Olen Steinhauer Die Spinne

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Inhaltsangabe zu „Die Spinne“ von Olen Steinhauer

Topagent Weaver kommt nicht zur Ruhe. Er hat seinen Ausstieg bis ins letzte Detail vorbereitet, als ihn ein dringender Hilferuf aus der Zentrale erreicht. Die CIA steht vor einer rätselhaften Mordserie. Mehr als dreißig Agenten wurden rund um den Erdball umgebracht. Alle gehörten einer geheimen Abteilung an, für die auch Weaver lange Zeit im Einsatz gewesen ist. Ist er das nächste Opfer?

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  • „Rest-Touristen“

    Die Spinne

    michael_lehmann-pape

    16. April 2013 um 12:13

      Eigentlich könnte man den Autor selbst als die „eigentliche Spinne“ bezeichnen, so verzweigt gelingt es ihm, seine Fäden im Buch zu spinnen, die über lange Zeit wie unverbunden wirken, von denen der Leser aber doch weiß, dass sie alle in der ein oder anderen Weise zu dergleichen Geschichte gehören werden. Fäden, die Steinhauer im letzten Drittel des Thrillers dann Stück für Stück in ihren hintergründigen und inneren Verbindungen aufzeigt.   Aus zwei „Großen“, aber auch aus mehren „kleinen“ Perspektiven heraus erzählt er das Ergehen der wenigen Überlebenden aus jener amerikanischen Geheimdiensteinheit, die nur als „Touristen“ bekannt war. Fünf leben noch. Dreiunddreißig sind dem Rachefeldzug des hochbegabten chinesischen Geheimdienstmannes Xin Zhu, der die Amerikaner für den Tod seines Sohnes im Sudan verantwortlich machte.   Auch wenn Milo Weaver, der die Rache nur knapp überlebte, mit all dem nichts mehr zu tun haben will und sich gerade erst von seiner Verletzung einigermaßen erholt hat, auch wenn der ehemalige Chef der Touristen, Alan Drummond keine Ruhe geben will, sondern ebenfalls nach Rache dürstet, Xin Zhu scheint es gut sein lassen zu wollen und Drummond findet keine sonderliche Unterstützung. Scheinbar zumindest. Denn an nun zwei Orten der Geheimdienstwelt ziehen dunkle Wolken auf.   Intensiv geleitet Steinhauer den Leser im ersten Teil des Buches zunächst in die feinen Intrigen und strategischen Überlegungen im Machtkern des chinesischen Geheimdienstes. Ein Maulwurf wird dort befürchtet und Xin Zhu selbst gerät schnell in Verdacht. Gelegenheit auch, zum einen diesen geheimnisvollen Mann näher vorzustellen und differenzierter vor Augen zu führen und ebenso die Spannung im Buch langsam steigen zu lassen. Denn verkettet mit diesen Ereignissen im Inneren des chinesischen Machtapparates arbeiten auch bei der CIA wieder Kräfte, die daraus Nutzen ziehen wollen. Kräfte, denen Alan Drummond sich zunächst anzuschließen scheint, bevor er nicht mehr auffindbar ist.   Als dann Milos Frau und Tochter bedroht werden, sich Xin Zhu persönlich bei ihm meldet, alte Kollegen ihn wieder rekrutieren wollen, wird auch Milo Weaver gegen seinen Willen in dieses undurchschaubare, strategische Spiel auf zwei Kontinenten wieder mit hineingezogen. Und trifft auf alte Bekannte vom BND, auf seinen Vater, der bei der UN eine geheime Einrichtung leitet und auf ihm kaum bekannte alte Familienangehörige.   Ruhig und stetig entfaltet Steinhauer diesen Thriller, verfolgt ausführlich jeweils einen Erzählstrang und geht, im Wechsel der Erzählperspektiven dann je in der Zeit ein Stück zurück. So entsteht ein verschachteltes Leseerlebnis, in dem die Strategie, die feinen Fäden der Intrigen und die erst langsame Auflösung der wahren Motive und Hintergründe „der Mächtigen“ zu einem erkennbaren Netz sich verdichten.   Im Gesamten bietet Steinhauer ein spannendes, flüssiges und wohlüberlegtes Szenario, dem der Leser durchaus gebannt folgt.

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