Olga Slawnikowa 2017

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Inhaltsangabe zu „2017“ von Olga Slawnikowa

Sommer 2017. Russland vor dem Beginn der Feierlichkeiten zum hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution. Der einzelgängerische Edelsteinschleifer Krylow begleitet seinen Arbeitgeber, den zynischen Professor Anfilogow, zum Bahnhof. Während Anfigolow zu einer seiner riskanten Expeditionen aufbricht, die ihn in die menschenleere Natur der nördlichen Bergwelt führen wird, beginnt Krylow eine Affäre mit einer geheimnisvollen Unbekannten. Schon bald taucht ein Spion auf, der das Paar bei allen Treffen beobachtet. Krylow verstrickt sich immer weiter in eine Welt der Korruption, des unermesslichen Reichtums und allgegenwärtiger illegaler Geschäft. Als bei den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Revolution der Bürgerkrieg zwischen Rot- und Weißgardisten nachgestellt wird, gerät plötzlich alles außer Kontrolle: Spiel und Wirklichkeit lassen sich nicht mehr unterscheiden. Mit diesem barocken Thriller aus einer Welt, in der das Politische durch totalen Konsum, Spektakel und Propaganda ersetzt wurde, ist Olga Slawnikowa eine beißende Satire gelungen, die bereits in viele Sprachen übersetzt wurde. 2017 ist ein hochaktueller Gegenwartsroman, der ganz in der Tradition der großen russischen Literatur steht.

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  • 2017 -1984

    2017
    thursdaynext

    thursdaynext

    14. July 2017 um 09:49

    Wer viel liest, wie wir ausgemachten Lesejunkies beim feinen reinen Buchstoff, kennt das Phänomen wahrscheinlich. Lesemüdigkeit und Unlust. Der Anspruch steigt und die Lektüre kann nicht mithalten. Die Überraschung fehlt, die Entdeckungslust wird enttäuscht. Fade erscheint das immer Gleiche in neuer Variation. Olga Slawnikowa, hat meine Lesefreude mit 2017, ihrem ersten ins Deutsche übersetzten Roman, wieder beflügelt. Sie erhielt für diese Dystopie den russischen Booker Preis. 2017 ist Lesegenuss pur. Die neue russische Literatur ist mir so unbekannt wie die „russische Seele“ fremdartig erscheint. So lockte Slawnikowas deutsches Debüt, das trotz der stattlichen Seitenzahl ein wahres Festmahl an Köstlichkeiten in Form sprachlicher und stilistischer Verwegenheit kredenzte und einen verschleierten Blick in das heutige Leben in Russland gewährt. Man darf sich nicht schrecken lassen von den grammatikalischen Schnitzern, die auf den ersten 27 Seiten in recht abschreckender Dichte vorhanden sind, obwohl  beim Lesen die Vitae der Übersetzerinnen Christiane Körner und Olga Radetzkaja vielfältig und erfahren erscheinen. Sie verschwinden danach auf wundersame Weise. Entweder wurde auf den restlichen Seiten wieder ordentlich lektoriert oder der Sog des Romans nimmt einen derart gefangen, dass derartiger Kleinkram nicht mehr ins Auge fällt. Dennoch, bei der zweiten Auflage sollte der Verlag hier mehr Sorgfalt walten lassen, allein um dem Leser den Einstieg in Slawnikowas dystopisch überbordende riphäische (harte , karge Landschaft , früher wurde von den Phöniziern so der Ural bezeichnet ) Welt 2017 zu erleichtern. Wartet der Roman zu Beginn doch mit einer überbordenden Fülle an Adjektiven und Metaphern auf, die anfangs sehr gewöhnungsbedürftig ist. „Die verwitterten riphäischen Berge, von einem Dunstschleier überzogen, der Hunderte von Grautönen räumlich sichtbar macht, erinnern an die künstlichen Ruinen eines Parks. Für einen Maler gibt es in dieser fertigen steinernen Schönheit nichts zu tun: Jeder Landschaftsausschnitt, aus welchem Blickwinkel man ihn auch betrachtet, trägt seine Komposition und seine Grundfarben schon in sich – jene charakteristische Kombination von Einzelteilen, die das schlichte, leicht wiedererkennbare riphäische >>Logo<< ausmacht. Die malerische Schönheit der Riphäen wirkt durchdacht. Die horizontalen Linien der flechtengrün getupften, mit glatten, rötlichen Nadelkissen gepolsterten grauen Findlinge werden durchbrochen von Vertikalen dichter Kiefergruppen, die, wie alles in der Landschaftsmalerei, die simple Geradzahligkeit meiden; überhaupt scheint der Bau des Ganzen den Gesetzen der klassischen Opernbühne zu folgen – wuchtige Kulissen, der Chor steht frontal zum Parterre.“ Anfangs zu viel, zu „laut“ ein wenig fremdartig. Dabei ist es gerade jene pompöse erzählerische Grandezza, die mich bei 2017 immer mehr ansprach. Ein Schwelgen in Worten, Beschreibungen, Szenerien, Situationen und Gedanken, das, wenn man sich eingelesen hat, eine opulente Freude ist und die humorvolle Distanziertheit der Erzählerin zu den Protagonisten gekonnt ausgleicht. Hauptperson dieser großartigen Erzählung ist der Edelsteinschleifer Krylow, der zwischen den Welten dieser magischen Realität pendelt. Mit ihm beginnt die Geschichte. Mit seiner obsessiven Liebe zu einer Frau, die er am Bahnhof entdeckt und mit der er in die namenlose Stadt geht. Die beiden gehen immer weiter, bis sie sich inmitten der Stadt auf ungewöhnliche Weise in ein Liebespaar mit sehr eigenem Ritual verwandeln. Hinzu kommt seine enge und doch ungeklärten Beziehung zu seiner Exfrau. Das liest sich so poetisch wie spannend und distanziert. In Zeitsprüngen breitet sich Krylows Leben aus, das en passant die neuere russische Geschichte und Gesellschaft skizziert, karikiert und mit einwebt in die Geschichte. Gauner, Politiker, Neureiche, die Abgehängten der Gesellschaft, die veränderbaren Spielregeln nach denen gespielt wird. Den Aufstand der Abgehängten der sich abzeichnet. Diese dystopische Satire, so es denn eine ist, kratzt an der Transparenz. Eben jener Transparenz die Krylow liebt, verehrt und fasziniert immer wieder auf’s Neue sucht. „Alle normalen Gegenstände waren Teil der gewöhnlichen diesseitigen Welt: egal, wie raffiniert sie gebaut, wie stabil sie gelötet waren, man konnte sie aufmachen und nachsehen, was darin war. Das Transparente gehörte einer anderen Ordnung an – es aufzumachen, in sein Inneres zu gelangen war unmöglich.“ Er ist Edelsteinschleifer, Sucher und Suchender nicht nur aus Leidenschaft, sondern weil er nicht anders kann. Seine Verehrung der Transparenz ist manisch zu nennen. Diese Faszination geht auf den Leser über. Olga Slawnikowa hat mich mit diesem knallharten, realistischen und dabei fast lyrischem, dystopischem „Märchen“ be- und verzaubert und zugleich derart pointierte Beobachtungen des Zustands unserer Welt hineingeschrieben, dass es die Schmerzgrenze weit überschreitet, eben weil man weiß, ihre Beobachten sind weitsichtig und hofft sie täusche sich doch. Laut Autorin eine (gelungene) Hommage an George Orwells 1984 und ein  Lesehighlight 2017  

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    27. December 2015 um 19:56

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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