Olaf Stapledon

 3.5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Die Letzten und die Ersten Menschen, Sirius und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Olaf Stapledon

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Die Letzten und die Ersten Menschen

Die Letzten und die Ersten Menschen

 (5)
Erschienen am 05.10.2015
Die Geschichte der Zukunft

Die Geschichte der Zukunft

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Erschienen am 01.12.2012
Sirius

Sirius

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Erschienen am 14.04.2011
An Olaf Stapledon Reader

An Olaf Stapledon Reader

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Erschienen am 01.02.1997
Last and First Men

Last and First Men

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Erschienen am 31.03.2009
WORLDS OF WONDER

WORLDS OF WONDER

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Erschienen am 01.03.2009
DARKNESS AND THE LIGHT

DARKNESS AND THE LIGHT

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Erschienen am 23.03.2010

Neue Rezensionen zu Olaf Stapledon

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tschulixxs avatar

Rezension zu "Die Letzten und die Ersten Menschen" von Olaf Stapledon

Die Zukunft mal genau betrachtet...
tschulixxvor 2 Jahren



Vielen Dank an den Piper Verlag für dieses unglaublich gute Buch! <3

"Die Letzten und die Ersten Menschen" klingt nicht nur extremst spannend, sondern ist auch wahnsinnig faszinierend. Wie wird es mit der Menschheit weitergehen? Wie werden wir uns entwickeln, in verschiedenen Perspektiven. Das Buch ist nicht einfach zu lesen, sondern ist eher geschrieben wie ein Geschichtsbuch gemischt mit Action. Voll mit Fakten und Informationen. Ich bin länger daran gesessen, weil ich keine dieser Informationen verpassen wollte. Es ist aber auf keinen Fall wie ein langweiliges Schulbuch, sondern ein bemerkenswerter Science Fiction Roman. Eine Zukunftsvision die mir den Atem genommen hat und mich schockierte. Wissenschaftliche und auch logisch dargestellte Theorien über die Zukunft, machen das Buch zu einem meiner Lieblingsbücher. Obwohl ich doppelt so lange mit dem lesen brauche. ;)Weiterlesen …
Das Buch ist eine sehr hochwertige Sammleredition, was man auch sofort merkt, wenn man es in den Händen hält. Das Cover und der Umschlag sind sehr schön gestaltet. Das Buch ist außerdem sehr schwer, weil die Seiten aus einer guten Qualität sind. Es macht Freude es zu lesen!

Ich werde bei meiner Rezension nicht zu sehr ins Detail gehen, weil sehr viele Ereignisse sehr überraschend und unerwartet passieren und ich euch nicht den Lesespaß vermiesen möchte. Ich habe vor dem lesen eine Rezension durchgesehen und hab mich leider ordentlich gespoilert. Das hat mich im Nachhinein wirklich genervt. Vor allem kam es so unerwartet, ihr kennt das sicher. ;) In meiner Rezension gehe ich deswegen eher auf die Schreibweise, die Art des Buches und sehr oberflächlich auf die Idee ein, sodass ihr seht, ob es was für euch ist. Ich will euch auf keinen Fall zu viel verraten!


1.Kriterium: Die Idee des Buches.

Dieses Buch ist eigentlich schon ziemlich alt und wurde erst sehr spät ins deutsche übersetzt. 1930 wurde es erstmals veröffentlicht und in den 90er Jahren erschien es auch im deutschsprachigem Raum.

Die Idee dahinter finde ich brillant, denn es umfasst eine Zeitspanne von Milliarden von Jahren. Niemand von uns kann sich denken, was da alles auf uns zukommen wird, der Autor hat sich da aber sehr viele Gedanken darüber gemacht und dieses Buch geschrieben. Die Geschichte ist sehr komplex und unglaublich durchdacht. Es umfasst nicht nur die Fehler der Menschen, sondern geht auch auf ihre Möglichkeiten ein und für was sie sich besser entschieden hätten. Warum sie untergehen und wie sie neu auferstehen, bis uns alle der Tod durch die Sonne erwartet. Und wie wir alle wissen, liegt das gar nicht mehr so lange in der Zukunft. Wir sterben spätestens wenn die Sonne explodiert, bzw. unser Planet zu nahe an der Sonne dran ist, sodass Leben unmöglich wird. Das Buch umfasst also auch das Ende der Menschheit. Das ENDGÜLTIGE Ende mit allen Einzelheiten und wichtigen Geschehnissen dazwischen.

Natürlich klingt das ganze jetzt sehr nach Dokumentation und Sachbuch, und ich kann es gar nicht oft genug erwähnen: Zwischendurch ist es das auch, geht ja gar nicht anders. Aber es ist trotztem sehr spannend und man kann sich ganz in die Welt von Stapledon verlieren. 



2. Kriterium: Der Aufbau der Geschichte.

Ich sag nur wahnsinnig toll! Das Buch umreißt eine extremst große Zeitspanne und ich war die ganze Zeit nur am staunen, was der Autor sich da ausgedacht hat. Kriege über Kriege. Die Zivilisation stirbt und es kommen die zweiten Menschen. Das geht immer so weiter und man kann als Leser beobachten wie die einen Menschen gehen und die nächsten kommen.

Das Buch ist wie oben schon erwähnt vergleichbar mit einem Geschichtsbuch der Zukunft, sowie mit einem Actionroman. Es sterben Menschen, sie kämpfen ums Überleben etc. Alles was ein Science Fiction Roman braucht hat dieses Buch, es ist halt nur ein bisschen anders erzählt. Natürlich handelt es sich nicht um exakte Vorhersagen der Zukunft, denn man darf nicht vergessen, dass es sich hier um einen SF Roman handelt, aber ich glaube, dass er schon ziemlich nah dran ist. Für mich klingt vieles sehr logisch, muss aber erwähnen, dass ich was die Zukunft betrifft sehr offen bin und mich mit einer Idee sehr schnell anfreunden kann. Ob sich jeder mit seiner erfundenen Zukunft anfreunden kann, ist schwer zu sagen. Ich bin ein Mensch, der solche Zukunftsvorhersagen gerne glaubt, denn warum auch nicht? Jules Verne beschrieb in seinem Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" eine Art Boot, wo man unter Wasser längere Zeit überleben kann. Er beschrieb, wie es funktioniert und was damit alles möglich ist. Damals gab es aber noch keine U-Boote und wie es funktionieren könnte schon gar nicht. Solche Autoren sind für mich Visionäre, deren Gedanken sich oft ziemlich nah an die Zukunft anpassen. Ich liebe Jules Vernes Roman und mir geht es auch gleich mit diesem Buch.

Trotzdem hat mir teilweise die Spannung gefehlt, was auf die Erzählweise zurückzuführen ist. Teilweise war es wie eine Dokumentation geschrieben und ich hätte mir mehr Charaktere gewünscht.



3. Kriterium: Die Charaktere.

Die Charaktere sind hier "die Menschheit". Es gibt kaum Dialoge, sondern oft nur erzählte Aussagen von wichtigen Personen, die für die weiteren Geschehnisse wichtig sind. Im Buch wird auf fast kein Einzelschicksal eingegangen. Also keine Personen mit denen man mitleiden und mitfiebern kann. Man hat hauptsächlich die menschliche Rasse vor sich und lernt nur wenige Personen kennen. Keine Gefühle und keine genauen Einzelheiten. Zwischendurch fand ich das sehr schade, denn in einem SF Roman sollten auch immer Personen vorkomme, mit denen man sich  identifizieren kann. Eigentlich ja in jedem Roman. Auf der anderen Seite störte es mich gar nicht, weil ich an den Geschehnisse die noch kommen viel mehr interessiert war. Die Einzelschicksale hab ich mir zwischendurch einfach selbst ausgedacht, mit ein bisschen Fantasie.

Das ist auch vielleicht der Hauptkritikpunkt, der vielen Leser stören könnte. Das man eben keine Figuren hat, mit denen man durchs Buch geht. Man sollte sich deswegen vielleicht im Vorhinein informieren, dann hat man auch keine falschen Erwartungen. Denn wenn man überrascht wird und fast keine richtigen Personen auftauchen, die man gerne hat, ist man vielleicht sehr enttäuscht. Ich habe das schon vorher gewusst, und hatte deswegen keine falschen Erwartungen. Meine Erwartungen wurden sogar mehr als erfüllt. Ich hätte nicht mit einer so komplexe und detailreiche Zukunft gerechnet. Deswegen vergebe ich auch hier die komplette Punktezahl, denn für mich war es so wie es ist mehr als in Ordnung! 



4. Kriterium: Die Spannung bzw. ob mich das Buch gefesselt hat. 

Natürlich war die Spannung da, obwohl Spannung für mich in diesem Buch etwas anderes bedeutet hat. Weil es eben keine wirklichen Charaktere zum mitfiebern gibt, hat der Autor die Spannung durch die Ungewissheit der Zukunft aufgebaut. Durch die Katastrophen und die Kriege auf die die Menschen zusteuerten. Ich war immer neugierig was als nächstes kommen wird und wann die Menschheit erneut ausstirbt und unter welchen Umständen. Zwischendurch hätten die Kapitel länger sein können und gewisse waren meiner Meinung nach zu langatmig. Der Autor hat sich in diesen langatmigen Kapiteln etwas verrannt... Da hat halt die Spannung sehr nachgelassen. Trotzdem vergebe ich hier einen ganzen Weltentaucher, weil das Buch an sich faszinierend spannend war.



5. Kriterium: Die Schreibweise.

Die Schreibweise des Autors ist sehr gewöhnungsbedürftig und man braucht einige Zeit um das Buch flüssig lesen zu können ohne zu stocken. Die Sprache ist wahnsinnig gut und die Ausdrucksweise des Autors auf eine gute Weise alt. Ich meine klar, er hat es ja vor fast 100 Jahren geschrieben, da hat man sich noch anders ausgedrückt wie heute. Aber genau das hat mich an diesen Buch fasziniert. Es war so, als würde man in die Vergangenheit abtauchen, obwohl man sich eigentlich in der Zukunft befindet. Auch verwendete er viele Sachbegriffe und drückt sich oft auf einen höheren Level aus, um das mal so zu formulieren. ;) Intellektuell ein Wahnsinn, ich war begeistert! Außerdem die hohen Anzahl an Fakten und Informationen. Dadurch musste ich mir für das Buch sehr viel Zeit nehmen und konnte es nicht am Abend lesen. Vor allem nicht während der Prüfungszeit, wo mein Kopf sowieso schon mit lauter Naturwissenschaften vollgestopft war, war es für mich unmöglich, mich am Abend noch in den nächsten Krieg zu stürzen. Ich wollte halt keine Details verpassen und die Geschichte voll in mich aufsaugen. Es wäre sehr schade etwas zu verpassen, denn dieses Buch ist für mich ein Meisterwerk der Schreib- und Vorstellungskunst. Ein schnelles Durchlesen ist meiner Meinung nach überhaupt nicht möglich, denn das Buch beschäftigt den Leser voll und ganz. Man macht sich selbst Gedanken darüber und kann oft gar nicht aufhören zu lesen. Wenn man einmal angefangen hat, steckt man in der Geschichte drin und sie lässt einen auch nicht mehr los. Auf keinen Fall eine leichte Lektüre, dass muss unbedingt gesagt werden!



Das Buch ist meiner Meinung nach ein brillantes Meisterwerk, welches viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Also die volle Punktzahl! Natürlich ist es ein Buch, dass etwas schwerer zu lesen ist, aber niemand wird es bereuen. Der großartige Schreibstil und diese unendlich detaillierte Idee kann jeden Bücherliebenden begeistern. Ein SF Roman, der einen Ehrenplatz in meinem Regal mehr als verdient hat. Ich kann es sehr empfehlen!

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BlueSunsets avatar

Rezension zu "Die Letzten und die Ersten Menschen" von Olaf Stapledon

Schwierig zu lesen, doch es enthält außergewöhnliche Ideen (von 1930!) - Sci-Fi in ihrer Urform!
BlueSunsetvor 3 Jahren

Meine Meinung 

In dem Buch beschreibt Olaf Stapledons den Aufstieg und den Zerfall von Rassen und Gesellschaftsstrukturen. Zudem analysiert er oft die psychologischen, religiösen und körperlichen Aspekte der handelnden Charaktere. Seine Ideen sind kreativ und gut durchdacht. Wenn man zusätzlich bedenkt, dass die Erstausgabe des Buches bereits 1930 erschienen ist, erklärt es einige seltsame Gedanken oder Entwicklungen, die er beschreibt, bzw. vorhersagt. 

Trotz der recht interessanten und außergewöhnlichen Ideen, die Olaf Stapledon in seinem Buch darstellt, war es anstrengend zu lesen. Oft sind die Beschreibungen des Autors recht detailliert (manchmal sogar zu ausführlich), an anderen Stellen kürzt er gekonnt durch „Dafür haben wir nicht genug Zeit.“ (Seite 203) ab. Dies passiert in dem Buch leider recht oft und so entsteht bei mir als Leserin das Gefühl, als ob der Autor sich nicht mehr damit auseinandersetzen wollte, keine Ideen mehr hatte oder sogar zu faul war. 

Die Schwierigkeit dieses Buches liegt nicht in seinem Inhalt, sondern in seiner Darstellung. Es liest sich wie eine Chronik, da in dem Buch der Verlauf und die Entwicklung der Menschheit in einem Zeitraum, der mehrere Milliarden Jahre umfasst, beschrieben wird. Dadurch gibt es keinen Protagonisten oder einen durchgehenden Handlungsstrang, an den man sich als Leser halten kann. Dieses Buch ist somit eher eine Auseinandersetzung mit den Menschen, der Gesellschaftsstrukturen, Religion und der Entwicklung der Umwelt. Ich möchte seinen interessanten und doch recht ungewöhnlichen (aber eher unrealistischen) Ideen trotzdem Anerkennung zollen. Man merkt dem Autor an, dass er Gefallen an den Entwürfen von Gesellschaften und zukünftigen Welten fand.

Wie wissenschaftlich korrekt das Buch ist, kann ich nicht gänzlich beurteilen. Einige Dinge sind mir allerdings als falsch aufgefallen, doch innerhalb seiner Weltkonstruktion sind sie sinnvoll, daher habe ich mich daran nicht gestört. Zudem sollte man bedenken, dass Olaf Stapledon dieses Buch bereits 1930 veröffentlicht hat und es zu dem Zeitpunkt einige wissenschaftliche Errungenschaften noch nicht gab und manche Fakten, die wir heute bereits wissen damals noch nicht bekannt waren. 

Ich hätte mir anstatt der außergewöhnlichen Detailtiefe lieber einen Protagonisten erhofft, wie der Autor ihn in einem Abschnitt sogar einsetzte, was dazu führte, dass dieser Abschnitt gleich viel lebendiger wirkte und flüssiger zu lesen war.

Aufmachung und Cover

Das gebundene Buch wird von einem semi-transparenten Schutzumschlag eingeschlagen. In den Klappen finden sich Olaf Stapledons Originalskizzen zu den Zeitachsen, die er im Buch verwendet. Rundum ist das Buch recht ansprechend gestaltet und hätte mich auch im Buchhandel angesprochen.

Fazit

Leider muss ich dem Buch eine eher mittelmäßige Bewertung geben, denn ich habe mich leider zu stark zwingen müssen, das Buch überhaupt weiter zu lesen. Trotzdem spreche ich eine bedingte Empfehlung für dieses Buch aus – Die Weltkonstrukte, Gesellschaftsanalysen und zukünftige Technologie sind spannend und ungewöhnlich. Für das Buch sollte man allerdings ein gewisses Durchhaltevermögen mitbringen. Nichtsdestotrotz ist das Buch ein Klassiker und war wegweisend für das Science-Fiktion-Gerne. Viele seiner Ideen wurden später von anderen Autoren aufgegriffen und benutzt. 

Am besten liest sich das Buch wahrscheinlich in Abschnitten, anstatt es wie andere fiktive Werke oder konventionelle Unterhaltungsliteratur „in einem Rutsch“ zu lesen. Das Buch baut nämlich keinen richtigen Spannungsbogen auf und wirkt daher eher wie ein historischer Text, nur halt nicht der Vergangenheit sondern der Zukunft. 

Ein kurzer Vergleich: An eines von Isaac Asimovs Werken kommt dieses Buch nicht heran. Was die Beschreibungen und Konstrukte angeht, weisen die Werke von Asimov jedoch eine gewisse Ähnlichkeit zu diesem Buch auf. Wer also gefallen an komplexen Entwicklungen und Analysen von Gesellschaften hat, könnte in diesem Buch eine gute Lektüre finden. 


(Mehr Rezensionen gibt's auf meinem Blog: TinyHedgehog)

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ralluss avatar

Rezension zu "Sirius" von Olaf Stapledon

Rezension zu "Sirius" von Olaf Stapledon
rallusvor 8 Jahren

Ein für damalige Verhältnisse (1944) unerhörtes Werk da es die Aufzucht einer neuen intelligenten Hunderasse und die eindeutigen sexuellen Kontakte zu Menschen beschreibt. Ein guter, in der Sprache etwas altmodisch geschriebener, Roman

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