Zeit die Kollegin von Fett.

Ein Mann um die 30, aufgesetzter Kopfschuss und beide Kniescheiben zerschossen wurde aufgefunden.
Die Schrift in den Etiketten seiner Hose ist Kyrillisch. Er hat keine Papiere bei sich.
Klar ist, dass der Fundort nicht der Tatort ist.

Im Krieg gab es Metallkisten mit „Rommels Gold“.

König Adam, Król Adam, der geschäftlich immer den richtigen Riecher hat und wenig Skrupel soll „Rommels Gold“ finden. Adam Sobetzko fährt nach Aachen mit Jurek und Bartosz. 

Ich will nicht zuviel verraten aber die Jagd nach „Rommels Gold“ ist spannend, führt in Gegenden an die man nicht dachte und sorgt für Tote.

Auch dieser Krimi des Autors ist wieder dadurch geprägt, dass OLaf Müller ein enormes geschichtliches Hintergrundwissen hat, alles genau recherchiert und ganz viel Lokalkolorit in den Krimi einbaut.
Auch die Verbindung zwischen Conti und Fett wird von Krimi zu Krimi intensiver.

Ich kann den Krimi nur empfehlen, nicht nur, aber ganz besonders allen die an historischen Hintergründen interessiert sind.

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