Olaf Maly Verhängnisvolle Tage

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Verhängnisvolle Tage“ von Olaf Maly

Es ist Ende August und immer noch drückend heiß. Johann Baptist Bernbichler hat eine sehr schlechte Woche hinter sich. Wirklich schlecht. Kommissar Wengler erholt sich gerade vom letzten Fall, den man gerade abgeschlossen hatte, mit einer Maß Bier im Biergarten. Doch dann wird er nach Hasenbergl gerufen, einer Gegend in München, in der man die Polizei zwar oft, aber nicht gerne sah. Man hatte ein totes Paar gefunden, doch es gab nicht viele Anhaltspunkte. Also versucht Kommissar Wengler, das Leben der beiden zu rekonstruieren. Es schien kein aufregendes Leben gewesen zu sein, das die beiden geführt hatten. Die einzigen Hinweise, auf die man sich stützen konnte, waren eine Parzelle im Schrebergarten ‚Sonnenblumen e.V.' und eine Telefonnummer, unter der sich die Schwester des Toten meldete. Auch ein Sohn taucht auf. Doch immer mehr deutet darauf, dass der Schrebergarten etwas mit dem vorzeitigen Ableben zu tun hat. Es bleibt der Intuition und akribischen Kleinarbeit der Münchener Mordkommission in Form von Kommissar Herbert Wengler und seinem Assistent Armin Staller überlassen, dies herauszufinden.

Ein unterhaltsamer klassischer Krimi, der ohne Gewalt und viel Blutvergießen auskommt.

— Bibliomarie
Bibliomarie

Stöbern in Krimi & Thriller

Die Moortochter

Mehr eine Charakterstudie als ein Thriller - starke Protagonistin, angenehmer Stil, aber einige Schwächen

Pergamentfalter

Der Totensucher

Spannend und unglaublich mitreißend bis zur letzten Seite!

leserattebremen

AchtNacht

Ordentlicher Thriller mit Fitzek typischen Schwächen

Lilith79

In ewiger Schuld

Spannung pur

MellieJo

Portugiesische Rache

Eine schöne Reihe, die sich wunderbar als Reisebegleiter für euren Sommerurlaub eignet und auch die Gelegenheitsleser schnell mitreißen wird

Anka2010

Der Mann zwischen den Wänden

Toller Erzählstil. Jedoch verliert sich das Erzählte in einem atmosphärisch dichtem Meer aus Absurditäten, für die mir die Fantasie fehlt.

Ro_Ke

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Buchverlosung zu "Verhängnisvolle Tage" von Olaf Maly

    Verhängnisvolle Tage
    olafmaly

    olafmaly

    Auch wenn das Titelbild sehr bayerisch aussieht, das Buch ist sehr wohl auch für Nordländer geeignet. Vielleicht sogar gerade für sie, da sie lesen können, wie es in München so zugeht, wenn Kommissar Wengler seine Fälle löst. Auf bayerische, gemütliche und die etwas langsame Art. Nur nichts übereilen. Verhängnisvolle Tage ist der achte und neueste Wengler Krimi. Und das ist ein kurzer Ausschnitt aus dem ersten Kapitel, damit ihr seht, was euch erwartet: Für Johann Baptist Bernbichler war dieser Tag Ende August kein guter gewesen. Bei Weitem nicht. Man könnte fast sagen, es war einer der schlechtesten Tage in Monaten. Es war, wie schon seit Wochen, drückend heiß. Eigentlich mehr unausstehlich heiß und schwül. Nicht ganz normal für diese Jahreszeit und schon gar nicht normal für München. Gut, es konnte schon einmal heiß werden. Aber an diesen Tagen tropfte die Feuchtigkeit aus allen Poren, Fugen und Blätterwerken. Die sonst so blind-fahl aussehenden Pflanzen glänzten, als wäre es Weihnachten und Kerzen würden sie zum Schillern bringen. Aber es war August und man zündete im August keine Kerzen an. Außer in der Kirche, da brannten die immer. Und man konnte nicht in die Kälte fliehen, um sich Erleichterung zu verschaffen. Diese gab es um Weihnachten herum, wenn es sowieso kalt war, man also noch mehr Kälte nicht brauchte. Nur in der Kirche, da konnte man sich erholen, in der muffigen Kühle, die die Steine gefangen hielt. Da war's immer kühl. Und leer war die auch immer. Das Wetter setzte sich also auf das Gemüt eines jeden, wie ein Kaugummi auf das Pflaster der Fußgängerzone. Es war nicht wegzubekommen. Man wollte es zwar nicht, dieses unausstehliche Wetter, aber es umgab einen überall und war einfach da. Hundserbärmlich, erbarmungslos und unausweichlich. Ein Fluch für jeden, der damit zu kämpfen hatte. Es machte einen wünschen, dass es endlich Winter würde. Man mochte zwar den Winter nicht lieber als den Sommer, aber das war einfach zu viel. Wahrscheinlich konnte man sich das so einfach wünschen, da dieser Wunsch, wie so viele andere auch, nicht zu erfüllen war. Nur einige wenige, die es sich leisten konnten, flogen in den Norden, wo es das ganze Jahr über nicht warm wurde. Irgendwo auf eine der Tausenden Inseln in den schwedischen Gewässern. Oder gar in die Arktis. Nur, Johann Baptist Bernbichler gehörte nicht zu der Klasse Mensch, die sich das leisten konnte. Er gehörte zu denen, die fluchend die Tage und Nächte zu erleiden hatten. Es war Sonntag. Der letzte Sonntag im August. An sich kein Grund, das besonders festzustellen, wären da nicht einige Ereignisse gewesen, die diesen Sonntag zu einem speziellen Tag gemacht hätten. Drei Dinge waren in den vorangehenden Tagen im Leben des Johann Baptist Bernbichler passiert, die ihn - neben dem Wetter natürlich – irgendwie aus der Bahn geschmissen hatten. Um zu wissen, wie es weiter geht, muss man es lesen. Viel Spaß dabei. Und viel Glück bei der Verlosung.

    Mehr
    • 52
  • Kommissar Wengler bringt nichts aus der Ruhe

    Verhängnisvolle Tage
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    Verhängnisvolle Tage ist ein München Krimi par Excellence. Wenn Kommissar Wengler zusammen mit seinem Assistenten Armin Staller seinem Tagwerk nachgeht, fehlt eigentlich nur noch ein Dackel zu seinen Füssen. So sind die Stadt München und seine Bewohner, hier meist die „kleinen Leute“, deren Ton und Sprache Olaf Maly sehr gut trifft, die eigentlichen Hauptakteure in diesem Krimi. Die Stadt wirkt wie aus der Zeit gefallen. Wenn Wengler und Armin Staller Mittagspause machen, weiß der Kommissar zielsicher ein gutes traditionelles Gasthaus oder einen Biergarten, der noch nicht von Touristen überschwemmt ist, er findet kleine Vorstadtbräustübl und zu jedem weiß er eine Geschichte zu erzählen. Es sind die Viertel der einfachen Leute, wie das Hasenbergl oder Neuperlach, die Hochhaussiedlung der 70iger, die nie Gefahr laufen ein „angesagtes Viertel“ zu werden. So wird dann auch Wengler unsanft aus seinen Reflektionen im spätsommerlichen Biergarten gerissen, um das Rätsel eines toten Ehepaars zu lösen. Kreszentia Bernbichler ist nach einem harten Schlag im Ehebett verschieden, während der Gatte, Johann Baptist,  erstochen im Flur liegt. Trotz der biederen bayerischen Namen waren die beiden keine angenehmen Zeitgenossen, saufend, keifend und streitend und darüber oft ihren einzigen Sohn vergessend, haben sie ihr Leben verbracht. Nicht mal mehr der Schrebergarten machte ihnen noch Freude. Doch je weiter Kommissar Wengler ermittelt umso tiefer schaut er in den alltäglichen  Sumpf aus Scheinheiligkeit,  Drogen und Beschaffungskriminalität. Es ist ein langsamer Krimi, der seine Spannung allmählich entfaltet, dann aber bis zum Schluss viele interessante Wendungen und Überraschungen einbaut. Wie so oft steckt hinter der Maske der Biedermänner viel kriminelle Energie. Viel Platz lässt Olaf Maly für Atmosphäre und Stimmungen der Stadt. Das ist für Freunde der echten Münchner Lebensart, die man so in der Stadt wohl nur noch an wenigen Plätzen findet, eine Entdeckung. Ein klassischer Krimi, der ohne viel Blut und Gewalt auskommt, aber sich einen scharfen Blick für gesellschaftliche Missstände bewahrt hat. Die Dialoge, die Olaf Maly seinen Münchnern in den Mund legt, sind urkomisch und lakonisch und allein dafür lohnt sich das Buch. Man muss kein Münchner oder Bayer sein, um diesen Krimi mit viel Vergnügen zu lesen.              

    Mehr
    • 2