Olaf Schmidt-Rutsch Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752-1815)

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Inhaltsangabe zu „Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752-1815)“ von Olaf Schmidt-Rutsch

1782 kam der preußische Oberbergrat Friedrich Wilhelm von Reden ins Ruhrtal. Sein Auftrag war, dem König eingehend über den Steinkohlenbergbau Bericht zu erstatten und mit den Verhältnissen in Schlesien zu vergleichen. Zu dieser Zeit befand sich der Bergbau im Ruhrtal noch in den Anfängen. In den Berg getriebene Stollen erschlossen die Kohlenlagerstätten. Auf den zahlreichen kleinen Zechen arbeiteten nur eine Hand voll Bergleute. Der Weg zum industriellen Ruhrgebiet war noch weit. Der Bericht Redens über den Zustand des westfälischen Bergbaus und seine Bedeutung für die Entstehung der oberschlesischen Industrie bilden den Ausgangspunkt für das Buch, das die Sonderausstellung „Im Auftrag Seiner Majestät“ des LWL-Industriemuseums begleitet und mit den enthaltenen Aufsätzen einen Beitrag zum Vergleich zweier bedeutender europäischer Montanregionen an der Schwelle zur Industrialisierung aus unterschiedlichen Perspektiven leistet.

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  • Rezension zu "Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752-1815)" von Olaf Schmidt-Rutsch

    Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752-1815)
    wolfschwerdt

    wolfschwerdt

    18. May 2010 um 15:57

    „Im Auftrag seiner Majestät“ hieß die Sonderausstellung, die 2007 und 2008 im Industriemuseum Zeche Nachtigall Präsentiert wurde. Der Begleitband zur Ausstellung, die Teil eines mehrjährigen Themenschwerpunktes der LWL- Industriemuseen zur deutsch-polnischen Industriegeschichte war, vertieft die Betrachtung zweier bedeutender europäischer Montanregionen an der Schwelle zur Industrialisierung. Oberbergrat Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752 – 1815) war nämlich ein ausgewiesener Bergbaufachmann und wurde daher vom Preußen-König Friedrich II. im Jahr 1782 von Oberschlesien ins Ruhrtal geschickt, um seinem Dienstherrn eingehend über den dortigen Steinkohlenbergbau Bericht zu erstatten. Sowohl diese Reise und vor allem die dazugehörigen Berichte, als auch die anderen Studienreisen des technisch- wissenschaftlich und ökonomisch hochkompetenten Grafen werden im Buch dokumentarisch vertieft, was die Lektüre nicht immer einfach macht. Denn die doch sehr umfassenden Zitate aus von Redens Berichten an den König und seinen Vorgesetzten sind aufgrund der zeitgenössischen Formulierungen und Begrifflichkeiten recht gewöhnungsbedürftig und für unsere heutigen Sprachgewohnheiten recht sperrig. Dennoch, die Informationsfülle in diesem gerade einmal 110-seitigen Büchlein ist überwältigend. Und gerade weil es sich eher um ein dokumentatorisches Werk handelt, ist es für Menschen, die sich für die Geschichte der Industrialisierung, für die Strukturen des Preußischen Staates, für die Entwicklung industrieller Binnenschiffahrt und frühindustrieller technologischer Entwicklungen, für die politischen Wirren in Europa jener Zeit oder natürlich für den Bergbau interessieren, eine wirklich aufregende Lektüre. Ein wenig Vorkenntnisse wären allerdings sehr hilfreich. Schon die Lebensgeschichte Graf von Redens ist allein deshalb interessant, weil er ein Produkt seiner Zeit der Aufklärung, Industriealisierung und Reformen war. Immerhin, der bekannte Reformer Freiherr von Stein war ein Kollege des Grafen von Reden und nicht zuletzt aufgrund der Empfehlungen des Oberbergrates zum Direktor des märkischen Bergamtes in Wetter an der Ruhr bestellt worden. Von Reden hatte tatsächlich einen erheblichen Einfluss vor allem auf die strukturelle und technologische Entwicklung des schlesischen Bergbaus, für dessen Leitung der königliche Beamte zuständig war. Adam Fruzynski, der Leiter des Bergbaumuseums Zabze, beschreibt im Begleitbuch diesen Teil von von Redens Geschichte. Der Untertitel des Buches „Beiträge zur Frühindustrialisierung in Oberschlesien und an der Ruhr“ weist natürlich auch auf die Einflüsse von Redens auf das damals preußische Ruhrtal hin, der Einsatz Freiherr von Steins als Direktor des märkischen Bergamtes wurde bereits erwähnt. Olaf Schmidt- Rutsch, Projektleiter der Ausstellung zeigt in seinem Beitrag über die Reise des Grafen ins Ruhrtal auch die damals vergleichsweise Rückständigkeit der märkischen Montanindustrie, die noch von extremer Kleinteiligkeit, Handwerklichkeit und noch zunftähnlichen Verhältnissen geprägt war. Technik, Verwaltung und Wirtschaftlichkeit mussten beim Vorantreiben der industriellen Entwicklung gleichermaßen berücksichtigt, und aufeinander abgestimmt werden. Gerade dieses Zusammenspiel, allerdings mit Schwerpunkt auf Technologie, beschreibt Eckhard Schinkel, Wissenschaftlicher Referent für das LWL- Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg am Beispiel des Ausbaus der schlesischen Binnenschifffahrt. Die Bedeutung des Technologietransfers im ausgehenden 18. Jahrhundert wird dabei vor allem an den schiefen Ebenenen des Klodnitzkanals deutlich. Immerhin, technologisch letzter Schrei aus England war die Beförderung der Kohle auf Schiffen über direkt zum Abbau in die Bergwerke geführte Kanal- Schleusen- und Hebesysteme, spannend illustriert durch zeitgenössische Zeichnungen. Natürlich ist aus historischen Gründen der Einfluss preußischer Beamter auf polnisches Gebiet ein Politikum. Thomas Parent, wissenschaftlicher Referent für den Standort Zeche Zollern schließlich greift in dem Buch auch diesen Aspekt auf und schildert anhand des Reden-Denkmals in Chorzow/ Königshütte die Nachwirkungen Graf Redens im Wechselspiel deutsch-polnischer Beziehungen.

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