Olga Flor

 3.7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autorin von Kollateralschaden, Die Königin ist tot und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Olga Flor

Olga Flor wurde im Januar 1968 in Wien geboren. Sie wuchs dort, in Köln und Graz auf. Flor studierte Physik und Kunstgeschichte in Graz und arbeitete anschließend im Multimedia-Bereich. Seit 2004 ist sie als freie Schriftstellerin tätig und schreibt Romane, fürs Theater und für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Ihr Romandebüt "Erlkönig" erschien 2002.

Alle Bücher von Olga Flor

Kollateralschaden

Kollateralschaden

 (16)
Erschienen am 30.07.2008
Die Königin ist tot

Die Königin ist tot

 (1)
Erschienen am 27.08.2012
Talschluss

Talschluss

 (1)
Erschienen am 31.01.2005
Ich in Gelb

Ich in Gelb

 (0)
Erschienen am 02.03.2015
Politik der Emotion

Politik der Emotion

 (0)
Erschienen am 23.01.2018
Klartraum

Klartraum

 (0)
Erschienen am 08.09.2017

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Rezension zu "Die Königin ist tot" von Olga Flor

Rezension zu "Die Königin ist tot" von Olga Flor
Soliferavor 6 Jahren

Fast schon zielgerichtet hat sich die Protagonistin, die sich selbst Lilly nennt, an den Medientycoon (Basil) Duncan herangemacht. Und nicht nur das, es gelingt ihr, dass dieser sie sogar ehelicht und in seine High Society-Welt einführt. Sie bekommt zwei Kinder von ihm. Leidenschaft ist es nicht, was die beiden verbindet, aber Lilly ist auch mehr ein dekoratives Accessoire, als ein Liebespartner für Duncan. Und es kommt wie es kommen muss: Er wird ihrer überdrüssig, ersetzt sie durch die noch jüngere Fernsehjournalistin Ann. Lilly wird an den Stellvertreter Alexander großzügig „abgegeben“. Womit Duncan allerdings nicht rechnet ist, dass die beiden einen Komplott gegen ihn schmieden, ihn, ebenso wie Macbeth in Shakespeares Stück den König, eliminieren wollen. Doch wie wird das alles enden? Man darf gespannt sein!

Olga Flors Roman weist augenscheinlich sehr viele Parallelen zu dem klassischen Stück auf. Doch auch ohne dessen Kenntnis lässt er sich auch gut lesen. Von der Sprache her hat man den Eindruck, das gesamte Buch sei eine Art innerer Monolog der Hauptfigur Lilly, deren wahren Namen man nie erfährt. Ferner scheint sie keinerlei echten Gefühle fähig, Gefühle, oder zumindest das Vorgaukeln selbiger scheint für sie nur Mittel zum Zweck zu sein, um ihre Ziele und ihre Vorstellungen durchzusetzen, rein manipulativ, versteht sich. Und die Männer springen auf diesen Zug auf. Wie ein eiskaltes Biest, ohne jedes Gefühl, wie eine Eis-„Königin“ zieht sie Fäden. Glücklich scheint sie dadurch nicht zu werden, aber das ist ja auch nicht ihr Begehr. Macht, immer mehr Macht und Ansehen, Autorität und Einfluss, das ist es was sie will. Wird sie dem Druck standhalten oder auch wie Lady Macbeth am Ende nur durchdrehen?

Fazit: „Die Königin ist tot“ ist eine moderne, nicht ganz leicht zu lesende Adaption an Shakespeares klassisches Stück, die unterhaltsam, sprachlich ein wahnsinnig hohem Niveau und einem guten Unterhaltungswert daher kommt. Prädikat: Empfehlenswert!

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Rezension zu "Kollateralschaden" von Olga Flor

Rezension zu "Kollateralschaden" von Olga Flor
ZwergPinguinvor 10 Jahren

Wieder ein Buch aus Österreich - diesmal ist es Olga Flor. Sie schildert auf über zweihundert Seiten die Ereignisse einer einzigen Stunde in und vor einem ganz gewöhnlichen Supermarkt. Aus der Perspektive verschiedener Beteiligter beschreibt sie den Schauplat einer Attacke. Der schnelle Wechsel zwischen einer Vielzahl von Personen und Einzelschicksalen wirkt am Anfang etwas unübersichtlich.

Da ist zum Beispiel der Rentner Horst, der hilflos versucht, sich mit Einkaufen davon abzulenken, dass seine Frau gerade an Krebs operiert wird und er Angst vor der Zukunft hat. Doris, 29 und Single, ist auf dem Weg zu einem Ernährungstreffen mit Bekannten, die ihr eigentlich nichts bedeuten, und fühlt sich innerlich leer und allein. Der Obdachlose Anton möchte einfach nur etwas zu essen kaufen, er hat sogar Geld und wird trotzdem vor die Tür gesetzt. Luise H.-W., Politikerin Mitte 40 mit etwas komplizierten Männergeschichten und unangenehmen Erinnerungen an eine Wahlveranstaltung, hat eigentlich keine Zeit und hetzt durch den Supermarkt, ständig bemüht ihre Schwächen zu kaschieren und ihre Wirkung auf andere abzuschätzen… Tobias, der Lehrling im Supermarkt, dem seine Lehre so gar nicht gefällt, der Teenager Mo (Morgan), der mit seinem Leben unzufrieden ist und die Menschen aufrütteln möchte, Anna K. verheiratet mit einem Alkoholiker mit der Sehnsuchtnach Wärme und Essen, Stephanie, die Frau mit dem Kinderwagen, Oswald, der in Scheidung lebt…….

Die Liste ist lang. Eigentlich haben diese Menschen nichts gemeinsam - und doch verknüpft die Autorin ihr Schicksal miteinander, webt ein Netz durch die Gedanken der einzelnen, die sich gegenseitig mal mehr mal weniger beim Einkaufen wahrnehmen. Es liegt eine Spannung in der Luft, viele Andeutungen werden gemacht,und als schließlich etwas geschieht und die Situation eskaliert, ist der Leser selbst zum Zuschauer geworden, der hier und da ein Stückchen Leben der anderen aufgeschnappt hat, der selbst nicht alles kennt und nicht alles versteht. Wie ein großes Puzzle setzt sich schließlich die Geschichte zusammen - und man bleibt letztlich atemlos zurück und fragt sich, wie aus dem ganz normalen Alltag eine Katastrophe werden konnte.

Dieses Buch ist beeindruckend, auch wenn es nicht gerade einfach ist. Stückchenweisesollte man es besser nicht lesen, da man sonst schwer die Schicksale der einzelnen Personen auseinander halten kann. Gerade weil er so viele Personen sind (es gibt kein Personenregister, das geht auch gar nicht, weil es entweder nur eine Auflistung von Namen wäre oder schon zuviel verraten würde), bietet es sich an, wenn man als Leser Notizen anfertigt um die kleinen Schnipsel von verschienden Leben, die die Autorin einem nach und nach serviert, zusammensetzten zu können.

Die Handlung selbst lässt sich kaum wiedergeben, sie steht auch nicht im Mittelpunkt - sondern das Bild, das entworfen wird: die Beziehungen der Menschen untereinander, Selbstbild, Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung - das sind die eigenltlichen Themen dieses kleinen Kunstwerks.

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Rezension zu "Kollateralschaden" von Olga Flor

Rezension zu "Kollateralschaden" von Olga Flor
Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren

Menschen kommen, Menschen gehen.
In keiner Einrichtung ist dies so gut zu beobachten wie in einem Supermarkt.
Genau 60 Minuten lang leuchtet die Autorin Olga Flor das Leben verschiedenster Charaktere bis hin zu den tiefsten Winkeln ihrer Seelen aus.
Zufällige Menschen mit den unterschiedlichsten Lebenshintergründen treffen hier als Unbekannte aufeinander. Sei es eine allein lebende Singlefrau, eine Politikerin, ein abgehalfterter Journalist oder auch nur der Kaufmannslehrling des Supermarktes. Jede dieser Figuren hat ihre Geschichte, eine mehr die andere weniger. Und durch dieses Gewirr von Gedanken, Wünschen und Ansichten windet sich der Leser ohne erkennbare Handlung bis sich gegen Ende hin alles zu verdichten scheint und mit einem Knall alles umgeworfen wird und die Charaktere zu kollidieren beginnen.

Wie bereits geschrieben gibt es in Olga Flors neuen Roman [b]Kollateralschaden[/b] keine eindeutige Handlung im herkömmlichen Sinne. Der Leser folgt eher vielen kleineren Handlungen gleichzeitig deren einziger Dreh- und Angelpunkt die Zeitebene ist auf der sich alles zur selben Zeit abspielt.
Minute für Minute, Absatz für Absatz schreitet das Buch voran.
Gerade in dieser -ich nehm jetzt 6 Kurzgeschichten und tu alles in den Mixer- Schreibweise sehe ich als Leser auch das größte Manko des Buches. Auch wenn die Geschichten zum Teil ineinander fließen und sich überschneiden muss man des öffteren nachdenken mit wem man es nun wieder zu tun hat und bei welcher Geschichte man den Faden wieder aufnehmen muss.
Verschmerzt man dies und hat sich mal daran gewöhnt erwartet den Leser mit [b]Kollateralschaden[/b] ein überraschend scharfsinniges und mit guten Blick für Details geschriebenes Buch dessen Sprache sich von Charakter zu Charakter ändert.

Wie eine Fotografin scheint Flor einfach mit ihrer Kammara draufzuhalten und abzudrücken ohne jedoch vorher durch den Sucher geblickt zu haben. Was auf den Bildern zu sehen ist sind zufällige Menschen von denen jeder seinen eigenen Weg geht. Manchmal sind die Bilder etwas unscharf was aber nicht störend wirkt da die Feder der Autorin die scheinbar banale Realität so preziese einfängt das ich mir als Leser immer wieder sagen musste -das kennst du doch von wo-.
Dies ist auch die große Stärke des Buches. Charaktere wie auch Handlung völlig zufällig wirken zu lassen. Nicht jetzt eine Hand voll Personen mit Problemen und Komplexen in einen Supermarkt zu sperren sondern alles völlig freiwillig wirken zu lassen. Schon fast so als ob Flor keinen Einfluss mehr auf ihre Charaktere hätte.
Und jene vielgeschriebene Zufälligkeit ist es dann auch am Ende des Buches daß einen auffahren und die Soziale/Gesellschaftliche Kritik wahrnehmen lässt die sich schon die ganze Zeit über, bitterböse und makaber, in den Unterton der Erzählung gemengt hat.

Mit Präzision und scharfer Klinge häutet Olga Flor hier diese Zwiebel. Für Freunde deutscher Literatur äußerst empfehlenswert.

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Olga Flor wurde am 25. Januar 1968 in Wien (Österreich) geboren.

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