Oleg Jurjew

 2.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Unbekannte Briefe, Die russische Fracht und weiteren Büchern.

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Oleg JurjewDer neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise
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Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise
Oleg JurjewUnbekannte Briefe
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Unbekannte Briefe
Unbekannte Briefe
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Erschienen am 20.03.2017
Oleg JurjewDie russische Fracht
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Die russische Fracht
Die russische Fracht
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Erschienen am 23.02.2009
Oleg JurjewZwanzig Facetten der russischen Natur
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Zwanzig Facetten der russischen Natur
Zwanzig Facetten der russischen Natur
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Erschienen am 22.09.2008
Oleg JurjewVon Orten
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Von Orten
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Erschienen am 01.10.2010
Oleg JurjewVon Orten. Ein Poem
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Von Orten. Ein Poem
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Erschienen am 10.10.2015
Oleg JurjewHalbinsel Judatin
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Halbinsel Judatin
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Erschienen am 26.02.2014
Oleg JurjewSpaziergänge unter dem Hohlmond
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Spaziergänge unter dem Hohlmond
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Erschienen am 24.04.2002

Neue Rezensionen zu Oleg Jurjew

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Unbekannte Briefe" von Oleg Jurjew

schon sehr speziell
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

»Ins ›Eisenhüttenarchiv‹ lässt man mich nicht, obgleich ich das beruflich brauche, ich muss ja für das Buch über die Dekabristen an der Petrinischen Eisenhütte recherchieren. Allerdings ist dort sowieso beinahe nichts mehr zu finden, denn der Wächter Puchow versoff die Archivakten in der Schänke beim Turutanow oder verkaufte sie als Hüllpapier an die Juden und an die Händler Podosjonow.«

Leningrader Künstlerzirkel, russische Schriftsteller, Oleg Jurjew behauptet fiktiv, er sei in den Besitz einiger Briefe gekommen: nicht abgeschickte Briefe des Schriftstellers Leonid Iwanowitsch Dobytschin an den Literaturkritiker Kornei Iwanowitsch Tschukowski und die von Iwan Pryschow an Dostojewski, ein Brief von Jakob Michael Reinhold Lenz Nikolai Michailowitsch Karamsin.

»Die Maus Tischurilka-Sarnatsch! Was des Katzens Freud, das der Mäuse Leid, nun zahlt der Kater den Preis fürs Mausen: Für den Betrug mit der ›Befreiung der Leibeignen‹, für das Elend und die Erniedrigung des russischen Volkes, für die Leiden der Vorkämpfer des Volksgücks, die in die Gefängnisse und Zuchthäuser gesteckt wurden, für den Strafgefangenen Iwan Pryschow, den man der Wissenschaft, dem kultivierten Umgang entriss, der seine besten Lebensjahre in den Kasematten verlor.«

Man muss vorsichtig sein in einem Land der Spitzel und trotzdem muss manches gesagt werden. Aus den Briefeschreibern sprudeln die Worte heraus. Der Schriftsteller Dobytschin schreibt verärgert, Sowchose Schuscharen würde eine halbe Planstelle als Wirtschaftsstatistiker besetzen. Das habe ihn in den Suizid getrieben. Bisher nahm man an, der Leningrader Schriftstellerverbands habe ihn in den Tod getrieben, der unter Stalin die Kreativität gegen Bürokratie eintauschte.

»Haha, Ihren ›Semjon Jakowlewitsch‹ aus dem Kapitel der ›Dämonen‹, in dem eine Gesellschaft liberaler Ironiker den greisen Narren in Christo besucht, hat der reiche Dostojewski ja beim armen Pryschow ausgeliehen, aus seinem Buch über Iwan Jakowlewitsch Korejscha, dem berühmtesten Moskauer Sonderling, Abgott aller Abergläubigen und Tartüffe! Beklaut wie Leiche, sagt das russische Volk! Zwar ist Pryschow beinahe eine Leiche, im sibirischen Grabe, doch immer noch beinahe!«

Schon 1859 machte der Wodkahandel in Russland 20 Prozent des inneren Warenumsatzes und fast 46 Prozent der Staatseinnahmen aus. 1982 machte die Alkoholsteuer ein Drittel der Steuereinnahmen und ein Drittel des gesamten Konsums aus. Iwan Pryschow hat über die Entstehung der russischen Kaba, »Tinkhäuser« und die staatliche Pflicht des Saufens ein Buch geschrieben, ein wichtiger russischer Schriftsteller. Ich hatte etwas Mühe mit dem Buch. Mich interessiert russische Literatur und ich kenne sicher einige Namen. Unzählige russische Literaten werden in diesem Buch aufgezählt, Verhältnisse gegeneinandergestellt. Es war mir zu müßig sie alle zu googeln, denn das allein hätte mir zum Verständnis der Zankereien auch nicht weitergeholfen.
Es wird über Gulags berichtet, über das Einfrieren der Gedanken und es wird verdammt viel über Kollegen hergezogen. Neid unter Schriftstellern. Kauzige Typen, Groteske, wer hat vom wem abgeschrieben und wer hat wen in seinen Büchern karikiert? Allein, dass man sich selbst im Roman des Kollegen wiederzuerkennen vermag, zeigt anscheinend, wie berühmt und wichtig man ist. Diese Stellen sind amüsant.

Rückblick in die russische Literatur, in die Vergangenheit des Stalinismus, mit dem Spiegelbild der heutigen Gesellschaft der Angst. Ein interessantes Buch, sicher. Aber richtig interessant wird es wohl nur für die Leser, die sich ziemlich tief in der russischen Literatur auskennen.

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