Olga Tokarczuk

 4 Sterne bei 247 Bewertungen
Autorin von Gesang der Fledermäuse, Gesang der Fledermäuse und weiteren Büchern.
Autorenbild von Olga Tokarczuk (©Jacek Kołodziejski)

Lebenslauf

Eine der bedeutendsten europäischen Autorinnen der Gegenwart: Olga Nawoja Tokarczuk, geboren am 29. Januar 1962 in Sulecow, ist eine polnische Schriftstellerin und Psychologin. Sie wuchs bei Zielona Gora auf und zog später nach Kietrz, wo sie ihr Abitur machte. Sie studierte Psychologie an der Universität Warschau und arbeitete nebenbei in einem Heim für Jugendliche. Nach ihrem Abschluss fing sie an Therapeutin zu arbeiten. 

Schon zu Studienzeiten schrieb die Autorin Artikel für das Jugendmagazin unter dem Pseudonym „Natasza Borodin“. 1989 gab sie dann ihr offizielles Debüt mit ihrem Roman „Städte in Spiegeln“. Ihren literarischen Durchbruch schaffte sie mit ihrem dritten Roman „Ur und andere Zeiten“. Dieser wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und wurde zu einem der wichtigsten Werken der polnischen Gegenwartsliteratur. Darüber hinaus veröffentlichte sie Prosatexte und Essays. 

Für ihre Arbeiten wurde Tokarczuk u.a. mit dem Usedomer Literaturpreis, dem Internationalen Brückepreis, dem Man Booker International Prize, dem Nike-Publikumspreis sowie mit zahlreichen Ehrendoktorwürden ausgezeichnet. 

Zudem ist sie die Gewinnerin des Literaturnobelpreises 2019. Die Autorin zählt heute zu den bedeutendsten europäischen Autorinnen der Gegenwart.

Heute lebt die zusammen mit ihrer Familie in Breslau.

Neue Bücher

Cover des Buches Anna In (ISBN: 9783311150558)

Anna In

 (11)
Erscheint am 20.03.2024 als Taschenbuch bei Kampa Verlag.

Alle Bücher von Olga Tokarczuk

Cover des Buches Gesang der Fledermäuse (ISBN: 9783311150039)

Gesang der Fledermäuse

 (48)
Erschienen am 23.07.2020
Cover des Buches Gesang der Fledermäuse (ISBN: 9783311100225)

Gesang der Fledermäuse

 (29)
Erschienen am 28.11.2019
Cover des Buches Empusion (ISBN: 9783311100447)

Empusion

 (24)
Erschienen am 20.04.2023
Cover des Buches Ur und andere Zeiten (ISBN: 9783311100188)

Ur und andere Zeiten

 (21)
Erschienen am 28.11.2019
Cover des Buches Unrast (ISBN: 9783311100126)

Unrast

 (19)
Erschienen am 11.02.2019
Cover des Buches Die Jakobsbücher (ISBN: 9783311100140)

Die Jakobsbücher

 (10)
Erschienen am 01.10.2019
Cover des Buches Anna In (ISBN: 9783311150558)

Anna In

 (11)
Erscheint am 20.03.2024
Cover des Buches Der Schrank (ISBN: 9783423129237)

Der Schrank

 (9)
Erschienen am 01.11.2001

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Olga Tokarczuk

Cover des Buches Empusion (ISBN: 9783311100447)
Maselis avatar

Rezension zu "Empusion" von Olga Tokarczuk

Das Mystische habe ich leider nicht verstanden
Maselivor 2 Monaten

Es ist September 1913, am Vorabend des Ersten Weltkrieges, als der junge, polnische Student Mieczysławs der Kanalisationsbautechnik aus Lemberg im Lungensanatorium Görbersdorf in Niederschlesien ankommt. 

Fast hatte er es sich schon bewusst gemacht – dass die Krankheit ihm zu einem überaus passenden Zeitpunkt in seinem kurzen Leben geradezu gelegen kam, indem sie ihm die Chance gab, sich selbst neu zu formulieren, und dass er sich eigentlich glücklich schätzen konnte, hier zu sein, in diesem an den Wassern eines unterirdischen Sees erbauten kleinen schlesischen Kurort. 

Kranke aus ganz Europa versammeln sich dort, und diskutieren und philosophieren unermüdlich miteinander – mit Vorliebe bei einem Gläschen Likör mit dem klingenden Namen »Schwärmerei«, und die »Frauenfrage« steht ziemlich oft im Mittelpunkt der Diskussion. 

Zudem bietet die kleine Welt von Görbersdorf reichlich Gesprächsstoff: Am Tag nach Mieczysławs Ankunft hat die Frau des Pensionswirts Selbstmord begangen. Überhaupt komme es häufig zu mysteriösen Todesfällen in den Bergen ringsum, heißt es. Was Mieczysław nicht weiß: Dunkle Mächte haben es auch auf ihn abgesehen.

Meine persönlichen Leseeindrücke 

Gleich vorweg: ich habe den mystischen Teil nicht ganz verstanden, genauso wenig wie den Vergleich mit Thomas Manns „Zauberberg“, abgesehen von der augenscheinlichen Übereinstimmung der groben Rahmenbedingungen.

Mieczysław Wojnicz, unser Hauptakteur in dieser mir sich nicht ganz erschlossenen Geschichte, ist ein interessanter Mensch. Seine Muttersprache ist Polnisch, doch aufgewachsen ist er ohne Mutter mit seinem Vater und dem Onkel in der feschen Husarenuniform in Lemberg. Sein Aufenthalt im Luftkurort Görbersdorf, im preußischen Schlesien gelegen, entwickelt sich zu einer wahrlich ungewöhnlichen Erzählung. 

… an diesem Ort, wo kranke Menschen ihre armen Lungen mit der Wunder wirkenden Bergluft reinigen, welche mit ihrer geheimnisvollen Zusammensetzung jene winzigen Wesen tötete, denen gegenüber die Menschen sich schließlich nichts hatten zuschulden kommen lassen und deren verbissene Feinseligkeit sie daher gar nicht verstanden – die Koch’schen Bazillen.

Dieser junge Ingenieurstudent, der kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs aufgrund seines körperlichen Gebrechens einen Kuraufenthalt für Lungenkranke in den Bergen verbringt, durchläuft eine besondere Entwicklung. Zwischen Anwendungen und Spaziergängen, Gesprächen mit anderen Kurgästen und den sonderbaren Vorfällen, die sich ereignen, überdenkt er seine Erziehung und Kindheit, erinnert sich an die unzähligen Arztbesuche, bis er, als diesjährige Opfergabe ausgewählt, aufgrund seiner Besonderheit sein Leben retten kann.

Es ist doch ganz einfach, dachte Mieczys Wojnicz, während er seine Tränen herunterschluckte, die sich in seinem zarten kindlichen Körper mit dem Tierblut mischte: Ein Mann zu sein heiß, zu lernen, alles zu ignorieren, was Probleme bereitete. Das ist das ganze Geheimnis.

Der Roman war insgesamt angenehm zu lesen und jederzeit anregend, sodass ich mit Interesse der Handlung gefolgt bin. Interessant und gut eingebaut fand ich die politischen Veränderungen, die die Kurgäste aus ihrem Kurort verfolgen. Auch die misogyne Denkweise der Männer, die Olga Tokarczuk so spöttisch präsentiert und damit die männlichen Erdbewohner auf faszinierende Weise in ihrer Dummheit bloßstellt, hat mich sehr erheitert.

Dennoch ist der Funke nicht übergesprungen, das Mystische hat mich nicht erreichen können.

Fazit

„Empusion“ von Olga Tokarczuk ist ein literarisch interessantes Verwirrspiel, mit einem gehörigen Schuss Mystik, von geheimnisvollen Andeutungen und alten Traditionen der Geschlechterrollen.

Cover des Buches Gesang der Fledermäuse (ISBN: 9783311150039)
Waldkinds avatar

Rezension zu "Gesang der Fledermäuse" von Olga Tokarczuk

Sprachlich überzeugende, inhaltlich eher langatmige, esoterische Kriminalgeschichte
Waldkindvor 3 Monaten

Die ehemalige Englischlehrerin Janina Duszejko zieht die Gesellschaft von Tieren der von Menschen vor. In einem kleinen Ort auf einem Hochplateau an der polnisch-tschechischen Grenze widmet sich die verschrobene ältere Dame der Astrologie, der Lyrik von William Blake, schaut bei den Häusern der im Winter abwesenden Städter nach dem Rechten und trotzt so gut es eben geht einer seltsamen Krankheit. Bis es in ihrer Idylle zu mehreren Todesfällen kommt.

Stilistisch empfinde ich den Roman als ausgesprochen gut, intelligent und humorvoll. Die Autorin erschafft sprachlich wunderbar Landschaften und Menschen. Inhaltlich hat mich die Geschichte jedoch nicht erreicht. Zuviel Astrologie, ausschweifende Gedankengänge, unklar verknüpfte Längen, die dem Ganzen die Energie nehmen.

Ab der Hälfte empfand ich den Roman so ermüdend, dass ich nur noch quergelesen habe. Schade, aber mir erschließt sich die allgemeine Begeisterung für die Geschichte auf inhaltlicher Ebene leider nicht. 

Cover des Buches Gesang der Fledermäuse (ISBN: 9783311150039)
Wolf-Macbeths avatar

Rezension zu "Gesang der Fledermäuse" von Olga Tokarczuk

Literarischer Aufschrei gegen das Unrecht an Tieren
Wolf-Macbethvor 4 Monaten

Ich habe “Gesang der Fledermäuse” von Olga Tokarczuk gelesen und bin beeindruckt von der Tiefe dieser großartigen Literatur. Die Erzählung mag wie ein Krimi beginnen, aber für mich ist es mehr ein Schrei der Verzweiflung gegen die sinnlosen Verbrechen an Tieren und eine eindringliche Zivilisationskritik. Olga Tokarczuk gelingt es auf wundervolle Weise, eine Geschichte zu weben, die zum Nachdenken anregt. In diesem Buch vermischt sich Kriminalfall mit philosophischem Essay und Fabel auf eine einzigartige Weise. Die Sprache ist fesselnd, und es gibt viele Sätze, die mich nachhaltig zum Nachdenken gebracht haben. Ein besonders prägnantes Beispiel: “Jeder kennt den Gewinn, den er aus dem Nützlichen ziehen kann, aber keiner kennt die Vorteile des Unnützen.” Ich habe das Buch genossen und kann es nur wärmstens empfehlen.

Gespräche aus der Community

Spontane Leserunde mit eigenen Exemplaren

383 Beiträge
FrancieNolans avatar
Letzter Beitrag von  FrancieNolanvor 7 Monaten

Das ist schön zu lesen.

Wir wollen im *Juni 2022* gemeinsam dieses kleine feine Buch der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk lesen. :)

Es gibt keine Bücher zu gewinnen! Jeder kann sehr gerne mit seinem eigenen Exemplar an der Runde teilnehmen.

152 Beiträge
Corisos avatar
Letzter Beitrag von  Corisovor 2 Jahren

Mit einigem Abstand habe ich heute die Rezension geschrieben. Es ist mir echt schwer gefallen.

Aber vielen Dank für die tolle Leserunde und den bereichernden Gedankenaustausch.

https://www.lovelybooks.de/autor/Olga-Tokarczuk/Anna-In-2936248235-w/rezension/5923911070/

Zusätzliche Informationen

Olga Tokarczuk wurde am 29. Januar 1963 in Sulecow (Polen) geboren.

Olga Tokarczuk im Netz:

Community-Statistik

in 327 Bibliotheken

auf 78 Merkzettel

von 13 Leser*innen aktuell gelesen

von 10 Leser*innen gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks